Frauke Posted January 19, 2010 Posted January 19, 2010 Hallo, ich habe auf dem Substrat meiner einen Nepenthes kleine rötlich, braunen Tiere gesehen. Habe sie mit verschiedenen Schädlingen verglichen und herausgefunden, das es Wurzelmilben sind. Wie bekomme ich sie denn am Besten wieder weg? Habe bis jetzt nur im Forum gelesen, dass man das Substrat austauschen und die Wurzeln abspülen soll. Gibt es denn noch eine andere Möglichkeit? Ich habe die Nepenthes erst seit etwa einem Monat in diesem Substrat und möchte sie daher ungern schon wieder umtopfen. Auch denke ich mir, dass es schwierig ist, alle Eier und Milben von den Wurzeln zu spülen. Und ich möchte nicht in einem Monat wieder alles von vorne beginnen. Alle anderen Nepenthes, die in anderem Substrat sind haben nichts, könnte es daher mit dem Substrat zusammen hängen? Ich meine, dass in dem gekauften Substrat schon die Milben enthalten waren? Um Tipps würde ich mich freuen:-) Vg Frauke
Thomas Carow Posted January 20, 2010 Posted January 20, 2010 (edited) Hallo Frauke, ich bezweifle sehr stark, dass Du Wurzelmilben an Nepenthes hast da Wurzelmilben fast ausschließlich an Zwiebeln und Knollen ihr Unwesen treiben. Sie fressen dort Gänge in das Pflanzengewebe die gut sichtbar sind. 'Auf dem Substrat' sind sie nicht zu sehen. Da kann man meist viele andere ungefährliche Milben auf 'Wanderschaft' sehen. Es wäre zumindest der erste registrierte Befall von Wurzelmilben an Nepenthes. Ich tippe eher auf die weitgehend ungefährlichen 'kleinen Asseln' oder evtl. auch Wurzelläuse (an Nepenthes auch sehr selten aber möglich). Es ist relativ unwahrscheinlich, dass man sich Schädlinge mit dem Substrat einschleppt. Tierische Schädlinge halten sich eher dicht an Ihren 'Futterpflanzen'. Wir arbeiten ja nicht mit 'Sterilkulturen', deshalb hat jeder irgendwann einmal mit Schädlingen oder Pilzen zu tun - sie sind einfach da. Genauso wie Brot schimmelt oder altes Obst von Fruchtfliegen heimgesucht wird. Bekämpfung von Wurzelläusen - wenn es denn welche sind - am besten mit Litzetan. Gruß Thomas Edited January 20, 2010 by Thomas Carow
jusch Posted January 20, 2010 Posted January 20, 2010 Es wäre zumindest der erste registrierte Befall von Wurzelmilben an Nepenthes. Ich tippe eher auf die weitgehend ungefährlichen 'kleinen Asseln' oder evtl. auch Wurzelläuse (an Nepenthes auch sehr selten aber möglich). Ich tippe eher auf Raubmilben. Die werden in manchen Gärtnereien gezielt als Nützlinge (anstelle chemischer Mittel) zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt und laufen dann wochenlang über das Substrat, selbst wenn sie keinen Schädling (Trauermückenlarven, Thripspuppen, Wurzelläuse, Weichhautmilben) mehr zum Vertilgen finden, irren dann planlos auf dem Substrat herum und werden von Leuten mit Schädlingen verwechselt, die sich von Pflanzenkost ernährenden Wurzelmilben (Schädlinge) nicht von den schädlingsvertilgenden Raubmilben (Nützlinge) unterscheiden können. Nicht alles, was auf dem Substrat herumkraucht, ist ein Pflanzenschädling. Manchmal ist es auch ein Pflanzenschädlingsvertilger. Pech, wenn man den dann mit chemischen Mitteln bekämpft.
Frauke Posted January 20, 2010 Author Posted January 20, 2010 Danke für die Antworten :-) Also ich denke nicht, dass es Wurzelläuse sind, die sind doch nach meiner Meinung weiß und die Tierchen bei meiner Nepenthes sind braun-rötlich glänzend, etwa 1 mm groß und haben einen runden Hinterleib. Ich hatte schon vor ein paar Tagen das 3 in 1 Schädlingsfrei von Bayer benutzt, aber ohne erkennbare Wirkung. Vg Frauke
jusch Posted January 20, 2010 Posted January 20, 2010 die Tierchen bei meiner Nepenthes sind braun-rötlich glänzend, etwa 1 mm groß und haben einen runden Hinterleib. Nicht zufällig diese hier (Hypoaspis aculeifer): http://www.re-natur.de/online-shop/biolog--pflanzenschutz/thripse--trauermuecken_09044047.html?o=0&d=378 (Andere geben dafür Geld aus, um sie zu bekommen.) Bist Du Dir immer noch sicher, daß Du die bei Dir gesehene Milbenart eindeutig als vegetarisch lebenden Pflanzenschädling identifiziert hast, oder könnte es vielleicht auch eine räuberisch lebende Milbenart sein, die auf der Suche nach (tierischer) Beute ist und tatsächlich Pflanzenschädlinge vertilgt (statt Pflanzen)? Ich hatte schon vor ein paar Tagen das 3 in 1 Schädlingsfrei von Bayer benutzt, aber ohne erkennbare Wirkung. Das "3 in 1" bei diesen Tabletten steht ja auch nicht dafür, daß Du mit dem Mittel Insekten, Milben und Ratten bekämpfen kannst, sondern daß Du das Mittel (erstens) direkt in die Erde stecken, (zweitens) in Wasser auflösen und gießen sowie (drittens) in Wasser auflösen und versprühen kannst. Bekämpfen kannst Du damit nur Insekten, es handelt sich um ein Insektizid. Insekten = 6 Beine. Milben = 8 Beine (sind Verwandte der Spinnen). Mittel, mit denen sich Milben bekämpfen lassen, nennen sich "Akarizid" und nicht "Insektizid". "3 in 1 Schädlingsfrei" ist ein Insektizid, Anwendungsbereiche sind gegen Schild-, Woll-, Schmier- und Blattläuse, Weiße Fliegen, Blattwanzen, Zikaden, Thripse, bei Gießanwendung auch gegen Larven des Dickmaulrüßlers und Trauermückenlarven. Ich lese da nix von gegen Milben. Normalerweise stehen diese Mittel in Deutschland beim Verkauf in einem abgeschlossenem Bereich und dürfen nur von fachkundigem Personal an die Kunden ausgegeben werden. Hast Du dem Verkaufspersonal gesagt, daß Du "Milben" bekämpfen möchtest und sie haben Dir genau das Mittel verkauft, das Du dann eingesetzt hast?
Frauke Posted January 20, 2010 Author Posted January 20, 2010 Hallo, also eine Ähnlichkeit ist schon vorhanden, vielleicht hast du ja recht. In so einer großen Auflösung sehe ich die Tierchen ja nicht... Und ein Foto zu machen ist bei der Größe ja auch schlecht.Ich glaube ich warte einfach ab, ob sich an der Nepenthes was tut (braune Blätter...) ansonsten dürften sie dann ja unschädlich sein. Die Tabs von Bayer hatte ich schon zuhause, habe es einfach genommen, da ich am Anfang einfach nur etwas krabbeln gesehen hatte und dachte, vielleicht hilft es ja. Bin auf Milben erst später gekommen. Vg Frauke
jusch Posted January 21, 2010 Posted January 21, 2010 Die Tabs von Bayer hatte ich schon zuhause, habe es einfach genommen, da ich am Anfang einfach nur etwas krabbeln gesehen hatte und dachte, vielleicht hilft es ja. Kleiner Hinweis: Durch unbedachten Einsatz von Chemiegiften züchtest Du resistente Viecher heran. Wenn Du z.B. so ein Insektizid jetzt eingesetzt hast, obwohl keine Insekten zu bekämpfen waren, dann ist da nun das Gift vorhanden, das sich langsam abbaut. Wenn in einigen Wochen im Frühjahr Blattläuse auf Deine Pflanzen fliegen, werden sie nur noch Reste des Giftes vorfinden. Diese Giftreste werden sie nicht mehr umbringen, aber sie sind damit in Kontakt gekommen, ihr Organismus entwickelt Abwehrkräfte gegen das im Prinzip schädliche Chemiegift. Diese Abwehrkräfte werden an die Nachkommen weitergegeben, so daß diese Blattlausnachkommen eine höhere Konzentration des Giftes überleben können. Wenn Du dann die Blattläuse mit diesem Gift bekämpfen möchtest, wirkt es nicht mehr so tödlich, wie es auf eine Blattlauskolonie gewirkt hätte, die noch nie mit diesem Mittel in Kontakt geraten ist. Dann kannst Du die Konzentration des Giftes erhöhen, die ausgebrachte Menge oder den Wirkstoff wechseln. "Survival of the fittest" gilt auch beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Und wenn durch übermäßigen Einsatz eines Chemiegiftes das Gift irgendwann praktisch wirkungslos und das Ungeziefer resistent gegen ein bestimmtes Mittel geworden ist, kann der Hersteller die Zulassung zurückgeben und ein neues Gift erfinden, das die Viecher wieder wirkungsvoll killt. Aber wer als privater Pflanzenhalter so handelt, befindet sich immerhin in guter Gesellschaft: Ärzte machen quasi dasselbe mit dem überflüssigen Verschreiben von Antibiotika, womit sie dazu beitragen, daß viele Antibiotika heute gegen gängige Bakterienstämme schon gar nicht mehr wirken.
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