[Test] Rote VFF aus Samen ziehen
#1
Geschrieben 15 Januar 2009 - 15:25
Aus verschiedenen Threads in diesem Forum im vergangenen Jahr habe ich ein hohes Interesse an roten Venusfliegenfallen herausgelesen, die im Handel zu Preisen deutlich oberhalb ihrer "normalen" Verwandten gehandelt werden. Vermutlich aus Kostengründen haben sich dann manche Forenmitglieder zur Anschaffung extrem junger/kleiner roter Pflanzen entschlossen, und daraufhin festgestellt, daß die Kulturumstellung kleiner Pflanzen manchmal nicht so unproblematisch ist: braunwerdende Blätter, schlechtes Wachstum, Pflanzen werden kleiner oder gehen sogar ein.
Inzwischen habe auch ich Interesse an roten Venusfliegenfallen entwickelt und mir ein paar Samen gekauft.
Allen denjenigen, die in diesem Jahr die Anschaffung sehr kleiner roter Venusfliegenfallen in Erwägung ziehen, möchte ich daher als Alternative die Anzucht aus Samen als Alternative vorstellen. Die roten Eigenschaften von Venusfliegenfallen werden bei der Vermehrung über Samen recht erbstabil weitergegeben.
Sämlinge sind zunächst zwar noch kleiner als die kleinsten zu kaufenden Pflanzen, aber dafür sind sie dann genau an Eure Kulturbedingungen gewohnt und der Umstellungsschock durch abweichende Kulturbedingungen entfällt.
Die Fotos zeigen Sämlinge von Dionaea "Typ Dark Red", die 77 Tage nach der Aussaat am 10.12.08 aufgenommen wurden.
Anzuchtbedingungen: Die am 25.09.08 auf einem Torf-Sandgemisch ausgesäten Samen standen zunächst 5 Tage auf einem Süd-Fensterbrett, seitdem in einer Wandvitrine unter einer 12 Watt Neonröhre mit 14 Stunden täglicher Beleuchtungsdauer bei 20/24 Grad.
Aus 20 (bei eBay) gekauften Samen habe ich 6 Sämlinge erhalten. Zwar sind anfänglich deutlich mehr als 6 Samen gekeimt, aber mehrere sind nach dem Auskeimen der zwei Keimblätter einfach braun weggetrocknet und haben keine einzige Falle ausgebildet.
Die Keimblätter dieser roten Dionaeas treiben übrigens grasgrün aus. Um so überraschender, daß sich dann bereits die erste entwickelnde kleine Minifalle in einer schönen roten Farbe entwickelt.
Unter der jetzigen 14-Stunden Neonröhrenbeleuchtung entwickeln sich Fallen, Blätter und Blattstiele in einer tiefroten Farbe und die Zähne sind gelb gefärbt.
Nicht zuletzt sind es für mich der günstige Preis bei gleichzeitiger Möglichkeit zur Aufzucht mehrerer Pflanzen gewesen, daß ich der Aufzucht aus Samen den Vorzug gegeben und keine kleine Jungpflanze gekauft habe.
Falls Interesse besteht, kann ich gerne neuere und nach und nach Bilder der weiteren Entwicklung senden und ggf. Fragen beantworten.
Andere Antworten zu diesem Thema
#2
Geschrieben 15 Januar 2009 - 18:57
Glückwunsch zum Nachwuchs :-)
Ich habe vor zwei Jahren dasselbe Experiment gewagt. In Punkto Keinmrate kann ich Deine Schilderung nur bestätigen.
Nachdem die kleinen so groß wie auf Deinen Bilder waren, sind sie ins Moorbeet gebettet worden. Seit dem wachsen sie zwar erheblich langsamer als die grüne Verwandtschaft, aber sehen extrem kräftig aus. Mal sehen, wie sie im Frühling aussehen, wenn der Schnee sie wieder freigibt ...
PS: Im Anhang ein Bild aus dem vergangenen Herbst.
|| meine Bestandsliste | Ich suche ständig nach Nepenthes, egal ob Samen, Steckling oder Pflanze. Angebote via PN oder eMail. ||
#3
Geschrieben 15 Januar 2009 - 21:07
Andreas Melzer sagte:
Ich habe vor zwei Jahren dasselbe Experiment gewagt.
Danke und Glückwunsch zurück!
Andreas Melzer sagte:
Du bist ja mutig gewesen! Eine Schnecke draußen und so ein Mini-Pflänzchen ist weg. Ich beabsichtige, sie erstmal drinnen warm zu kultivieren, und im Sommerhalbjahr dann im Blumentopf draußen auf der Terrasse. Danach muß ich dann weitersehen, zu klein wollte ich sie nicht draußen überwintern, dann schon eher frostfrei im Keller bei LED-Beleuchtung im nächsten Winter.
Andreas Melzer sagte:
Oh wie schön ist Dionaea!
Wenn meine erstmal so weit wären!
Edit am 25.01.09: Kleines 2-Bilder-Update exakt vier Monate nach der Aussaat im 9-cm-Topf. Sie stehen weiterhin bei 14-stündiger künstlicher Beleuchtung mit Neonröhre bei 20/24 Grad.
Wie man sehen kann, entwickelt sich jetzt die typische Rosette.
Was man da zusätzlich im Topf keimen sieht, sind nochmal 20 nachgekaufte rote Samen, die ich am 02.01.09 dazugesät habe und die jetzt gerade anfangen zu keimen.
#4
Geschrieben 08 März 2009 - 19:18
Die ständig wachsenden Pflanzen vom Aussaattermin 25.09.08 stehen immer noch im 9-cm-Topf bei weiterhin 14-stündiger täglicher künstlicher Beleuchtung mit einer kleinen Neonröhre bei 20/24 Grad. Die zusätzlich zu den sechs größeren Pflanzen im Topf befindlichen Keimlinge sind vom Aussaattermin 02.01.09.
Ich schätze mal, daß ich die Pflanzen noch bis Anfang Juni wie bisher weiterkultivieren und sie dann in meinen vor kurzem angelegten Moorkübel ins Freie auspflanzen werde.
#6
Geschrieben 24 September 2009 - 21:00
Viel Erfolg weiterhin! Falls du eine Pflanze zu viel hast könntest du mir ja eine pn schicken ;)
Gruß, Marius
#7
Geschrieben 25 September 2009 - 11:52
Zitat
sehen bei mir auchso aus- ich hatte gehofft das das so bleibt :cry:
sieht so schön aus die grünen blätter mit der roten falle:-(
PS: meine samen sind selbstgezüchtet, allerdings hat die mutterpflanze so geschwächelt das die blüte nur 5 samen gebildet hat- 3 sind gekeimt (1 davon ist nach den keimblättern gestorben) 2 wachsen noch
#8
Geschrieben 25 September 2009 - 14:22
:bb:ANABOLIKA:bb:
Oder dauerhaft beleuchtet?
Wahnsinn, das ist echt erstaunlich!
Gruß Thomas
#9
Geschrieben 25 September 2009 - 15:49
die letzte falle ist nicht so schön rot weil ich 2tage kein blau hatte (ansonsten bildet sie grüne blätter und rote fallen[sieht man irgendwie besch... auf dem foto])
2x1w luxeon royal blue (nur 50% der maximalen leistung sonst verbrennt meine roridula [es gibt doch zu viel licht])
4x1w luxeon rot (100% leistung aber leider nicht das idealste rot für die pflanzen)
beleuchtungsdauer 15h
sämling 2 wächst langsamer, ist von der selben pflanze[und genau so alt] ist aber komplett rot
#10
Geschrieben 25 September 2009 - 16:02
Thomas Straubmüller sagte:
:bb:ANABOLIKA:bb:
Oder dauerhaft beleuchtet?
Nö, die Pflanzen bekommen bei mir keine Anabolika, nur Wasser und Torf.
Ansonsten wie oben geschrieben: 8 Monate unter recht tropischen Bedingungen mit täglich 14-stündiger Neonlampen-Beleuchtung bei ca. 24 Grad während der Beleuchtungsdauer und 20 Grad nachts. Ist aber nicht temperaturgeregelt (nur Zeitschaltuhr für die Lampen), daher können ggf. auch 22 Grad nachts und 26 Grad während der Beleuchtungsphase gewesen sein, das weiß ich selbst gar nicht so aufs Grad genau. Und dann noch 4 Monate nordischer Sommer auf einer windgeschützten Terrasse in Südlage in einem Tray mit (meistens) Anstaubewässerung von Ende Mai bis jetzt.
Auch wenn in Schleswig-Holstein am 21.06. die Sonne durchaus eine Stunde länger scheint als in München: Ständige Beleuchtung durch Mitternachtssonne hatten die Pflanzen definitiv nicht, denn so weit im Norden wohne ich nun auch wieder nicht.
:-P
In der ganzen Zeit sind die Sämlinge genau einmal pikiert worden als sie noch ganz klein waren. Seitdem nicht umgetopft, also keine weitere Wurzelstörung.
Ich muß allerdings zugeben, daß die Sämlinge mit "8 Monaten Tropenvitrine" bei mir eine absolute Vorzugsbehandlung genossen haben und daß andere Dionaeas bei mir, die mit viel weniger Licht und niedrigeren Temperatur gehalten werden, sich bei weitem nicht so schnell entwickeln.
Im übrigen ist mein Test natürlich nur ein Testergebnis von vielen möglichen: Abhängig von den Haltungsbedingungen kann es so laufen, oder auch besser oder schlechter.
Als nächstes läuft dann der Test "Überwintern". Das mit den Sämlingen praktizierte Durchkultivieren bei tropischen Temperaturen im letzte Winter kann man ja nicht wirklich so nennen...
#11
Geschrieben 21 Januar 2010 - 14:59
Die Pflanzen standen noch bis Anfang Dezember im Aussaattopf draußen auf der Terrasse im Tray, bis sie einmal schön Frost von -4°C abbekommen hatten.
Dann habe ich sie reingeholt und umgetopft: Die 6 Pflanzen habe ich je 3 und 3 Stück in 7cm Rechtecktopfe gesetzt (sind nun also auf 2 Töpfe verteilt). Und die Winterruhe war dann Anfang Dezember auch schon für sie beendet, seitdem halte ich die Pflanzen im Haus unter Kunstlicht.
Ergebnis siehe Foto anbei.
Wie man sehen kann, entwickeln sich derzeitig erste Blütenstiele (je einer an 4 von 6 Pflanzen).
Nicht schlecht für Aussaattermin September 2008, oder?
BTW: Was für einen Unterschied die Haltungsbedingungen ausmachen, kann man übrigens an dem Topf erkennen, der rechts am Bildrand gerade noch zu erkennen ist. Da sind auch rote Dionaea-Samen drin, selbe Bezugsquelle. Ungefähr selber Aussaattermin. Aber andere Haltungsbedingungen.
Das ist ein ganz schöner Unterschied zwischen den gleichalten Pflanzen, von denen die einen jetzt blühfähig sind und die anderen mit den schlechteren Haltungsbedingungen (Fensterbrett, kühler, weniger Licht etc.) immer noch winzig klein?
#12
Geschrieben 21 Januar 2010 - 15:19
sehen gut aus, Deine Dionaeas! Hast Du sie ganzjährig draußen gehalten?
Grüße
Chrissi
#13
Geschrieben 21 Januar 2010 - 16:06
Chrissi-M. sagte am 21 Januar 2010 - 15:19 :
Nein, so wie ich es hier im Laufe des Threads geschrieben habe:
- 8 Monate warme Tropen-Zimmervitrine (mit LSR-Beleuchtung 3300 K, 14 Std.)
- 6 Monate Sommerhalbjahr draußen (Südwest-Terrasse)
- 2 Monate Keller-Anzuchtbox (mit weißer LED-Beleuchtung ca. 7000 K, 12 Std.)
Die auf dem letzten Foto gerade noch ganz rechts am Bildrand zu sehenden sehr kleinen Pflänzchen sind praktisch gleich alt, aber unter schlechteren Bedingungen gehalten worden, insbesondere "Aussaat und erste Monate auf dem Fensterbrett".
#14
Geschrieben 28 Januar 2010 - 19:51
Ich habe mir auch Samen für rote VFF bestellt und möchte sie ab Anfang Februar bis April-Mai (Eisheiligen) 2011 im Terrarium aufziehen, bevor sie in den Moorkübel wandern.
Ich hoffe das klappt genauso gut wie bei dir :)
#16
Geschrieben 17 Februar 2010 - 13:54
also ich bin schon die ganze Zeit am mitlesen, und erstaunt wie schnell das ganze bei dir ging :startle: ...Eigentlich bin ich auch was neidisch...
Hoffen wir mal das du reichlich Samen bekommst :thumbsup:
MfG
Sascha
#17
Geschrieben 17 Februar 2010 - 16:13
So ganz allgemein habe ich bei meinen Pflanzen immer das Gefühl, dass sich bei aus Samen gezogene Pflanzen wachstumsmäßig im ersten Jahr nicht wirklich viel tut?! Kommt wahrscheinlich auf die Haltungsbedingungen an.....
#19
Geschrieben 31 März 2010 - 13:22
ich lese immer das durch Samen nicht die mutierten Eigenschaften weitervererbt werden. Aber das hier beweisst das Gegenteil.
Gruß
#20
Geschrieben 31 März 2010 - 14:03
Und grün des Lebens goldner Baum. J.W.G.

Hilfe




















