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Versuch: HDR- Photo von Drosera


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Hallo Leute,

heute hab´ ich mal versucht, mit meiner Conan Powershot

HDR- Photos von einigen meiner Pflanzen anzufertigen

(HDR= High Dynamic Range).

HDR- Photos erfordern eine Belichtungsreihe aus über-, normal- und unterbelichteten Photos desselben Objekts. Kamera und Motiv müssen dabei völlig starr sein, jegliche Bewegung ist zu vermeiden. Ein Stativ sowie die Möglichkeit, Belichtungsreihen automatisch- also ohne manuelle Eingriffe in die Kamera zwischen den Bildern- anzufertigen, erscheint also unverzichtbar. Die gängigen Spiegelreflexkameras lassen Belichtungsreihen i.d.R. von Hause aus zu, meine Powershot aber leider nicht.

Nach einer kurzen Recherche bin ich auf eine interessante Webseite gestoßen (die vom "Zonebattler"), in der beschrieben wird, wie sich die Firmware der Kamera gegen eine andere austauschen lässt. Diese Firmware, zusammen mit einigen Skripts, die man auch selbst verändern kann, habe ich dann heruntergeladen und getestet. Meine anfängliche Sorge, die Kamera könnte irreversibel verändert werden, erwies sich zum Glück als unbegründet. Man wird die Firmware durch aus- und wieder einschalten der Kamera wieder los.

Nach Anfertigen einer Belichtungsreihe ist etwas Bildverarbeitung nötig, die zugehörige Pixel- Alchemie finden man ebenfalls im Internetz, wie z.B. das Programm qtpfsgui (immer diese Trivialnamen, ächz !).

Heute hab´ich mal probiert, ob HDR- Photos an Droseras irgendeinen Gewinn an Bildinformation oder Ästhetik bringen.

Motiv war eine D. cappilaris (so steht´s auf dem Etikett, nicht hauen, wenn es falsch sein sollte).

Die Belichtungsreihe selbst ist mit der neuen Firmware unproblematisch, die Nachbearbeitung mit der Bildbearbeitzungssoftware ist es umso mehr, denn es gibt reichlich Parameter, die man beliebig verändern kann, um teils dramatische Änderungen im Bild zu verursachen.

Man verliert dabei schnell den Blick für die Realität und produziert surrealistische Bilder vom Stil eines Salvatore Dali.

Das beste Ergebnisbild habe ich, zusammen mit dem besten Bild aus der Belichtungsreihe, unten angehängt.

Für meinen Geschmack ist das HDR- Bild nicht besser geworden, in sofern eine Enttäuschung. In den Bildecken erkennt man aber eine lokale Aufhellung mit Strukturen, die im "Normalbild" nicht zu erkennen sind.

Der eigentliche Nutzen von HDR- Bildern ist wohl nach wie vor die Photographie von Motiven mit dramatischem Dynamikumfang, beispielsweise Terrarienaufnahmen mit schattigen Bereichen sowie Reflexen auf dem delben Bild.

Falls der eine oder andere Besitzer einer Canon- Kompaktkamera selber mal Versuche durchführen möchte, dann werde ich gerne mal die zugehörigen Links heraussuchen.

Meines Wissens ist dieser Eingriff in die Firmware legal, schlimmstenfalls verliert man Garantieansprüche.

Viele Grüße

Helmut

Und nach soviel Text endlich die Bilder:

8517_thumb.jpg

8518_thumb.jpg

Julia Rohlfing
Posted (edited)

Hallo Helmut,

für den Anfang sieht das nicht schlecht aus. Allerdings sollte man wohl Motive mit drastischeren Helligkeitsunterschieden wählen. Wie wäre es z.B. mit einer D. auriculata oder ähnlichem, in der Sonne, vor einem Hintergrund mit Struktur. Die Tropfen sind normalerweise überbelichtet, der Hintergrund unterbelichtet. Das müsste ideal sein.

Julia

edit: im Übrigen kann man das Ganze auch "von Hand" in Photoshop anfertigen, ich habe da mal ein Buch zu ausgeliehen in dem das stand.

Edited by Guest
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Hey

Die Bilder sehen doch recht gut aus! Mich würde mal interessieren, was für ein Vorteil diese HDR Bilder bieten?! Ich als Newb im Bereich der Photographie kann mir dadrunter nichts vorstellen; was soll des bringen?! Ich meine du hast oben schön beschrieben wie die Bilder enstehen (also werden die unterschiedlich belichteten Bilder dann quasi übereinander gelegt von der Kamera?) aber was ist dann da besser als zu normalen Standartbildern? Ist die Schärfe besser, die Pixelzahl oder wie?

Gruß

Stefan

Posted

Hallo Stefan,

ich denke, Julia bringt es auf den Punkt: Es geht um Helligkeitsunterschiede, die ein normales Bild nicht mehr darstellen kann. Ein typisches Beispiel ist ein Photos von Inneren eines Raumes, mit einem Blick durch ein Fenster nach draußen ins Tageslicht. Wenn man von draußen was erkennen will, ist der Bereich vom Zimmer unterbelichtet. Will man das Zimmer normal belichtet haben, ist der Fensterbereich völlig überbelichtet. Bei HDR Bildern werden nun welche angefertigt, die den Fensterbereich vernünftig abbilden, und andere Bilder, die das Zimmer korrekt wiedergeben. Eine geeignete Software arbeitet dann aus der Gesamtheit der Bilder die lokal korrekt belichteten heraus. Bislang hab ich mir allerdings noch nicht die Mühe gemacht, zu verstehen, was da im Einzelnen berechnet wird.

@ Julia:

Wie wäre es z.B. mit einer D. auriculata oder ähnlichem, in der Sonne, vor einem Hintergrund mit Struktur. Die Tropfen sind normalerweise überbelichtet, der Hintergrund unterbelichtet. Das müsste ideal sein.

Ja, das ist sicherlich ein besseres Motiv, bis zur nächsten Gelegenheit im Sommer besteht noch hinreichend Zeit, an

einfachen Dingen zu üben. Die einzige Schwierigkeit im Freiland sehe ich darin, dass sich die Pflanzen nahezu ständig durch den Wind bewegen.

Viele Grüße

Helmut

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Hi Helmut

Danke für die schnellen Informationen! Wirklich gut zu wissen. Also verstehe ich das richtig, muss man mit geeigneter Software die Bilder "zusammenfügen" oder macht das die Cam selber?

Gruß

Stefan

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Aha, gut zu wissen. Danke für die Informationen!

Gruß

Stefan

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Hallo Piesl,

dieses Programm ist das jenige, welches ich auch einsetze. Ganz so einfach wie in diem Link beschrieben ist es aber leider auch wieder nicht. Es ist beispielsweise eben nicht möglich, mit einem kleinem Bild die Parameter-Kombinationen zu testen, um sie dann auf größere Bilder anzuwenden. Ich hab´s ein paar mal probiert, das Ergebnis ändert sich bei gleichen Parametern zum Teil dramatisch, wenn man eine neue Bildgröße einstellt. Letztlich muss man doch bei der Bildgröße, welche man schließlich haben möchte, die Parameter durchprobieren.

Hier ist übrigens der Zonebattler-Link mit reichlich Infos

zum Thema HDR mit Canon- Kameras.

http://zonebattler.twoday.net/stories/1769704/

Auf der Seite muss man etwas runterscrollen bis zum Beitrag vom 17. Mai. 2007 "S-Klasse zum Nulltarif", spätestens ab dort wird es interessant.

Viele Grüße

Helmut

Julia Rohlfing
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Hallo,

hier mal ein Beispiel aus dem letzten Winter: das Karlsruher Schloss mit Sonnenuntergang. Fotografiert man in die Sonne ist die Belichtungszeit kurz und man sieht nix vom Schloß. Andersrum ist der Himmel überbelichtet und man erkennt die Details an der Schloßwand gut. Hier habe ich mit Photoshop drei Bilder verwurschtelt.

Das Ergebnis ist etwas künstlich, aber verdeutlicht recht gut den Effekt, den man erzielen kann. Ich habe bei dem Bild noch die Farben verändert, um diesen künstlichen Effekt zu erzielen. Wenn man die Farben natürlich lässt und eventuell den Kontrast und die Sättigung sogar noch reduziert, kann man natürliche Bilder erzielen, bei deren Betrachtung man das Gefühl hat zu sehen wie ein Adler :)

Julia

8520_thumb.jpg

8521_thumb.jpg

8522_thumb.jpg

8523_thumb.JPG

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Hallo Helmut, klar, in der Theorie und nach der nötigen Einarbeitungszeit wird immer alles gaaanz einfach, bis man dann selbst mal dran geht :rtfm: ! Das ist der Vorteil für denjenigen, der die Anleitung schreibt.

Hallo Julia, ist ein Top-Beispiel. Hast du genial gut umgesetzt und mit Photoshop macht die Sache auch richtig Spaß, aber als Warnung für alle Nicht Adobler/Innen: es trifft auch hier das gleiche zu wie bei den Spezialsoftwares s. o., leider ;-)

Julia Rohlfing
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Hallo,

da hast Du Recht. Wenn ich mal ein halbes Jahr lang nix damit mache steh ich selber wieder wie der Ochs vorm Berg... Diese Programme haben einfach zu viele Funktionen.

Julia

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Hallo Julia,

Dein obiges Beispiel zeigt sehr gut, worum es bei HDR geht.

Schönes Bild übrigens! Allerdings: Bist Du sicher, dass es in Karlsruhe aufgenommen wurde und nicht etwa in Pisa ? ;-)

Inzwischen ist mir an meinem Drosera- HDR-Bild etwas aufgefallen, was ich bisher übersehen hatte: Störende Reflexionen, die man auf dem "Normalbild" erkennen kann, sind auf dem HDR- Bild verschwunden. Ein wenig verbessert hat sich das Bild durch HDR also tatsächlich.

Viele Grüße

Helmut

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Hi Leute

Danke nochmals für die vielen interessanten Informationen! Jetzt weis ich wieder einiges mehr! :-) Die Bildunterschiede sind in der Tat sehr drastisch, dieseArt Bilder zu machen gefällt mir...:-)

Gruß

Stefan

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Wenn ich mal ein halbes Jahr lang nix damit mache steh ich selber wieder wie der Ochs vorm Berg... Diese Programme haben einfach zu viele Funktionen.
:lol: Kann ich verstehen, da ich beruflich damit zu tun habe weiß ich aber die vielen Funktionen sehr zu schätzen. Doch selbst bei mir als Druckvorstufenmensch ist der Webzusatz Image-Ready außen vor und es gibt stets Neues zu entdecken :shock:
Georg J. Stach
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Hi,

mal eine andere Frage dazu an die Experten: Das Problem der unterschiedlichen Beleuchtung ist mir besonders bei Digitalkameras aufgefallen. Vor allem helle Bereiche werden ja sehr gerne stark überbelichtet. Das sieht man bei Landschaftsaufnahmen oftmals, wenn man (ähnlich wie bei Julias Aufnahme) ein Motiv vor hellem Himmel fotografiert. Wenn man dann das (dunkle) Vordergrundmotiv fixiert, wird der blaue Himmel schnell ins Graue bis Weiße überbelichtet.

Das bringt mich echt zum Glühen, denn ohne nachträgliche Bearbeitung (oder mehrfache Aufnahmen für HDR) sehen solche Fotos echt trostlos aus.

Ich habe die Vermutung, dass das aber besonders bei digitalen Nicht-Spiegelreflexkameras der Fall ist.

Kann jemand meine Vermutung bestätigen?

Posted (edited)

quod erat demonstrandum! :tease: (ich kann zwar kein Latein, kommt aber gut;-)). Dieses Problem haben nicht nur Digitalkameras, sondern optische Geräte allgemein. Eine Belichtungsmessung bzw. Steuerung ist immer nur ein Kompromiss, der entweder alles zusammensuppt, zu hell oder zu dunkel erscheinen lässt. Früher behalf man sich bei der Entwicklung auch nur mit Tricks: Abwedeln, Nachbelichten, bei Papierabzügen war auch Reiben auf dem Abzug im Entwicklerbad möglich. Fotografen arbeiten zusätzlich z. T. mit aufwendiger Ausleuchtungstechnik. Da hat sich also nichts geändert, sind optische Gesetzmäßigkeiten. HDR ist eine Digital-Technik, die Fähigkeit unseres Gehirns zur Verrechnung nachzustellen von aboluter Tiefe (Schwarz)bis ins Highlight (Weißbereiche). Also nur zeitgemäß, aber nichts Neues. Versuche einfach mal direkt, z. B. bei einem eingeschaltetem Spotlicht, sonst dunklem Raum ins Helle bzw. Dunkle zu sehen. Der Gegenteilige Lichtwert wird dann auch zur "Schwarz-" bzw. "Weißfläche" im Augenwinkel. Erst durch Änderung des Blickwinkels passt sich unser Auge/Gehirn an und erkennt zunehmend die Modulation.

Edited by Guest
Georg J. Stach
Posted

Aha, um das besser hervorzuheben, würde ich eher sagen, dass meine Vermutung nicht zutreffend ist - denn auch bei Digitalen Spiegelreflexern tritt das "Belichtungsphänomen" genauso wie bei analogen Kameras auf, da physikalisch bedingt.

Wahrscheinlich ist es mir dann nur aufgefallen, weil ich viel mehr fotografiere als früher mit der Analog-Kamera.

Posted

a) So isses!

B) Geht wohl jedem so, weils jetzt nix mehr kostet drauf zu drücken.

Posted

Hallo Georg,

mir ist das Phänomen noch nie wirklich aufgefallen, hab´ einfach noch nicht darauf geachtet. Julia´s Bilder zeigen aber deutlich, was Du meinst.

Ich vermute hier einen Sättigungseffekt im Bereich der CCD´s und der nachfolgenden Digitalisierung.

Eine CCD ist ja eigentlich farbenblind, die Farben kommen dadurch zustande, dass man über die einzelnen Pixel ein Masaik aus Farbfiltern (rot, grün, blau) legt, zumeist als so genannte Bayer-Matrix. Wenn der blaue Himmel photographiert wird, liefern also nur die Pixel mit blauem Filter ein Signal an die nachgeschaltete Elektronik, die anderen liefern nix, weil deren (rote bzw. grüne) Farbfilter das blaue Licht nicht durchlassen. Solche Farbfilter sind aber nicht perfekt, ein paar Prozent blaues Licht kann u.U. auch durch rote und grüne Filter dringen, die Pixel dahinter liefern dann auch ein Signal. Wenn die Intensität des blauen Lichts ansteigt, liefern auch die Pixel mit rotem und grünem Filter stärkere Signale. Die Pixel mit blauem Filter sind dann u.U. längst in der Sättigung, der gesamt- Farbeindruck muss dann in weiß oder grauweiß übergehen.

Zusätzlich kann auch ein Überlaufen elektrischer Ladungen von übersättigten "blauen Pixel" auf benachbarte rote und und grüne Pixel erfolgen, auch dass würde Farbverfälschungen verursachen.

Wohlgemerkt, obige Ausführungen sind nur Vermutungen!

Viele Grüße

Helmut

Georg J. Stach
Posted

Naja, altbekannt ist das Problem eigentlich schon: wenn man z.B. Motive im Gegenlicht fotografieren muss, nimmt man normalerweise ja --um zu vermeiden, dass das Motiv 'schwarz' erscheint-- einen Gegenblitz. Dadurch hat man aber den unschönen Effekt, dass die Farben des Motivs gerade durch den Blitz recht unnatürlich wirken.

Auch hier würde HDR (Herr der Ringe? ;-)) vermutlich gute Dienste tun!

Zu den CCD-Ausführungen: Kann ich nachvollziehen. Ich würde die Aussage aber nicht nur auf "einfarbige" Flächen (wie den blauen Himmel) beziehen, sondern viel allgemeiner auf eine Eigenschaft von CCDs, wie sie im Blooming-Effekt (vgl. Wikipedia-Artikel zu CCD) beschrieben werden.

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