Emotopia Posted October 10, 2009 Posted October 10, 2009 Hiho, da ich gerne eine Alternative zu Regenwasser (kaum vorhanden) bzw. dest. Wasser suche, habe ich einen Shop-Betreiber angeschrieben der mit Karnivoren handelt. Dieser meinte zu mir das es da einen Gärtner-Trick gebe, der an sich eigentlich recht simpel ist: Man nehme einen Eimer und lege Sphagnum da rein. Ab und an überprüft man das ganze dann via Teststreifen und wenn das Wasser angesäuert genug ist, kann man es verwenden. So, ich habe danach mal etwas im Internet herumgesucht und kam auf folgendes: http://www.scinexx.de/dossier-detail-323-8.html Hier steht, das Sphagnum, den pH-Wert auf ca. 4 senkt was wie hier zu sehen: http://de.wikipedia.org/wiki/PH-Wert einen ähnlichen PH-Wert wie Wein hat und sogar etwas saurer als normaler Regen ist (5,6). Das ganze wird bewerktstelligt durch Ionenaustausch. Meiner Meinung nach (wie gesagt bin ken Experte) müsste doch so der Kalk regelrecht zerstört werden und auch die Nährstoffe die zuviel im normalen Leitungswasser sind werden durch das Sphagnum aufgenommen (nimmt viel mehr auf als es eigentlich braucht). Einziger Nachteil wo ich vermute: Das Sphagnum macht das auf Dauer nicht mit, außer man lässt auch das saure Wasser wirklich mal im Eimer so das das Sphagnum nicht immer nur das böse gemeine Leitungswasser hat. Soviel zur Theorie. Trinken würde ich das ganze sicherlich nicht, aber als Gießwasser müsste das ganze an sich doch brauchbar sein. Wer hat da Erfahrungen? Welche Argumente gibt es dafür und dagegen? Über das Thema das Sphagnum Wasser ansäuert haben sich ja bereits die Experten bei meinem alten Thread gestritten ( ), allerdings wäre ich nicht auf die Idee gekommen so geeignetes Wasser zu produzieren. Deshalb nochmals die Frage: Gibt es Nachteile bei diesem Wasser? Das hört sich ja fast schon zu einfach an *g*
Thomas Carow Posted October 11, 2009 Posted October 11, 2009 Hallo, Einziger Nachteil wo ich vermute: Das Sphagnum macht das auf Dauer nicht mit Richtig. Sphagnum wird in Kalkwasser schnell kaputt gehen. Man kann sicher mit Sphagnum (wie mit Torf) den ph-Wert senken, was jedoch zur Verwendung für die Karnivoren nicht notwendig ist. Ein ph-Wert von 4-7 dürfte absolut ok sein. Um Kalk zu entfernen, wird Sphagnum nicht zu gebrauchen sein (wie auch Torf). Gruß Thomas
Emotopia Posted October 11, 2009 Author Posted October 11, 2009 Hallo, Richtig. Sphagnum wird in Kalkwasser schnell kaputt gehen. Man kann sicher mit Sphagnum (wie mit Torf) den ph-Wert senken, was jedoch zur Verwendung für die Karnivoren nicht notwendig ist. Ein ph-Wert von 4-7 dürfte absolut ok sein. Um Kalk zu entfernen, wird Sphagnum nicht zu gebrauchen sein (wie auch Torf). Gruß Thomas Oki, das ist eine klare Aussage! Wobei ich, wie der Shop-Betreiber wohl davon ausgingen das das saure Wasser, den Kalk zerstören, so wie es üblich ist bei sauren Regen zu kalken, damit es keine Übersäuerung gibt (sprich Kalk und saurer Regen hebt sich auf). Da das Sphagnum ja lebt, würde dies ja aber wieder das ganze weiter bzw. wieder säuern?! Meine Physik-Kentnisse sind nicht so pralle, aber gerade das mit dem sauren Regen etc. deutet doch eigentlich genau darauf hin. Saurer Regen hat ja meist sogar einen höheren PH-Wert als das Sphagnum-Wasser?! Was habe ich da nun nicht verstanden? *g*
Trax Posted October 11, 2009 Posted October 11, 2009 Hallo, erstmal muss hier ein kleines chemisches Missverständnis behoben werden. Kalk ist Calziumcarbonat CaCO3 - gibst du eine Säure dazu bildet sich Ca + Säureanion und das Carbonat wird zu Kohlensäure - da das Wasser durch die Säure schon sauer ist, wird die Kohlensäure als CO2 ausgasen. Das Ca2+ Ion welches für die Carnivoren bei dieser Menge schädlich ist bleibt aber im Wasser. Deswegen hilft auch kein Essig im Wasser zum Carnivorengießen. Beim filtern mit Sphagnum ist das anders. Als Anpassung an nährstoffarme Gebiete kann Sphagnum Ca2+ und andere Ionen aktiv aufnehmen und gibt dafür H+ Ionen ab (deswegen wird das Wasser sauer). Ansich kann man also mit Sphagnum Wasser entsalzen ABER wenn zuviel Salz im Wasser ist, macht das Sphagnum schlapp und geht ein. Ob und wie lange man mit Sphagnum Wasser aufbereiten kann hängt vom Salzgehalt des Wassers ab. Wenn Dein Leitungswasser einen geringen Salzgehalt und vor allem eine geringe Härte aufweist, ist es möglich. In meinem Aquarium welches bei jedem Wasserwechsel mit 2 Teilen Leitungswasser (hat hier geinge Härte) und 1 Teil dest. Wasser befüllt wird überlebt Sphagnum seit etwa 8 Monaten - wächst aber langsamer als mein restliches Sphagnum. Gruß Stephan
jusch Posted October 11, 2009 Posted October 11, 2009 Welche Argumente gibt es dafür und dagegen? Wenn Du ein relativ objektives Argument dafür oder dagegen suchst, dann besorge Dir ein Leitwertmeßgerät und miß den Leitwert des so behandelten Wassers: Leitwert unter 100 µS/cm ==> geeignetes Gießwasser Leitwert größer oder gleich 100 µS/cm ==> experimentelles Gießwasser 100 µS/cm entsprechen (Faustformel) ca. 65 ppm TDS (Total Dissolved Solids). Den Leitwert (oder TDS) Deines heimischen Leitungswassers kannst Du bei Deinem örtlichen Wasserversorger erfragen (oder manchmal auch auf seiner Homepage finden, wenn dort die Analysewerte veröffentlicht werden), der liegt auf jeden Fall deutlich darüber. Günstige Leitwertmeßgeräte (20-30 EUR) gibt es bei eBay. Ich persönlich kenne nur zwei Arten, um Leitungswasser zu kalkfreiem Gießwasser aufzubereiten: 1. Destillieren 2. Umkehrosmose-Filterung Wobei die Umkehrosmose-Filterung bei den in Deutschland üblichen Stromkosten das weitaus preiswertere Verfahren zur Gießwasseraufbereitung ist, weil es keinen zusätzlichen Strom benötigt, sondern nur Leitungswasser und gelegentlich eine neue Osmosemembrane (Verschleißteil).
Emotopia Posted October 12, 2009 Author Posted October 12, 2009 Nun gut, ein Gerät werde ich mir deshalb jetzt garantiert nicht kaufen. Da unser Wasser hier sehr hart eingestuft ist, würde hier eh recht schnell das Sphagnum hinübergehen (thx @Trax), wobei cih denke das es hier auch wieder auf die Menge des Wassers und des Sphagnums ankommt. Sprich viel Sphagnum + weniger Wasser = schnellere Umwandlung und somit auch schneller geignetes Wasser. Naja ob ich das praktisch iwann mal teste, ka. Aktuell regnet es ja jeden Tag und ich konnte jetzt schon einige Kanister befüllen *g*. Eine Frage habe ich aber noch: http://esistgenug.files.wordpress.com/2009/10/12102009-drotund002.gif?w=509&h=382 Ist dies Sphagnum (also das neben der rotundifolia)? Weil wenn ja, werde ich mir da mal etwas klauen und es ein bisserl vermehren *g*
Thomas Carow Posted October 12, 2009 Posted October 12, 2009 Hallo, nein, ist kein Sphagnum. Gruß Thomas
Emotopia Posted October 12, 2009 Author Posted October 12, 2009 Hallo, nein, ist kein Sphagnum. Gruß Thomas sondern? Weil norm Moos sieht ja anders aus. Evtl. irgendein Unkraut?
Emotopia Posted October 12, 2009 Author Posted October 12, 2009 Ja, wär schön, wenn das so einfach in den Töpfen wachsen würde. Da wachsen verschiedene Moos-Arten von allein - Sphagnum ist leider nie dabei :sad: Naja habe die Pfllanze erst seit heute und die wurde wohl innem Moorbeet gehalten. Deshalb bin ich mir da absolut unsicher. Aber ich schreib mal den Verkäufer an was das fürn Kraut ist *g*
Guest Posted October 12, 2009 Posted October 12, 2009 sondern? Weil norm Moos sieht ja anders aus. Evtl. irgendein Unkraut? Ist einfach irgendein anderes Moos. Und 'normales' Moos sieht ebenfalls völlig anders aus als Sphagnum, insofern dürfte Sphagnum auch kein Moos sein, weil es anders aussieht als 'normales' Moos
Emotopia Posted October 12, 2009 Author Posted October 12, 2009 Ist einfach irgendein anderes Moos. Und 'normales' Moos sieht ebenfalls völlig anders aus als Sphagnum, insofern dürfte Sphagnum auch kein Moos sein, weil es anders aussieht als 'normales' Moos Gut dann schau ich mal wo ich noch welches herbekomme. Kann man Sphagnum eigentlich auch in der Wohnung kultivieren? Weil draußen friert es ja bei den Temperaturen ein (zumindest demnächst). 1
Guest Posted October 12, 2009 Posted October 12, 2009 Sphapnum kann man im Haus kultivieren, ich habe einfach etwas im mein kleines Terrarium zwischen die Topfe geschmissen und es vermehrt sich fröhlich. Außerdem ist heimisches Spahagnum völlig winterhart, das kann ruhig durchfrieren, macht ihm nichts aus.
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