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C.Weinberger

10. Kultur von Cephalotus follicularis - Der Zwergkrug

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C.Weinberger

10. Kultur von Cephalotus follicularis - Der Zwergkrug

Allgemeines zur Pflanze:

Cephalotus bildet 2 unterschiedliche Blätter: Im Sommer und Herbst die kleinen (meist 3cm großen - bis 5cm große) Krüge und ab Ende Herbst/Anfang Winter und im Frühjahr die "normalen" Blätter.

Die Krüge werden am Ende vom Blattstiel gebildet und beginnen als kleine, haarige Kugeln. Nachdem der Krug ausgebildet wurde öffnet sich der Deckel und ist fangbereit (Verdauungsflüssigkeit schon im Krug). Der Deckel ist mit lichtdurchlässigen Fenstern besetzt und behaart. Er senkt sich bei zu heißem und trockenem Wetter um einer Verdunstung der Verdauungsflüssigkeit entgegenzuwirken. Die grünen, ovalen "Laubblätter" werden auf Grund einer verkürzten Photoperiode (das heißt die Pflanze erhält pro Tag weniger Stunden Licht) produziert. Sowohl die Winter-Blätter, als auch die Krüge eignen sich zur Vermehrung durch Stecklinge.

Je besser sich die Wurzeln ausbreiten ausbreiten können, desto mehr Krüge werden produziert. Die weiße Blüte (4 mm Durchmesser) erscheint zum Sommeranfang und sitzt auf einem bis zu 60 cm langen Blütenstängel. Die Pflanze kann man mit selbst bestäuben, wobei manchmal die Pflanze auch selbststeril zu sein scheint.

Substrat: Am Naturstandort ist der Sandanteil relativ hoch. Daher empfiehlt sich die Beimischung von etwa 1/3 Quarzsand.

Auch die Kultur in reinem Sphagnum ist möglich.

Temperatur: Im Sommer sind Temperaturen um 20-25°C optimal, lieber etwas kälter als zu warm. Temperaturen von über 35°C werden weniger gut vertragen und sollten vermieden werden.

Eine Nachtabsenkung von etwa 5°C macht sich im Wachstum positiv bemerkbar.

Im Winter benötigt die Pflanze tiefere Temperaturen von 5-15°C, damit eine Winterruhe eingelegt werden kann. Leichte Fröste werden zwar von einigen Pflanzen vertragen, sollten aber vermieden werden.

Luftfeuchtigkeit: In Sachen Luftfeuchtigkeit ist der Zwergkrug eher weniger Anspruchsvoll. Die Pflanze kommt auch mit verhältnismäßig niedrigen Werten aus.

Die Kultur bei höheren Werten zum Beispiel im Terrarium ist auch möglich.

Licht: Cephalotus follicularis ist wie viele andere Karnivoren auch recht lichthungrig. Daher empfiehlt sich eine Kultur am Südfenster. Die Pflanzen sollten jedoch vorsichtig an die Sonne gewöhnt werden wenn sie zuvor dunkler standen, da sonst ein "Sonnenbrand" droht.

Blütezeit: Zum Sommerbeginn bilden größere/ältere Pflanzen einen bis zu 60cm langen Blütenstiel aus. Dieser trägt eine Vielzahl von kleinen, weißen Blüten.

Mit einem feinen Pinsel kann man die Pflanze mit sich selbst bestäuben, wobei pro Blüte bis zu sechs Samen produziert werden.

Diese sollten dann schnellstmöglich ausgesät werden, da ältere Samen deutlich schlechter keimen. Es handelt sich um Lichtkeimer, daher werden die Samen nicht mit Substrat abgedeckt. Bei erhöhter Luftfeuchtigkeit und hellen Bedingungen brauchen die Samen einige Wochen um zu keimen, bis zu einer ausgewachsenen Pflanze dauert es Jahre.

Blattstecklinge: Eine schnellere Vermehrungsmethode stellen Blattstecklinge da. Krüge eignen sich hierfür ebenso.

Ein Blatt wird möglich nah an der Pflanze abgebrochen und danach schräg in torfhaltiges Substrat oder reines Sphagnum gesetzt. Bei beiden sollte der Stiel mit Substrat (alternativ Sphagnum) bedeckt sein. Die Stecklinge werden dann an einen hellen Ort gestellt und bei Temperaturen um 20-25°C und erhöhter Luftfeuchtigkeit gehalten.

Nach einigen Wochen bilden sich zuerst Wurzeln und dann kleine Blätter. Krüge werden erst etwas später gebildet. Diese sind dann zu beginn erst recht klein (man spricht auch von juvenilen Krügen). Nach einiger zeit produziert die Pflanze dann auch große (adulte) Krüge.

Die Wurzeln brechen leicht ab, was oft mit dem Verlust des Stecklings endet, darauf sollte beim Umsetzen geachtet werden. Die Erfolgsquote liegt hier bei etwa 50-60%.

Winterruhe: Ab Ende Herbst sollte der Zwergkrug nur noch mäßig gegossen und kühleren Temperaturen ausgesetzt werden (5-15°C). Zwischen dem Gießen kann das Substrat einige Tage trocken stehen. Im Winter werden dann hauptsächlich die ovalen "Laubblätter" produziert.

Leichte Fröste werden von der Pflanze zwar toleriert, sollten aber vermieden werden.

Krankheiten: Zwergkrüge sind recht anfällig gegenüber Pilzkrankheiten. Ein weißer Belag auf den Blättern und Krügen deutet auf Mehltau hin. Übliche Fungizide verschaffen Abhilfe.

Kritischer ist es, wenn die Pflanze plötzlich (oft von einem Tag auf den anderen) weiche Krüge und Blätter bildet. Diese werden meist auch recht schnell gelb und sterben ab. Die Behandlung mit Fungiziden ist wieder angebracht, oft werden die Symptome jedoch zu spät entdeckt und die Pflanze geht ein.

In die Krüge darf außerdem kein Gießwasser kommen. Das führt binnen weniger Tag zum Absterben des Kruges.

Vom Düngen mit Milch ist ebenfalls abzuraten.

Schädlinge können mit handelsüblichen Insektiziden schnell und zuverlässig behandelt werden.

weitere Informationen:

Aufbau: Wie bereits erwähnt bildet der Zwergkrug zwei verschiedene Arten von Blättern.

Die Krüge werden 3-5cm groß und haben je nach Lichtintensität eine grüne bis tiefrote Farbe. Auffällig ist auch das Peristom (Krugrand), welches mit vielen kleinen Zähnchen besetzt ist. Nektarausscheidungen locken über ihren Duft Insekten an. Aufgrund der lichtdurchlässigen Flächen im Deckel des Kruges krabbeln die Insekten weiter hinein und landen dann in einer Verdauungsflüssigkeit, wo sie zersetzt werden. Hauptbeute sind am Naturstandort Ameisen.

Am Krug befinden sich drei beharrte Flügelleisten, die es krabbelnden Insekten erleichtert in den Krug zu klettern.

Die ovalen "Laubblätter" sind etwa 4-6cm groß und sind nichtkarnivor.

In Kultur gibt es verschiedene Cultivars. Darunter Pflanzen, die Krüge bis zu 8 cm produzieren. Dazu zählen unter anderem Cephalotus follicularis ´Giant´, ´Hummers Giant´ und ´German Giant´. Diese wachsen jedoch noch langsamer als die Standartvariante.

Die Variante ´Eden Black´ hat eine besonders dunkle Farbe.

Bei den Bildern handelt es sich zum einen um die Pflanze selbst, eine Pflanze mit Pilzinfektion (Cephalotus7.JPG) und einen etwa 7 Monate alten Blattsteckling.

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