Zum Inhalt springen

Wildsammlungen verkaufen im CPUK-Forum


Marcus Vieweg

Empfohlene Beiträge

Hallo,

aber auch bei diesen Händlern können wir nicht feststellen, ob sie wirklich nur züchten oder auch einfach drauf lossammeln wie im CPUK-Forum.

Und Ebay finde ich nicht mehr bedenklich als jeden anderen Internetshop.

mfg

Bearbeitet von Julian Beier
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Dann bin ich also auch eine "bedenkliche Quelle" :ak:

Ich kenne viele hier im Forum, die über Ebay Samen und Pflanzen verkaufen und das sind ganz normale Hobbyzüchter. Habe da oft selber gekauft und verkaufe auch - hoffentlich weiterhin völlig unbedenklich. Ich kann zumindest von allen meinen Pflanzen und Samen die Herkunft nennen.

Darum schrieb ich ja auch 'so ziemlich alles'. Ich weiß, daß auch Mitglieder der diversen Umweltvereine Samen und auch Pflanzen in diversen Verkaufsplattformen anbieten. Bei Nachfrage an den Anbieter sieht man meist eh sehr schnell, woran man ist. Häufig ist auch schon am Inserat selbst zu erkennen, ob windig oder nicht. Und wenn glaubhaft erklärt werden kann, woher die Samen/Pflanzen stammen, dann paßt's ja.

lg only_eh

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

aber auch bei diesen Händlern können wir nicht feststellen, ob sie wirklich nur züchten oder auch einfach drauf lossammeln wie im CPUK-Forum.

Tja, dann beißt die Katze sich aber in den Schwanz... Trotzdem bin ich der Meinung, daß man mit etwas gesundem Menschenverstand sowie Sachkenntnis und Nachfragen die Spreu vom Weizen trennen kann. Ganz verhindern werden wir hier Raubbau sowieso nicht können.

Ich find diese Diskussion sehr interessant und sie hat mir auch den ein oder anderen Denkanstoß gegeben. Bin zwar relativer Neuling in karnivoren Pflanzen, aber schon lange mit Umweltschutz befaßt. Es ist hier wie da sehr schwierig und teilweise unlösbar. Das Problem fängt da an, wo jemand etwas unbedingt haben *muß*. Es ist wie überall am Markt: Angebot und Nachfrage. Und Ethik...

lg only_eh

Bearbeitet von only_eh
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

wirklich mal eine schöne sachliche Diskusion hier. Ich für meinen Teil denke das hier im großen und ganzen alle der selben Meinung sind, Kommerzielles absammeln in Massen NEIN und kontrolliertes Absammeln in Maßen JA. Doch wie kann man dieses Problem lösen ohne die Diskusion endlos weiterzuführen? Eine Möglichkeit währe meiner Meinung nach das sich die Weltweit verteilten Karnivorenvereine einfach zusammentun und ausgewählte Experten geringe Samenmegen die dem Wildbestand nicht schade entnehme und an Erfahrene Züchter verteilen die sie dann zur weiteren Vermehren verwenden können um eine hohe Genetische Varriabilität in Kultur zu erhalten. Dieses Kontrollierte Absammeln hätte dann folgende Effecte:

1: Kommerziellen Wildsammlern wird die Grundlage genommen da genügend unterschiedliches Pflanzenmaterial in Kultur ist.

2: Die aus den Samen gezogenen Pflanzen können gekennzeichnet werden um nachzuvollziehen wie viele unterschiedliche Klone es in Kultur gibt um sie generativ weiter zu züchten (oder weiß jemand von euch wie viele unterschiedliche Drosera regia oder Cephalotus Klone es allein in Deutschland gibt ? ). Es könnte so laufen wie bei der Hundezucht mit Stammbaum.

Das ganze ist natürlich nur eine Idee und hat sicher noch einige Schwachstellen oder ist vieleicht sogar totaler Quatsch aber nur vom Diskutieren ändert sich die Welt nunmal nicht.

MFG

Kai

Bearbeitet von Kai Becker
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo zusammen....

ich meine, sich der Natur zu bedienen und Gewinne zu machen ist weder neu noch verwerflich, weder in exotischen Regionen noch für unser eigenes Land. Hierzulande werden Beeren und Kräuter gesammelt und auf dem Wochenmarkt verkauft, dort sind es halt Orchideen, Kakteen, Carnivoren usw.

Von der Natur zu leben ist unser gutes Recht als Species auf diesem Planeten, alle anderen Lebenwesen machen es genau so, es sichert unser Überleben, zumindest vorübergehend....

Sicherlich haben Menchen zum Aussterben zahlreicher Tier- und Pflanzenarten geführt, in den weitaus meisten Fällen waren aber Colateralschäden durch Umgestaltung natürlicher Biotope (Äcker, Kulturwälder, Bebauung usw.) und dem Einsatz von Agrarchemie für die Bedrohung der Arten verantwortlich. Die Entnahme von Pflanzen und Tieren aus der Natur ist zumeist unproblematisch, allerdings mit (vielleicht mehr) Ausnahmen:

1. Endemische Vorkommen

2. Infolge der Biotopzerstörung nehmen die Individuenzahlen ab, entsprechend den Gesetzen des Marktes steigen die Preise für Exemplare der betroffenen Arten dramatisch. Die Nutzung natürlicher Resourcen (hier wäre dann der Begriff Wilderei angebracht) kann dann natürlich schnell den Todesstoß bedeuten.

Es gibt aber auch paradox anmutende Fälle: Das Leder von Krokodilen und Alligatoren ist für die Herstellung von Handtaschen und Schuhen so sehr begehrt, dass diese Tiere in ihrem Bestand durch Jagd stark gefährdet wurden. Man hatte dann irgendwann erkannt, dass man nichts verkaufen kann, was nicht mehr da ist, und begann, Krokos in Farmen zu züchten. Auch wenn mir persönlich die Vorstellung nicht zusagt, dass Krokodile wie blöde Hühner in einem Stall gehalten werden, so ist doch der Umstand, dass die Farmhaltung der Arterhaltung dient, inzwischen unumstritten.

Eine einfache Verhaltensregel zum Naturschutz (kaufen/ verkaufen/ verzichten/ verbieten...) lässt sich wohl kaum aufstellen, eine starke Maßnahme ist es aber, darüber nachzudenken und sachlich zu diskutieren. In sofern finde ich es gut, dass Marcus diesen Thread gestartet hat, indem bislang weitestgehend zivilisiert gestritten wurde.

Viele Grüße

Helmut

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Eike Matthias Wacker

Hallo,

das Thema ist sehr interessant und Kais Idee finde ich gar nichtmal so schlecht. Schließlich sind Stammbaumhunde um einiges wertvoller als welche ohne Stammbaum, doch wieviel ist der Einzelne gewillt für eine Pflanze auszugeben, nur weil man dann weiß, wer die Vorgenerationen gehalten hat.

Nur ist es doch sehr schwer den "erfahrenen Züchter" vom "egoistischen Sammler" zu trennen, so muss man doch davon ausgehen, dass Weiterzüchter nen ganzen Batzen Geldscheine auf den Tisch legen muss, um an diese neuen Pflanzen ranzukommen und nicht wie jetzt einfach selbst in die Tropen reist und sich selbst ein paar Samen mitzubringen, um sich sie selbst in In-Vitro zu vermehren.

Gruß

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

@ Eike: Die Idee mit dem Stammbaum solte lediglich zur Kontrolle des Pflanzenbestands in Kultur eingeführt werden wo es notwendig ist (zb. bei Selbststerilen oder bedrohten Arten) und nicht der Wertsteigerung der Pflanzen dienen. Das es natürlich wie du schon sagtest egoistische Sammler gibt die sich nur bereichern möchten kann man nie ausschließen. Glücklicherweise habe ich auf verschiedenen Treffen usw. auch festgestellt das der großteil der GFPler sich wirklich für die Pflanzen interessiert und das Kommerzielle interesse eher im Abseits steht. So kann man durchaus auch mit vielen Mitgliedern Pflanzen Austauschen ohne eine Gewinn/ Verlustrechnung aufzustellen und hat dann noch den Vorteil das wenn die eigene Pflanze mal eingeht eine Quelle da ist wo man wieder einen Steckling oder eine Pflanze umsonst herbekommt. Es erfordert natürlich eine gewisse Selbstüberwindung soviel vertrauen gegenüber anderen aufzubringen da man grundsetzlich davon ausgeht das Menschen egoistisch handeln aber hat man erst mal die richtigen Leute gefunden ist das eine riesige bereicherung für das Hobby und den Arterhalt in Kultur.

MFG

Kai

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

ich Grunde genommen hat jeder, der hier gepostet hat, recht: eine echt komplexe Sache. Ich finde Kais Idee gut. Es wäre in der Tat die einzige Lösung. Gerade bei Karnivoren gibt es viele endemische Arten, die weltweit nur an einer einzigen Stelle vorkommen. Wenn dann die Bagger kommen, und vorher wegen der Umweltschutzbestimmungen kein Samen gesammelt werden durfte, ist die Pflanze futsch. Ich finde, man sollte durchaus eine einmalige (!) entnahme von Wildsamen erlauben, und diese dann unter botanische Gärten und anerkannten, verantwortungsbewußten kommerziellen Experten verteilen, die behördlich bestätigt ihre Pflanzen künstlich vermehren.

Dennoch finde ich es wichtig, sonstige Wildsammlungen eindeutig zu verurteilen. Daß von den neu entdeckten Nepenthes Arten so viele schon im Umlauf sind, finde ich ehrlich gesagt schon schockierend. Das scheint mir auch nix mehr mit "einmaliger Entnahme" zu tun zu haben. Ich Gegenteil, ich habe das Gefühl, da werden immer mehr Hemmungen abgebaut. Wenn man sagt, "ja, so schlimm ist es nicht", rechtfertigt man es auf eine gewisse Art und Weise und baut weiter Hemmungen ab. Das, was da im CPUK Forum läuft, ist für mich jedenfalls nicht OK, und der Typ der sie verkauft, scheint, rein von den Fotos, die ich in anderen Threads von ihm gesehen habe, auch nicht gerade am Hungertuch zu nagen. Die offizielle Aussage muß eine eindeutige Verurteilung von Wildentnahmen sein - wo kommen wir sonst hin? In Stewart Mc Phersons Nepenthes Buch schildert er ja, was passiert, wenn Sammler sich selbst bedienen.

Man muß ein Unrechtsbewußtsein schaffen und erhalten!

Natürlich könne wir Wohlstands-Westeuropäer schlecht anderen Völkern Vorschriften machen, vor allem, solange wir selbst ganz ohne dringenden Grund unsere Natur zerstören: Letztens ist bei meinen Eltern im Schwarzwald ein Standort von Orchideen und Pinguicula vulgaris von Raupenfahrzeugen plattgemach worden, weil das Regierungspräsidium meinte, es fehlten Wanderwege (die Gegend wimmelt nur so von Wanderwegen) und die Ecke müsse touristisch besser erschlossen werden. Natürlich hat man die umliegenden Wälder auch gleich abgeholzt. Als ich mir eines Sonntags die wirklich beeindruckenden, ultramodernen Bagger und Raupenfahrzeuge da angesehen habe, mußte ich auch denken: "Na, wir kritisieren das Abholzen von Tropenwäldern in armen Ländern, in denen die Leute sonst nix haben, aber hier machen wir das selbe, und angesichts der Maschinen, die hier eingesetzt werden, kann ich nicht davon ausgehen, daß der Unternehmer das hier macht, weil er am Verhungern ist". Die von mir kontaktierte Umweltbehörde hat sich erst betroffen gegeben und dann doch nichts unternommen. Sie haben noch nicht mal die paar Restbestände eingezäunt, wie sie es mir zugesichert hatten. Das Holz der gefällten Bäume wurde natürlich verkauft, die Namen der Käufer standen schon auf den Stämmen. Ein Massaker. Heute. Mitten, in einem so vollgefressenen und angeblich umweltbewußten Land wie unserem. Entgegen aller eigenen Umweltschutzbestimmungen und Gesetzen!!! Und es gibt noch viele andere Beispiele...

Fazit: Wir sind als reiche Industrienation auch nicht besser und sind in einer schlechten Position, um anderen Vorwürfe zu machen. Was wir aber sehr wohl dürfen, ist als Verein für fleischfressende Pflanzen (bzw. als CPUK) und als Individuen eine eigene moralische Auffassung dieser Dinge zu haben und zu sagen: "Sorry, das verstößt gegen unsere Vereins-/Forumsregeln und Wertevorstellungen und deswegen läuft sowas hier nicht. Bietest Du noch einmal Wildentnahmen zum Verkauf an, wird Dein Account gelöscht".

Ich finde, man darf in Foren von Gesellschaften wie der unseren, die sich offiziell für den Umweltschutz einsetzen, Wildentnahmen nicht legitimieren! Wie gesagt, das Mindeste, was wir tun können, ist ein Unrechtbewußtsein zu schaffen und zu erhalten!

Gruß,

David

Bearbeitet von David M.
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@David -> Danke, ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Das sind auch meine Gedanken dazu.

Bezüglich ebay: Ok, ich habe, möglicherweise wegen meiner nicht allzugroßen Liebe zu ebay, das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Mea culpa. Eine Suche über Nepenthes und 'weltweite Anbieter zeigen' ergab allerdings wieder 2 Angebote, die für mich 100%ig nach wildem Samen abernten aussahen (wild fresh seeds) und auch wenn es die Arten, die aus Malaysia, Thailand etc angeboten wurden, bereits länger in Kultur gibt - ganz koscher kommen mir etliche der Angebote trotzdem nicht vor. Meine Meinung hat sich nach dieser Suche trotzdem revidiert: Der Großteil der Angebote, vor allem aus dem Europäischen Raum, macht einen seriösen Eindruck, soweit ich das beurteilen kann. Und im Zweifel kann ja dann immer noch nachgefragt und die Entscheidung für oder wider gefällt werden. Wie gesagt, Überreaktion meinerseits und ich wollte niemanden auf die Füße steigen, ganz sicher nicht :-)

Und ja - selbstverständlich wäre auch ich (genauso wie jeder andere Karnivorenliebhaber) froh, wenn ich eine langgesuchte Pflanze endlich mein Eigen nennen kann. Ich möchte allerdings guten Gewissens diese Pflanze dann mein Eigen nennen können. Ich denke, da geht's mir genauso wie allen anderen hier.

lg only_eh

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

ich muß Thomas G. recht geben: Die Leute da unten haben ein völlig anderes Interesse, als bestimmte Pflanzen zu schützen. Ich habe mal zu meinen Anfängerzeiten von Thomas Carow einen Film gesehen: Am Anfang zeigt er einen Einheimischen, der seinen Kindern die einzigartige Natur zeigen will. Sie schnitten Nepenthes-Kannen ab, um Reis darin zu transportieren und sogar zu garen. Das Kannensekret von noch geschlossenen Kannen (antiseptische Wirkung) wurde zum Gesicht waschen verwendet. Was muß man dazu machen: Richtig, die Kanne abschneiden und aufreißen!

Klar, das wird die gesamte Pflanze nicht umbringen. Zeigt aber, daß im Dschungel einfach genommen wird, was man braucht. Und wenn da was ist, was die eh schon mickrigen Resourcen aufbessert, wird es genutzt!! Egal, was es ist.....

Mal ehrlich (wie Rolf auch schon meinte): Wenn irgendeiner sagt, er habe hier D. rotundifolia, dort D. anglica und D. intermedia (in Massen!!!) gesehen und hat absolut nichts mitgenommen, dann glaube ich das nicht!! Ich bin mir sicher: In jedem von uns ist irgendwo der Wunsch, eine Original-Pflanze zu haben und wenn sie nur aus Samen gezogen wird (geschweigedenn eine Pflanze entnommen wurde). Aber derjenige behält es natürlich für sich, denn es ist ja VERBOTEN und will hier im Forum nicht niedergemacht werden deshalb.

Meine persönliche Meinung: Pflanzen rausreißen ist absolut nicht tragbar, wobei ich bei SamenERNTE nichts auszusetzen habe!

Grüße

Tobias

Bearbeitet von Tobias Kulig
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Rolf Zanchettin

Wenn die einheimischen Führer wissen, daß man sich für Kannenpflanzen interessiert, wecken sie einen morgens, und zeigen stolz die Pflanzen vor ...

Ja, so gings mir auch, halt mit Drosera - nachfolgendes Bild entstand nachdem ich zu Beginn der Tour durch die Gran Sabana unseren Guide gefragt habe ob er mir Standorte von Carnivoren zeigen kann. Drei Minuten später war er mit ner ausgerupften D. roraimae wieder da. Danach habe ich nicht mehr gefragt, sondern selbst gesucht. ;-)

post-602-1260171596,1072_thumb.jpg

... Was meint ihr, wo die aus Samen gezogenen Pflanzen herkommen.

... Die Samen stammen alle aus kommerziell motivierten Wildsammmlungen.

Das ALLE unsere Pflanzen irgendwann mal der Natur (sei es als Samen oder als komplette Pflanze oder als Teilstück) entnommen wurden, sollte denke ich, jedem der auch nur über ein klein bisschen Hirnschmalz verfügt, klar sein.

Also Leute; jetzt seid auch konsequent und boykottiert Borneo Exotics!

... Mit den Maßstäben, die hier angelegt wurden, sind Borneo Exotics und Andreas Wistuba ebenfalls bedenkliche Quellen.

Thomas, dieser Vergleich hinkt doch total. Meiner Meinung nach ist es vertretbar, wenn ein paar, bzw. eine handvoll Samen entnommen werden, aus welchen nachher Pflanzen zur in vitro Kultur gezogen, diese weitervermehrt und dann verkauft werden.

Die Geschichte hier stellt sich für mich aber ganz anders dar. Hier scheint es doch so zu sein das dort eine Samenkapsel nach der anderen "geerntet" und auf Ebay, im Cpuk Forum und was weiß ich noch wo verschleudert wird. Ich sehe da einen deutlichen Unterschied.

Meine persönliche Meinung: Pflanzen rausreißen ist absolut nicht tragbar, wobei ich bei SamenERNTE nichts auszusetzen habe!

Das sehe ich (vorausgesetzt es sind genügend Pflanzen, bzw. Samenkapseln vorhanden und die Entnahme tut dem Bestand "nicht weh") ebenso.

Viele Grüße

Rolf

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Meiner Meinung nach ist es vertretbar, wenn ein paar, bzw. eine handvoll Samen entnommen werden, aus welchen nachher Pflanzen zur in vitro Kultur gezogen und diese gezogenen Pflanzen dann verkauft werden.

Borneo Exotics verkauft nicht ausschließlich invitro gezogene Nepenthes, sondern auch aus Samen gezogene. Das geht aus der Preisliste eindeutig hervor.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Rolf Zanchettin

Und ob jetzt direkt aus einem Wildsamen gezogen oder aus aus Wildsamen gezogenen Pflanzen in-vitro vermehrte Pflanzen, macht auch keinen großen Unterschied.

Ich denke das macht wohl einen Unterschied, weil für eine in vitro Vermehrung weitaus wesentlich weniger Samen benötigt werden als zur herkömmlichen generativen Vermehrung. Oder sehe ich das falsch?

Viele Grüße

Rolf

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

jetzt gibt es hier Leute die sagen, es ist ok ein paar Samen aus der Natur zu entnehmen, solange „der Bestand gesichert“ ist. Das ist richtig und sehe ich genauso. Doch wer entscheidet über richtig und falsch?

z.B. sagt Rolf es ist vertretbar bei Massen von Pflanzen ein paar Samen mitzunehmen, aber er hat was dagegen wenn Pflanzen einfach so ausgerupft werden.

Jetzt kann ich sagen, Moment: Wo ist der Unterschied, bzw. was ist schlimmer?

Ist es wirklich nicht schlimm eine Samekapsel mitzunehmen aus der eventuell eine Vielzahl von Pflanzen gewachsen wäre?

Wenn ich jetzt D.regia als Beispiel nehme, erscheint alles in einem ganz anderen Licht?!

Jetzt läuft da einer an einem Bestand von 30-50 D.regia vorbei und denkt sich: Ach da stehen hier so viele rum, da machen doch die paar Samen in der Samenkapsel die ich gerade abgezupft habe nichts aus. Nur dumm das der Gute Man nicht weiß das er gerade bei den letzten Pflanzen dieser Art steht…………

Mit meinem Beispiel will ich nur sagen das es in der Verantwortung jedes einzelnen liegt. Man sollte sich auf jeden Fall immer erst Gedanken machen bevor man handelt. Nur durch gute Information, Diskussion und Denken ist es Möglich den Einzelfall zu erörtern und für sich selbst einen Schluss zu ziehen.

Die Samen im CPUK Forum werden verkauft. Geht es um reinen Profit? Ist das wirklich vertretbar?

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Rolf Zanchettin

Hallo,

bevor ich hier falsch verstanden werde: Die oben gemachte Aussage bezieht sich auf meine im Urlaub gemachten Beobachtungen und auf die angeführten Gattungen, nicht auf das abernten von Samenkapseln allgemein

.

Aber es gibt auf dieser Erde Gegenden wo unsere geliebten Exoten wuchern wie hier die Brennnesseln.

D. felix und D. roraimae beispielsweise haben wir während unserer 4tägigen Tour durch die Gran Sabana immer wieder gefunden, man muss die Pflanzen dort nicht einmal wirklich suchen. Für die dort heimischen Brocchinien gilt dasselbe, vor allem B. redutca kommt in Massen in nahezu der ganzen Gran Sabana vor. Nach kurzer Zeit fallen die schon gar nicht mehr auf, weil sie einfach überall stehen. Zur Verdeutlichung zwei Bilder, so wie auf diesen sieht es in weiten Teilen der Gran Saban aus.

brocc_1.jpg

brocc_2.jpg

Eine Entnahme von einer oder auch ein paar Samenkapseln von dort hätte schätzungsweise dieselbe Auswirkung auf das weitere Bestehen der Gattung Brocchinia, wie das Abernten von ein paar Brennnesselsamen bei uns auf das weiterbestehen der Brennnessel in Deutschland hätte. Nämlich nicht die geringste. Würde es dort nur eine oder zwei kleine Populationen B. reducta geben, sähe die Sache natürlich anders aus - aber bei der unglaublichen Masse an Pflanzen dort sehe ich beim besten Willen nichts verwerfliches dran, wenn sich dort jemand ein paar Samen einpackt. Bei dem von Tim geschilderten Szenario mit D. regia würde das ganze natürlich ganz anders aussehen. Man kann natürlich nicht pauschal sagen, das eine Entnahme aus der Natur ohne weiteres zu vertreten ist. Unter bestimmten Umständen allerdings (so wie beispielsweise eben geschildert) würde ich einen Samenraub ;-) als absolut bedenkenlos ansehen.

Viele Grüße

Rolf

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Da gab es vor vielen Jahren den Scifi Film "Lautlos im Weltall" in dem es um die gleiche Grundsatzfrage ging. Sollen wir so tun, oder so tun; drauf pfeifen und alles in die Luft jagen, oder die letzten Arten in Kapseln retten.

Letzten Endes ist das doch das gleiche Dilemma in dem viele Leute Zoos sehen, als Räuber der Natur, andererseits gibt es viele Tierarten deren Bestand aussichtlos wäre wenn sich ihrer niemand annähme. Was nützt die strengste Naturschutzauflage wenn die Habitate zerstört werden, die letzten Exemplare getötet sind, da kann man später versuchen zu renaturalisieren wie man will, ausgerottet ist und bleibt ausgerottet (siehe Tasmanischer Tiger u.v.a.). Ein mir bekannter Orchideenhalter konnte in den 80igern ein Lied davon singen. Sammelerlaubnis in Equador, aber nur vom Boden aus und ohne Steighilfen etc. wegen des Naturschutzes. Im Sammelgebiet fand er dann nichts nennenswertes, aber jede Menge legalen Holzeinschlag. Dass Orchideen auf gefällten Bäumen dann zu tausenden am Boden lagen war Glück in der Auslegung. Der Zoll in Frankfurt dann ein anderes Problem.

Lange Rede kurzer Sinn. Wem nützt ein totaler Schutz ohne die Lebensbedingungen für Biotope zu sichern, statt dessen wäre es nicht sogar viel besser hunderte oder gar zigtausende freiwillige Pfleger weltweit zu nutzen um den Verlust von Arten zu bremsen? So steht doch der zitierte Samenraub zwischen Sinn und Schwachsinn, Nutzen und Schaden.

Und wenn sich dann unsere Politiker ganz aktuell in Kopenhagen endlich positiv zum Klimaschutz entscheiden werden (war ein Scherz), in ca. 200 Jahren die Atmosphäre gesichert ist, wird bis dahin die Erderwärmung sowieso alle Welt auf den Kopf gestellt haben. Und unsere aktuelle Momentaufnahme des Planeten bleibt vielleicht in Archiven als unnützes Chaos, das eine handvoll Spinner versuchte zu erhalten.

Ob es nun strafbar oder rechtens ist Samen zu klauen ist doch eignetlich nur im Rahmen der gültigen Gesetze zu sehen. Diese ändern sich dann beliebig nach nationalem Bedarf.

Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

ich habe übrigens dem überall in meinem Gewächshaus wachsenden drosera rotundifolia Samen entnommen und nach Indonesien gesandt. Ich bekenne mich schuldig.

... außerdem halte ich es für sehr gefährlich weitere Regularien als die Cites einführen zu wollen, da das dem Fortbestand durch künstliche Vermehrung sehr im Wege stehen würde. Ich habe hier einige Nepenthes Weibchen und bin auch bestrebt reine Arten zu züchten. Nun bestünde aber auch die Möglichkeit Samen aus der Wildnis zu erwerben und diese dann als Eigenzucht weiterzuverkaufen. Wenn ich nun also noch großartig Rechenschaft ablegen müsste woher meine Samen stammen, dann würde ich evtl. lieber künstliche Hybriden ziehen, die es in der Natur so nicht geben würde.

Bearbeitet von Boris
Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Deine Meinung

Du kannst jetzt schreiben und Dich später registrieren. Wenn Du ein Benutzerkonto hast, melde Dich bitte an, um mit Deinem Konto zu schreiben.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung wiederherstellen

  Nur 75 Emojis sind erlaubt.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   Du kannst Bilder nicht direkt einfügen. Lade Bilder hoch oder lade sie von einer URL.

×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir haben Cookies auf Deinem Gerät platziert. Das hilft uns diese Webseite zu verbessern. Du kannst die Cookie-Einstellungen anpassen, andernfalls gehen wir davon aus, dass Du damit einverstanden bist, weiterzumachen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.