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Welche Überwinterungstemperatur im Gewächshaus?


Denis Barthel

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Denis Barthel

Hallo allerseits,

ich bin gerade bei der Er- und Einrichtung eines Gewächshauses und mache mir daher naturgemäß Gedanken über den kommenden Winter. Momentan frage mich, welche Mindesttemperatur zur Überwinterung meiner Pflanzen das wohl beste "Preis-Leistungs-Verhältnis" hat, schliesslich kostet jedes Grad zusätzlich Energie und Geld.

Zur Disposition stehen für mich 5° C, 8° C oder 10° C für eine Sammlung mit den Schwerpunkten Byblis, Drosera (v.a. Knollen, Zwerge) und Genlisea (werden mit Kabel zusätzlich geheizt), aber auch ein paar Pings, Utris sowie Cephalotus, Dionaea, temp. Aldrovanda und Drosophyllum.

Es wäre schön, Tips von erfahreneren Gewächshäuslern zu bekommen, das Haus (14m²) hat 6mm Stegdoppelplatten und Iso-Noppenfolie sowie eine 2K-Umluftheizung.

Bester Gruss,

Denis

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Christian Ritter

Hallo,

Ich halte mein Gewächshaus im Winter auf 5°C und bist jetzt haben es die Pflanzen überlebt :)

Viel wärmer würde sich bei 6mm eh kaum lohnen da sonst die Stomrechnung explodiert.

Grüsse

Christian

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Christian Dietz

Hallo,

Die meisten Byblis dürften selbst bei 10°C nicht überleben. Welche anderen Drosera (ausser Zwergdrosera und Knollendrosera) willst du denn noch darin überwintern? Ich selbst "überwintere" viele südafrikanische Drosera in einem auf 5°C bis 7°C geheizten Gewächshaus (10m^2, 16mm Doppelstegplatten und Noppenfolie). Meine Knollendrosera und Zwergdrosera stehen dort auch drin, werden aber noch zusätzlich beleuchtet. Genliseen überwintere ich allerdings in einem Terrarium im Haus, da ich befürchte, daß es denen im Gewächshaus zu kalt wird. Cephalotus, Dionaea und Drosophyllum kann man gut bei 5°C überwintern.

Christian

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Denis Barthel

Hallo Christian und Christian, danke für eure Antworten. Also die Genliseen bleiben dann besser zuhaus (nehmen ja nur wenig Platz ein) und die Byblis würde ich dann in einem zusätzlich beheizten und beleuchteten Terrarium im Gewächshaus überwintern.

Die weiteren Pflanzen, die ich kultiviere, finden sich in meiner Bestandsliste, siehe bitte den Link in meiner Signatur.

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Guest Stefan Sengpiel

Hallo zusammen,

ich kann sicher nicht "wie ein Erwachsener" mitreden, weil ich (1.) in Südfrankreich lebe, wo es wärmer und heller ist (es aber durchaus im Winter auch kurzzeitig Frost bis -10 Grad gibt), (2.) primär ein Moorbeet pflege, aus dem lediglich einige Karnivoren im Gewächshaus überwintern und (3.) ich langjährige Erfahrung in GW-Überwinterung nicht mit Karnivoren, sondern mit Zitrusbäumen und anderen frostempfindlichen Pflanzen habe.

Ich weiss nicht, ob das auch für tropische Karnivoren gilt, aber: Regelmässig darf man nicht einfach nur die Temperatur erhöhen, sondern wenn - dann muss man auch die Lichtintensität erhöhen, also zusätzlich beleuchten. Und dann ist man mit einem tropischen Terrarium in beheizten Wohnräumen erheblich preiswerter bedient. Und: Alle Arten von Noppenfolie schlucken gehörig Licht ! (Messt das einmal mit dem Belichtungsmesser Eurer Kamera nach.) Meine Zitrusbäume leiden schwer, wenn es im GW zu warm (deutlich über 7 Grad) wird - dann reicht das Licht im Winter nicht mehr.

Ohne Zusatzbeheizung wird es zumindest nachts auch im GW so kalt, dass eine Unterbringung im GW für Karnivoren kaum mehr sinnvoll ist. Solche Fleischies, die sich im unbeheizten GW wohl fühlen würden, überwintern zumeist besser im Freien.

Ich meine, dass für alle anderen Karnicoren gilt: Ab +7 Grad sollte die Temperatur durch eine Zusatzbeheizung abgefangen werden und keinesfalls unter 5 Grad sinken. Damit hat man dann die grosse Masse aller Karnivoren versorgt. Man sollte nicht unterschätzen, wie stark das GW dennoch an sonnigen, selbst kalten Tagen durch die Sonne (wenn sie denn scheint) aufgeheizt wird - insbesondere im Frühjahr, wenn das Wetter anzieht.

Ich würde mich deshalb voll der Meinung von Christian anschliessen wollen und deshalb ab ca. 7 Grad einen präzisen Frostwächter eingreifen lassen (wobei das selbst bei präziser Messung alles nicht so einfach ist, da einige Zeit vergehen kann, bis man stabile Temperaturen erreicht hat). Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass man mit Temperaturen von min. 5, 8 oder 10 Grad sich deutlich unterscheidendende Bedingungen schafft. Ich finde, es hat seinen guten Grund, warum immer von "5 bis 10 Grad" gesprochen wird. Für alle anderen Fleischis, denen diese Temperaturen zu gering sind, würde ich ein Terra im GW oder in beheizten Räumen (mit Zusatzheizung, Zusatzbeleuchtung, Nebler/Sprüher) bauen.

Beste Grüsse

Stefan

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  • 9 months later...
Tobias Kulig

Hallo,

ich hatte neulich eine Idee: Kann man ein GW nicht kostenfrei mit Solarzellen heizen? Ich versteh zwar nichts von dieser Technik, aber es müßte doch zu machen sein! Hat da jemand ne Ahnung von dieser Technik? Was braucht man alles dazu (Solarzellen, Umwandler, Speicher, ect.)? Und vor allem, was kostet so ne kleine Anlage für ca. 4-5 m/2?

Wenn es realisierbar ist, könnte man ja im Sommer mit ner Klimaanlage sogar kühlen....

Gruß

Tobias

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Denis Barthel
Kann man ein GW nicht kostenfrei mit Solarzellen heizen? Ich versteh zwar nichts von dieser Technik, aber es müßte doch zu machen sein! Hat da jemand ne Ahnung von dieser Technik? Was braucht man alles dazu (Solarzellen, Umwandler, Speicher, ect.)? Und vor allem, was kostet so ne kleine Anlage für ca. 4-5 m/2?

Wenn es realisierbar ist, könnte man ja im Sommer mit ner Klimaanlage sogar kühlen....

Angesichts der fürs GW benötigten Energiemenge, dem mageren Licht im Winter und den gelegentlich doch deftig tiefen Temperaturen hier, ist das wohl höchstens zusätzlich sinnvoll, wobei die Frage ist, ob sich das auch rechnet.

Im übrigen: anders als bei einem Wohnhaus mit seinem geschlossenen Dach, kann man die Anlage ja hier nicht aufs Dach bauen, da sie dann das Sonnenlicht klaut. Man muß zwar gelegentlich schattieren, aber soviel doch nicht :).

Allerdings gibt es sehr simple Lösungen, die die meisten dieser Probleme umgehen und ähnlich effizient zumindest kostensenkend wirken können, nämlich die Beta Solar Wärmespeicher (Beispiel: http://www.schwab.de/shop/beta_solar_waermespeicher.asp). Sie setzen allerdings ein bis zum Boden freistehendes Gewächshaus voraus, kosten aber auch bloss ein paar Euro.

Gruß,

Denis

Edited by Guest
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Guest Stefan Sengpiel

Bei allem, was mit Wärme zu tun hat, nimmt man nicht den Umweg über die teuren und wirkungsgradschwachen Photovoltaikmodule (die mir bekannten Heizungen und Klimageräte benötigen mehrere tausen Watt Leistung), sondern man wärmt direkt (Solarthermie). Aber auch da kommen Preise von einigen tausend Euro heraus - ich installiere jetzt eine Anlage, die im Januar 25 % der Heizwärme liefert (in Südfrankreich !): 15 m² Kollektorfläche für 13.000 €. Wäre absolut nicht lohnend, wenn nicht das ganze Jahr über Heisswasser produziert und zusätzlich der Pool geheizt würde. Mit einem Wort: Zu teuer für das Gewächshaus. Photovoltaik (nochmals erheblich teurer als Solarthermie) rechnet sich nur, wenn man den erzeugten Strom zu garantierten Preisen ins öffentlich Netz einspeist.

Beste Grüsse

Stefan

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Denis Barthel

Ein wenig OT: das einzige Mal, das ich Solarzellen eingesetzt habe, war in Terrarien am Südfenster, da hab ich an kleine (vielleicht handtellergroße) Solarzellen nicht minder kleine Ventilatoren gehängt, die je nach Sonneneinstrahlung für etwas Luftumwälzung darin sorgten.

Denis

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