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Reine Arten aus Hybriden wieder rauszüchten?


Oliver Groß

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Hallo,

mal eine rein theoretische Frage:

Wäre es möglich, aus Hybriden wieder die reinen Arten rauszuzüchten?

Z.b. Dr. capensis x intermedia. Und später hat man dann entweder wieder eine capensis oder eine intermedia.

Ich weiß, ist vielleicht Schwachsinn. ;-)

Ciao Oliver

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Christian Rudat

Hallo,

da Du bei der Bestäubung wohl kaum die Gene bestimmen kannst, die in der neuen Pflanze landen, wird das so gut wie unmöglich sein. (Kannst es ja aber trotzdem mal mit gutem Zureden probieren.) Ich bin mir nicht mal sicher, ob überhaupt die minimale theoretische Möglichkeit besteht. Das müssen Dir die Biologen hier beantworten.

Gruß,

Christian

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Alexander Fisch

Hallo

Ich könnte mir vorstellen das es durch Selektion möglich ist aber es würde ewig dauern.

Grüße Alexander

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Dachte ich mir schon.

War ja auch nur so ein Gedanke, bei dem ich nicht vorhatte ihn in die Praxis umzusetzen.

Meine Idee wäre halt gewesen, solange zb. mit Dr. intermedia zu bestäuben, bis ich die Gene der capensis aus dem Erbgut entfernt hätte.

Ciao Oliver

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Und später hat man dann entweder wieder eine capensis oder eine intermedia [...] Meine Idee wäre halt gewesen, solange zb. mit Dr. intermedia zu bestäuben
Hallo Oliver,

ich hatte angenommen dass du ausschließlich:!: Hybriden verwenden willst... Denn wenn du eine reine Art zur Hand hast stellt sich das Problem doch gar nicht.:roll: Verschenke einfach die Hybride und vermehre die reine Art. q.e.d :-D

Gruß,

Jochen

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Wie ich schon geschrieben habe, war es nur ein Gedankengang ohne praktische Anwendung.

Ich wollte nur wissen, ob es überhaupt möglich ist, so die andere Art aus dem Erbgut zu entfernen.

Klar kann ich einfach die reine Art vermehren. Was ich dann auch in der Praxis machen würde. :lol:

Ciao Oliver

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Hi,

theoretisch: ja, praktisch: nein.

Der Kniff liegt darin, dass bei der Meiose (`Keimzellenbildung´), anders als bei der Mitose (`ordinäre Zellteilung´), die Chromosomen nach einem Zufallsprinzip auf die Tochterzellen verteilt werden.

Bei der Mitose landet jeweils ein Ein-Chromatid-Chromosom von Mama und eines von Papa in der Tochterzelle. Es entstehen also (theoretisch) genetisch identische Zellen. Bei der Meiose werden, in der ersten Reifeteilung, die homologen 2-Chromatid-Chromosomen zufällig auf die erste Generation Tochterzellen verteilt. Darin liegt ja der Sinn der Meiose, sie ermöglicht die Rekombination der Gene unterschiedlichen Ursprungs (+ die gute Gelegenheit etwas an den Chromosomen zu `basteln´, etwa durch crossing-over) und hinzu kommt bei der Befruchtung ein ähnlich wilder Mix vom Partner.

Es müssten also an zwei Pflanzen zufällig Keimzellen entstehen, die jeweils ausschließlich das Genmaterial einer der beiden Ursprungsarten und zwar der selben Ursprungsart, enthalten. Ein crossing-over oder andere Veränderungen dürften auch nicht stattfinden. Diese Keimzellen müssten dann verschmelzen und letztendlich eine erwachsene Pflanze hervorbringen, die dann ausschließlich das Genmaterial einer der Ursprungsarten besitzt.

Ich bin in Wahrscheinlichkeitsrechnung kein Ass, aber ich würde vermuten, die Chancen stehen schlecht. Solche Rückkreuzungen soll es ja z.B. bei einigen Tierarten (Auerochse, ?-Pferd) gegeben haben, aber ich bezweifle die genetische Gleichheit zwischen Ursprungsart und Rückkreuzung doch stark. Ich halte das eher für Hybriden, die er Ursprungsart zum Verwechseln ähnlich sehen.

(Sorry, da ging es wieder mit mir durch, Berufskrankheit.:-D)

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Hallo Thorsten,

habe mal von dem Versuch gehört, wo man versucht hat, Orchideen wieder zurückzuzüchten. Daher war meine Überlegung, ob es auch bei Carnivoren klappen könnte.

Ich weiß natürlich nicht, ob es jemals geklappt hat bei den Orchideen. Aber nach deiner ausführlichen (ausführlich in meinem Verständniss ;-) ), Erklärung wird es dort auch nicht geklappt haben.

Trotzdem danke...

Ciao Oliver

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Hallo zusammen,

theoretisch gibt es bei der Kreuzung von Arten ja noch den alten Mendel, der besagt, dass in der F2-Generation bei Reinerbigkeit wieder die Merkmale der Elterngeneration auftretet - leider nicht bei den Karnivoren. Bei Drosera-Hybriden wird z.B. regelmäßig Sterilität der F1-Generation festgestellt. Bei Nepenthes gibt es diese Schranke nicht, durch die Verschiedenerbigkeit ist das Auftreten eines "Elterntyps" selten. Ich selbst habe bei Rückkreuzungen bisher keine einzige Pflanze mit den typischen Elternmerkmalen gehabt. Umso wichtiger ist es bei zweihäusigen Pflanze (Nepenthes), Pollen zu tauschen.

Johannes

Ich habe den doppelten Beitrag entfernt, Christian D.

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Hallo

Nur eine Ergänzung zu Torstens Beitrag. Das Pferd heisst Przewalski Pferd. Ich meine mich zu erinnern dass es nicht funktioniert hat. Die Tiere sahen wohl so aus wie reinrassige aber genetisch war wohl noch etwas Hauspferd mit drin.

Ich hätte gedacht dass es bei Pflanzen aufgrund der Chromosomenanzahl(je kleiner desto weniger Chromosomen?? ) eher funktioniert.Wieder was gelernt.

Gruß Marc

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Hallo,

also, bei den Przewalskipferden ist das völlig anders. Ich betreue ein Projekt, das sich mit der Haltung dieser Tiere befasst (unter www.erlangen-hoechstadt.de Stichwort Przewalskipferde oder www.wildpferde-tennenlohe.de). Es gibt 2 Linien: B-Linie, da wurden Hauspferde mit eingekreuzt, A-Linie reinrasssige (-erbige!) Urwildpferde. Nur die A-Linie wird ausgewildert. Sind Pflenzenfresser, keine Fleischis ;-)

Sicher, die Sterilität bei Pflanzen hat mit der Anzahl der Chromosomen zu tun.

Überigens, unter www.erlangen-hoechstadt.de findet ihr auch ein Projekt, das sic mit Fleischisch u.a. befasst! U.bremii schon mal gesehen?

Gruß

Johannes

721_thumb.jpg

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Hallo Johannes,

bitte nicht als Zweifel an Deiner Aussage verstehen. Ich bin etwas irritiert. Galt denn das Przewalskipferd nicht als ausgestorben? Ich bin der festen Überzeugung das gelesen zu haben. Handelt es sich hier um eine Fehlinformation?

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Nun ja, das Przewalskipferd galt ab den 60ern in freier Wildbahn als ausgestorben, in den Zoos hat es seit 1885 überlebt. Heute wildert man wieder aus. U.a. der Zoo München und der Zoo Nürnberg, in Kasachstan und der Wüste Gobi. Ich hab das auch nicht als Zweifel angesehen, die B-Linie ist ja eindeutig mit Hauspferden zurückgekreuzt!

In der Mongolei gibt es das sog. Thaki-Projekt (für Wildpferd), da werden Przewalski mit Sendern ausgestattet. In Suchmaschinen findest du den Namen. Gibt's dort Pingis oder fressen die die Pferde :lol:?

Gruß

Johannes

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Ach ja, was ich vergessen habe: in unserem Wildpferdegehege gibt es Drosera rotundifolia und Utricularia australis. Die profitieren natürlich von der jetzt offenen Landschaft!:-)

Salü JM

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Hallo,

@Johannes Marabini

Ich wusste gar nicht, dass es bei mir (uns) um die Ecke so etwas gibt?!

Grüße aus Erlangen!

mfg Björn

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Hallo Johannes,

danke für die Info. Die Tierchen konnten also durch die Zoos bewahrt werden, wieder was gelernt.

Es freut mich zu hören, dass Ihr solche Erfolge mit Eurem Projekt habt. Ich hoffe es geht weiter so. Mach doch im Sommer mal ein paar Aufnahmen von den Fleischis im natürlichen Habitat.

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