Christian Dietz Posted December 19, 2009 Posted December 19, 2009 Hallo, Drosera regia scheint es in der Natur nur noch an einem einzigen Standort zu geben. Dort gibt es leider auch nur wenige Pflanzen. Wir hatten das Glück, daß wir diesen Standort besuchen konnten. Hier ein paar Bilder der Pflanzen. Die Bilder sind leider nicht die besten, da die Pflanzen relativ schwer zwischen der hohen Begleitvegetation zu fotografieren sind. Christian
Eve Posted December 19, 2009 Posted December 19, 2009 Sehr schön! Und die Bilder werden ja erst durch die hohe Begleitvegetation authentisch. Drosera regia ist eine von den wenigen Drosera, die bei mir für nächstes Frühjahr auf dem Wunschzettel stehen. lg only_eh
Carsten Paul Posted December 19, 2009 Posted December 19, 2009 Hallo, ein wirklich einmaliges Erlebnis die Pflanzen am Standort zu sehen. Das es sich hierbei um den letzten bekannten Standort handeln soll kommt dabei noch dazu. Ich für meinen Teil werde jetzt noch stärker versuchen meine Pflanze (die ich jetzt schon seit gut 5 Jahren habe) auch weiterhin am Leben zu halten. Mit den Eindrücken vom Naaturstandort sollte das auch etwas leichter fallen. Hier mal ein Paar Bilder, ie die Begleitvegetation noch deutlicher macht unter der die regia sich hervorkämpfen müssen.
Torsten T. Posted December 19, 2009 Posted December 19, 2009 Hallo, schön diese beeindruckende Art im natürlichen Habitat zu sehen. Wo es in einem anderen Thread gerade darum geht, dass es offenbar genetisch möglichst unterschiedliche Pflanzen für die Erzeugung keimfähigen Samens braucht, habt ihr Samenkapseln sehen können und diese näher untersucht? Die geringen Restbestände könnten ja auch in dieser Hinsicht schnell zum Problem werden.
Carsten Paul Posted December 19, 2009 Posted December 19, 2009 Hallo Torsten, ich hatte zwar am Standort versucht Samen- oder alte Blütenstände zu finden, bis auf einen einzelnen vertrockneten Samenstand war das aber erfolglos. Allerdings konnte ich nach einiger Suche unter anderem diesen kleinen Kerl hier finden: Es waren aber extrem wenige Sämlinge die ich finden konnte. Für mich ist das größte Problem an dem Standort die hohe Begleitvegetation, die den Sämlingen das nötige Licht vorenthalten. Grüße Carsten
Christian Dietz Posted December 19, 2009 Author Posted December 19, 2009 Hallo, für Blüten oder auch Samen waren wir viel zu früh, die Pflanzen haben ja gerade erst richtig mit dem Wiederaustrieb begonnen. Mit Sicherheit würde ein Feuer dem Standort mal gut tun. Zwischen dem hohen Gras waren die Pflanzen praktisch kaum auffindbar (was ja eigentlich nicht das schlechteste ist). Um die Bilder zu machen, mussten wir vorsichtig etwas Gras umknicken. Daher haben wir auch nur ein paar ganz wenige Pflanzen fotografiert und den Rest so gelassen wie es war. Übrigens, die großen Pflanzen, die sich im Winter nicht bzw. kaum zurückziehen kommen wohl von dem Standort, den wir besucht haben. In der Nähe hat es wohl bis vor ein paar Jahren noch einen zweiten Standort gegeben, der mittlerweile allerdings nicht mehr existieren soll. Wir haben uns daher auch nicht die Mühe gemacht, dort nachzuschauen. Von dort kommen wohl die etwas kleineren, gedrungenen Pflanzen, die sich im Winter bis auf den Wachstumspunkt zurückziehen. Daß man genetisch verschiedene Pflanzen zur Samenerzeugung braucht stimmt wohl nicht. Dafür habe ich schon von zuvielen Gegenbeispielen gehört. Christian
Kai Becker Posted December 19, 2009 Posted December 19, 2009 Hallo, wirklich schöne Bilder. Das sich Drosera regia unter solcher Vegetation halten kann finde ich sehr interessant, hoffen wir mal das dieser Standort auch weiterhin existiert. @ Christian: Selbstbestäubung funktioniert bei Drosera regia leider nicht, habe dieses Jahr 2 große Blütenstände mit ca. 20 Einzelblühten ohne Erfolg mit sich selbst bestäubt. Dagegen haben die Blüten die ich mit Pollen einer anderen Pflanze von der JHV bestäubt habe einige sehr wenige Samen angesetz von denen ich nun 3 Sämlinge habe. Von 2 Freunden ist mir auch bekannt das Versuche mit Selbstbestäubung nicht funktioniert haben. MFG Kai
Christian Dietz Posted December 20, 2009 Author Posted December 20, 2009 Hallo Kai, der Trick ist wohl, die Blüten an mehreren Tagen hintereinander mit sich selbst zu bestäuben, da der Pollen nicht zur gleichen Zeit reif wird wie die Narbe den Pollen empfangen kann. Ein solches Verhalten ist unter anderem auch von Drosera cistiflora bekannt. Christian
Kai Becker Posted December 20, 2009 Posted December 20, 2009 Hallo , @ Christian: Habe an mehreren Tagen hintereinander bestäubt und den Pollen auch in verschiedenen Stadien aufgetragen an denen sich die Narbe geöffnet hat, leider ohne den geringsten Erfolg. Die Pollen Stammten dabei immer von anderen Blüten der selben Pflanze so das ich mir sicher bin das wenn Selbstbestäubung funktionieren würde es auch geklappt hätte. Das Bestäuben an sich ist wie ich finde genau so simpel wie bei Dionaea, wenn sich die Narbe geöffnet hat einfach einen frischen Staubbeutel mit der Pinzette von einer anderen Blüte abzupfen und den Pollen über der Narbe verteilen. MFG Kai
Christian Dietz Posted December 27, 2009 Author Posted December 27, 2009 Hallo Kai, im CPUK-Forum gibt es einige Beiträge, die darauf hinweisen, daß es wohl doch möglich ist D. regia zu selbsten. Ähnliches wurde mir privat bereits auch schon mitgeteilt (ebenso ist D. cistiflora wohl nicht selbststeril, wenn man es richtig macht). Vielleicht gilt das aber auch nicht für alle Klone und es ist einfach Glückssache. Mir fehlen da leider eigene Erfahrung, da D. regia eine der Pflanze ist, die ich einfach nicht in den Griff bekomme. Christian
Carsten Paul Posted December 27, 2009 Posted December 27, 2009 ...da D. regia eine der Pflanze ist, die ich einfach nicht in den Griff bekomme... Irgendwie kommt mir das seltsam vertraut vor... ich habe meine Pflanze auch schon seit 4 Jahren und sie hat in der Zeit noch kein einziges Mal geblüht... Nun ja, immerhin habe ich es geschafft das über die Jahre nun doch schon extrem lange Rizom zu teilen und aus eienr Pflanze 5 zu machen... Mal sehen ob sie im neuen Jahr dann auch endlich mal blühen wird.
Kai Becker Posted December 27, 2009 Posted December 27, 2009 Hallo, @ Carsten: Entscheidend für die erfolgreiche Kultur von Drosera regia scheint besonders die Überwinterung zu sein, hier gehen meinen Erfahrungen nach die meisten Pflanzen ein und die Blütenbildung wird hauptsächlich durch kühle Überwinterung ausgelöst. Ein Freund von mir von dem auch mein großes Exemplar stammt hält seine Pflanzen von Frühling bis Herbst im Gewächshaus und im Winter in einem sehr kühlen dunklen Waschhaus und hat wohl die größten Pflanzen die ich bisher gesehen habe und immer reichlich Blüten. Zum Schluss mal noch 2 Aufnahmen eines Blütenstandes, past denk ich hier her. MFG Kai
Georg J. Stach Posted December 29, 2009 Posted December 29, 2009 Tolle Fotos... die Bedrohung der Art bricht einem ja wirklich das Herz. In Wellington sind wir in unserem SAF-Urlaub durchgefahren (dann aber über die A1, nicht über den Bains Kloof). Das war ja mal ein armer, trostloser Ort. Ich werde diese Bilder der Wellblechhütten in dieser atemberaubenden Landschaft nie vergessen; irgendwie passt die Menschheit da einfach nicht hin.
Christian Dietz Posted December 30, 2009 Author Posted December 30, 2009 Hallo Georg, die Fahrt über den Bains Kloof hätte ich alleine wegen der Landschaft sicher gelohnt (aber das dürfte in ganz SAF der Fall sein!). Drosera capensis hättet ihr selbst bei der Fahrt über den Pass nicht übersehen können (die sieht man in der Tat - zumindest in der Abendsonne - als rote Streifen am Wegrand glitzern). In Wellington waren wir während unserer Tour nicht, die ein oder andere Wellblechhütte haben wir aber auch gesehen. Das ist zum Teil wirklich erschreckend. Der D. regia-Standort müsste einfach mal niederbrennen. Vielleicht würden sich die Bestände dann erholen. Das einzig gute an der derzeitigen Situation ist, daß man den Standort wohl nur finden kann, wenn man ganz genau weiss wo man suchen muss. Ein Zufallsfund halte ich eigentlich für fast ausgeschlossen. Die Pflanzen sind vom Wegrand einfach nicht zu sehen. Das ist sicher ein gewisser Schutz. Ganz abgesehen davon benötigt man eine Genehmigung und muss auch eine mehrstüdige Wanderung per Fuß sowie eine Flußüberquerrung (manche mögen über dieses "Bächlein" ja lachen, aber wir lagen alle mehr oder weniger drin) mit extrem dicht bewachsenem Ufer über sich ergehen lassen. Das ist zum "Glück" einer der Standorte, den man nicht direkt geschenkt bekommt! Christian
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