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Bestäubung von Byblis filifolia


Julia Rohlfing

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Julia Rohlfing

Hallo,

nachdem Dieter und Thomas Carow nun bestätigt haben, dass Byblis filifolia doch nicht selbststeril ist, sollte es mit der Bestäubung kein Problem mehr sein. Zudem besitze ich mittlweile sechs genetisch unterschiedliche Pflanzen in voller Blüte.

Mein Problem: die Staubbeutel scheinen den Pollen  nicht freizugeben. Die Pflanzen stehen draußen, so dass sie von einigen Insekten erreicht werden können. Trotzdem haben sie bisher keine Samen angesetzt.

Wer kann mir sagen, wie ich die Pflanzen dazu bringe, den Pollen freizugeben?

(und wer weiß, wann Dieter wieder da ist?!?)

Vielen Dank im Vorraus!

Julia

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Hi Julia,

vielleicht mit einer Stimmgabel? Das wäre dann "Buzz-Pollination", also quasi Bestäubung nur durch Tiere mit extrem schnellen Flügelschlag...

Viele Grüße

Jan

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Julia Rohlfing

Hallo Jan,

das hatte ich auch schon überlegt. Aber es funktioniert nicht. Oder ich mache es falsch. Wo muss ich die Stimmgabel denn hinhalten? Muss sie die Staubbeutel berühren?

Vielleicht benutze ich auch die falsche Tonhöhe ;) Es kann zumindest sein - meine Stimmgabel ist ganz klein (etwa 9 cm lang)...

Julia

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Julia Rohlfing

Hallo,

das habe ich ebenfalls schon versucht. Die frischen Staubbeutel geben dann eine gelbe Flüssigkeit ab. Von Pollen nichts zu sehen. Die älteren bestehen aus zwei ledrigen Hälften, in denen rein garnichts zu finden ist...

Ich verzweifle noch, wenn Dieter nicht bald wiederkommt. Bei ihm hat es doch reibungslos funktioniert. Hat er nicht irgendjemandem mal erzählt, wie er es hinbekommen hat?

Julia

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Guest Squamosa

ums kurz zu machen: Blüte seitlich packen, unter die Staubbeutel ein weisses Blatt papier halten und mittels schnellen klopfens auf die haltenden Finger die Blüte schütteln. eine zugegeben etwas grobe, aber wirkungsvolle Methode den Staubfeinen Pollen zu gewinnen. Die Blüte ist danach leicht beschädigt, der hellgelbe Pollen auf dem weissen Papier aber gut sichtbar und kann zum Bestäuben anderer Blüten genutzt werden. wudnert euch nur nicht über die geringen Ausbeuten an Samen, bei Selbstbestäubung sind kaum mehr als 2-6 samen pro Kapsel enthalten.

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Faust - Volker Becker

Hallo, ich hab mir die Frage auch schon gestellt, wie ich die Pflanze bestäubt bekomme, da ich so eine schöne Pflanze doch gerne selbst Züchten möchte.

Bei mir geben die Staubbeutel auch nicht von sich aus Pollen frei, auch nicht durch klopfen oder ähnliches.

Deswegen hab ich auch schon einiges versucht unter anderem das was Martin vorgeschlagen hat.

In den Staubbeuteln von neuen Blüten hab ich nachdem ich sie mit einem Skalpell der Länge nach aufgeschnitten hatte auch nur Flüssigkeit vorgefunden.

Heute hatte ich es noch mal versucht, mit einer Blüte die grade im begriff war zu verwelken.

Die Staubbeutel waren schon etwas kleiner aber nicht direkt vertrocknet, nachdem aufschneiden fand ich meines Erachtens nach ;), Pollen.

Ich hab die aufgeschnittenen Staubbeutel über einige Narben gezogen und hoffe das daraus was wird.

Falls ich hier Unsinn erzähle, sagt es mir Bitte ;)

Gruß Volker

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Julia Rohlfing

Hallo,

die Klopfmethode hat leider nicht funktioniert.

Das Aufschneiden der Pollen ist allerdings laut Dieter eine erfolgreiche Methode.

Ich habe es nun doch noch geschafft, meinen Fehler zu finden. Oder finden zu lassen, besser gesagt: die verwendete Stimmgabel war zu klein und damit die Frequenz zu hoch, also die Schwingung zu fein. Eine normale, große 440 Hz-Stimmgabel tut beste Dienste, wie auf dem Foto unten zu sehen ist. Einfach anschlagen und die Spitze an die Staubbeutel halten. Und auf einmal war der gelbe Staub da ;) - ich habe einen Salto gemacht und den Wintergarten zusammengeschrien ;). Meine Mutter hat mich für verrückt erklärt, als ich ihr ganz stolz ein Häufchen Gelb präsentierte...

Vielen, vielen Dank an Holger und Dieter! Ohne euch hätte  ich sicher nächstes Jahr wieder ohne diese tolle Pflanze auskommen müssen.

Julia

(Sorry für die schlechte Bildqualität und Tiefenschärfe, ich hatte keinen Nerv die ganze Makroapparatur für ein Foto aufzubauen.)

filifolia.jpg

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  • 10 months later...
Christian Dietz

Hallo,

Seit Samstag besitze ich nun auch eine B. filifolia. Natürlich möchte ich auch Samen gewinnen, um diese Art dauerhaft kultivieren zu können. Also habe ich versucht sie zu bestäuben, bzw. erstmal den Pollen zu gewinnen. Mit meiner Stimmgabel habe ich es nicht geschafft. Wahrscheinlich stimmt auch hier die Tonhöhe nicht. Es ist auch so eine kleine Stimmgabel wie Julia sie anscheinend zuerst verwendet hat. Auch von mir eingefangene Bienen haben mir nicht weitergeholfen. Dannach war ich erstmal ratlos. Als ich dann hier was von 440Hz gelesen habe hatte ich folgende Idee. Und zwar schwingt die "A-Saite" bei einer Gitarre auch ungefähr mit 440Hz. Ich habe als meine Gitarre genommen und bin damit ins Gewächshaus gelaufen. Dort angekommen habe ich die A-Saite angeschlagen und die Staubbeutel an die vibrierende Saite gehalten. Das Ergebnis war durchaus positiv. Die Blüten scheinen den Pollen freigegeben zu haben und ich habe versucht die Blüten zu bestäuben. Hoffentlich hat das funktioniert. Ich habe es heute nochmal versucht und wieder wurde der Pollen freigegeben. Eine Gitarre scheint als eine alternative zur Stimmgabel zu sein.

Wer mich jetzt für völlig verrückt hält, hat wohl zumindest ein wenig recht....

Christian

  • Gefällt mir 2
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Hallo Christian,

diesen Thread muss ich irgendwie übersehen haben (dürfte damals im verreist gewesen sein). Ich kann mich aber noch an Julias Anfrage per Mail erinnern...

Ich würde Deine Llösung weniger als verrückt, sondern eher als kreativ oder geschickt improvisiert bezeichnen. Auf die Idee soll man erst einmal kommen!

Vielleicht ist da doch etwas dran, dass die Pflanzen bei Musikberieselung besser wachsen  ;)

Spass beiseite, ich habe im Vorbeigehen mitbekommen, wie sich mehrere auf der JHV über Byblis-Bestäubung unterhalten haben (Julia, warst Du nicht mit dabei?). Da war ein Vorschlag gewesen, die Staubgefäße mit der Pinzette nach hinten zu biegen und zurückschnellen zu lassen.

Einen ähnlichen Effekt hatte ich letztes Jahr erreicht, indem ich die Pinzette schnell seitlich hin und her bewegt habe. Das klappte beim kleinen Klon (von Thomas Carow) recht gut.

Bei dem größeren Klon, den Du jetzt vermutlich erhalten hast, habe ich die Pflanzen bisher nicht erfolgreich bestäuben können (im Gegensatz zu Julia), allerdings auch nicht allzu viel ausprobiert. Eine Selbstbestäubung scheint mir bei dieser Form nicht möglich.

Den Bestand habe ich mir über Kopfstecklinge gesichert, die bald mit dem blühen beginnen dürften. Dann werde ich es wieder probieren.

Nach dem Bestäuben werden die Blütenblätter meist innerhalb von zwei Tagen abgeworfen. Leider ist das aber keine Garantie, dass auch Samen angesetzt werden.

Viel Erfolg

Dieter

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  • 4 years later...

Hey,

versuch doch mal die Blüte festzuhalten und mit einem Zahnstocher oder ähnlichem schnell über die Staubblätter zu streichen. Wenn diese dabei kräftig bewegt/geschüttelt werden fällt der Pollen normalerweise raus. Einfach und effektiv! Klappt übrigens bei allen Arten, auch B. gigantea.

Viele Grüße, Maik.

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Markus Welge

Es ist möglich, dass die Blüte den Pollen nicht direkt nach dem Öffnen freigibt, sondern erst etwas später.

Ich missbrauche für die Bestäubung immer eine Pinzette - das klappt wunderbar.

Einfach die Enden auf eine Tischkante schlagen und die Pinzette direkt an oder in die Blüte halten.

Viele Grüße

Markus

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  • 1 month later...

Hallo,

da ich keine Stimmgabel habe und mit der Pinzette immer die Blüten ziemlich ramponierte, probierte ich gerade eine weitere, sehr schonende Methode, um an den Byblis-Pollen zu kommen.

Zum Einsatz kam eine alte ausgediente Elektrozahnbürste, die ich im Betrieb aber ohne Aufsatz mit dem Metalldorn an die Blüten/Staubbeutel gehalten habe. Ich kann Euch sagen, das diese Methode wunderbar funktioniert. Der Vorteil ist, dass die Blüten diese Aktion unbeschadet überstehen.

Viele Grüße

Frank

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