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scharf rechnen mit Cephalotus und Utri-Blüten


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Posted (edited)

Hallo Leute,

zur Einstimmung hab´ ich erst mal eine Übungsaufgabe zum Thema "scharf rechnen" für die mathematisch Ambitionierten

unter uns.

Also: Wurzel ((x-27Pfefferkörner)/(18 Chillischoten - cos(2*pi Zwiebelringe + ln(x ))))= 42 Tabascotropfen.

Gesucht ist x. Wer die Lösung findet, falls es überhaupt eine gibt, darf sie sich gerne an die Wand nageln,

ich rechne sie jedenfalls ganz bestimmt nicht nach!

Na ? ... ich warte ..... :wacko:

Ok, man ahnt es bereits, mit "scharf rechnen" ist natürlich was anderes gemeint:

Mit meiner kleinen Canon Powershot gab es stets das Problem geringer Tiefenschärfen im Makrobereich. Ausgewählte Bereiche des Motivs waren super scharf, einen cm davor oder dahinter wurde es aber bereits merklich verwaschen, selbst bei bei der größtmöglichen Blendenzahl. Ohne irgendwelche kostspieligen Zusatzoptiken war einfach nichts mehr rauszuholen, bis ich im Internet Programme zum "scharf rechnen" entdeckte. Um sie anzuwenden, muss man zunächst eine Reihe von Photos mit unterschiedlichen Schärfeebenen anfertigen. Die Programme analysieren dann, in welchen Bildbereichen die einzelnen Aufnahmen scharf sind. Nach dem Motto "von allem nur das Beste" wird schließlich ein neues

Bild zusammengesetzt, welches überall scharf ist.

Eine Grundvoraussetzung für diese Programme ist, dass die verwendeten Bilder gegeneinander keinerlei Versatz aufweisen. Am besten montiert man also die Kamera auf einem Stativ und lässt sie die Aufnahmen mit verschiedenen Schärfezonen automatisch machen.

Leider sind aber die meisten Kompaktkameras herstellerseitig überhaupt nicht dafür ausgelegt.

Hier kommt das Firmware- Update für kompakte Canon-Kameras ins Spiel, welches ich neulich im Zusammenhang mit HDR-Aufnahmen vorgestellt hatte. Die Firmware wird auf der SD-Karte gespeichert und auf Wunsch in die Kamera geladen und aktiviert. Vor dem Laden der neuen Firmware sollte man vorsichtshalber sicherstellen, dass die Akkus der Kamera genügend Saft haben, niemand weiß, was passiert, wenn sie in diesem Augenblick schlapp machen.

Der nächste Schritt ist dann das Laden eines kleinen Programms, welches man selber schreiben oder modifizieren kann. Vor dem Start eines solchen Programm können noch Parameter eingestellt werden, beispielsweise die Zahl der Aufnahmen usw.

Dieses Skript steuert dann automatisch die gewünschten Funktionen wie Schärfeebene messen/ einstellen, Belichtungszeit verändern, Blitz aktivieren usw. Ohne dass jedesmal der Auslöser gedrückt werden muss, lässt sich wahrscheinlich jede der üblichen Kamerafunktionen in Schleifen einbinden und automatisch wiederholt abrufen. So ist gewährleistet, dass die aufgenommenen Bilder keinen Versatz untereinander aufweisen.

Um Euch mal zu zeigen, wie so ein Programm aussieht, hier dasjenige, welches ich zum Anfertigen der Bilderserie verwendet habe:

rem Author Bubendorf, mod by helmut

@title Focus2helmut2.bas

@param a Number of ±steps

@default a 2

@param b Step size [x6]

@default b 6

if a<1 then let a=2

if b<1 then let b=1

sleep 500

get_focus f

g=f

for s=1 to a

print "Shoot", s, "(", g, ")"

set_focus g

shoot

if s<0 then gosub "negative"

if s>0 then gosub "positive"

next s

set_focus f

end

:negative

for i=s to -1

g=6*g/(b+6)

next i

return

:positive

g=g+b*g/100

return

Das ursprüngliche Programm stammt nicht von mir, sondern von Herrn oder Frau Bubendorf, ich hab es nur etwas

an meinen Bedarf angepasst. Einige Teile des Programms sind dadurch inzwischen überflüssig, sie stören aber nicht,

deshalb habe ich sie noch drin gelassen.

Das Freeware- Programm, welches mit der angertigten Bilderserie das eigentliche "scharf rechnen" erledigte, war übrigens "combineZ", daneben gibt es weitere, die ich aber auch noch nicht kenne.

Nun möchte ich Euch natürlich die erzielten Ergebnisse nicht vorenthalten:

Das Bild scene.jpg zeigt die Aufnamescenerie von oben: Rechts im Bild ein Stativ für die Kamera, links davon eine Cephalotus, dann eine U. blanchetti, ganz links eine schwarze Pappe. Das Metermaß verdeutlicht den Tiefenbereich, den ich letztlich scharf bekommen wolle, nämlich vom vorderen Rand des Cephalotus-Topfes bis zu den Utri-Blüten.

Das Bild focus_vorne war das erste Bild der Serie, die Schärfeebene war sehr nahe an der Kamera. Beginnend mit diesem wurden nun insgesamt 10 Bilder aufgezeichnet, die Schärfeebene dabei programmgesteuert immer ein Stück weg von der Kamera verlagert. Für die Scharfrechnung habe ich sechs Bilder ausgewählt, die mir ausreichend erschienen. Die folgenden Bilder demonstrieren die Verlagerung der Schärfeebene: Bei focus_mitte liegt sie im Zentrum der Cephalotuspflanze, bei Bild focus_hinten bei den Utriblüten.

Drei weitere Bilder der Reihe hab´ ich mal unterschlagen.

In jedem der sechs Ausgangsbilder ist nur ein geringer Tiefenbereich wirklich scharf.

Das Bild "kombiniert.jpg" zeigt schließlich das Ergebnis des Scharfrechnens. Man erkennt, dass die Tiefenschärfe nun erheblich größer geworden ist, lediglich bei den Utriblüten treten leichte Verzerrungen auf.

Eigentlich sieht das Ergebnis erheblich (!) besser besser aus, die Dateibegrenzung auf 250 k erforderte leider eine Bildkomprimierung mit den bekannten Qualitätsverlusten.

Dafür, dass dies mein allererster Versuch war, der auch kaum Aufwand erforderte, bin ich von dem Ergebniss echt begeistert !

So wie es aussieht, lässt sich mit einfachen Mitteln zum Nulltarif die Gestaltungsfreiheit beim Photographieren

ganz erheblich steigern. An dieser Stelle möchte ich mal aus der Ferne ein ausgiebiges Schulterklopfen an die uneigennützigen Programmierer solch nützlicher Freeware- Programme richten !!

Falls jemand Lust hat, selber Versuche durchzuführen: Das Firmware-Update funtioniert für eine ganze Reihe von

kompakten Canon- Kameras. Vielleicht gibt es auch ähnliche Modifikationen für Kameras anderer Hersteller.

Bislang konnte ich keinerlei nachteilige Veränderungen an meiner Kamera ausmachen, ich hab´ auch noch von keinen

negativen Erfahrungen mit solchen Manipulationen gehört. Angeblich gibt es aber irgendwelche Modifikationen für Canon-Spiegelreflexkameras (z.B. der 450), hier soll es durchaus zu Problemen kommen, also Vorsicht.

Selbstverständlich kann ich in keinem Fall dafür garantieren, dass Schäden ausbleiben, das Risiko liegt also bei jedem selbst. So, genug für´s erste, mehr Bilder gibt es zu gegebener Zeit.

Jedenfalls hoffe ich, dass der Beitrag von Interesse war und dass Euch die Bilder gefallen haben.

Viele Grüße

Helmut

8529_thumb.jpg

8530_thumb.jpg

8531_thumb.jpg

8532_thumb.jpg

8533_thumb.jpg

Edited by Guest
Posted

Hallo Helmut,

schönes Dff hast Du da gemacht!

So eine ähnliche Aufnahme hatte ich auch schon mal hier gepostet. Meiner Meinung nach, macht sich diese Technik bei Drosera recht gut. Man muss halt nur sehr viel in Photoshop nachbearbeiten um ein wirklich sauberes Ergebnis zu bekommen!

So viel Zeit habe ich damals in meine Aufnahmen aber nicht gesteckt.

Hier mal einer meiner ersten Gehversuche mit der DFF Technik:

http://forum.carnivoren.org/topic.php?id=13413&highlight=drosera&

Sobald ich mir einen gescheiten Makro-Einstellschiltten geleistet habe, werde ich mich wohl mal wieder intensiver damit befassen.

Gruß,

Robert

PS: In dem Verlinkten Thread fehlt ein Bild, ich hänge es mal hier an.

8534_thumb.jpg

Posted

Hallo Robert,

Deine Drosere sieht ja wirklich gelungen aus.

Mit war gar nicht bewusst, dass es schon mal einen Thread dazu gab. Gibt es einen Grund dafür, dass Du so viele Bilder verwendet hast ? Es scheint auch mit weniger Bildern zu funktionieren.

Das Programm combineZ habe ich übrigens mit seinen Default-Einstellungen verwendet. Es liefert so schon ganz brauchbare Ergebnisse, allerdings treten noch minimale Artefakte auf, wie man auch auf den folgenden scharfgerechneten Photos (D. madagascariensis sowie eine kleine Moosgruppe) erkennt. :cry:

Ob man die allein mit Softwareeinstellungen wegbekommt, weiß ich derzeit nicht. Möglicherweise werden sie durch den Umstand (mit)verursacht, dass sich der Bildausschnitt mit der Einstellung der Schärfeebene etwas verändert. Mein Ansatz dazu wäre zu versuchen, die Zoomfunktion mit in das Kameraskript einzubinden, d.h. nach jeder Fokusänderung auch minimal rein- oder raus zu zoomen.

Du hast was von einem Makro-Einstellschlitten geschrieben. Wie sieht so etwas aus ?

Viele Grüße

Helmut

hier noch meine neuen Bilder:

8537_thumb.jpg

8538_thumb.jpg

8539_thumb.jpg

8540_thumb.jpg

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