Hallo Thomas! Nein! Die meisten Drosera-Hybriden sind eben NICHT steril (Jan Schlauer, pers.com., allerdings fallen mir beim Schreiben dieses Textes nur sterile Hybriden ein) (typisch für "junge" Pflanzenfamilien, siehe auch Orchideen), unsere einheimischen Arten und ihre Hybriden stellen hier eher die Ausnahme dar. Das liegt wohl auch daran, dass diese weniger untereinander verwandt sind, als beispielsweise D.capensis und D.aliciae (schlechtes Beispiel, die Kulturhybride aus diesen beiden ist nämlich auch steril ;-)). D.intermedia steht sehr viel basaler als D.rotundifolia, und D.anglica ist hybridogenen Ursprungs (und durch Polyploidisierung wieder fertil geworden). Dieses Phänomen kommt bei vielen Pflanzengattungen vor, dass sich bei sterilen Hybriden der Chromosomensatz spontan verdoppelt und die Pflanze (und ihre Nachkommen) somit wieder zu meiotischen Teilungen fähig sind, sprich fertile Samen bilden. So ist D.tokaiensis (=D.kansaiensis = D.spathulata 'Kansai') etwa aus einer Hybride aus D.rotundifolia und D.spathulata entstanden. Aber die Hybriden vieler Südafrikaner und Südamerikaner sind zum Beispiel sehr wohl fertil, was Artbeschreibungen nicht immer erleichtert. Auch D.filiformis var. filiformis X D.filiformis var. tracyi (= D.X 'Californica' bzw. D.X 'Californian Sunset' oder so ähnlich) ist fertil (was D.tracyi übrigens den Artrang gekostet hat ;-)). Ich würde die Samen auf jeden Fall aussähen, dann weißt du's garantiert ;-)! Andreas