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Frage zu Einsteiger-Zwergdroseras


Jan

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Hallo!

Ich würde mich zur Brutschuppensaison gerne auchmal an Zwergdroseras versuchen und habe eine Frage bezüglich der geeigneten Einsteigerpflanze.

In den FAQs stand folgendes:

"Wie bei allen Gruppen gibt es auch hier Unterschiede in der Schwierigkeit in der Haltung. Wer zum ersten Mal Pygmaedrosera kultivieren will, dem seien die Arten D. pulchella, D. roseana, D. dichrosepala, D. enodes, D. mannii, D. paleacea, D. ericksoniae, der D. nitidula-Komplex, und die Hybriden ans Herz gelegt. Etwas schwieriger sind D. scorpioides, D. pygmaea, D. occidentalis ssp, D. callistos, D. spilos, D. barbigera, D. microscapa, D. stelliflora und D. sewelliae. Eher für Fortgeschrittene sind D. sargentii, D. lasiantha, D. androsacea, D. helodes, D. closterostigma, D. oreopodion, D. platystigma und D. pygnoblasta. Während man D. pulchella auf der Fensterbank halten kann, erfordern die letztgenannten Arten doch einiges an Fingerspitzengefühl um sie erfolgreich längere Zeit zu kultivieren. Da sie darüber hinaus schwer zu bekommen sind, sollte man sie erst erwerben wenn man die Kultur der einfacheren Arten im Griff hat."

Soweit ich es verstanden habe, sind Zwergdroseras u.A. keine Anfängerpflanzen, da der Boden nie zu nass bzw. zu trocken sein darf, besonders während der Sommertrockenruhe.

Unter http://webplaza.pt.lu/luxc/Dormancy%20Requierements%20trilanguage.htm habe ich folgendes gelesen:

"Zwergsonnentau-Arten die das ganze Jahr durch auf nassem Substrat wachsen

Dr. occidentalis subsp. occidentalis

Dr. occidentalis var. microscapa

Dr. occidentalis subsp. australis

Dr. pygmaea"

Demnach verstehe ich nicht, warum d.roseana einfacher zu kultivieren ist als d.occidentalis, bzw. d.pygmaea.

Zu pygmaea würde ich zusätzlich schließen, dass sie sich am besten anpassen kann, da sie in Australien am weitetsten verbreitet ist (im Vergleich zu anderen Zwergdroseras).

Wäre für eine Erklärung dankbar.

In den FAQ stand auch "Viele Arten können dauerfeucht kultiviert werden". Zählen laut euren Kulturerfahrungen alle im FAQ erstgenanten Zwergdroseras dazu?

Danke schonmal im Vorraus,

Jan

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Christian Rudat

Hallo Jan,

Unter http://webplaza.pt.lu/luxc/Dormancy%20Requierements%20trilanguage.htm habe ich folgendes gelesen:

"Zwergsonnentau-Arten die das ganze Jahr durch auf nassem Substrat wachsen

Dr. occidentalis subsp. occidentalis

Dr. occidentalis var. microscapa

Dr. occidentalis subsp. australis

Dr. pygmaea"

bei drosera pygmaea entspricht das den natürlichen Bedingungen. Drosera occidentalis legt jedoch im Habitat eine kurze Ruhepause während der Trockenzeit im November/Dezember (Südhalbkugel) ein und bildet in der Zeit auch die typische Knospe aus (unter anderem nachzulesen bei Allen Lowrie). Da diese Art jedoch eine der etwas robusteren und den Zwergen ist, kann es gut sein, dass es sie auch feuchtere Bedingungen im Sommer verträgt, das habe ich jedoch noch nicht ausprobiert.

Womit wir beim nächsten Punkt wären:

Demnach verstehe ich nicht, warum d.roseana einfacher zu kultivieren ist als d.occidentalis, bzw. d.pygmaea.
Natürlich gibt es Arten, die in Kultur schwerer sind als andere, weil sie empfindlicher auf Schwankungen in den Kulturbedingungen reagieren, anfälliger für Krankheiten sind, einen geringeren Toleranzbereich für die Temperatur haben, usw. und so fort...

Warum ist z.B. nepenthes villosa so viel anspruchsvoller als nepenthes sibuyanensis, sind doch beide Hochland-nepenthes, die im gleichen Substrat wachsen, etc.

Warum vermehrt sich drosera ramentacea nicht auch wie Unkraut, so wie drosera capensis, obwohl sie doch beide in Südafrika wachsen und unter gleichen Bedingungen gehalten werden können?

Daß man drosera pygmaea im Sommer feuchter halten kann ist nicht gleichbedeutend damit, dass sie auch viel einfacher zu halten ist als andere Arten.

Generell hast Du aber Recht, ich würde Zwergsonnentaue auch nicht gerade als Einsteigerpflanzen bezeichnen.

Viele Grüße,

Christian

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Matthias Bruhn

Und ich würde dir auf jeden Fall D.roseana zum Anfang vorschlagen.Sie hat bei mir Temperaturen von 5-50 °C mit durchgemacht und ich habe sie immer im Anstau stehen gehabt.

Jetzt bildet sie BS und die Blätter welken. :cry:

Naja,danach hat man einen Haufen BS und kann diese wieder aussähen,dann hat man nächstes Jaht noch mehr.

Matthias

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Guest -Mitgliedschaft geändert-

Hi,

in Kultur ist eine wirklich trockene Ruhephase für Zwerdroserae nicht zwingend, soweit ich das bisher verstanden habe. Also ich schicke keine meiner 'Zwerge' in eine trockene Ruhezeit - es sei denn unbeabsichtigt wie diesen Sommer bei D. sargentii! :-( Da half auch kein tüchtiges Nachwässern mehr! Zum Glück habe ich die Vorjahrespopulation noch!

Die "Large"- oder "Giant"-Form von Drosera scorpioides könnte man als Anfänger neben den in den FAQ´s auch noch versuchen. D. callistos halte ich nicht für schwieriger als D. pulchella oder D. roseana.

Ich würde aber Zwergdroserae nicht permanent im Anstau halten. Ich mache es sogar so, dass ich deren Substrat erst bis zur mäßigen Feuchte abtrocknen lasse, bevor ich nachwässere.

Viel Erfolg!

Andreas

Äh...50°C müssen deine Zwergdroserae aushalten, Matthias ...boah...na ja, wenn die Sonne zwischen Juni und August ins Gewächshaus knallt! Kriegst du da keinen Hitzschlag?

Edited by Guest
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Matthias Bruhn

Wenn ja,würde ich das hier nicht schreiben...

Gegen die Hitze kann ich einfach nix machen.

Merkwürdig,dass die roseana da noch dickere Klebetropfen geriegt hat als sonst.Scheint ihr nicht geschadet zu haben.

Und sie war knallrot.

Matthias

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Marcus Vieweg

Hi zusammen,

also für mich sind die klassischen Einsteiger-Zwerge Dr. nitidula x occidentalis, pulchella, scorpioides und paleacea ssp. roseana!

Von den meisten anderen würde ich abraten! Gerade mit Drosera callistos habe ich auch schon recht schlechte Erfahrungen machen müssen!

@Andreas: Bei den einfacheren Arten ist sicher keine Sommerruhe notwendig, aber Arten wie Dr. pycnoblasta, platystigma und z.B. leucoblasta nehmen ein Jahr ohne Sommerruhe doch zum teil sehr übel! Sie bilden dann keine Brutschuppen oder sterben ganz ab. Ich spreche da zum teil aus leidlicher Erfahrung!!!

Das Problem ist aber auch das richtige Mittelmaß im Sommer zu finden! Ich suche bis heute danach und hab auch noch regelmäßig ne ganze Menge Schwund.

MfG Marcus

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Guest -Mitgliedschaft geändert-

Hallo,

das heißt, diese Arten hältst du während der Sommermonate knochentrocken? Oder gießt sie nur sehr rudimentär? Die von dir genannten - D. platystigma, leucoblasta usw. - kenn´ ich nur vom Namen her. :oops: Viele ähneln sich vom Habitus her, weshalb ich nicht gerade scharf darauf bin, alle "Zwerge" zu kultivieren. Dass es mit D. callistos Probleme gibt, wundert mich, ehrlich gesagt. Die dieser Art sehr ähnliche D. echinoblastus habe ich als etwas "zickig" in Erinnerung! Die ist mir dann auch "hopps" gegangen, ohne mir vorher Brutknospen zu spendieren! :-(

D. citrina will ich unebdingt haben! Eine gelb blühende Zwergdrosera - äh, die ist doch eine "Zwerg-Drosera" ? - muss ich haben! ;-)

See you,

Andreas

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Marcus Vieweg

Hallo Andreas,

nein die Zwerge halte ich natürlich nicht knochentrocken! Ich gieße sie meist 1 x wöchentlich, indem ich sie ins Wasser stelle und dann abtropfen lasse. Aber so die richtige Technik ist gar nicht so leicht zu finden. Das Gespür wann es soweit ist, wieder zu gießen, fehlt mir eben auch noch etwas!

Ich würde mich freuen wenn jemand anders dazu etwas sagen würde!

Drosera callistos hab ich mittlerweile ganz gut im Griff, war bei mir am Anfang aber doch schon recht problematisch, wie Dr. echinoblastus auch! Naja mit der Zeit kommt da noch mehr Erfahrung rein!

MfG Marcus

PS: Ich bin auch schon eine ganze Weile auf der Suche nach Dr. citrina hab aber bis jetzt auch noch kein Glück gehabt!

(Siehe Gesuche!) Naja kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat ;-)

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Vielen dank für die Erklärungen, Tipps und Erfahrungsberichte! Ich habe mich jetzt für eine d.roseana entschieden und mir schon Brutschuppen bestellt.

Gruß,

Jan

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Christian Dietz

Hallo,

Ich halte alle meine Zwergdrosera im Sommer wesentlich trockener (ich giesse die kaum noch), als in der restlichen Jahreszeit. Bei einigen Arten, wie z.B. D. androsacea, D. leucoblastus oder D.echinoblastus (D. citrina gehört wohl auch in diese Kategorie und ist deshalb wohl auch nicht ganz so einfach zu kultivieren, wie ich mir habe sagen lassen. Da fehlt mir aber noch die Erfahrung) halte ich das für absolut notwendig. Das macht die Kultur dieser Arten schwerer. Werden sie im Sommer zu feucht gehalten, sterben sie oftmals einfach ab. Diese Pflanzen ziehen während der heissen Sommertage bis auf die Stipulen ein. Ich giesse erst wieder mehr, wenn sie wieder austreiben. Auch die einfacheren Arten machen das problemlos mit.

Als Einstiegspflanzen würde ich zu D. roseana, nitidula, occidentalis, pulchella sowie zu den gewöhnlichen Hybriden dieser Arten raten. Die Pflanzen sind wirklich sehr einfach zu kultivieren und sehen zudem noch gut aus. D. nitidula x occidentalis ist immer noch eine meiner liebsten Zwergdrosera. Die Blüte ist zwar überhaupt nicht vergleichbar mit der von vielen anderen, dafür gefällt mir die Pflanze an sich aber. Hier mal ein Bild.

nitidula_x_occidentalis_DROS110_005.jpg

Gruß,

Christian

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Andreas Fleischmann

Hallo!

Nachdem ja fast alle Fragen zu diesem Thema schon geklärt worden sind (D.miniata, D.rechingeri, D. spilos und D. walyunga sollten im Sommer auch trockener gehalten werden, diese Arten sterben bei mir im Sommer auch bis auf die von Nebenblättern geschützte Knospe ("stipule bud") ab, genau wie die schon erwähnten D. androsacea, D.echinoblastus, D.hyperostigma, D.leucoblastus und D.pygnoblasta. Dagegen finde ich D. platistigma nicht schwieriger in der Kultur als ihre Schwester D. pulchella, nur macht Erstere bei mir nicht jedes Jahr Gemmae.), nehme ich mir mal die Freiheit, zwei nebenbei gestellte Anmerkungen zu kommentieren (off topic) ;-)

Zu pygmaea würde ich zusätzlich schließen, dass sie sich am besten anpassen kann, da sie in Australien am weitetsten verbreitet ist (im Vergleich zu anderen Zwergdroseras).

Es stimmt, D. pygmaea ist sehr einfach in Kultur. Die leichte oder schwierige Kultivierbarkeit von Pflanzen hat aber ganz generell überhaupt nichts mit ihrer natürlichen Verbreitung zu tun! So sind D. glanduligera und D. indica z.B. die häufigsten (und am weitesten verbreiteten) Drosera-Arten West-Australiens (nicht D. spatulata ;-)), und wie viele Karnivorenfreunde kultivieren beide Arten erfolgreich? D. trinervia (und nicht D. capensis!) ist die häufigste Drosera Südafrikas, Utricularia striatula die häufigste Utricularia-Art So-Asiens, Nepenthes mirabilis die am weitesten verbreitete Nepenthes-Art. Alles keine leichten Arten in Kultur, alle durchaus nicht anpassungsfähig, sondern immer auf ein ganz bestimmtes Habitat angewiesen (nur die geeigneten Habitate sind anscheinend weit verbreitet ;-)).

Warum vermehrt sich Drosera ramentacea nicht auch wie Unkraut, so wie Drosera capensis, obwohl sie doch beide in Südafrika wachsen und unter gleichen Bedingungen gehalten werden können?

Weil D. ramentacea wohl eine recht seltene Naturhybride ist! ;-) Aber die Eltern D. hilaris und D. glabripes sind in Südafrika auch durchaus häufiger als D. capensis, aber in Kultur nicht so einfach wie diese! Das liegt wohl daran, dass D. capensis in Kultur anpassungsfähiger ist (hat NICHTS mit der Konkurrenzfähigeit/ Adaptivität am natürlichen Standort zu tun!) als die beiden anderen, die ganz spezielle Nischen beanspruchen. Und als Hochlandarten kommen D. ramentacea und Co. bei uns im Sommer mit warmen Temperaturen (gerade im Wurzelbereich) nur schlecht zurecht (ich würde empfehlen, D. ramentacea daher auf keinen Fall unter gleichen Bedingungen halten wie die anpassungsfähige D. capensis!), zudem blühen D. ramentacea, D.hilaris und D. glabripes seltener, haben weniger Blüten und produzieren weniger Samen (Kreuzbestäubung förderlich?) als D. capensis. Daher kein Unkraut in Kultur...

Alles Gute,

Andreas

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