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Dionaea u. Sarracenien warm durchkultivieren


Feldenberg

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In Ermangelung geeigneter Überwinterungsbedingungen (weder Kühlschrankplatz noch lichtreiches Treppenhaus) habe ich mich zum experimentellen Durchkultivieren einer gläsernen "Carnivorenkugel" aus dem Baumarkt entschlossen. Anbei der bisherige Verlauf des Projektes in Bildern.

Von Ende August bis Mitte Oktober habe ich die Pflanzen im recht hellen (aber natürlich nicht vollsonnigen) Wohnzimmer als Blickfang halten können.

Zwischenzeitlich habe ich einiges am Arrangement der Pflanzen verändert: etwa die Pinguicula hybride durch Cephalotus (im Herbst erfolgreich umgepflanzt!) ersetzt und ein paar kleinere Drosera (intermedia r., scorpioides, affinis, spatulata, nataliensis) sowie D. indica hinzugefügt. Auch einige Brutschuppe von Zwerdroseras haben sich mittlerweile eingewöhnt.

Ich habe das Glas schräg unter einem sonnenfreien Dachfenster (Ost) stehen und beleuchte mit einer 20W ESL und halte das Substrat eher feucht als nass (gieße nur ca. aller 2 Wochen). Die Zimmertemperatur liegt nicht über 20°C. Das sollte theoretisch alles viel zu knapp und riskant bemessen sein - ich werd einfach mal schauen, ob es wirklich so schädlich für die Pflanzen ist, wie in vielen Berichten dargestellt. Falls der Versuch glückt könnte dies dafür sprechen, daß den Pflanzen schon mehr zugemutet werden kann als allgemein bekannt.

Die VFF schaut zwar natürlich eher wie Kopfsalat aus, doch macht sie deswegen m.E. ja keinen kranken Eindruck - und die Sarracenia (Baumarkt-Hybride - für Artenhinweise wär ich noch dankbar) bringt ordentlich (grüne) Schläuche. Bei Cephalotus habe ich die allemein bekannten Mehltau-Probleme und auch ein paar Blattläuse versuche ich mit Sticks in Schach zu halten. Generell glaube ich aber, daß das Toleranzspektrum vieler, eigentlich nicht miteinander zu vergesellschaftender Carnivoren durchaus breiter ist als man denken sollte.

Schauen wir mal, wie es sich bis zum Frühjahr entwickelt.

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Hallo,

du wirst im Sommer bestimmt einige Wachstumsprobleme haben, weil sich die Pflanzen jetzt nicht richtig erholen können. Vielleicht sterben deine Pflanzen sogar ganz. :devil:

Grüße

Chrissi

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Du wirst auf Dauer auch massive Platzprobleme mit den Droseras bekommen. Wenn man nicht aufpasst, vermehren sich die wie Unkraut und überwuchern alles andere. Ich spreche aus Erfahrung :thumbsup:.

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Hallo,

so, nun ist der Kernwinter schon einmal überstanden und ich habe heute die Sarracenia kräftig ausgedünnt, d.h. die alten Schläuche entfernt und immerhin 6 Ableger vom Haupt-Rhizom abtrennen können. Die VFF ist weder verfault noch krank geworden und sieht prinzipiell genauso noch aus wie im Herbst mit dem Unterschied, daß auch hier das Rhizom über den Winter weitergewachsen ist und demnächst etwa 4 Wachstumspunkte abgeteilt werden können.

Vor dem Ausdünnen:

.. und nachher:

Außerdem habe ich mir ja im Dezember noch einen zweiten "Kugelbiotop" eingerichtet, in dem unter 15-20 W ESL-Licht so ziemlich alles gedeiht, was ich an Samen und Brutschuppen ins Substrat gab. Natürlich ist dies eher eine "Anzuchtstation" als eine Lösung für die Ewigkeit - aber auf dem Schreibtisch machte es sich in der dunklen Jahreszeit dekorativ und durch die flexible Bepflanzung (in die Mitte und am Rand alle "festen" Bewohner, nämlich Cephalotus und Zwergdrosera) kann ich alle "sonstigen" Drosera die zu groß werden sollten im Sommer nach Bedarf ausquartieren.

Im Winter hatte ich ein paar kleinere Blattlausprobleme, die mit Pflanzenschutzstiften und Absammeln geklärt wurden. Der Cephalotus setzte Mehltau an - aber ich glaube, hier habe ich durch die Anwendung von Fungiziden mehr Schaden angerichtet als wenn ich es einfach dabei belassen hätte. Jedenfalls lebt er noch, schaut aber nicht so gut aus wie er könnte. Die Blattstecklinge vom November sind hingegen überraschend schnell im anderen Gefäß ausgetrieben, so daß ich da optimistisch bin.

Also - um es mit dem alten Holzmichel oder badensisch mit dem Hecker zu sagen: jaja, sie leben noch ;-)

Nächster Bericht folgt sicherlich im fortgeschrittenen Frühjahr, in dem ich dann auf Wachstumsprobleme und Krankheiten bei den Pflanzen warte...

liebe Grüße an alle SympathisantInnen und SkeptikerInnen

Der Feldi

Edited by Feldenberg
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  • 2 months later...

Ich habe jetzt die Sarracenien/Dionae bei 8W (865) + 2 freie Dachfenster Süd in 3Meter Abstand wieder ins "Sommerquartier" ins Wohnzimmer gestellt.

Die VFF habe ich zuvor im Rhizom geteilt und immerhin 6 Wachstumspunkte separat eingetopft. Die Tochterpflanzen werden nun allerdings nichtmehr in offenkundig verweichlichenden Glaskugeln gehalten, sondern in "richtigen Töpfen" am Ostfenster.

Die Rhizome der Sarraceniahybride sehen alle sehr gut aus und treiben kräftig. Ich werde die beiden Größten sicherlich meinen Eltern für ein kleines "Randmoor" am Gartenteich "spenden".

Nicht so recht überlebt haben das Experiment:

D.natalensis (will also definitiv mehr Licht als D.spathulata u. D.tokaiensis)

D. callistos u. D.pulchella (die Zwerge sind zwar bei Zusatzbeleuchtung angewachsen, doch reicht das Licht im Wohnzimmer nicht aus).

Wesentlich besser gedeiht alles in meinem anderen Kulturgefäß, daß jetzt ohne Zusatzbeleuchtung am Dachfenster Ost steht und immerhin von 8.00 - 12.00 Sonne hat. Es enthält eben alle möglichen Jungpflanzen aus meinen bisherigen Experimenten und soll einmal - nach Entfernung/Verkauf/Verschenken aller überflüssigen Pflanzen C.follicularis, div. Zwergdrosera, Utricularia und D.rotundifolia im Sphagnum sowie ggf. 2-3 rosettenförmige subtrobische Drosera enthalten. Mal schauen wie es über den Sommer weitergeht.

Grüße und Danke für (kritische) Anmerkungen

Feldi

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