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capensis - überraschend mäßiger Erfolg bei Massensaat


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Ich verliere immer mehr die Lust an Pflanzen, weil sie bei mir so rumzicken. Ich hatte vor einigen Monaten mal Kap-Sonnentau massenhaft in einen kleinen Blumentopf mit normaler Blumenerde gepflanzt (und mit destillierten Wasser gegossen). Die wuchsen prima. ... Allerdings haben sie jetzt plötzlich Tautropfenprobleme.

Naja, ich hatte dann massenhaft Samen von einem roten Kap-Sonnentau aus meinem Moorkübel geerntet und auf eine große Schale mit Weißtorf gestreut. (Ich hatte ihn auch gut angedrückt.)

Hat jemand bei Betrachtung des folgenden Fotos eine Idee, was das Problem ist? Sind die Samen vielleicht von den Genen her zu sehr für das Klima draußen angepaßt?

Droseraschale_maessiger_Erfolg.jpg

Da hätte ich auch was platzsparenderes nehmen können, wenn ich gewußt hätte, daß sowas passiert. Ich muß alle zwei Tage von oben mit der Sprühflasche nachfeuchten, weil unergründlicherweise - und nie zuvor passiert - der Torf dauernd zumindest oberflächlich austrocknet. Ich vermute zwar, daß der Rand durch die Abschrägung nicht so gut Wasser bekommt, aber die Schale steht in Wasser und Torf sollte Wasser doch gut aufnehmen. Ich hatte die Schale vorher auch schonmal mit Torf und Sonnentau (weniger dichter Bewuchs) und da gab es nie solche Probleme.

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Eike Matthias Wacker
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Ich verliere immer mehr die Lust an Pflanzen, weil sie bei mir so rumzicken. Ich hatte vor einigen Monaten mal Kap-Sonnentau massenhaft in einen kleinen Blumentopf mit normaler Blumenerde gepflanzt (und mit destillierten Wasser gegossen). Die wuchsen prima. ... Allerdings haben sie jetzt plötzlich Tautropfenprobleme.

Eine Antwort hast du dir ja schon selber gegeben.

Posted (edited)

Das war auch nur als Beispiel, daß dieser Sonnentau viel besser wuchs als der in der großen Schale jetzt.

Das Foto der Schale ist 2,5 Monate nach der Ansaat. Da war der Sonnentau vom Blumenerde-Experiment schon um ein vielfaches weiter. Allerdings war das alba und von zimmergehaltenen Pflanzen.

Ich hab so den Verdacht, daß der Torf am Rand nicht so gut verdichtet ist wie in der Mitte, wo ich ne Glasplatte drauf hatte. Vielleicht brauchen die zarten Wurzeln mehr Kontakt zum Substrat. Andererseits wächst Sonnentau ja sogar in Wasser ohne Substrat besser.

Edited by Hardy
Eike Matthias Wacker
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Ich vermute mal, fast alles grüne auf den Bild sind D.capensis Sämlinge (könnte auch Moos sein...).

Dann sehe ich nur das Problem, dass zu viele Pflanzen auf zu wenig Raum sind.

Posted (edited)

Ein Problem ist DAS gerade nicht. In der Mitte wachsen sie recht gut. Zum Rand hin würde ich mir diese Bewuchsdichte wünschen. Ich habe nämlich überall mit gleicher Dichte gesät. Nur meine anfängliche Idee mit der Wahrscheinlichkeitsverteilung und natürlichen Auslese kam nicht hin: Keimlinge sind nicht verstreut, sondern in ganzen Bereichen massenweise abgestorben, und auch das Keimverhalten an sich war so. Auf einigen Fleckchen keimte NICHTS.

Aber das Fehlen von Moos ist auch so ein Ding, was ich mir nur mit der mäßigen Durchfeuchtung erklären kann. Normalerweise hat sich bei meinem Torf nach dieser Zeit immer Moos gebildet.

Übrigens habe ich anfangs Kunstbeleuchtung dazugegeben; stundenlang die Halogenlampe drüber, aber das hat die Verdunstung nur noch beschleunigt, daher mache ich mir ohne das, nur mit Zimmerbeleuchtung, mehr Hoffnung.

(Den Scherzvergleich von D. capensis mit Unkraut werde ich jedenfalls nicht mehr verwenden.)

Naja, ich gehe da mittlerweile zunehmen mit Gleichgültigkeit ran und wollte nur mal zeigen, wie eine Ansaat völlig ungeplant verlaufen kann. Hab mich wie gesagt mittlerweile dran gewöhnen müssen, daß viel abstirbt. Und da sind unter anderem auch Trauermücken schuld, aber nicht in der gezeigten Schale. Ich habe einige Töpfchen mit ganz jungen Dionaeae, und die wachsen ja nun so langsam, daß sie dieser Gefahr nicht entwachsen können. Bin da schon des öfteren mit Pinzette und Taschenlampe auf Larvenjagd gegangen.

Edited by Hardy
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Hallo, also erstaunlich finde ich schon mal dein Experiment mit Blumenerde. noch erstaunlicher, dass die Pflanzen noch (?) leben, das würde mir aber auch die Tropfenprobleme erklären. Sie sind einfach überdüngt und früher oder später erledigt.

Zu deiner neuen Schale. Wenn da Droseras wachsen, das ist schon bei den Keimblättern unter einer Lupe zu erkennen, dann sind es sicher viel zu viele. Sie werden sich gegenseitig ausschalten durch Absterben einzelner, die dann andere mitziehen, dies ist mir schon bei deutlich lockerer Aussaat passiert. Ehrlich gesagt, ich glaube das ist hauptsächlich Moos, kann man aber auf dem Bild kaum sehen.

Warum du keinen Wasserzufluss hast ist merkwürdig. Entweder du hast den Torf trocken eingesetzt, dann musst du mal stark von oben wässern bis es unten abläuft. Trockener Torf ist ein bekannt schlechter Wasseraufnehmer. Andere Möglichkeit wäre ja nur, du hast unten gar keine Löcher für Wasserdurchfluss in der Schale (das trau ich dir aber nicht zu), so wäre nur noch, du hast zu wenig Wasser im Untersetzer und es fehlt einfach der Kontakt zum Substrat.

Das mit den Wurzeln kannst du getrost vergessen, sonst wäre es gar nicht zu einer Keimung gekommen, Gene verändern sich nicht übern Sommer, das dauert Generationen bis da was verändert bleibt.

Die Ungleichmäßigkeit im Bewuchs könnte durch eine vielleicht starke Erwärmung am Rand der Schale durch die Beleuchtung entstehen.

Eike Matthias Wacker
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Das Problem mit dem Wassermangel ist wahrscheinlich folgendes:

Zu viel Oberfläche; zu wenige Löcher unten in der Schale.

Posted (edited)

Hm, ich hätte nicht gedacht, daß bei einem so langsamen Wassserverbrauch der freie Fluß so wichtig ist. Ich habe unten ein Stück wasserdurchlässigen Stoff eingelegt, damit der Torf nicht nach unten durch die vier Löcher durchrieselt und auch damit die Wurzeln nicht herauswachsen. Durch den Wasserdruck im Untersetzer müßte das doch eigentlich schneller durchsickern, als es verdunstet.

Hm, vielleicht tut es das, aber der Torf überschreitet nie einen gewissen Feuchtigkeitsgrad. Ich werde mal den Stoff entfernen. ... Oder mal einen höheren Untersetzer verwenden.

Nachtrag: Hab die Schale jetzt in einer tiefen Überschale und diese bis zum Rand gefüllt. Die Torfschale schwimmt auf. Also werde ich es wohl so lassen. Bei meinem Dionaeae habe ich auch einen hohen Übertopf. Das verringert zugleich auch die Zahl der nötigen Nachfüllungen.

Edited by Hardy
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Wenn du unten einen wasserdurchlässigen Stoff hast, musst du den Wasserstand im Untersetzter deutlich erhöhen, da der Stoff das Wasser nicht so gut an den Torf weiter leitet als wenn nur Torf drin ist.

Das andere Problem warum aktuell die Pflanzen nicht so gut wachsen, ist das nicht mehr so viel Licht und Wärme wie im Sommer vorhanden sind. Und das dritte Problem ist einfach, das die Pflanzen viel zu eng stehen. Ich habe vor 3 Monaten auch D. Capensis einfach mal so eingesäht und seit 2 Monaten tut sich nichts mehr, da auch meine so eng aneinander stehen wie deine.

Posted (edited)

Denen in der Blumenerde machte die dichte Saat nichts aus. Das ist mittlerweile ein kleines 'Wäldchen'.

Nachtrag:

Seltsam: die Schale schwimmt immer noch. Luftblasen unter dem Schalenrand müßte ich durch das schräge Einsetzen eigentlich vermieden haben, und das allererste Wässern geschah auch über Einfüllen in den Untersetzer, also müßte Luft unten im Torf eigentlich nach oben verdrängt worden sein.

Edited by Hardy
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Also hast du tatsächlich trockenen Torf eingesetz!? Sonst müsste deine Schale kompromisslos untergehen, ein Aufschwimmen ist bei durchnässtem Torf so nicht möglich. Oder dein Trick mit dem Stoff hat so abgedichtet, dass er von unten her ausgetrocknet ist.

Ich würde an deiner Stelle die Schale aus dem Untersetzer nehmen und mit einem ganz feinen Zerstäuber von oben her so lange durchwässern bis unten aus den Löchern Wasser ausläuft. Mit einem Pumpensprühflasche geht das recht gut, hast eine mit Handsprüher - viel Spaß gibt ein gutes Bodybuilding, denn es dauert bis sich der Trof richtig einnässt!

Grob und schnell wässern bringt nicht viel, da sich dann das Wasser konzentriert und genauso durchfließt ohne den Torf gleichmäßig zu befeuchten. Außerdem spülst du dann unnötig die kleinen Pflanzen aus dem Substrat aus. Wenn du nun die Schale zurück in den Untersetzer stellst ist sie erstens wesentlich schwerer als vorher und wird zweitens garantiert nicht mehr aufschwimmen.

Kleine Hilfe, bohre an einer unbewachsenen Stelle mit dem kleinen Finger ein Loch und fühle wie nass der Torf unten ist, er kann unten nicht trockener sein als oben.

Posted

Also ich sprühe schon immer Wasser von oben drauf, um die Oberfläche wieder gut durchzunässen, aber es trocknet immer wieder aus. Ich hatte anfangs die Schale mit trockenem Torf in den Untersetzer getan, diesen gefüllt und dann oben überschwemmungsmäßig gewässert, damit die Saat schneller keimen kann. Wer weiß, vielleicht hat dies das Entweichen der Luft nach oben verhindert. Allerdings sieht die jetzige Torfoberfläche recht luftdurchlässig aus.

Ich habe an einer Stelle mal vorsichtig mit der Pinzette gebuddelt. Mindestens nen halben Zemtimeter tief ist der Torf zumindest feucht. Reicht aber wahrscheinlich nicht. Ich werde morgen mal kleine Löcher in den Stoff pieksen. Überschwemmungsmäßiges Wässern wäre glaube ich nicht mehr so gut, weil es die Pflänzchen ausspülen könnte.

Posted

Da wirst du um sehr kräftiges Weitersprühen nicht rum kommen. Einfach so lange weitermachen bis auch ganz unten die gleiche Feuchte angekommen ist, gegebenenfalls dies über mehrere Tage vorsichtig fortführen. Der trockene Torf unten wird dir nie die nötige Kapillarwirkung erzeugen, um deine Sämlinge am Leben zu halten.

Ich habe momentan einen Eimer mit Wasser auf dem Balkon in dem noch frischer Torf schwimmt, den ich darin zum Umtopfen verwendet habe. Den entnommenen Torf habe ich stets gut durch gematscht und im Topf noch mal begossen, damit er sich richtig vollsaugt = Farbe Dunkelbraun. Der Resttorf im Eimer ist immer noch hell und schwimmt wie gesagt, seit einer Woche. Die Klumpen sind im Inneren noch trocken wie aus der Packung. Also künftig erst in Wasser gut durchmatschen, dann in das Pflanzgefäß geben.

Posted

Ja, Danke für die Durchwässerungstips. Das war mein Fehler. Die Schale stand von Anfang an in Wasser und bekam gleichzeitig von oben welches, aber zu wenig. Ich habe jetzt einfach immer weitergesprüht, solange es sich nicht staute - was es eigentlich nie tut - und es bildeten sich nacheinander an mehreren Stellen Luftblasenaustritte. Jetzt scheint die Luft größtenteils raus zu sein. Die Schale kratzt quasi schon auf dem Boden der Wasserschale. Ich scheue mich nur davor, sie aus dem Wasser zu nehmen und durchlaufen zu lassen, weil dann der Druck von unten fehlt, um die Luft auszutreiben. Möglicherweise würde ich so von unten wieder Luft reinbekommen. Aber das Hauptproblem dürfte jetzt gelöst sein.

Ich habe auch an den kahlen Stellen nochmal neue Saat gestreut, denn ich habe wirklich reichlich davon geerntet.

  • 3 weeks later...
Posted (edited)

Nach dieser Aktion, nachdem der Wasserstand niedrig war, habe ich wieder aufgefüllt, aber die Schale schwamm schon wieder auf. Obwohl damals Luft nach oben entwich, war es wohl nicht die ganze, und die Schale sank wegen des 'Füllgewichts' auf den Grund.

Jetzt habe ich nochmal stark von oben gewässert, aber vorher ein paar Löcher mit einer dicken Nadel ins Gewebe der Bodenlöcher gestochen. Der Stoff, obwohl grob genug, fühlte sich leicht glitschig an. Er ist wohl etwas aufgequollen und hat daher viel Durchlässigkeit eingebüßt.

Eine Stunde nach diesen Maßnahmen lag die Schale fest auf dem Grund der Überschale auf UND der Wasserstand in dieser war gesunken.

Man darf also zur Abdeckung der Bodenlöcher nur einen Stoff nehmen, der so grob ist, daß man ihn als "Netzgewebe" bezeichnen kann.

Edited by Hardy
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Zur Abdeckung von Bodenlöchern würde ich es handhaben wie bei Muttern.

Einfach einen alten Tontopf zerdeppern und eine große Tonscherbe mit der Wölbung noch oben auf das Loch legen, dann das Substart vorsichtig einfüllen, das die Scherbe nicht verrutscht. Es geht doch eh nur darum, das Ausspülen des Substates in den ersten Wochen zu verhindern, da langt das allemal.

Posted (edited)

Sorry, Doppelpost.

Edited by Wolfgang Liere
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Ich hatte noch einen zweiten Zweck im Sinne, daher der Stoff: Verhinderung des Herauswachsens von Wurzeln.

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