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Retortenkinder


Markus alias Drosophyllumfan

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Markus alias Drosophyllumfan

Viele Anfänger fragen sich, wie sie ihre Pflanzen auch leicht ohne Samen vermehren können,

hier bietet sich die vegetative Vermehrung im Wasser an, da man so kein Substrat und kaum Wasser verschwendet:

Auf dem ersten Bild ist eine "Klonstation" zu sehen, hier habe ich einfach einen Reagenzglasständer genommen, Reagenzgläser reingestellt, in die Wasser und in das Wasser Blätter und Kopfstecklinge,

auf dem zweiten Bild sieht man eine Nahaufnahme, auf der man zwei Blattstecklinge von Drosera capensis sehen kann, aus denen schon Pflänzchen wachsen.

Vorteil dieser Methode ist, dass sie wenig Platz wegnimmt und auch noch leicht aufgeteilt/verschoben werden kann, eine Kontrolle ist kinderleicht, Nachteil ist, dass man bei dieser Methode keine Möglichkeit hat, sie anderweitig zu nutzen (z.B. für Samen), auch vertragen nicht alle Pflanzen diesen Luftabschluss!

Das dritte Bild zeigt übereinandergestapelte Petrischalen, in die zur Hälfte Wasser gefüllt wurde und auf deren Wasseroberfläche Blätter gelegt werden können (eine Markierung erfolgt über die Zettelchen), außerdem kann man auch Samen z.B. von Drosera capensis ausstreuen, die sich auf der Wasseroberfläche von allein ausbreiten und nach einiger Zeit austreiben, so dass man sie viel besser vereinzeln kann.

Bei dieser Methode kann man theoretisch sogar noch größere Versuchsdichten erreichen, nur lässt sich das ganze durch den breiten Wasserspiegel kaum schlabberfrei verschieben!

Noch eine Anmerkung zu den Blattstecklingen von Drosera capensis (trifft auch auf binata zu z.B.), die Pflänzchen lassen durchaus lange auf sich warten, da kann es einige Monate dauern, wenn die Blätter nicht absterben, einfach drinlassen!

Selbst wenn die kleinen Stecklinge austreiben (was auf einem Drosera capensis - Blatt schon mal ca. 10 sein können), muss man sie auch noch nicht entnehmen, nur bevor sich das Blatt dann völlig aufgelöst hat, sollte man diesen Eingriff schon vornehmen, sonst bekommt man sie nicht raus oder sie werden zu schwach, um sich einzuwurzeln...

Eine Gesammtansicht der "Klonanlage" kann man auf dem vierten Bild sehen, einige vergeilte Drosera capensis sind auf dem fünften Bild zu sehen, daher habe ich die Kopfstecklinge...

Mal was neues:

ca. am 4. April habe ich zwei neue Blätter von Drosera capensis angesetzt, eines im Reagenzglas und eines in der Petrischale.

Das Ergebnis für den fünften Mai seht ihr auf den letzten zwei Bildern "Reagenzglasvergleich fünfter Mai" und "Petrischalenvergleich fünfter Mai".

Klar zu sehen, auch wenn die Bildqualität beim Reagenzglas recht grausig ist, ist, dass das Petrischalenblatt zwei viel größere Exemplare hervorgebracht hat, die auch schon gesünder aussehen, beide bilden übrigens schon kleine Wurzelansätze,

das Exemplar im Reagenzglas dagegen hat viel kleinere, aber dafür wesentlich mehr Pflänzchen gebildet, keines davon zeigt jedoch Anzeichen von Wurzeln...

Das lässt mich vermuten, dass die Reagenzglasmethode für die Blätter suboptimal ist, sie versuchen so wohl durch Ausbildung von möglichst vielen Pflänzchen einen besseren Standort zu finden, Wurzeln werden wohl nicht gebildet, weil die Transpiration wahrscheinlich gegen null geht, so unter Wasser.

Das Petrischalenexemplar ist dagegen viel kräftiger, bildet schon Klebtröpfchen aus und zeigt gute Ergebnisse...

Die Reagenzglasmethode ist wohl besonders für Platzmangel gut, man sollte aber über die Möglichkeit eines Umtopfens nachdenken!

Zusätzlich kann ich noch einen einfachen Tipp geben: Pflanzt eure Pflänzchen nicht zu früh ein, wenn sie noch zu klein sind!

Auf normalem Substrat fängt das ursprüngliche Blatt schnell an zu schimmeln, das ist so als hätte der Steckling einen Rettungsring aus Schimmel um sich -> größere Pflanzen vertragen das eher, kleine gehen schnell daran ein, außerdem fällt es größeren Pflanzen leichter, Wurzeln zu bilden (besser ist natürlich, wenn schon eine Wurzel vorhanden ist beim Umtopfen in echtes Substrat)!

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Edited by Markus alias Drosophyllumfan
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Hallo Markus,

was mich mal interessiert ist:

- Was für Wasser benutzt Du?

- Wie oft tauscht Du das Wasser aus?

- Wie lange genau dauert es vom Blattsteckling zum Pflänzchen?

- Die Reagenzgläser sind oben offen, warum sprichst Du dann von einem Luftabschluss? Oder waren die Petrischalen damit gemeint?

- Warum hälst Du einige Stecklinge in Reagenzgläser und andere in Petrischalen? Oder sind die Petrischalen nur für die Samen bestimmt?

- Markierung über Zettelchen...ist da eine Beschriftung mit einem wasserfesten Stift auf dem Deckel nicht praktischer?

- Werden die Reagenzgläser bzw. die Petrischalen noch zusätzlich beleuchtet (wenn ja mit was und wie lange)?

Dann wünsche ich noch allen Frohe Ostern und warte mal auf Antworten ;-)

Nicole

Edited by Nicole K.
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Markus alias Drosophyllumfan

Hallo!

- Was für Wasser benutzt Du?

Ich benutze einfaches Regenwasser, das funktioniert ganz gut (auch wenn sich Algen bilden können).

- Wie oft tauscht Du das Wasser aus?

Ich mache keinen Wasserwechsel, wenn du das meinst!

Ich fülle lediglich Wasser nach, wenn im Reagenzglas ca. 2-3cm weniger ist, als vorher.

Leeren und säubern tu ich die Reagenzgläser natürlich nach jedem vollendeten Versuch (Blatt tot, oder Blatt ist ausgetrieben)!

- Wie lange genau dauert es vom Blattsteckling zum Pflänzchen?

Das ist natürlich von Pflanze zu Pflanze verschieden und auch die Kulturbedingungen spielen eine Rolle (Temperatur, Licht), sowie die Startbedingungen (Zustand des Blattes), wobei ich die Tage noch nicht gezählt habe, ich lege ein Blatt hinein und sehe ab und zu danach, entweder es stirbt ab, oder es bildens ich kleine Pflänzchen...

- Die Reagenzgläser sind oben offen, warum sprichst Du dann von einem Luftabschluss? Oder waren die Petrischalen damit gemeint?

Luftabschluss meint natürlich, dass das Blatt nicht mit der Luft in Berührng kommt, da es ja unter Wasser ist!

- Warum hälst Du einige Stecklinge in Reagenzgläser und andere in Petrischalen? Oder sind die Petrischalen nur für die Samen bestimmt?

Die Petrischalen sind hauptsächlich für Samen bestimmt, da diese in einem Reagenzglas kaum an der Oberfläche zu halten sind und auch zu wenig Oberfläche haben...

- Markierung über Zettelchen...ist da eine Beschriftung mit einem wasserfesten Stift auf dem Deckel nicht praktischer?

Nicht für mich, da ich die Zettelchen leichter austauschen kann, aber das ist natürlich Ansichtssache.

- Werden die Reagenzgläser bzw. die Petrischalen noch zusätzlich beleuchtet (wenn ja mit was und wie lange)?

Nein, sie stehen nur am Südwestfenster, zusätzliche Beleuchtung ist für einfache Arten meiner Meinung nach dafür unnötig.

Dir auch frohe Ostern!

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Hallo Markus,

vielen Dank für die schnellen Antworten!

Eine Frage stellt sich mir trotzdem noch:

Wenn die Stecklinge mehrere Wochen in den Reagenzgläsern bleiben und immer nur Wasser nachgegossen wird, gibt es dann keine Probleme mit Schimmelbildung?

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  • 1 month later...
Markus alias Drosophyllumfan

Update: einige Vergleichswerte und Tipps hinzugefügt.

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  • 1 month later...

Da fragt der Biologe jetzt: Wenn die unter Wasser und eingeschlossen stehen- Wie können die dann Photosynthese betreiben ( woher kommt das CO2?)

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Da fragt der Biologe jetzt: Wenn die unter Wasser und eingeschlossen stehen- Wie können die dann Photosynthese betreiben ( woher kommt das CO2?)

Da die Reagenzgläser nicht oben verschlossen sind, kann auch noch durch die kleine Wasseroberfläche Gase (CO2 etc.) ausgetauscht werden. Mit Sicherheit nicht so viel, wie bei größeren Oberflächen, aber es wird der Pflanze bestimmt reichen ;-)

H2O geht auch. Lies hier den ersten Absatz.

Gruß,

Marco

Also die Photosynthese funktioniert auch nicht nur mit Wasser. Die Pflanze braucht schon beides. In dem ersten von dir genannten Absatz steht ja auch ein "und" zwischen H2O und CO2 :-) Mich würde sonst wundern, woher in den entstehenden Kohlenstoffverbindungen der Kohlenstoff kommt, wenn die Photosynthese nur mit H2O betrieben werden kann ;-) Abfallprodukt ist dabei unser geliebter Sauerstoff :-)

Aber sehr interessanter Beitrag. Ich werde auch bei Gelegenheit mal ein paar Klonversuche unternehmen :-) Zurzeit mache ich es ohne Reagenzgläser oder Petrischalen, einfach mit normalen Substrat, das sehr feucht gehalten wird.

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Gordon Shumway

Ja, und in diesem Absatz steht: Kohlenstoffdioxid und Wasser.

Beide Stoffe müssen da sein, sonst keine Photosynthese.

Solange die Gläser nicht hermetisch abgeschlossen sind, reicht das CO2 aus der Luft, welches sich im Wasser löst (bzw. in Kohlensäure und / oder Hydogencarbonat umgewandelt wird) und dann von der Pflanze aufgenommen werden kann.

@Markus:

Hast du mal über einen Versuch mit Sarras nachgedacht?

Die Zellen aus der Schlauchbasis sollen angeblich auch teilungsfähig sein. Das meine ich zumindest mal irgendwo gelesen zu haben, die Meristemkultur bei der industriellen Produktion läuft ja glaube ich so ähnlich...

mfG,

Gordon

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Den Beitrag seh ich ja erst jetzt, das ist ja super, muss ich auch mal ausprobieren (vor allem weil eine meiner Droseras gerade von einem Schädling dezimiert wurde...).

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Markus alias Drosophyllumfan

Danke euch für die lobenden Worte und wünsche euch viel Glück mit den eigenen Versuchen!

Was die Sarracenien angeht... bei mir haben noch nie Blattstecklinge funktioniert,

vielleicht könnte es mit Wachstumshormonen klappen, aber das würde meinem Ansatz widersprechen,

nicht zu viel Geld auszugeben für Dinge, die so nicht nötig sind (Sarracenien teilen sich ja ab und zu von alleine).

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