Guest christian73 Posted October 22, 2006 Posted October 22, 2006 Hallo In der Fachliteratur wird stehts auf die Sonnenhungrigkeit von Drosera im allgemeinen hingewiesen. Ein sehr sonniger Standort sei nötig damit die Pflanze gut wächst. Meine Beobachtungen in der Natur zeigen mir aber das gerade die heimischen Drosera-Arten durchwegs auch an schattigen Stellen gedeihen. Dies sogar sehr häufig. Ich habe im Forumbereich Fotos unter dem Titel "Hochmoor im schweizer Jura" ein paar Fotos reingestellt die ich letzte Woche gemacht habe. Hier gedeiht D. rotundifolia im Schatten unter Bäumen und versteckt an Schattenstandorten unter Besenheide und Gräsern. Man muss genau hinschauen und oft findet man die Pflanzen nur, weil der Blütenstand sie verrät. Zuhause kultiviere ich Drosera rotundifolia und D.intermedia an einem Nordostfenster wo die Pfanzen erst ab 16.00h direkte Sonne bekommen und sogar hier bevorzugen sie den Schutz einer Glockenheide obwohl die Hälfte des Blumenkastens frei wäre.
Guest Daniel Dietz Posted October 22, 2006 Posted October 22, 2006 Kurze Frage: Wie meinst du das, sie bevorzugt den Schatten einer Glockenheide? Lässt du die Pflanzen einfach wachsen und blühen und dort wachsen sie am besten, bzw nur dort weil woanders die Samen nicht keimen. Oder fragst du die Pflänzchen bevor du sie umtopfst? :-P :lol: Ansonsten gut zu wissen das D. rotundifolia auch im Schatten wächst. Damit wäre meine Suche nach der nächsten Art für mich wohl beendet. Danke MfG Daniel Dietz
Martin Brunner Posted October 23, 2006 Posted October 23, 2006 Hallo, färben sich Deine Pflanzen im Zimmer an dem Nordostfenster auch rötlich aus? Grüße Martin
Guest christian73 Posted October 23, 2006 Posted October 23, 2006 Danke für die Antworten! Hier zwei Fotos die ich eben schnell gemacht habe: Die rote Ausfärbung bleibt (leider) aus, nur die Tentakeln sind naturgemäss etwas rötlich. Auf der Nahaufnahme sieht man das gut. Es sind übrigens Drosera intermedia sichtbar (wenn es wirklich intermedia ist, bin mir nicht sicher), D. rotundifolia hat schon ganz eingezogen. Die Drosera habe ich einfach hineingesät und die Glockenheide ist fast gleichzeitig von selbst gewachsen. Die Pflanzen haben sich ihr Plätzchen daher selbst ausgesucht. Unter der Glockenheide wachsen nun dicht die Drosera während sie die offene Fläche rechts im Kasten komischerweise ziemlich meiden. Auf dem ersten Foto sieht man, wenn man genau hinguckt einige braune Blütenstände aus dem Grünzeug der Heide stehen. Übrigens fällt mir auf dass das Torf mit der Zeit oberflächlich so schmierig/seifig wird. Habt ihr das auch beobachtet? Ist das negativ für die Pflanzen? Ebenso bin ich mir unsicher ob das vermoosen, das an sehr schattigen Stellen Eintritt, eher nachteilig ist.
Jan Posted October 23, 2006 Posted October 23, 2006 (edited) Hallo Christian, ich möchte hier mal den Faktor Temperatur einbringen, denn da wo mehr Licht hinkommt ist es meist auch wärmer. Das würde evtl. erklären warum es bei dir in Kultur so ist. Da die Temperaturen in Mooren aber meist in Bodennähe niedriger sind (hab ich zumindest irgendwo gelesen, glaub ich), ist das keine Erklärung für den Naturstandort... Bei mir im Moorbeet sahen die D.rotundifolias in voller Sonne auch ziemlich mitgenommen aus im Sommer, wie gesagt, ich weiß nicht ob es an der Sonne oder der Temperatur liegt. Andererseits sehe ich grade, dass du erst ab 16 Uhr direktes Sonnenlicht hast... Naja, vieleicht hilft der Beitrag ja trotzdem als Anregung :-) Gruß, Jan Edited October 23, 2006 by Guest
Dieter Posted October 23, 2006 Posted October 23, 2006 Die einheimischen Arten wachsen unter einer recht weiten Spanne von Bedingungen. Das heißt aber nicht, dass sie überall gut wachsen. Soll heißen, ich kann mich an einige Standorte im Sommer in Schweden erinnern, wo der Boden dank des auch dort heißen und trockenen Sommers Knochentrocken war. Einige der D. rotundifolia lebten sogar noch... Es war übrigens auch ein schattigerer Standort. Bei einem weniger schattigem Standort hätte es wohl keine Überlebenden gegeben. Und dennoch wachsen die D. rotundifolia - auch in Schweden - an feuchten Standorten deutlich besser, was ich dort auch vielfach sehen konnte. Zurück zum Thema: D. rotundifolia hat ebenso wie D. intermedia und D. anglica den Vorteil, auf Nährstoffarmen Böden zusätzliche Nährstoffe fangen zu können. Das erlaubt es ihr, auf eben solchen Böden mit relativ wenig Konkurrenz zu wachsen. Diese Standorte sind in aller Regel recht hell, sei es nun in direkter Sonne oder leicht schattiert durch einen der wenigen Bäume oder Sträuche, die in sehr nassen Lebensräumen überleben können. In Habitaten, wo die Konkurrenz wesentlich stärker ist, ist der Überlebenskampf auch entsprechend härter. Soll heißen, ich bin mir nicht so sicher, dass die von Dir erwähnten Habitate sonderlich stabil sind und noch in 10 Jahren von D. rotundifolia bewachsen werden. Bei dem von mir weiter oben erwähnten trockenem Standort bin ich mir da ebenso wenig sicher. Die meisten Sonnentaue sterben nicht umgehend, nicht einmal nach einem halben Jahr ab, wenn man sie deutlich dunkler kultiviert, als sie meist in der Natur stehen. Ansonsten hätten viele von uns (mich eingeschlossen) Probleme mit deren Überwinterung. Sie sind aber meiner Erfahrung nach deutlich anfälliger für Schädlingsattacken, Pilzinfektionen etc. Viele Grüße Dieter
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