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Guest Distel
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Hallo,

da ich hier noch nichts derartiges gesehen habe, wollte ich hier mal eine Möglichkeit zum Bau eines Moorkübels aufzeigen. Sicher gibt es da viele versch. Möglichkeiten, die für jeden einzelnen besser oder einfach optisch schöner sein können, aber wie gesagt, ich möchte hier eben nur meine Lösung erklären und so denjenigen, die sich auch mit dem Bau eines Moorkübels auseinandersetzen möglicherweise zu helfen.

Als Anregung habe ich hierzu im Internet eine Anleitung zum Bau eines Zimmerteiches gesehen, die mich auf die Idee brachte, das ganze auch als Moorkübel gestalten zu können.

Als Grundgestell für den Kübel dient ein billiger Holzlattenkompost, den man so bei OBI oder anderen Baumärkten für 7-8 Euro erwerben kann. Der Kompost hat eine Grundfläche von 100x100 cm, wobei ca. 15 cm für die überstehenden Enden der Holzbretter abgezogen werden müssen. Maximal bepflanzbare Fläche wäre demnach ca. 85x85 cm.

Je nachdem wie hoch man den Kübel am Ende errichten will braucht man auch 2 dieser Komposter.

Für den mir zur Verfügung stehenden Platz habe ich den Kübel etwas kleiner gemacht, d.h. ich musste die Hälfte der Bretter ca. 20 cm kürzen. Die Bretter haben ca. 7cm von den Brettenden entfernt auf beiden Seiten eine Nut in die die Bretter entsprechend zusammengesetzt werden. Allerdings ist der Komposter natürlich so konstruiert, dass am Ende zwischen den Latten ca. 5 cm Luft bleibt. Für den Bau unsres Moorkastens müssen wir deshalb die Nuten jeweils bis zu einem Viertel der Gesamtbreite des Brettes erweitern, so liegen die einzelnen Bretter am Ende Stoß auf Stoß. Bspw. Sind die Bretter 10 cm breit, haben Nuten von ca. 1,2 cm und dann dementsprechend Luft von 5 cm dazwischen, diese Nuten müssen bis auf 2,5 cm vertieft werden.

Bei den zuvor um 20 cm gekürzten Brettern müssen die Nuten natürlich komplett neu ausgesägt werden. Hier darauf achten, dass der Abstand zwischen Nut und Ende des Brettes der selbe ist wie bei allen anderen Brettern.

Wenn alle Bretter in der gewünschten Höhe zusammengesteckt sind, werden unten noch 2-3 Holzlatten quer über den Boden angeschraubt und als Boden eine Holzplatte in der entsprechenden Größe eingelegt. Alternativ könnte man den Boden natürlich auch komplett mit Brettern zuschrauben. Allerdings hat man mit den unten angeschraubten Latten den Vorteil, dass der ganze Kübel etwas erhöht steht und nicht mit der ganzen Fläche auf dem Boden, wodurch das Holz bei nassem Boden sich schnell vollsaugen und auch schneller zerfallen würde.

Zur Isolation habe ich dann aus dem Baumarkt 2 cm dicke Styroporplatten geholt. Diese werden dann in den Maßen der Innenwände zurechtgeschnitten und an alle Wände und den Boden angebracht. Danach wird der Kübel mir Teichfolie ausgelegt. Ich habe hierzu Folie in der Stärke 1 mm genommen. Den Bedarf an Teichfolie ermitteln man ganz einfach indem man zweimal die Innenhöhe des Kübel plus die Länge bzw. Breite des Kübels hinzurechnet und auf jeder Seite noch mal ca. 15 cm Rand hinzu gibt. Beim Falten der Folie muss man etwas Zeit und Geschick mitbringen, da sie sich in dem viereckigen Kübel nicht ganz einfach verlegen lässt. Man muss hierzu in jeder Ecke die Folie entsprechend im 45 Grad Winkel übereinander falten.

Die überstehenden Ränder werden über den Rand des Kübels gebogen und in den Ecken eingeschnitten, sodass die Folie wirklich überall bis in die Ecken sauber aufliegt.

Danach habe ich noch jeweils ein Brett pro Seite genommen und oben 90 Grad zu den Wänden eben oben aufgeschraubt. Das hält die Folie da wo sie hingehört und sieht auch einfach besser aus, da man die überstehenden Ränder der Folie unten abschneiden kann und man von außen nichts mehr davon sieht.

Somit ist der Moorkübel an sich schon fertig. Danach wird genau wie beim Einrichten eines Moorbeetes verfahren. Zuerst eine nasse Schicht Torf in etwa 3cm Stärke einbringen. Darauf werden dann, als Wasserspeicher, umgedrehte Eimer auf dem Boden verteilt. Hier sollten soviel Eimer wie möglich verwendet werden, da es einerseits den Wasserspeicher erhöht und zweitens Substrat spart. Die Eimer sind vor dem Einsetzen noch mit Löchern im Boden zu versehen, sodass die Luft daraus entweichen und Wasser eindringen kann.

Zur Wasserstandskontrolle und zum Gießen des Moorkübels habe ich dann noch ein 60mm dickes Drainagerohr senkrecht bis auf den Boden aufgestellt.

Danach wird das nasse Substrat eingefüllt. Ich habe für meinen Moorkübel eine Mischung aus Torf, Quarzsand und Perlite genommen, aber das kann hier jeder für sich entscheiden.

Dann ist der Moorkübel endlich fertig! Bevor man die Pflanzen einsetzt sollte man allerdings noch einige Tage warten, bis sich das Substrat wirklich gesetzt hat.

So das wars. Ich hoffe jemand kann etwas mit der Anleitung anfangen und evtl. auch einen Moorkübel in dieser Bauart errichten. Es macht auf jeden Fall mehr Spaß als einen fertigen Kübel aus dem Baumarkt etc. zu nehmen und zu bepflanzen und sieht meiner Meinung nach auch wesentlich besser aus. Noch dazu ist das ganze sehr günstig, wenn man den Preis eines vergleichbar großen Kübels ansieht.

Momentan sitzen in meinem Moorkübel Di. muscipula „green“, Dr. xhybrida, Dr. intermedia, S. purpurea ssp. purpurea, S. flava, S. oreophila „red“, S. rubra ssp. Rubra ´long lid form´x minor, S. psittacina, P.grandiflora und Da. Californica. Alle haben den Winter gut im Moorkübel überstanden und dieses Jahr werden noch einige weitere Pflanzen hinzukommen.

Bilder, die ich mit meiner Handykamera gemacht habe, reiche ich noch nach (wenn mir jemand erklärt wie ich die hier reinstelle;-) )!

In diesem Sinne…Frohes Schaffen!

Denis Barthel
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Maximal bepflanzbare Fläche wäre demnach ca. 85x85 cm.

[...]

Momentan sitzen in meinem Moorkübel Di. muscipula „green“, Dr. xhybrida, Dr. intermedia, S. purpurea ssp. purpurea, S. flava, S. oreophila „red“, S. rubra ssp. Rubra ´long lid form´x minor, S. psittacina, P.grandiflora und Da. Californica. Alle haben den Winter gut im Moorkübel überstanden und dieses Jahr werden noch einige weitere Pflanzen hinzukommen.

Hallo,

schön, dass du solchen Erfolg hattest. Kleiner Tipp: Ich hab vor eineinhalb Jahren einen ähnlich grossen Kübel (wenn auch nicht selbstgebaut) bepflanzt und eine ähnlich grosse Auswahl an Pflanzen reingesetzt. Die muss ich dieses Jahr bereits wieder rausnehmen, weil der Kübel einfach zu klein wird, insbesondere die S. purpurea und S. leucophylla sind extrem wüchsig und drängen alles andere an den Rand, die ersten anderen Pflanzen haben sie bereits überwuchert. Daher würde ich erstmal nichts zusätzliches reinpflanzen.

Beste Grüße,

Denis

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