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Neue Karnivoren für meine Fensterbank


darfreak

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Hallo zusammen,

wie der Titel sagt suche ich geeignete Pflanzen für meine Fensterbank.

Bisher besitze ich lediglich seit Anfang 2009 3 Pflanzen: 2 Dionea und eine Sarracenia leucophylla. Diese scheinen die Winterruhe gut überstanden zu haben und wachsen jetzt fleißig (eine Dionea bildet sogar Blüten).

Jetzt würde ich gerne meine kleine Sammlung erweitern, am liebsten mit weiteren Gattungen. Jedoch bin ich mir unsicher ob ich ihnen geeignete Bedingungen bieten kann. Nach vielem Lesen habe ich mir 3 weitere Gattungen/Arten ausgesucht, bei denen ich mir vorstellen könnte das sie bei mir gut gedeihen. Bevor ich mir sie zulege würde ich aber gerne eure Meinungen dazu hören.

Zuerst mal die Bedingungen meiner jetzigen Pflanzen:

- Licht: Süd-West-Fenster (zur Zeit direkte Sonne ab 14:30)

- Wasser: destilliert, 1-2cm Anstau

- Erde: Karnivorenerde aus dem Baumarkt

- Topf: Kunststoff (12cm hoch, 13cm Durchmesser)

- Raumtemperatur: 20-25°C

- Luftfeuchte: 50-60%

- Winterruhe: Hausflur bei ca. 10°C, Ost-Fenster

Jetzt suche ich andere Gattungen/Arten die unter ähnliche Bedingungen gedeihen, da ich keine Alternativen habe.

Folgende Ideen habe ich:

Nepenthes

Hier würde ich mir eine Hybride aus dem Baumarkt holen, meistens sollen das ja Kreuzungen aus ventricosa und alata sein.

Diese brauchen wohl nicht so hohe Luftfeuchtigkeit, sodass ich sie auch ohne Terrarium halten kann. Ich habe auch den Nepenthes-Fensterbank-Thread teilweise gelesen, scheint ja sehr gut zu funktionieren.

Ich würde die Nepenthes-Hybride dann ebenfalls ans Süd-West-Fenster stellen. Ich werde sie aber nicht im Anstau gießen sondern von oben. Sobald unten aus dem Topf Wasser läuft höre ich auf. Bei der Erde würde ich ebenfalls die Karnivorenerde aus dem Baumarkt nehmen. Eine Winterruhe braucht sie anscheinend nicht, daher würde ich sie ganzjährig auf der Fensterbank stehen lassen.

Wo ich mir noch unsicher bin ist die Topfgröße, hat da jemand einen Tipp? Wie groß müsste der Topf bei einer ausgewachsenen Pflanze sein?

Würde das unter den Bedingungen funktionieren oder ratet ihr mir von einer Nepenthes-Hybride ab?

Pinguicula

Hier habe ich an eine mexikanische Art gedacht, z.B. agnata.

Temperierte Arten fände ich auch sehr interessant (z.B. grandiflora oder vulgaris), aber scheinbar benötigen diese Arten unbedingt eine Winterruhe unter 5°C und sind daher eher für die Freilandkultur geeignet.

Die agnata würde ich ebenfalls zu den anderen ans Süd-West-Fenster stellen. Ebenfalls keine Anstaubewässerung, sondern im Sommer nur feucht (ähnlich Nepenthes), im Winter dann kaum noch gießen. Im Winter dann auch zu den Dionea und der Sarracenia in den Hausflur (ca. 10°C, Ost-Fenster).

Bei der Erde sollte man eigentlich mehr sandiges Substrat verwenden, aber ich weiß nicht so recht was ich dafür mischen muss und woher ich das bekomme. Außerdem brauche ich ja nur eine kleine Menge (für einen Topf). Ginge hier auch die Karnivorenerde?

Würde die Kultur generell so funktionieren?

Drosera

Ich habe es letztes Jahr einmal mit einer capensis versucht, war aber überhaupt nicht zufrieden mit ihrem Wachstum und der Tautropfenbildung. Der Lebenszyklus eines Blattes ging mir viel zu schnell, sodass ich angenommen habe das ich ihr nicht die richtigen Bedingungen bieten konnte. Sie war noch recht klein (Blattlänge ohne Stiel ca. 1cm). Die Blätter rollten sich nacheinander aus, inkl. Klebetropfen, aber nach 1-2 Tagen waren die Klebetropfen weg und nach weiteren 1-2 Tagen wurde das Blatt braun und starb ab. Dadurch hatte sie immer nur ein schönes Blatt und eins was gerade erst rauskam, der Rest war braun.

Ich tippe entweder auf Lichtmangel oder zu geringe Luftfeuchtigkeit, bin mir da aber überhaupt nicht sicher.

Da ich Droseras aber wunderschön finde würde ich es gerne nochmal versuchen.

Wegen der Luftfeuchtigkeit dachte ich da an aliciae. Laut fleischfressendepflanzen.de reicht ihr eine Luftfeuchtigkeit von ca. 50%. Bei capensis steht 50-70%. Ich würde sie genauso halten wie meine Dioneas und die Sarracenia und hoffen das die Blätter und Tautropfen länger halten als nur 1-2 Tage.

Wegen dem Lichtmangel dachte ich an Queensländer, z.B. adelae.

Diese würde ich ebenfalls wie meine jetzigen Pflanzen halten, außer die Winterruhe, die gäbe es für sie nicht. Falls es am Süd-West-Fenster zu sonnig sein sollte, könnte ich sie noch an ein West-Fenster stellen.

Unsicher bin ich mir hier bei der Luftfeuchtigkeit, die eigentlich 60-80% betragen sollte laut fleischfressendepflanzen.de. Hier müsste ich den Topf in eine Glasschale oder ähnliches stellen, damit ich eine so hohe Luftfeuchtigkeit hinbekomme. Das wollte ich eigentlich nicht, aber wenn ihr mir von der aliciae abratet würde ich das machen.

Welche von beiden würdet ihr mir eher empfehlen?

So, ganz schön viel Text geworden, sorry.

Aber mit diesen drei Gattungen/Arten habe ich noch keine Erfahrung und hoffe das ihr mir mit euren Tipps/Erfahrungen helfen könnt.

Edited by darfreak
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Zunächst einmal würde ich dir empfehlen, diesen Thread in der FAQ zu lesen, falls du es noch nicht getan hast, da werden einige einfache Arten genannt.

Nach deiner Beschreibung würde ich ja eher auf zu trockene Luft tippen, als auf zu wenig Licht, was die Luftfeuchtigkeit angeht ist D. capensis aber eigentlich sehr genügsam. Ein Untersetzer mit Wasser reicht normalerweise völlig aus, wenn du sie nicht gerade über einer Heizung stehen hast. Hast du eine Möglichkeit die RLF in deinem Zimmer zu messen?

Wenn das Licht für Dionaea ausreicht, sollte D. capensis dort eigentlich auch gut wachsen, es sei denn, du hast dein Drosera Experiment im Winter/Herbst gestartet.

D. aliciae braucht meiner Erfahrung nach sogar etwas mehr Licht, aber D. spatulata käme evtl noch in Frage.

Noch eine Möglichkeit wären Utricularia, einige Arten bevorzugen schattigere Plätze, wie beispielsweise Utricularia calycifida, aber dazu sollte ein Utri Experte was sagen.

Edited by Abaddon
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Hi Abaddon,

danke für die schnelle Rückmeldung.

Den Thread aus den FAQ habe ich gelesen.

Wie in meinem ersten Post steht habe ich in der Wohnung immer ca. 50-60% RLF (gemessen mit meinem Hygrometer).

Meine Drosera capensis Experiment habe ich im Sommer gestartet, daran sollte es also nicht gelegen haben.

Aber der Tipp mit der Drosera spatulata ist super. Laut fleischfressendepflanzen.de braucht sie etwas weniger Licht als capensis und kommt auch mit 40% RLF zurecht.

Außerdem finde ich sie optisch auch hübscher als capensis oder aliciae. Das wäre nochmal einen Versuch wert.

Utricularia finde ich leider nicht so toll da man die Fangorgane nicht sehen kann.

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Jetzt suche ich andere Gattungen/Arten die unter ähnliche Bedingungen gedeihen, da ich keine Alternativen habe.

Für Fensterbretthaltung unter den genannten Bedingungen eignen sich:

- Drosera capensis

- Drosera aliciae

Am besten startest Du mit nahezu ausgewachsenen Pflanzen, wie sie von diesen Arten manchmal in Gartencentern angeboten werden (bereits mit Blütenstengel dran oder innerhalb der nächsten drei Monate blühend). Oder mit Pflanzen von einem Privatanbieter, der überzählige große und kräftige Exemplare aus Fensterbretthaltung abgibt. Insbesondere wenn sich die Kulturbedingungen ändern, z.B. von Terrarium- oder Gewächshaushaltung auf Fensterbretthaltung, haben größere Pflanzen einfach mehr Reserven zuzusetzen als ganz kleine, junge und empfindliche Pflanzen.

Nepenthes-Hybriden eignen sich nur sehr bedingt, die werden bei Fensterbretthaltung die meiste Zeit des Jahres keine Kannen bilden (hängt aber von der konkreten Hybride und den genauen Bedingungen ab).

D. adelae eignet sich ebenfalls nur bedingt, da die Art einerseits eine hohe Luftfeuchte bevorzugt (wozu man einen Topf am Fensterbrett in eine tiefe Glasvase stellen könnte), und andererseits die Art weder zu tiefe noch zu hohe Temperaturen gut verträgt.

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Marco Ebert
Nepenthes-Hybriden eignen sich nur sehr bedingt, die werden bei Fensterbretthaltung die meiste Zeit des Jahres keine Kannen bilden (hängt aber von der konkreten Hybride und den genauen Bedingungen ab).

Sag das nicht. Ich habe hier zwei am Fensterbrett. Ich sag mal die einfach zuhaltenden Nepenthes à la x ventrata oder so halten sich da sehr gut. Vor allem kann man da viel mit genug Sonne kompensieren. Meine sanguinea bildet zur Zeit an jedem Blatt Kannen, eine größer als die andere (7-10cm). Und wie gesagt ich habe massig D. capensis abzugeben, die sind schon stark genug.

Gruß Marco

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Meine Nepenthes stehen auch auf der Fensterbank und bilden den ganzen Sommer über Kannen, im Winter nicht.

Also ich denke mit D. aliciae und D. capensis kann man nichts falsch machen. Letztes Jahr hatte mein Capensis Blattläuse und ist dann komplett eingegangen. Ich habe so gut wie alles Oberirdische abgeschnitten und dann kam er kurz vorm Winter wieder und blüht jetzt. Komischerweiße hat er auch im Winter Klebetropfen ausgebildet - Er steht direkt über der Heizung in einem normalen Untersetzer (Die Blätter werden sogar von der Heizungsluft direkt angeblasen und "schwingen" mit). Von daher müssten die beiden doch mit deinem Standort zurecht kommen.

Gruß Bastian

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Hallo,

vielen Dank für die Antworten.

zu Drosera:

Vielleicht hatte ich auch einfach Pech mit meiner capensis, aber da aliciae und spatulata auch in Frage kommen würden, will ich es mal mit einer von diesen beiden versuchen.

Ich denke es wird die spatulata, da sie mir optisch am besten gefällt.

Trotzdem danke für das Angebot Marco!

zu Nepenthes:

Wenn sie im Winter keine Kannen bilden würden wäre das nicht so schlimm. Meine anderen Pflanzen gehen ja eh in Winterruhe und somit habe ich im Winter auch recht wenig von ihnen.

Ich würde also auch hier den Versuch mal wagen.

zu Pinguicula:

Hier bin ich immernoch etwas unsicher. Eigentlich sollten sich die mexikaner gut fürs Fenster eignen, aber was Erde und Gießtechnik angeht bin ich etwas ratlos.

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zu Pinguicula:

Hier bin ich immernoch etwas unsicher. Eigentlich sollten sich die mexikaner gut fürs Fenster eignen, aber was Erde und Gießtechnik angeht bin ich etwas ratlos.

Du kannst deine Karnivorenmischung benutzen, eventuell noch gröberen Sand dazumischen, da empfehle ich Aquariensand in der Körnung 1-2mm. Die einfachen Pings sind sehr anspruchslos, was das Substrat angeht. Im Sommer feucht halten, im Winter trocken, mehr gibts da nicht zu beachten.

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Marco Ebert

By the way: Heizungsluft ist nicht direkt trocken. Es ist nur so, dass sie durch die höhere Temperatur mehr Volumen hat. Dadurch kann sich in dieser warmen Luft mehr Wasserdampf aufhalten. Mal angenommen ein Liter Luft bei der Temperatur 30°C kann maximal X Liter Wasser aufnehmen. Wenn nun nur die Hälfte der maximalen Kapazität gebraucht ist, so hat man 50% RLF. D.h. es ist eigentlich immer noch die gleiche Menge Wasser, die da in der Heizungsluft ist. Nur da die Luft wärmer ist und du das Mehrvolumen und die daraus folgende erhöht Kapazität nicht mit Wasser füllen kannst sinkt automatisch die RLF. Das ist allerdings ein Extrem, dass du nicht kompensieren kannst. Denn selbst wenn du die RLF halten könntest, so würdest du an jeder kalten Stelle in der unmittelbaren Umgebung einen Kondsensfilm auf den Gegenständen haben. Im Endeffekt kommt eigentlich immer noch die gleiche Menge Wasserdampf zur Pflanze.

Gruß Marco

EDIT: RLF wird überbewertet. Oftmals sollte man auch die absolute Luftfeuchtigkeit beachten.

Edited by Marco Ebert
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@Abaddon

Alles klar, dann werde ich es mal mit einer P. agnata versuchen.

@Marco

Danke für die Erklärung.

Dann werde ich es mal mit einer Nepenthes Hybride aus dem Baumarkt, einer D. spatulata und einer P. agnata probieren.

Wenn ich die Pflanzen ein paar Wochen habe werde ich nochmal ein update schreiben, wie sie sich entwickeln.

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  • 3 months later...

Hallo zusammen,

hier das lange überfällige Update.

Ich habe Bilder angehangen, einmal von kurz nach dem Eintopfen und einmal von heute.

Nepenthes (Hybride aus dem Baumarkt)

Die wächst von allen dreien am Besten. An jedem Blatt bildet sie eine Kanne aus und sie sieht auch viel besser aus als am Anfang.

Pinguicula (Agnata)

Diese ist mir leider ex gegangen, wie man auch in diesem Thread von mir lesen kann: hier

Ein Bild vom Anfang habe ich dennoch mit eingestellt.

Drosera (Spatulata)

Wie man auf den Bildern sieht reicht das Licht nicht aus damit sie rote Tentakel bekommt. Aber sie hat fleißig Klebetropfen gebildet, was ich als gutes Zeichen deute. Sie hat auch 3 Blütenstengel ausgebildet, was sie aber viel Kraft gekostet hat.

Alle Klebetropfen sind verschwunden und das Wachstum hat sich sehr verlangsamt. Die neuen Blätter haben wieder Klebetropfen, sind aber nur halb so groß wie die vor der Blüte.

Ich denke sobald die Samen reif sind wächst sie wieder normal und bekommt große Blätter mit Klebetropfen.

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