Zum Inhalt springen

Nephentes Bicalcarata im FOCUS


Gast Somnambule

Empfohlene Beiträge

Gast Somnambule

Hallo Leute,

Ich sitze heut so in Bamberg beim Kreiswehrersatzamt (Musterung :'() und lese mir das Magazin FOCUS durch und stoße auf folgenden Artikel:

"Fleisch fressende Pflanzen locken ihre Opfer mit Aquaplaning  in die Falle. Bisher nahmen Forscher an, dass Insekten auf den glitschigen Wachskristallschichten an der Innenwand der gefräßigen Gewächse ausrutschen. Doch Biologen der Universität Würzburg stellten fest, dass FLeisch fressende Riesenkannenpflanzen der Gattung Nephentes einen ganz anderen Jagdmechanismus verwenden. Wenn es regnet, befeuchtet sich der Rand der Kannenpflanze. Ameisen und andere Insekten finden ebenso wenig Halt wie ein Reifen auf einer wasserüberfluteten Asphaltstrasse: Hilflos schlittern sie in das Innere des kannenförmigen Kelches. Dort zersetzen Verdauungssäfte das Opfer innerhalb von fünf Minuten"

Stimmt das wirklich, das mit dem Aquaplaning und geht das mit der Verdauung wirklich so schnell. Ich dachte das dauert 1-2 Tage.

mfg

Matthias Klum

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Andreas Fleischmann

Hallo!

Ich würde nicht immer alles so glauben, wie es in "populärwissenschaftlichen" Zeitschriften steht, hier wird oft falsch zitiert (auch wenn die Ergebnisse der Würzburger Wissenschaftler richtig sein mögen).

Auf dem KannenRAND vieler Nepenthes-Arten wirkt tatsächlich dieser "Rutscheffekt bei Nässe", die feinen Rippen des Peristoms vieler Arten halten Wasser kapillar fest und es entsteht eine nasse "Rutschpiste". Dieser "Aquaplaning-Effekt" ist jedoch schon seit langem bekannt, etwa schon so lange, wie Nepenthes auch kultiviert werden (also doch schon 200 Jahre!).

Trotzdem spielen auch noch die kutikulären Wachse noch eine große Rolle, diese Wachsplättchen befinden im oberen Innenteil der Kanne! (Dort kann man bei vielen Arten die trüb-weiße Schicht aus feinen Wachsplättchen sehen, die sich sofort von der Kannenwand lösen und an den Insektenbeinen haften, die Beute verliert so jeglichen Halt, selbst Insekten mit Haftklauen an den Tarsen - wie etwa Fliegen - fallen so in die Kannenflüssigkeit. Denn viele Insekten, die vom Kannenrand abrutschen, berühren im Fall noch die Kannenwand, und veruchen natürlich, sich dort festzuhalten. Klappt aber nicht, wenn die Wand bröckelt! Genial, oder? ;-)

Die Verdauung geht natürlich nicht so schnell, je nach Beutegröße sind es mehrere Stunden bis Tage. Hier wurde schon wieder falsch zitiert: Die Beute ist nach etwa  5 Minuten TOT, da die Kannenflüssigkeit keinerlei Oberflächenspannung aufweißt und den Insektenkörper schnell benetzt. Die Beute geht unter, die Flüssigkeit dringt auch in die Atemöffnungen der Beute ein, so dass diese letztendlich ertrinkt.

Bei N.bicalcarata wirkt übrigens noch ein spezieller Trick: Insekten, die sich auf dem Deckel niederlassen, und auf den beiden "Fangzähnen" des Peristoms herumspazieren, fallen, sofern sie abrutschen, direkt in die darunterliegende Kannenflüssikeit.

Alles Gute,

Andreas

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Deine Meinung

Du kannst jetzt schreiben und Dich später registrieren. Wenn Du ein Benutzerkonto hast, melde Dich bitte an, um mit Deinem Konto zu schreiben.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung wiederherstellen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.

×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf Deinem Gerät platziert. Das hilft uns diese Webseite zu verbessern. Du kannst die Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Du damit einverstanden bist, weiterzumachen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.