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wie Nepenthes&Sphagnum düngen?


Christoph Pohling

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Christoph Pohling

Auf die Gefahr hin jetzt auf die Suche verwiesen zu werden und das mit dem Kopf auf den Tisch hauen der Experten zu provozieren poste ich jetzt hier mein Problem, an dem ich schon seid langem herumprobiere!

Ich bekomme folgendes Szenario nicht in den Griff:

Sphagnum ist in einem leeren Topf herangewachsen bis es oben herausgequolen ist. Jetzt sieht es gelb/blass aus und wächst nicht/kaum weiter.

N.macrophylla hat ebenfalls gelbliche Blätter. Wie auch das Moos einheitlich grüngelb blass, eben nicht mehr satt grün! Keine Flecken oder ähnliches.

Das gleiche Schicksaal teilen epiphytische Orchideen.

Ich vermute Eisenmangel.

Habe jetzt einen Eisensulfat-Flüssigdünger ins Sprühwasser gegeben. Etwa 1/20el der für Hortensien empfohlenen Konzentration. Trotzdem schmeckt das Wasser schon ganz leicht nach Eisen (wobei ich die chemischen Ursachen für den "Eisengeschmack/Geruch mal aussen vorlasse, ihr wisst was ich meine :-?)

NUR ist bis jetzt JEDESMAL was schiefgegangen, wenn ich sowas angesetzt habe!

Entweder ist GARNICHTS passiert, oder die Wurzeln der Orchideen sind verbrannt.

Das klassische Problem der Orchideen ist, das sich an den Wuzelspitzen Tropfen halten, die irgendwann eintrocken. Und genau dort steigt entsprechend die Ionenkonzentration über das kritische Maß.

Langzeitdünger, bei dem angeblich die Wirkstofffreisetzung in Abhängigkeit der umgebenden Ionenkonzentration erfolgt und somit an den "Verbrauch" der Pflanze angepasst sein soll, habe ich ebenfalls getestet. Während es bei N. truncata tatsächlich wieder zu einem satten Blattgrün führte, ließen sich die Kegel nicht für sehr kleine Pflanzen einsetzten, ein einziges wohl beschädigtes Körnchen führte zum Ableben einer N. macropyhlla :cry: Aber Anhand der Algen/Moosbildung auf der Topferde der Truncata kann man sagen, dass die Nährstoffabgabe in der Praxis doch eher konstant in den ersten 3 Wochen erfolgt :-? Auch selbstgezogenen Rost aus Eisennägeln habe ich der Erde schon beigemischt, in der Hoffnung, dass sich das unlößliche Eisen(III)Oxid durch das leicht saure Gießwasser in geringen Mengen doch löst und in die Pflanze gelangt, aber bei diesem Versuch ließ sich kein Effekt beobachten.

Daher die Fragen:

-ist das gelbe Moos und die gelben Blätter tatsächlich Eisenmangel?

- Wie düngt man sicher Nepenthes ?

Z.B. Düngerwasser/normales Wasser jeden Tag abwechseln?

Oder doch festes Granulat?

-Welche Dosierung (relativ zur Packungsangabe) sollte man nehmen?

Bin sehr neugierig wie Ihr das Problem löst! Schonmal Danke für Eure Mühe und eventuelle Antworten!

PS: die Kannen der Pflanzen (ausser truncata) sind zu klein für den natürlichen Dünger, daher der Aufwand.

Danke und viele Grüße, Christoph

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Hallo,

also ich kann mir auch nicht vorstellen, daß die gelben Blätter und das gelbe Moos von zu wenig Dünger oder Eisenmangel kommen. Da stimmt irgend etwas anderes nicht.

Ein paar Hinweise zu deiner Kultur (Beleuchtung, Temperatur, Luftfeuchte, Gießintervalle) wären hier sehr hilfreich; eventuell auch Fotos.

Fangen wir aber mal bei den epiphytischen Orchideen an:

Meine sind entweder wurzelnackt oder in einem Moospolster auf Korkrinde aufgebunden. Sie werden in etwa alle 2 Tage mit deionisiertem Wasser mit 10% Leitungswasserzusatz angesprüht; insbesondere der Wurzelballen. Alle paar Wochen mal dünge ich mit Orchideendünger aus dem Fachhandel, der sowohl für Blatt- als auch für Wurzeldüngung eingesetzt werden kann. Der Dünger wird einfach dem Sprühwasser zugesetzt. Damit erziele ich gute Resultate.

Nepenthes dünge ich sparsam (2-4 Kugeln pro 8er Topf) mit Osmocote (den gelblichen Kugeln). Bei Nepenthes, die in lebendem Sphagnum wachsen (zZt. Macrophylla, Inermis, Talangensis, Hamata, Glabrata, Lavicola), packe ich die Kugeln halt in das Sphagnum. Es hat bisher nicht geschadet.

Wie Andreas schon angemerkt hat, muss man bei Sphagnum aufpassen, daß es nicht verrottet und/oder zu nass wird. Deshalb haben alle Töpfe eine Drainageschicht aus Blähton am Boden und ich kontrolliere hin und wieder den Zustand des Mooses "unter der Oberfläche". Die Macrophylla zB steht seit über einem Jahr in ihrem Topf und das Sphagnum ist noch durchweg ok - natürlich blaß unter der Oberfläche, aber nicht verrottet.

Nepenthes, von denen ich meine, daß sie schnell eine Düngerration brauchen, besprühe ich mit dem oben erwähnten Orchideendünger. Wenn du auf Langzeitdüngung verzichten willst, kannst du Orchideendünger mit halber Konzentration wie angegeben durchaus auch verwenden. Er sollte alle notwenigen Mineralien und Spurenelemente enthalten. Von irgendwelchen Eisen- oder sonstigen "normalen" Düngern würde ich Abstand nehmen.

Gießen tue ich Nepenthes nach Bedarf ebenfalls mit deionisiertem Wasser mit 10% Leitungswasser. Keinesfalls darf man bei jedem 2. Gießen düngen!! Da würde ich längere Intervalle lassen.

Gruß

Thomas.

PS Mein Tip, ohne deine Kulturbedingungen zu kennen: Zu wenig Licht!!

PPS @Andreas: Wieviel Licht packst du normalerweise auf ein 60 cm Terrarium? Ich habe zwischen 5000 und 6000 Lux aus 2 Leuchtstoffröhren auf meinem 100cm Terrarium, was für eine schöne Ausfärbung aller Kannen sorgt ...

Bearbeitet von Gast
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Christoph Pohling

Danke für Eure Hilfe und die umfangreichen Antworten!

Ich werde versuchen ein paar Bilder einzustellen, das funktioniert aber nicht direkt, da ich auch mit Bildbearbeitungsprogrammen den Farbeindruck bei Natriumdampfbeleuchtung nicht wiedergeben kann. Werd mal HQI anschließen heut abend.

Die neu aufgebaute Anlage habe ich hier in den Neuvorstellungen beschrieben: http://forum.carnivoren.org/topic.php?id=5003&&page=7

Die Töpfe stehen/hängen frei, gegossen wird nur mit dem Drucksprüher, kein Anstauverfahren. Als Substrat wurde bislang Kokoserde mit hohem Seramis-Anteil verwendet, derzeit habe ich einige Pflanzen auf Torf/Seramis/Kork mit Sphagnum-Deckschicht umgestellt und will demnächst mit Pinienrinde und Kokos-Chips experimentieren. Insgesamt aber lockere Substrate, die in den Hydrokultur-Töpfen auch bei Bedarf schnell abtrocken, hoffe so die Wurzelathmung zu verbessern. Die Macrophyllas habe ich letzte Woche umgetopft, Torf/Seramis/Korkeiche. Interessanterweise hatten die leider auch nach 3 Jahren noch sehr kleinen Pflanzen den 12er Topf fast komplett durchwurzelt, also ein Vielfaches des Pflanzenvolumens an Wurzelwerk gebildet. Hab sowas bei Nepenthes bislang nicht gesehen.

Da ich auf dem Land wohne und mit Regenwasser gieße, habe ich Nährstoffmangel bislang auch nicht für möglich gehalten. Der Eisendünger wurde in Italien mal gekauft, aber genau aus dem Grund, vorerst nur EIN Spurenelement zugeben zu könen, ohne die ganze allround-Palette der Volldünger dabei zu haben.

Beleuchtet wird mit 250W Natriumdampf, ca. 1m entfernt von den Macrophyllas.

Bin absolut kein Shpagnum Junkee sondern habe es, allein aufgrund der unbeständigen Verfügbarkeit, möglichst gemieden. Bekam es nur als Tip für N. inermis, die darin erstmals alle widrigkeiten der letzten Jahre überdauert hat!

Als das Zeug dann wie Schwamm gewachsen ist habe ich es in leeren Töfen herangezogen und verwende es nun als Deckschicht und zur wiederbewurzelung bei "Spontanausfällen". Naja, und nun wächst es eben kaum mehr. Es ist dieses feingliedrige Moos, S.fallax glaube ich.Das Moss im Bachlauf dieses grobe fette Moos, ein Neuzugang was ich nur als Bio-Luftbefeuchter verwende.

Wie gesagt, bemühe mich um Bilder, hier mal wenigstens ein kleiner Erfolg der neuen Anlage, N.truncata, HL red.

(Damit nach dem ganzen Lesen hier endlich mal ne Kanne kommt :lol:)

truncvx6.jpg

PS: @Andreas, 12cm "neue" Macrophylla, wo gibts denn so große zu kaufen? Und nehmen die kleine in Zahlung? :shock::lol:

Gruß Christoph

Bearbeitet von Gast
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Hallo,

ich gebe Andreas recht: Bei den Lichtverhältnissen könnte es durchaus das Substrat sein.

Ich verwende zZt. folgende Substratmischungen, die sich alle bewährt haben:

Reines, lebendes Sphagnum

Totes, gehacktes Sphagnum + Perlite

Mischung aus Torf/Perlite/Kokosfaser/Pinienrinde

Alle Töpfe sind mit Blähton drainiert.

@Andreas:

Als Übergangslösung kann man für Leuchtbalken wunderbar Reflektoren aus zurechtgefalteter Alufolie bauen, die man dann einfach auf die Balken legt. Klappt ganz hervorragend bei mir.

Die Lichtintensität kann man mit em belichtungsmesser einer Kamera messen. Man kann den angegebenen Belichtungswert bei gegebener Blende x und Filmempfindlichkeit y in lux umrechnen; frage mich aber nicht wie ;-).

Gruß

Thomas.

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