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Byblis Kultivar "Goliath" von Brian Barnes in Blüte


Siggi_Hartmeyer

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Siggi_Hartmeyer

Der von Brian Barnes (USA) registrierte Kultivar "Goliath" (eine Varietät von B. filifolia) gedeiht dieses Jahr besonders schön. Die Pflanzen in den drei Töpfen zeigen momentan um die hundert Blüten. Die Pollengewinnung durch "Brummbestäubung" (buzz-pollination) funktioniert ausgezeichnet mit der Spitze einer elektrischen Zahnbürste. Die findet man in den meisten Haushalten wohl häufiger als Stimmgabeln.

Interessant finde ich auch die B. liniflora (selbstfertil), welche aus einem in die Wasserschale gefallenen Samen keimte und völlig ohne Substrat ebenfalls prima gedeiht. Auch beim Kriechen über den Schalenrand habe ich nicht mitgeholfen. Dank ihrer Pulvini klappt sie ihre Blätter so ein, dass sie sich problemlos "festhält".

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Spielmannsfluch89

Klasse Pflanzen! Finde es Heftig das die Byblis ohen Substrat wächst o.ô ( Kenne mcih keines wegs mt der Gattung aus aber dennoch) Erkenne nciht ganz wo die Pflanze beginnt. Im Linken rand Vill? Oder Teibt sie umher?

Lieben Gruß

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Christian Dietz

Hallo Siggi,

ja, das sieht echt gut aus! Was mich allerdings mehr interessiert ist, um welche Art es sich bei diesem Kultivar handelt!? Von dem, was ich so gelesen habe dürfte er auch nicht größer werden als andere Byblis auch. Ich würde mich über ein paar Nahaufnahmen der Blüten sehr freuen ;)

Man braucht übrigens keine Stimmgabel oder elektrische Zahnbürste für die "Buzz-Polination". Die hohen Töne einer E-Gitarre langen auch aus (wenn man die Pflanze direkt vor den Verstärker stellt).

Gruß,

Christian

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Siggi_Hartmeyer

An alle diejenigen, welche bereits nach Samen anfragten: Ich hoffe zwar, dass die Bestäubung im wahrsten Sinne des Wortes Früchte trägt, kann aber - auch wegen des grossen Interesses - noch nichts versprechen. Die Samen stammen von Brian Barnes (ICPS director of conservation und Erstbeschreiber der Blattbewegungen durch Pulvini) in Florida, wer Interesse hat kann sich auch direkt an ihn wenden, er freut sich bestimmt über das Interesse. Seine Email teile ich gern auf Anfrage an meine Email (siehe unten) mit.

An Spielmannsfluch89: Der Spross beginnt links in der Ecke im Wasser. Ich selber habe da keinerlei Mithilfe geleistet, der Samen fiel unbeabsichtigt beim Abernten der B. liniflora in die Schale.

An Christian: Die Blüten zeigen gekrümmte Staubgefässe, die länger sind als deren Stiele, was typisch ist für B. filifolia. Interessanterweise steht mittig ein Topf mit Pflanzen aus Samen der CPUK Samenbank, die eigentlich B. guehoi sein sollen, aber offensichtlich identisch sind (Aussehen und Wachstumsform) mit Goliath. Alle Pflanzen sind stark verzweigt und bilden unterschiedlich große Blüten, von Linifloraformat (besonders an den Verzweigungen) bis zur normalen Filifoliagröße.

Anbei ein aktuelles Bild einer der typischen Goliathblüten:

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Siggi_Hartmeyer

Also die Methode mit Gitarre und Verstärker ist sicher äußerst kreativ und wohl auch erfolgreich, dennoch erscheint mir die Zahnbürste praktischer, zumal wenn eine sporadisch einsetzende Sprinkleranlage den Strom des Verstärkers eventuell recht unberechenbar auf Raum und anwesende Personen verteilt, da die Töpfe mit den stark ineinander verzweigten Pflanzen nicht in ein anderes Zimmer zum Verstärker getragen werden konnten :devil: . Immerhin konnte ich gestern noch feststellen, dass der Zahnbürstensex tatsächlich erfolgreich war :thumbsu: (Foto).

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Bearbeitet von Siggi_Hartmeyer
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  • 1 Monat später...
Siggi_Hartmeyer

Inzwischen ist das Byblisexperiment beendet. Dabei ging es einmal um die Beobachtung der Pulvini (Plural von Pulvinus), die bei allen Arten der Gattung für ein Absenken von Fangblättern und/oder Blütenstängeln sorgen, was auf unserem Film auf YouTube leicht verständlich dokumentiert ist:

Pulvini waren reichlich bei allen Pflanzen vorhanden. Der zweite Grund war ein direkter Vergleich zwischen dem von Brian Barnes bei der ICPS registrierten Bybliskultivar Goliath und B. guehoi (aus Samen der CPUK Samenbank). Obwohl vom Aussehen her keine Unterschiede zwischen beiden Pflanzen (etwa 6-8 pro Topf und Varietät) zu erkennen war (beide verzweigten sich von Anfang an stark, zeigten identische Fangblätter und Blüten mit einer identischen bräunlichen, bürstenähnlichen Struktur auf einem der Staubgefäße), unterschieden sich die Pflanzen in einem Punkt deutlich: trotz Gleichbehandlung bei der Bestäubung mit durch "Zahnbürstensex" gewonnenen Pollen unterschiedlicher Pflanzen, bildete keine der B. guehoi auch nur eine Samenkapsel, während bei Goliath so ziemlich alle bestäubten Blüten schöne Samenkapseln produzierten. Außerdem begann die Varietät Goliath erst etwa 4-6 Wochen später, nach Ausbildung der Samenkapseln zu welken, obwohl alle Pflanzen seit dem Frühjahr direkt nebeneinander standen.

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  • 11 Monate später...
Michi Zehnder

Hallo Siggi,

Trotz Gleichbehandlung bei der Bestäubung mit durch "Zahnbürstensex" gewonnenen Pollen unterschiedlicher Pflanzen, bildete keine der B. guehoi auch nur eine Samenkapsel, während bei Goliath so ziemlich alle bestäubten Blüten schöne Samenkapseln produzierten.

Meine B. guehoi blühen momentan. Hast du mittlerweile einen Weg gefunden B. guehoi erfolgreich zu bestäuben?

Viele Grüsse,

Michi

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Siggi_Hartmeyer
Hast du mittlerweile einen Weg gefunden B. guehoi erfolgreich zu bestäuben?

Es kommt wohl darauf an, woher die Samen stammen. Angeblich waren laut Forumsberichten einige Pflanzen aus anderen Quellen bei anderen Züchtern fruchtbar, diejenigen jedenfalls welche voriges Jahr zeitweise bei der CPUK erhältlich waren, blieben bei mir immer steril und sind seit letztem Winter im "Byblishimmel". Da ich im Winter meinen Hochland-Nepenthes nach (zu) heißem Sommer klimatisch die Gelegenheit zur Erholung biete, überleben das dann nur wenige Byblis. Allerdings habe ich dennoch eine Byblis "Goliath" welche 2010 im August noch aus einem abgefallenen Samen (ohne mein Zutun) keimte. Die ist inzwischen also über ein Jahr alt und blüht immer noch. Obwohl sie jetzt zu schwächeln beginnt, sind die Verzweigungen insgesamt genommen mehrere Meter lang, ranken über andere Töpfe und hängen teilweise einen halben Meter lang vom Pflanztisch herunter wie Hängegeranien. Die Goliath (botanisch Byblis filifolia "branching") waren alle fruchtbar und setzten nach Bestäubung mit Pollen einer 2. Pflanze (nortwendig, da die Art selbststeril ist) regelmäßig Samen an. Anbei zwei aktuelle Bilder.

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Bearbeitet von Siggi_Hartmeyer
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was ist der Unterschied zwischen Byblis Typ Goliath, und Byblis filifolia (normal) ?

Siehe:

http://www.carnivorousplants.org/cpn/Species/v38n1p12_22.html#Goliath

Byblis "Goliath" ist eine Kulturauswahlzüchtung. Der Züchter hat fünf Samenkörner ausgesät und dann daraus eine Pflanze mit besonders stark abweichenden Eigenschaften zur Anmeldung eines Kultivars ausgewählt.

Ich sehe keinen Unterschied.

Am dritten Tag soll der Blütenstängel ruh'n oder sich nach unten neigen tun. Oder so.

Der wesentliche Unterschied zur normalen B. filifolia ist doch in der Kultivarbeschreibung ausführlich beschrieben, der wesentliche Unterschied soll das sein, was nach einer erfolgreichen Bestäubung der Blüte mit dem Blütenstängel passiert:

What happens next truly makes this Byblis variant unique.

On the third day, the base of the pedicel changes character. It swells, elongates, and reflexes downward. It also becomes somewhat pale and transparent. The once-erect flower stalk is forced towards the ground as its ripening seed capsule develops (see Figure 8).

und

The entire process of changing direction from upright to furthest downward takes five to six days.

D.h. der Unterschied ist: Absenkung des Blütenstängels einer erfolgreich bestäubten Blüte von der aufrechten in eine abgesenkte Stellung.

Also ist ein "Unterschied" zur normalen B. filifolia bei B. 'Goliath' nicht ständig sichtbar, sondern nur in den Tagen nach einer erfolgreichen Bestäubung der Blüten. Das ist jedenfalls das, was ich da aus der Beschreibung herauslese.

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Siggi_Hartmeyer

Hallo Jusch,

Du beziehst Dich auf Brian's Kultivarbeschreibung in der tatsächlich die Pulvini bei Byblis erstmals publiziert wurden. Wir (und andere) haben die Literatur durchforstet und keine ältere Publikation gefunden. Er hat mich damals gebeten, die Bewegung auf Video zu dokumentieren. Zwei Filme mit Byblis liniflora stehen dazu seit 2010 von uns auf YouTube, welche die Bewegung durch Pulvini zeigen.

Das hat überhaupt nichts mit einem Unterschied zwischen verschiedenen Byblisarten zu tun, denn wie wir inzwischen wissen bilden alle bekannten Byblis Pulvini sowohl an den Fangblättern als auch an den Blütenstängeln nach Befruchtung. Der Unterschied zwischen den "normalen" Byblis filifolia und B. "Goliath" ist die extreme Verzweigung der letzteren Varietät und nicht irgendein Unterschied bei den Blüten.

Hier sind die Filme. Im ersten Teil ein Zeitraffer über eine Woche, der auf die Pulvini an Blatt und Blütenstängel ausgerichtet ist. Und im 2. Teil eine kleine Aneinandereihung (vorwärts und rückwärts), welche zeigt wie intensiv sich die bis dahin als unbeweglich beschriebenen Pflanzen bewegen (natürlich im Zeitraffer):

Übrigens sind es auch bei den Mimosen die Pulvini, welche die Bewegung durch Änderung des Zelldrucks (Turgor) ermöglichen (siehe Bild). Auch Bohnen besitzen Pulvini, bei Byblis wurden sie schlichtweg lange übersehen. Es war die Beobachtung dieser zuvor nicht beschriebenen Bewegung, welche Brian zu seiner Publikation veranlasste (siehe auch Stewart McPhersons Buch Carnivorous Plants and their Habitats Vol. 2 ab Seite 954). Ach ja, und apropos "5 Samen" (siehe oben): ich habe im May in Florida Hunderte von B. "Goliath" gesehen, die in einem Zellkulturlabor in Florida vermehrt und vertrieben werden .......

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Bearbeitet von Siggi_Hartmeyer
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