Shigga Posted February 1, 2010 Posted February 1, 2010 darf ich meiner Venus Insekten kaufen oder für sie fangen und ihr zu fressen geben oder soll ich sie nicht füttern?
Shigga Posted February 1, 2010 Author Posted February 1, 2010 Ich habe eine Motte reingeworfen aber die Pflanze geht seit 4 Tagen schon nicht mehr auf!
Dirk Buechner Posted February 1, 2010 Posted February 1, 2010 (edited) Hallo, normalerweise sollte deine Vff sich jetzt in der Winterruhe befinden. Im Grunde genommen spricht nichts dagegen wenn du deine Vff ab dem Frühjahr fütterst. Insekten brauchst du dafür nicht kaufen, Stubenfliegen die man gut am Fenster fangen kann langen voll und ganz. Du mußt nur darauf achten das diese nicht zu groß sind, da sonst die Fallen kaputt gehen können. Wie das mit fütterei jetzt im winter aussieht kann ich dir nicht sagen, da ich meine Pflanzen immer draussen überwinter und man meistens nix mehr sieht außer schwarzen Bläöttern und Fallen. Allerdings würde ich jetzt mal davon absehen und zwar aufgrund des geringen Lichtangebots. Da kann es schnell zu Schimmel kommen. Unter Kunstlicht bei Jungpflanzen könnte sich das ganze lohnen da die Pflanzen dann von der Fütterung profitieren. Die Verdauung der Beute dauert bei Vff schon ein paar Tage, irgendwann geht die Falle wieder auf und zwar wenn alle verwertbaren Mineralien von der Pflanze aufgenommen wurden. Edited February 1, 2010 by Dirk Buechner
Feldenberg Posted February 1, 2010 Posted February 1, 2010 (edited) Die Wahrscheinlichkeit des Schimmelns einer VFF nach Insektenfütterung hängt m.E. weniger von der Substratfeuchte als von der Größe und dem Wassergehalt des "Opfers" ab. Also: keine Tiere füttern, die mehr als die Hälfte (besser ein Drittel) der Fallenlänge ausmachen. Anstatt "fleischiger" Exemplare (Raupen, Nachtfalter...) lieber "trockenere" Tiere (Fliegen, Wanzen) verfüttern. Aktueller Hinweis: Ich füttere diverse Drosera und meine warm durchkultivierte VFF aktuell (Feb.) mit kleinen Baum- und Feuerwanzen, die in den Rindenritzen von Ahorn und Lindenbäumen in Überwinterungskolonien zusammenhocken. Das ist eine in vielen Parks den ganzen Winter gut über erreichbare Futterquelle (neben überwinternden Schmeißfliegenkolonien auf Dachböden usw.). Von der Verfütterung von expliziten "Nützlingen" wie Florfliegen würde ich abraten. Jungpflanzen kümmern sich bei mir sehr erfolgreich mit bzw. um Springschwänze und Bodenmilben - die Fallen der im Oktober ausgesäten VFF sind fast immer gut gefüllt und häufiger geschlossen als geöffnet... Edited February 1, 2010 by Feldenberg
Shigga Posted February 4, 2010 Author Posted February 4, 2010 wei oft soll ich sie füttern? immer wenn sie offen sind? lg Eric
Daniel Langer Posted February 4, 2010 Posted February 4, 2010 (edited) wei oft soll ich sie füttern? immer wenn sie offen sind? lg Eric Hallo Eric, ich bin zwar jetzt nicht der Experte aber ich denke du sollst sie eigentlich garnicht füttern. mfg Daniel PS: Wenn du sie wirklich füttern willst, dann nicht zu oft, da die Fallen sonst absterben. Edited February 4, 2010 by daniel3
Abaddon Posted February 4, 2010 Posted February 4, 2010 Du musst sie nicht füttern. Du kannst sie maximal so oft füttern, wie sie die Fallen wieder aufmacht, aber nach dem Öffnen der Falle dauert es eine gewisse Zeit, bis die Falle wieder aktiv ist. Und auf keinen Fall mit toten Insekten, denn VFF benötigen lebende bzw 'zappelnde' Beute, damit der Verdauungsprozess einsetzt. Du solltest sie eigentlich gar nicht füttern, sondern lieber im Sommer auf den Balkon/das Fensterbrett stellen, damit sie sich ihre Beute selbst fangen kann ;-) Gruß, Patrick 1
Chrissi-M. Posted February 4, 2010 Posted February 4, 2010 Ich würde die Dionaea auch nicht füttern, auch wenn es spektakulär ist.
Feldenberg Posted February 4, 2010 Posted February 4, 2010 (edited) Ich kann mich den Vorrednern eigentlich auch nur anschließen. Letztlich ist das Füttern m.E. wirklich nur "Spielerei", denn die Pflanzen wachsen "ohne" wenigstens genau so gut wie "mit". Ich habe zwar mal auf einer US-Seite davon gelesen, daß wohl allenfalls das Wachstum von Sämlingen bzw. sehr jungen Pflanzen dadurch etwas beschleunigt werden kann, aber ausgewachsenen VFF scheint eine "Hungerkur" weit weniger auszumachen als etwa Lichtmangel oder Leitungswasser. Andererseits: Wenn man schon einmal CARNIvoren hat... ;-) Edited February 4, 2010 by Feldenberg
joerle Posted February 4, 2010 Posted February 4, 2010 Ich habe meine mal eine Zeit lang für meinem kleinen Bruder gefüttert (man muss ja für Züchternachwuchs sorgen ;-) ). Aber einen deutlichen unterschied konnte ich gegenüber ungefütterten Zeiten nicht ausmachen.. Gruß Jörg
Chef-Stef Posted March 21, 2010 Posted March 21, 2010 Hallo, ich habe seit gestern nun auch eine VFF auf der Fensterbank stehen. In einer Falle lag etwas Erde, die hat dann leider zusammen mit dem Gießwasser die Falle ausgelöst. Wird die Pflanze da bald merken, dass was nicht stimmt? Außerdem habe ich keinerlei Fliegen in meinem Zimmer. Sollte ich nach möglich aus anderen Räumen welche einfangen? Wie lange kann die Pflanze denn ohne tierische Nahrung gut auskommen? (Ist noch sehr klein, ca. 7-8cm Durchmesser) Das Einsteigerbuch von Thomas Carow gibt diesbezüglich leider keine Informationen her. Viele Grüße Stef
joerle Posted March 21, 2010 Posted March 21, 2010 Lass deinen Blick mal über Beitrag #8 von Abaddon schweifen ;-)
Chef-Stef Posted March 21, 2010 Posted March 21, 2010 Lass deinen Blick mal über Beitrag #8 von Abaddon schweifen ;-) Da steht nur, dass ich sie nicht füttern muss. Ich wollte aber wissen, wie lange sie ohne tierische Nahrung auskommt. (Für den Extremfall, dass auf dem natürlichen Wege keine Insekten an sie herantreten) Und auf eine Antwort auf meine erste Frage bin ich auch noch gespannt! Grüße Stef
ThorstenW Posted March 21, 2010 Posted March 21, 2010 Hallo ! Ja, deine VFF sollte merken, das sie keine Fliege gefangen hat. Das Blatt schließt sich normalerweise in 2 Stufen: 1. zusammenklappen, aber zwischen den "Zähnen" noch etwas Platz (damit zB zu kleine Beute rauskann, für die sich die Verdauung nicht lohnt, wird zumindest meist so erklärt) 2. komplettes Schließen der Falle, dabei werden auch die Fallenränder ("Lipeen, da wo die "Zähne" ansetzen)aneinandergepreßt damit ein abgedichteter Raum dazwischen entsteht, in dem dann die Verdauung stattfindet Schritt 2. wird laut Literatur durch die Bewegung und wohl den "Geschmack" der Beute in der Falle ausgelöst. Beides gibt es bei einer versehentlich geschlossenen Falle nicht,so das sie nur Stufe 1. erreicht und dann wieder aufgehen sollte. Das dient dazu, dass nicht wegen Regentropfen, Blättern o.ä. der energieaufwendige Verdauungsvorgang begonnen wird sonder nur, wenn auch wirklich Beute da ist. Wie lange die Pflanze es ohne Futter aushält hängt u. a. von der verwendeten Erde ab. Da ist fast immer noch eiwas an Nährstoffen drin, auch wenn du reinen Torf und gespülten Sand verwendest. Diese Nährstoffe reichen schon eine Weile (sumpfpflanzen wie die VFF sind an wenig Nährstoffe angepaßt), wie gesagt, je nach Menge in der Erde und Größe der Pflanzen VG Thorsten
Julian Beier Posted March 21, 2010 Posted March 21, 2010 (edited) Hallo, deine Dionaea hält auch ohne Fütterung durch, sie wächst nur evtl. etwas langsamer. mfg Edited March 21, 2010 by Julian Beier
Markus alias Drosophyllumfan Posted March 21, 2010 Posted March 21, 2010 Auch das stimmt nicht ganz! Das Futter ist bei fleischfressenden Pflanzen nur eine zusätzliche Nährstoffquelle, sie benötigen bei Standartsubstrat aus Weißtorf in aller Regel keine zusätzlichen Nährstoffe, und wie alle Pflanzen verfügen sie natürlich auch über Chlorophyll und decken ihren Energiebedarf über die Photosynthese, sie müssen nicht fressen, um Kohlenhydrate aufzunehmen wie Tiere es müssen! Eine Verbesserung des Wachstums tritt eigentlich nur dann auf, wenn das Substrat sehr nährstoffarm sind, daraus also fast nichts bezogen wird, eine Baumarkt-Venusfliegenfalle wird diese Probleme kaum haben, man riskiert eher durch falsche Fütterung ein Absterben der Blätter. --- Das kann man bei einfacher Forensuche locker finden! ---
Feldenberg Posted March 22, 2010 Posted March 22, 2010 Nur noch zur Ergänzung als Lektürehinweis: bei Barthlott et al. (Carnivoren. Biologie und Kultur fleischfressender Pflanzen, 2004) finden sich sehr interessante Studien zur Nährstoffverwertung aus tierischer Nahrung bei den unterschiedlichen Arten / Gattungen zitiert. Utricularien (die ja keine echten Wurzeln haben) brauchen demnach unbedingt tierische Nahrung um überhaupt erfolgreich Fotosynthese betreiben zu können. Bei den anderen Gattungen gibt es wiss. Hinweise, daß die tierischen Stickstoffverbindungen nicht nur zum Sproßwachstum sondern vor allem zur Anlage von Blüten/Samen genutzt werden. Man könnte daraus vorsichtig schlußfolgern, daß also dann, wenn die Pflanzen viel Energie brauchen bzw. umsetzen (eben im Sommer bei viel Licht und Wärme) auch eine gewisse Zufütterung hilfeich sein kann.. Am besten einfach selber mal nachlesen und eine eigene Meinung bilden. beste Grüße Feldi
Julian Beier Posted March 23, 2010 Posted March 23, 2010 Hallo, natürlich, wenn die Insekten keinen positiven Effekt auf die Pflanzen hätten, würde es keine Karnivoren geben. mfg ;-)
Carsten Schulz Posted March 24, 2010 Posted March 24, 2010 (edited) Hallo! Nun muss ich auch mal meinen Senf dazu geben. Für alle, die die Möglichkeit haben, kramt doch mal "Das Taublatt" Heft 54 raus (1/2006). Da beschreibt Dr. Eberhard König seine Versuche zur vegetarischen Fütterung von Karnivoren. Die Früchte seiner Arbeit sind die drei Varianten des Karnivorenzwiebackschrots (KZS), durch dessen Verfütterung er außerordentliche Ergebnisse erzielt. Eine Wachstumsverbesserung war bei ihm schon zwei Wochen nach Fütterungsbeginn zu verzeichnen. Demnach ist es wohl nicht egal, ob die Pflanzen Futter haben oder nicht. Edited March 24, 2010 by Carsten Schulz
Torsten T. Posted March 24, 2010 Posted March 24, 2010 Hallo, eine Wirkung haben Fütterung und Düngung mit Sicherheit, dass ist auch nicht strittig. Ob die Pflanzen die zusätzlichen Nährstoffe brauchen, ist eine andere Frage. Es besteht zusätzlich sowohl mit Futter als auch mit Dünger die Gefahr einer übertriebenen Anwendung mit entsprechenden Problemen. Die Sinnhaftigkeit eines Wachstumsschubs ist z.B. bei Nepenthes auch eher zu bezweifeln, entwachsen viele Arten doch ohnehin sehr schnell den Terrarien etc. Bei anderen Gattungen/Arten macht es schon eher Sinn.
Markus alias Drosophyllumfan Posted March 24, 2010 Posted March 24, 2010 Wenn die Pflanzen die Nährstoffe nicht brauchen, ist das schlichte Verschwendung, wahrscheinlich nicht so gefährlich, wie Bodendüngen sein kann, aber es birgt auch Risiken, die sich oft nur auf Absterben und Verschimmeln von Pflanzenteilen beziehen, aber völlig unnötig sind. Die vegetarische Ernährung von fleischfressenden Pflanzen erscheint mir übrigens sogar sinnvoller (wenn möglich), als die tierische Fütterung, da Pflanzen eher Inhaltsstoffe enthalten, die andere Pflanzen brauchen können, wobei das natürlich eher Experimentellen Charakter hat. Ich möchte noch einmal auf Shiggas Posts hinweisen: "darf ich meiner Venus Insekten kaufen oder für sie fangen und ihr zu fressen geben oder soll ich sie nicht füttern? Ich habe eine Motte reingeworfen aber die Pflanze geht seit 4 Tagen schon nicht mehr auf!" Diesen experimentellen Charakter haben seine Versuche, wie auch die der meisten Halter, wohl nicht, er will einfach nur den Fangvorgang sehen, dafür ist es nicht nötig, Insekten zu kaufen, größere Tiere stellen eine Schimmelgefahr dar und es reicht eigentlich vollkommen aus, eine Mücke zu fangen, oder eine Fliege - man sollte sich rantasten mit der Größe und immer ein gewisses Maß halten... Notwendig ist es nicht. @Carsten: Das klingt interessant, aber könntest du vielleicht sagen, welche Pflanzen es waren, wie viele Exemplare, wie viele Nullproben, welche Bedingungen für die Pflanzen, waren es alles Klone und, was mich am meisten interessiert: waren die Ergebnisse insofern gut, dass die Pflanzen größer wuchsen, oder wurden sie kräftiger und resistenter? Gerade letzteres wäre für Halter wichtig, da die Pflanzen ja eher gesund, denn riesenwüchsig sein sollten...
Markus alias Drosophyllumfan Posted March 25, 2010 Posted March 25, 2010 Du redest von Pflanzen, die draußen stehen, dort herrschen aber einige positive Bedingungen: Sonnenlich, Luftbewegung, Regen, Temperaturschwankungen, andere Organismen, die den Abbauvorgang unterstützen. In einem Terrarium mit einer möglicherweise geschwächten Pflanze sieht das aber leider ganz anders aus! Und da gebe ich einem Anfänger lieber den Tipp, seine Pflanzen nicht zu füttern, als dass ich ihm den Rat gebe, der zum Tode der Pflanzen führen kann!
Carsten Schulz Posted March 29, 2010 Posted March 29, 2010 @Markus: Getestet wurden von Dr. Eberhard König verschiedene Substanzen an Drosera burmannii und Drosera rotundifolia. Unter anderem wurden gequetschte Kümmelkörner verfüttert, welche eine positive Wirkung auf das Wachstum hatten. Es sind also weniger die Pflanzenteile selbst als deren Samen, die die benötigten Nährstoffe in größeren Mengen bereithalten. Macht auch irgendwie Sinn wenn man drüber nachdenkt: Damit der Keimling in die Puschen kommt, enthält (fast) jedes Samenkorn ein Nährstoffreservoir, welches der jungen Pflanze als Starter dient. Und durch die Enzyme sind unsere Fleischfresser in der Lage sich diesen Starter zunutze zu machen. Und dass Milch eine düngende Wirkung hat ist ebenfalls bekannt. Und diese Stoffe sind im KZS enthalten (neben einigen anderen). Die Fütterung führt nicht zum Riesenwuchs, sondern zu schnell wachsenden, kräftigen Pflanzen. Daniel Hukle schilderte in seinem Beitrag im gleichen Heft seine Erfahrungen mit dem KZS und dass seine VFF viel schneller wuchsen und blühfähig waren. So nun reicht's Grüße, Carsten
Julian Beier Posted March 30, 2010 Posted March 30, 2010 Hallo, wie stellt man den KZS her? Hätte da jemand eine Anleitung für mich? Danke! mfg ;-)
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