Sonja Schweitzer Posted October 24, 2007 Posted October 24, 2007 (edited) Hallo zusammen, kann mir vielleicht jemand von Euch sagen,warum ich die Blüten meiner U.longeciliata nie zu sehen bekomme? Meine Pflanzen bilden an jedem Blütenstiel direkt Samenkapseln,jedoch nie auch nur Eine der wunderschönen Blüten aus.Daß es sich um eine kleistogame Form der Art handelt (ähnlich wie bei U.subulata) schließe ich eigentlich aus,denn die Art hat bei meiner "Bezugsquelle",aber auch bei anderen Bekannten,deren Pflanzen des selben Ursprungs sind,schon geblüht. Ich wüßte doch gern,welche Ursache dieses Phänomen hat,denn zum Einen würde ich die Blüten wirklich gern einmal sehen,zum Anderen bildet bei mir auch gerade die verwandte U.sandwithii eine Blüte und ich befürchte nun,daß hier dasselbe Problem auftritt. Ach ja,mir fällt gerade ein:U.erectiflora verhält sich genauso. Edited October 24, 2007 by Guest
Martin Hingst Posted October 24, 2007 Posted October 24, 2007 Hallo Sonja, leider habe ich auch keine fertige Lösung (ich kultiviere diese Art nicht einmal), aber eine Vermutung, die ich aus Beobachtungen bei anderen Arten ableite. Evtl. ist die Temperatur entscheidend, vielleicht genauer das Verhältnis Temperatur zu Licht. Bei geringeren Temperaturen ist der gleiche Lichtlevel relativ gesehen etwa gleichbedeutend mit höherem Lichtangebot. Ich habe nun schon einige Male beobachtet, dass u. subulata unter natürlichem Licht gerade im Frühjahr bei zunehmender Lichtintensität und noch niedrigen Temperaturen viele "richtige" Blüten ausbildet. Gesten habe ich mit Claus-Jürgen Lenz über das Phänomen gesprochen - er beobachtet gerade bei den kühleren Temp. jetzt das gleiche Verhalten bei einer diesen kleinen gelbblütigen Tepui-Arten, die vorher auch nur kleistogame Blüten ausgebildet hatte. Wie sind denn momentan deine Kultur-Temperaturen? Viele Grüße Martin
Stefan H. Posted October 24, 2007 Posted October 24, 2007 Hi ihr beiden Ich kann selbiges Problemchen bei meiner U. subulata im Terrarium beobachten. Es werden Blütenstiele gebildet mit einigen Blüten drann und die Knospen gehen einfach nicht auf. Sie werden etwas dicker, bis sie irgendwann absterben (nach 1-2 Monaten). Ob dann Samen gebildet worden sind weis ich nicht. Ich beleuchte mit 2 18W LSR und es sind Temperaturen am Tag von ca. 20-26°C (die hohen Temps nur am Wochenende wenn ich zu Hause bin). In der Nacht entsprechend kühler, ich schätze 15-20°C (wobei die höheren Temps wie gesagt nur am WE zu erreichen sein dürften) Ich dachte mir schon das ich die U. subulata näher an die LSR stellen müsste...aber mir worde gesagt sie sei sehr leicht zu halten und zum blühen zu bringen. Daher dachte ich ~20cm seien OK...andere Utris blühen ja gut und ständig (U. sandersonii, blanchetii,...). So viel zu den Bedingungen bei mir. Vielleicht hilfts euch ja etwas weiter, bzw. ev könnt ihr mir sagen was ich noch verändern sollte/kann auser höher stellen (bzw. ob sie überhaupt mehr Licht braucht..., andere wachsen da fast dunkler besser, bzw. blühen dunkler besser^^) Viele Grüße Stefan
Sonja Schweitzer Posted October 24, 2007 Author Posted October 24, 2007 Hallo Martin, ehrlich gesagt kenne ich die Temperaturen in meinem Becken garnicht so genau,da müßte ich ´mal nachmessen.Wahrscheinlich sind sie aber zu jeder Jahreszeit mehr oder weniger konstant,da sich der Raum,in dem das Aquarium steht,durch die Sonne nicht sonderlich aufheizen kann bzw.es sich dort im Winter nicht abkühlt.Das Becken wird derzeit 12 Stunden am Tag durch eine 70W Natriumdampflampe beleuchtet.Zum Frühjahr/Sommer hin steigere ich die Beleuchtungsdauer dann auf 14 Stunden.Aber ganz gleich,wie die Tageslänge ist oder wie hoch die Temperaturen liegen:ich habe die Art noch nicht einmal in Blüte gesehen! Bei U.erectiflora kann ich das Gleiche beobachten,doch deren Kulturtopf steht widerum im Gewächshaus und die Temperaturen schwanken dort je nach Witterung stark.Trotz aller Temperaturveränderungen macht die Art das ganze Jahr über nur Samenkapseln,nicht eine einzige Blüte. Ein Bekannter von mir beobachtet dieses Phänomen bei U.longeciliata ebenfalls,jedoch nur bei einem Teil seiner Töpfe.Diese werden alle unter denselben Bedingungen kultiviert und trotzdem:in dem einen Topf blüht´s,im Nachbartopf nicht.
Martin Hingst Posted October 24, 2007 Posted October 24, 2007 Hallo Sonja, hast du die Möglichkeit, die Pflanze jetzt einmal kühl zu stellen, also etwa Nachttemp. von 5°C, tags vielleicht so 15°C, bei gleichzeitig viel Licht? Würde mich sehr interessieren, ob das einen Einfluss auf die Blüte hat. Viele Grüße Martin
Sonja Schweitzer Posted October 24, 2007 Author Posted October 24, 2007 Hallo Martin, auch ich habe mehrere Töpfe der Art,so daß ich Einen davon wirklich ´mal kühler stellen könnte.Anbieten würde sich der temperierte Teil meines Gewächshauses.Allerdings herrschen dort nachts 10°C Minimum und tagsüber wird es halt der Witterung entsprechend warm.So niedrig,wie Du angabst,kann ich meine Heizung wegen der damit verbundenen,im geschlossenen Gewächshaus eh schon sehr hohen Luftfeuchtigkeit allerdings nicht einstellen,da würde das Wasser von den Wänden laufen.Ich werd´s aber ´mal mit "meinen" Temperaturen versuchen und in absehbarer Zeit berichten.
Andreas Fleischmann Posted October 24, 2007 Posted October 24, 2007 Hallo, Die Temperaturen für U. longeciliata können ruhig etwas kühler sein, die Pflanzen wachsen in der Natur zusammen mit Heliamphora heterodoxa in der Gran Sabana, im kühleren, nördlichen Teil. Ich kenne das Phänomen von kleistogamen Blüten bei U. longeciliata, U. sandwithii, U. simulans, U. juncea, U. triloba und U. subulata. Aber nur von Pflanzen aus Kultur, und bei mir tritt das nur im Winter im Gewächshaus ohne Zusatzbeleuchtung auf. Am Naturstandort habe ich noch von keiner dieser Arten kleistogame Formen beobachtet, das muss jedoch nichts heißen. Die einizgen mir bekannten Beobachtungen von kleistogamen U. subulata in Natur stammen aus Michigan, USA. Daher erscheint es mir nur logisch, dass es am der kurzen Photoperiode bei uns liegen muss (12 h sind anscheinend noch zu wenig, Sonja), dass die Pflanzen Blüten mit Corollen ausbilden, die sich nicht entfalten. Temperatur schließe ich aus, denn sowohl auf den Tepuis Südamerikas als auch im kühlen Hochland von N-Thailand bildet U. subulata voll entwickelte Blüten aus. Wie gesagt, bei mir ist das bei o.a. Arten in Kultur ein "Winterphänomen", ab dem Frühjahr blühen sie bei mir normal. Andreas
Sonja Schweitzer Posted October 25, 2007 Author Posted October 25, 2007 (edited) Hallo Andreas, ich habe die Beleuchtungsdauer von 14 auf 12 Stunden reduziert,um die Blütenbildung von U.fulva zu induzieren,denn DIE blüht ja angeblich eher während einer kürzeren Photoperiode. Da beide Töpfe von U.longeciliata,die ich im Wohnhaus kultiviere,auch bei längerer Beleuchtungsdauer (Frühjahr/Sommer) keine Blüten ausgebildet haben,habe ich diesem Faktor diesbzgl.keine Bedeutung beigemessen. Na ja,wie ich bereits schrieb,habe ich mittlerweile mehrere Töpfe der Art angesetzt und werde sowohl die Kultur im temperierten Bereich meines Gewächshauses versuchen,als auch ´mal einen Topf direkt unter der Lampe zu plazieren.Die Beiden im Wohnhaus stehen nämlich etwas seitlich vom Lichtkegel. Mal sehen,was sich tut. Edited October 25, 2007 by Guest
Michael Z Posted December 1, 2007 Posted December 1, 2007 Hallo, ich möchte mich hier noch mal einklinken: Wie sind denn nun eigentlich die optimalen Kulturbedingungen für U. longeciliata? Da sie von der Gran Sabana kommt, sollten doch eigentlich Hochlandbedingungen optimal sein,oder? Michael
Sonja Schweitzer Posted December 1, 2007 Author Posted December 1, 2007 Hallo Michael, so sagte man mir auch.Als ich dann allerdings einen Teil meiner Kulturtöpfe in den temperierten Teil meines Gewächshauses stellte,um das Verhältnis Temperatur/kurze Tageslänge Zwecks Blüteninduktion zu optimieren und die Art so endlich ´mal "richtig" blühen zu sehen,starben fast alle Rosetten in dem besagten Topf ab.Ein Bekannter aus dem Nachbardorf hingegen kultiviert all seine U.longeciliata-Töpfe im Warmhaus,direkt über der Heizung,und sie sehen bisher spitze aus und bilden kräftige Blütenstiele.Ob sich die Blüten aber letztendlich auch öffnen,bleibt abzuwarten.
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