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Fragen zu S. purpurea ssp purpurea


Shampoo

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Hallo,

bisher habe ich aus Platzgründen die Finger von dieser Gattung gelassen und weiß entsprechend wenig über Sarracenia. Im Moment bin ich am überlegen, ob ich das nicht ändern sollte. Deswegen habe ich in den letzten 1-2 Wochen das Internet und zwei Bücher zum Thema S. purpurea ssp purpurea durchforstet. Allerdings konnte ich auf zwei Fragen keine direkte Antwort finden. Ich habe zwar Vermutungen aufgrund der ganzen anderen Infos, möchte die aber gerne bestätigen lassen.

1. Ich konnte keine konkreten Infos zur Befruchtung finden. Ich vermute, dass die Pflanze selbstfertil ist, aber nicht kleistogam, stimmt das? Wenn ja, gibt es da rassentypische Unterschiede? Und ist das bei allen aus dieser Gattung der Fall?

2. Die Art gilt ja als ausgesprochen winterhart. Wenn sie aber in einem normalen großen Plastiktopf halte, der im Sommer draußen steht und im Winter in einem unbeheizten Gewächshaus, kann es ja sein, dass der Topf komplett durchfriert, was bekanntlich keine Pflanze überlebt, da sollte S. purpurea ssp purpurea keine Ausnahme sein. Gibt es trotzdem eine Möglichkeit die Pflanze im kalten Gewächshaus heil über den Winter zu bringen? Hab da z.B. an Styropor oder anderes um den Topf rum gedacht, würde das der Pflanze ausreichend Schutz bieten?

Lg, Tina

PS: Mir ist noch eine dritte Frage eingefallen: Hab gelesen, dass regelmäßiges Düngen empfehlenswert ist. Das hat mich etwas verwundert, aber wenn es stimmt; welche Düngerzusammensetzung und Konzentration sollte man wählen?

So, ich hoffe ihr könnt mir helfen. Danke!

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Kevin Tonnerre

Die Blüte ist nicht für Kleistogamie gebaut, im Gegenteil. Überhaupt findest du Kleistogamie meistens bei sehr klein-blühenden Pflanzen. Selbstfertil sollte sie aber glaube ich sein, das heisst, du kannst mit dem Pinsel nachhelfen. Hier findest du ein gutes Bild, wobei dich vor allem die Stigma und Antheren (bzw der Pollen der da rauskommt) intressieren sollten. Die anderen Blütenorgane wie die Sepalen und Petalen kannst du der Übersicht halber auch abreissen, wenn du das wünschst.

Die Pflanzen sind durchaus winterhart.

Düngen ist Geschmacksache, aber im Falle von Sarracenia würde ich es nicht unbedingt empfehlen. Sarracenia gehört doch zur erfolgreicheren Gattung was das Fangen der Insekten anbelangt, sprich, sie holt sich ihre Nährstoffe selber.

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Gordon Shumway

Hallo Shampoo!

Zur Winterhärte:

In einem durchgefrorenen Topf zu überleben ist für einige Pflanzen sonderliches Problem, auch nicht für deine Sarracenia.

Aus meinen eigenen Erfahrungen, mündlichen Überlieferungen und Internet-Recherche bin ich zu dem Schluss gekommen, dass bisher kaum eine Sarra erfroren ist. Wenn man jedoch krampfhaft versucht die Pflanze mit allen Mitteln vor der Kälte zu schützen oder sie frostfrei überwintert, kommt es viel leichter zu Verlusten durch Schimmel oder Fäule.

Vor allem Warmzeiten während der Überwinterung werden gar nicht gut vertragen! Dann versuch sie lieber den ganzen Winter in einen Eisblock einzufrieren

Mein Fazit: Im Winter einfach gar nix großartig unternehmen, die Sarras packen dass bei uns draußen schon!

Kannst ja nochmal hier nachschauen, wie andere ihre Pflanzen überwintert haben:

MfG,

Gordon

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Ein durchgefrorener Topf sollte kein Problem sein, so lange die Pflanze kräftig und gut etabliert ist. Ich habe diesen Winter S. psittacina im Freien überwintert, die ja bekanntlich als nur bedingt winterhart gilt. Sie war regelmässig in einem Eisblock eingefroren, bis zur Substratoberfläche bzw knapp darüber, und die einzigen Verluste waren einige der Schläuche, die aber nicht erfroren, sondern vertrocknet sind.

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Sarracenia purpurea war bei mir in einem Balkonkasten draußen vorm Fenster ebenso total winterhart wie eine im gleichen Kasten gehaltene Sarracenia psittacina. Der Kasten war zeitweise ein harter Eisblock bei Temperaturen bis -18 Grad, in den Schläuchen der S. purpurea war pures Eis. Die Pflanzen haben sogar mehrmaliges Auftauen und Wiedereinfrieren super überstanden und treiben nun aus. Diese Erfahrung hab ich leider mit meinen S. Hybriden (Beteiligung von S. leucophylla, 2 verschiedene Kreuzungen) leider nicht gemacht. Beide Hybriden hab ich nun endgültig entsorgen müssen und durch Backups aus dem Stiegenhaus ersetzt. Fazit: Wegen der Winterhärte einer Sarracenia purpurea mach ich mir zukünftig keine Gedanken mehr. btw keine meiner Balkonkasten-Karnivoren hat irgendeinen Winterschutz gehabt und befanden sich seit dem zeitigen Frühjahr draußen vorm Fenster.

Liebe Grüße

Eve

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1. Ich konnte keine konkreten Infos zur Befruchtung finden. Ich vermute, dass die Pflanze selbstfertil ist, aber nicht kleistogam, stimmt das?

Sarracenien sind selbstfertil, aber nicht kleistogam und nicht autogam. Fremdbestäubung notwendig.Die Befruchtung erfolgt nicht von selbst oder durch Wind, sondern typischerweise durch Insekten. Da aber in unseren Breitengraden die potentiellen Bestäuberinsekten selten und auch nicht auf diesen Blütentyp spezialisiert sind, bedeutet das daher oft: Züchtereingriff notwendig.

2. Die Art gilt ja als ausgesprochen winterhart.

Ja. Ein 20-Liter-Baueimer als Moorbeetkübel reicht bereits zur Kultur eines stattlichen Exemplars (ganzjährig im Freien).

Edited by jusch
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Warum das denn?

Ich habe im meinem Beitrag nachträglich eine unpassende/unrichtige Passage gestrichen.

Irgendwie fehlt mir der passende Fachbegriff für Pflanzen, die zwar mit dem Pollen der eigenen Pflanze bzw. eigenen Blüte erfolgreich bestäubt werden können, bei denen das aber nicht von alleine beim Schließen der Blüte passiert, sondern durch Insekten. Autogamie mit Zoogamie oder sowas.

Ansonsten: Passende Bestäuberinsekten für Sarracenien werden in der freier Wildbahn, z.B. einem Moor in Sachsen, möglicherweise häufiger unterwegs sein als in einer Stadt mit dichter Bebauung. Auf eine Zufallsbestäubung würde ich mich in einer Stadtwohnung mit nur einer Sarracenie nicht verlassen wollen.

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Danke für die ganzen Antworten.

Die Aussagen bzgl. der Winterhärte stimmen mich überaus optimistisch, obwohl ich immer noch etwas skeptisch bin. Ein 20l-Kübel ist natürlich schön und gut, aber ich dachte eher an einen normalen Plastiktopf mit ca. 4l Volumen. Wenn die S. purpurea selbst darin mit dem Eis klar kommen sollte wär das natürlich super, aber will halt keine Pflanze anschaffen die dann im Winter erfriert. Das wär mir zu schade um die Pflanze und um das Geld.

Und wo wir gerade bei der Bestäubung sind: Zu welcher Zeit ist das in der Regel und wielang ist der Zeitraum, den man hat um eine Blüte zu befruchten? Wenn ich zu der Zeit nicht da bin muss ich halt auf die natürlichen Bestäuber hoffen, da wir ziemlich auf dem Land wohnen könnte das aber klappen.

Lg, Tina

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Benjamin B.

Guten Tag,

erstmal Sarracenia blühen generell im Frühjahr, da sie da aus der Winterruhe erwachen. Des Weiteren blühen ohnehin fast nur ältere Exemplare. Ein 4L Topf könnte etwas heikel sein.

Gruß,

Benjamin

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  • 2 weeks later...

Hallo,

ich kann einen kleinen Beitrag hierzu geben:

Meine purpurea ist diesen Winter wohl erfroren. Aber es war auch kein 20l Eimer sondern ein flacher Blumentopf, der dafür etwas breiter war (schätze ø 30cm, Höhe: 15cm). Bis jetzt tut sich noch nichts und viele Wachstumspunkte (weiß nicht genau wie das heißt, wo die neue Blätter rauskommen, verdammt schlechtes Gedächtnis ^^) sehen schon vertrocknet aus. Werde aber noch bis in den Sommer abwarten. Die Pflanze hatte ich schon mind. 3 Jahre (genau weiß ich es nicht mehr) und stand jeden Winter draußen! Letztes Jahr mit 5 Blüten. Wäre sehr schade und meine älteste Fleischi. Mit der hats damals angefangen :ak:

Ich hoffe dir bleibt sowas erspart ;-) Im Normalfall überlegen die ja den Winter und ich werde meine Pflanzen nächsten Winter noch etwas gegen starken Bodenfrost schützen.

Viele Grüße

Benni

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