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Drosera rotundifolia am Naturstandort


Tim Beier

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Drosera rotundifolia am Naturstandort

Für jeden Liebhaber, dürfte es wohl ein beeindruckendes Erlebnis sein einmal einen Naturstandort seiner Pfleglinge zu besuchen.

Auf der JHV 2009 in Frankfurt habe ich das erste mal von einem Naturstandort im Fichtelgebirge gehört an dem Drosera rotundifolia wächst.

Im Taublatt Heft 66 wurde der Standort durch Rudi Köhler etwas näher vorgestellt wobei er auch um eine Unterstützung durch die GFP gebeten hat.

Auf der JHV 2010 in Ulm ging Herr Köhler weiter auf den Standort und die dort bereits geleisteten „Sanierungsarbeiten“ ein.

Der Wunsch war nun bei mir geweckt diesen Standort selbst einmal zu besuchen.

Herr Köhler erklärte sich bereit interessierte Karnivorenfreunde an den Standort zu begleiten.

Also habe ich ihn auf der JHV direkt angesprochen.

Im Juli war es dann soweit und ich verknüpfte meinem Urlaub mit einem Abstecher ins Fichtelgebirge.

Wir trafen uns am Nachmittag mit Rudi und fuhren gemeinsam los. Nach ein paar Kilometern Fahrt, bogen wir in einen kleinen „Parkplatz“ auf der rechten Seite am Ziel ein.

In weiser Vorrausicht hatten wir neben den Flip-Flops auch noch festes Schuhwerk im Gepäck.

Zwischen den Kiefern verläuft ein etwas breiterer „Weg“ in Richtung der Tongrube. Je näher wir der Fläche kamen stieg bei mir die Spannung. Es dauerte nicht lange und die ersten einzelnen Drosera rotundifolia tauchten auf. Ab jetzt mussten wir aufpassen dass wir nicht auf einzelne Pflanzen oder kleinere Gruppen traten. Überall waren sie zu sehen. Selbst auf den Flächen die im Rahmen der Sanierungsarbeiten durch den Bagger entstanden sind, haben sich bereits Drosera angesiedelt. Man konnte erkennen dass es sich oft um junge Pflanzen handelte.

An diesem Nachmittag war es allgemein sehr sonnig und heiß. Der Boden kam mir im ersten Moment recht trocken vor. Im Geiste hat man ja oft erst mal ein feuchtes Moor vor Augen wenn man an heimischen Sonnentau denkt. Der Hauptbestandteil des Bodengrundes dürfte aus Ton und diversen Mineralien bestehen. Ich war erstaunt das der Boden trotz der großen Hitze eine gewisse Feuchtigkeit hatte, was sich beim zerreiben eines kleinen Stück Bodengrund leicht feststellen ließ.

Besonders an etwas feuchteren Stellen haben sich massenhaft Sonnentau angesiedelt und ich kam aus dem staunen nicht mehr heraus.

Die Reise ins Fichtelgebirge hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich möchte mich hiermit auch noch mal bei Rudi Köhler bedanken, der sich Zeit für uns genommen hat und uns am Standort geführt hat um möglichst nichts zu zerstören.

Zum fotografieren wären die frühen Morgenstunden wohl die bessere Wahl gewesen; nichts desto trotz möchte ich ein Paar Bilder zeigen um einen Eindruck dieses herrlichen und schützenswerten Standorts zu bekommen.

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Edited by Torsten T.
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Andy Böhnke

Ich war heute morgen auch sehr über die Fotos verwundert. Das ist nicht wirklich der Standort wo ich Droseras erwarten würde. Mein erster Gedanke: "Ein ehemaliger Tagebau". Torf und Spaghnum konnte ich auf den Fotos auch nicht entdecken. Ich finde das "Moor" auch sehr karg bewachsen. Das die Droseras in Lehm wachsen ist aber sehr interessant. Eigentlich entsteht ja auf Lehmuntergrund das Moor. Das Lehm die oberste Schicht istm ist mir neu. Ich würde mich für weitere Informationen zum Moor freuen. Ich muss zu Hause mal schauen, ob ich das Taublatt 66 habe.

Schöne Grüße

Andy

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Drosera_Deutschland

spannende Dokumentation! Ich wünschte ich könnte mir unsere einheimischen Fleischis auch mal in der Natur ansehen aber leider weiss ich überhaupt nicht "wo" :-\

aber dein Artikel macht Laune :-)

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Klasse Dokumentation!

Ich nehme an, dass ihr auch den Standort am Fichtelsee kennt, oder? Ich war da vor ein paar Jahren mit meiner Frau und wundere mich, dass hier noch niemand diesen leicht zugänglichen Standort genannt hat (oder doch?). Ist wirklich klasse, dass es diese Pflanzen noch im Naturstandort zu bewundern gibt.

bye droddl

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Echt schöne Pflanzen.

Wobei mich der Untergrund beim anschauen schon auch ein wenig gewundert hat,

den rotundifolias geht es ja augenscheinlich bestens.

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Hallo,

vielleicht kann Rudi Köhler noch etwas genauer auf den Standort eingehen und diesen Beitrag noch ergänzen?

Interessant wäre auch in Zukunft über die Unterstützung durch die GFP zum Standort weiter zu berichten. Auf der JHV wurde beschlossen bei Bedarf Mittel zu mobilisieren um den Standort zu pflegen und zu erhalten. In wie weit sich in dieser Richtung schon etwas ergeben hat weiß ich leider nicht.

@ Andreas S. : Es handelt es sich um die unterste Abbaustufe einer Tongrube. Die Tongrube an sich befindet sich noch in Betrieb. An den Stellen wo die Drosera wachsen allerdings nicht mehr.

@ Andy Böhnke: Als Moor kann der Standort wirklich nicht bezeichnet werden.

Ich würde Tongrube sagen.

Im Rahmen der "Sanierungsarbeiten" wurde Kieferbewuchs entfernt damit der Sonnentau Platz und Licht hat.

Wie gesagt besteht der größte Teil aus Ton und diversen Mineralien. Ich weiß jetzt nicht genau in wie weit

sich Ton und Lehm unterscheiden lässt? Ich war auch sehr über den Bodengrund erstaunt.

Fast alle Pflanzen waren tief Rot ausgefärbt. Ich musste wirklich nach Pflanzen suchen die etwas blasser waren.

An einer Stelle im Schatten habe ich Pflanzen gefunden die grün waren.

Auf den Bildern kann man die Anzahl der Pflanzen nur erahnen. Schätzungsweise würde ich von Tausenden sprechen.

Edited by Tim Beier
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Rudi Köhler

Klasse Dokumentation!

Ich nehme an, dass ihr auch den Standort am Fichtelsee kennt, oder? Ich war da vor ein paar Jahren mit meiner Frau und wundere mich, dass hier noch niemand diesen leicht zugänglichen Standort genannt hat (oder doch?). Ist wirklich klasse, dass es diese Pflanzen noch im Naturstandort zu bewundern gibt.

bye droddl

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Andy Böhnke

Ich habe mir gerade noch Mal den Artikel im Taublatt durchgelesen. Ich hatte diesen Artikel nachtürlich schon gelesen als ich das Taublatt bekam. Allerdings konnte ich diesen Forumsbeitrag nicht mit meinen Erinnerungen aus dem Artikel im Taublatt verbinden. Aus dem Taublatt-Artikel geht es leider nicht so eindeutig hervor, wie aus diesem Beitrag, dass die D. rotundifolia auf tonhaltigen Substrat wachsen. Auf den ersten 3 Fotos der D. rotundifolia sieht es nach Torf aus. Bei den restlichen Bildern dachte ich, dass die Fotos die Zerstörung des Gebietes darstellen. Auf den Fotos sind nämlich keine D. rotundifolias zu sehen.

@Andreas:

Na dann muss Du wohl schnell die Beitrittserklärung unterschreiben und hast dann die Gelegenheit solche Artikel zu lesen. :thumbsup:

Schöne Grüße

Andy

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Hi,

ich finde die Bilder sehr schön, und es ist auch interessant zu lesen wo die rotundifolia auch wächst und gedeiht (schönen Dank für die Infos). Ich bin zwar Laie, aber ich würde nicht unbedingt von einem Naturstandort sprechen.

Eine Kies -oder auch Tongrube kann genausogut eine vorübergehender Standort sein, der evtl. in den letzten 10 Jahren zufällig geeignete Bedingung bietet.

Für mich sind Naturstandorte von Moorpflanzen Moore. Ich weis, dass es sandige (und feuchte) Ausnahmen gibt wo ebenfalls Droseras gedeihen können. Wenn diese Gebiete dann ebenfalls eine über 100-jährige Geschichte vorzuweisen haben sind das auch Naturstandorte.

...trotzdem sehr schöne Bilder.

-volker-

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Ich bin zwar Laie, aber ich würde nicht unbedingt von einem Naturstandort sprechen.

Eine Kies -oder auch Tongrube kann genausogut eine vorübergehender Standort sein, der evtl. in den letzten 10 Jahren zufällig geeignete Bedingung bietet.

Warum soll das kein Naturstandort sein? Meinem Wissen nach handelt es sich um einheimische Pflanzen die nicht künstlich dort angesiedelt wurden.

Aber selbst ein vorübergehender Standort kann ein Naturstandort sein.

Gerade da es immer weniger solcher Standorte gibt, an denen geeignete Bedingungen herrschen und viele Moore heutzutage bereits verschwunden sind gilt es diese zu schützen!

Es gibt auch Karnivoren die keine Moorpflanzen sind und eher in und auf Sand wachsen oder in Substraten mit hohem Lehm-, Ton- oder sonstigen Gesteinsanteilen. Ich will damit sagen das es nicht immer zwangsläufig Torf oder Torfmoose (Sphagnales) sein müssen.

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Ich würde sagen karnivoren wurden als karnivoren zusammengefasst,weil sie eine karnivore lebensweise besitzen und nicht weil sie alle in mooren leben man denke an nephentes oder epiphytischen Utricularia.

mfg jan

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...es kann sich schon deshalb um keinen Naturstandort handeln, weil diese Tongrube so nicht von der Natur geschaffen wurde.

Ich selbst bin des öfteren in Sandgruben, und die temporär anzutreffene Fauna und Flora unterscheidet sich bisweilen erheblich von den Pflanzen die vorher (als es noch keine von Menschenhand geschaffene Sandgrube war) dort anzutreffen waren - aber ist ja auch egal.

-volker-

Edited by Volker S
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  • 4 months later...
partisanengärtner

Ich kenn auch einen Standort in der Nähe von Creussen, der genauso aussieht. Dort ist der Untergrund eher Lehm. Man hat dort in der schon viele Jahrzehnte stillgelegte Sandgrube gelegentlich mit Maschinen den Oberboden abgeschoben um dem Sonnentau bessere Bedingungen zu bieten. In der Nähe sind einige Moorflächen auf denen auch spärlich Drosera rotundifolia vorkommt.

In dem Sandgrubenbiotop sind allerdings einige Tausend mehr zu finden als dort.

Variert aber über die Jahrzehnte sehr, die Vermehrung ist sehr explosiv wenn wieder geschoben wurde, da sind dann gelegentlich ganze Teppiche rot.

In schlechten Jahren muß man dann die dann wenigen hundert adulten Pflanzen fast suchen.

Sphagnum ist dort nicht zu finden aber sehr wohl im Moor.

Edited by partisanengärtner
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...es kann sich schon deshalb um keinen Naturstandort handeln, weil diese Tongrube so nicht von der Natur geschaffen wurde.

Hallo Volker S.,

nach dieser Definition gibt es in lange und stark besiedelten Gebieten wie Mitteleuropa Naturstandorte wohl nur noch in einigen sehr abgelegenen Regionen der alpinen Hochgebirge. Der Rest ist durch den Menschen lange, gründlich und nachhaltig überprägt worden.

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nach dieser Definition gibt es in lange und stark besiedelten Gebieten wie Mitteleuropa Naturstandorte wohl nur noch in einigen sehr abgelegenen Regionen der alpinen Hochgebirge. Der Rest ist durch den Menschen lange, gründlich und nachhaltig überprägt worden.

Hallo,

was bedeutet schon nachhaltig?

Vor ein paar Wochen gab es bei uns im Kino eine "Multivisionsshow" Europas wilde Wälder.

Seit ich mir diesen kostenlosen Vortrag angeschaut habe (kann ich nur empfehlen) hat sich meine Meinung über "Nachhaltigkeit" etwas geändert. Oder besser gesagt das was ich damit verknüpfe.

In Deutschland gibt es keinen einzigen Urwald mehr! In Europa nur noch sehr wenige. Ob es in Deutschland überhaupt noch irgendwelche größere ursprüngliche Gebiete gibt wage ich auch zu bezweifeln. Die Waldbewirtschaftung in Deutschland wird allgemein immer hoch gelobt und als nachhaltig bezeichnet. Ich war immer der Meinung dass es sich bei dieser "Nachhaltigkeit" um etwas Gutes handelt?! Aber scheinbar ist das nur ein Begriff der sich toll anhört.

Im Grunde geht es nur darum das in regelmäßigen Abständen und in Reihen angeordnet Monokulturen in den riesigen abgeschlagenen Flächen (Clear Cuts) angebaut werden. Es werden meist nur Schnellwachsende Bäume angepflanzt.

Warum nur? Der Nachhaltigkeit wegen? Wohl eher aus reinen Profitvorteilen unter dem tollen Deckmantel der Nachhaltigkeit.

Das Thema lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen. Umso wichtiger finde ich es sich Gedanken zu machen und die paar Flecken an denen es möglich ist das sich "die Natur" mit all ihrer Schönheit entfalten kann zu schützen. Egal ob es sich um ein ursprüngliches oder "geeignetes" Biotop handelt.

Wenn ich diesen Drosera Standort einmal meinen Enkeln zeigen kann, hat sich die Sache schon für alle gelohnt!

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was bedeutet schon nachhaltig?

In meinem Fall war damit die ursprüngliche Bedeutung gemeint: mit lang anhaltender Wirkung. Es war nicht jener grauenhaft überbeanspruchte und großteils sinnentleere Modebegriff gemeint.

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partisanengärtner

Ich glaube das diese Arten nur Nährstoffarme dauerhaft feuchte Flächen brauchen. Da die Natur bei uns ihre natürliche Dynamik weitgehend verloren hat, sind die von Menschlichen Eingriffen geprägten Flächen die, die gleichen Vorteile bringen ein gültiger Ersatz.

Ich hab schon einige "natürliche"Standorte gesehen die im Laufe der Jahre durch die Waldsukzession verschwunden sind.

Ein paar Elche hätten diese Flächen sicher auf Dauer freigehalten. :laugh: Die Stellenweise Aufdüngung wäre da eher zu verkraften.

Einige gute Standorte sind Truppenübungsplätze wo durch die starke Verdichtung der Panzerspuren die meisten anderen Pflanzen ans solchen Standorten nicht gedeihen können.

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partisanengärtner

Die haben schon einen Einfluß. Viele dieser Groß-Herbivoren haben besondere Stellen zum Abkoten. So entstehen sehr unterschiedliche Habitate bezüglich Nährstoffangebot und Licht.

Drosera keimt besonders gut auf offenem Rohboden. In der Sandgrube wird dazu abgeschoben sieht wie ruinieren aus, aber nach einem oder zwei Jahren hat man wieder ein Individuen Maximum.

Eine Schweinesuhle als Standort hab ich allerdings noch nicht gefunden. :laugh:

Edited by partisanengärtner
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  • 3 months later...

Hi!

Ich hatte auch schon das Vergnügen Drosera Rotundifolia am Naturstandort zu sehen.

Bei mir war es vor ca. 4 Jahren in Norddeutschland im "Ahlen Moor". Mir ist damals schon aufgefallen, dass die Pflanzen augenscheinlich größer (langstieliger und größere Fangblätter) sind als die hier gezeigten Pflanzen, weshalb ich auch das Gerücht, norddeutsche (heimische) Pflanzen sind größer als die gleiche Pflanzenart aus dem Süden bestätigen möchte (das habe ich hier im Forum schon oft gelesen auch über andere in Deutschland wachsende Karnivoren.

Auch ich habe die Pflanzen erst dort gesucht wo es "matschig" ist. Letztendlich fand ich sie aber auf einem leicht feuchten, sandigen Untergrund. Damals war es schon lange sehr heiß und die Pflanzen waren ganz dunkelrot (kurz vor verbrannt)aber schienen völlig intakt (sehr dicke Klebetropfen).

Mit freundlichen Grüßen

Joker

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