Andreas Fleischmann Posted September 21, 2009 Posted September 21, 2009 (edited) ¡Hola! Hier ein kleiner Eindruck von Drosophyllum lusitanicum am Naturstandort in Andalusien. Die Pflanzen wachsen in sehr trockenem, sauren Sandboden in Macchia-Vegetation, zusammen mit verschiedenen Hartlaubgewächsen und Zwergsträuchern (Erica, Lavendel-Arten und einige Zistrosengewächse). Dieser Vegetationstyp wird im Spanischen als „brezal“ bezeichnet. Im Mai ist der Boden oberflächlich bereits knochentrocken, und auch mehrere Zentimeter unter der Oberfläche nur sehr leicht feucht. Allerdings sind diese Habitate zur Zeit des Winterregens relativ nasse Sickerfluren, jedoch stets mit guter Drainage (da fast immer mit starkem Gefälle). Die kräftigsten Pflanzen von Drosophyllum wuchsen an sehr steilen, fast senkrechten und nach Süden geneigten Sandsteinwänden in voller Sonne. Südhang nahe Gibraltar mit zahlreichen Drosophyllum lusitanicum. Da es an diesem Standort schon länger nicht gebrannt hat, konnte ich sehr alte Exemplare mit Stämmen von bis zu 50 cm Höhe (und Stammdurchmesser von ca. 2 cm!) sehen, die reichlich verzweigt waren. Dabei konnte ich immer wieder verschiedene Arten von Blatthornkäfern beobachten, die eifrig die Blüten von Drosophyllum (sowie etliche andere gelbe Blüten) besuchten. Auch Bienen und Fliegen sind in der Literatur als Bestäuber von Drosophyllum erwähnt, die Pflanze scheint also an keine speziellen Blütenbesucher angepasst zu sein. Interessanterweise haben einige Zistrosengewächse, die mit Drosophyllum zusammen vorkommen (Halimium lasianthum und einige Arten von Fumana) sehr ähnliche gelbe Blüten mit zahlreichen Staubblättern, die die Käfer auch zwischen den Drosophyllum-Blüten anfliegen. Drosophyllum in “brezal”-Heidelandschaft, zusammen mit Erica multiflora und Lavandula stoechas. Nahaufnahme der auswärts circinat (“Uhrfeder-artig”) aufgerollten Blätter von Drosophyllum. Circinate Knospen sind bei Blütenpflanzen sehr selten (bei Farnen und Verwandten dagegen üblich), und nach außen aufgerollte Blätter finden sich nur bei Drosophyllum lusitanicum, seiner nahen Verwandten Triphyophyllum peltatum (und zwar bei den karnivoren wie auch bei den beiden nicht-karnivoren Blattformen!) und bei den nicht verwandten annuellen Arten von Byblis. Zufall, dass all diese Pflanzen Karnivore sind?? Erica multiflora, eine häufige Begleitpflanze von Drosophyllum an vielen Standorten. Im Gegenlicht am späten Nachmittag leuchten die Drosophyllum-Pflanzen besonders eindrucksvoll. Der starke Honigduft dieser großen Kolonie war schon aus mehreren Metern Entfernung deutlich wahrzunehmen! Standorte von Drosophyllum kann man tatsächlich mit der Nase finden! Drosophyllum lusitanicum und Lavandula stoechas (die Pflanze mit den violetten Hochblättern) Alles Gute, Andreas Edited September 21, 2009 by Guest
Guest Daniel Zastrow Posted September 22, 2009 Posted September 22, 2009 Hallo Andreas, wirklich tolle Bilder. Schade ich hab vor 4 Wochen keine gesehen Aber man muss sich wirklich wundern. So knochentrocken, wie das dort ist, dass die Pflanzen doch so gut klarkommen.
Frank K. Posted September 22, 2009 Posted September 22, 2009 Hallo Andreas, sehr schöne Standortaufnahmen :icn13:Solche Bilder bringen mir mehr als die meisten Kulturbeschreibungen. Ich hätte bezüglich des anstehenden Bodens noch ein paar Fragen an dich und melde mich mal per Mail. Gruß Frank
Eike Matthias Wacker Posted September 22, 2009 Posted September 22, 2009 So einen Südhang hätte ich auch gerne...
Bart Achilles Posted September 22, 2009 Posted September 22, 2009 Danke für die tollen Bilder! Die alte Pflanze mit dem dicken Stamm ist wirklich beeinruckend!
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