Guest Duke Posted September 24, 2010 Posted September 24, 2010 Hi Leute bin neu hier und habe gleich mal ein anliegen. Ich habe im Keller meine Box stehen und habe jetzt das 2te mal Blattläuse darin! aber wie/wo/was kommen die dahin, das ist mir echt ein Rätsel? Hatte einer von euch auch schon so ein Problem? Wär echt dankbar um jede hilfe! Das letzte mal sind mir 100te von euro eingegang... Hier mal ein paar infos: Box: 140x 80 x 60 temp. im moment: ~24°C aktive Zu- und Abluft beleuchtung: 110W ESL mit 6400k, ca. 17700 lux bis jetzt zur bekämpfung habe ich von Neudorff - Blattlausfrei verwendet. Dank schon mal! Duke
jusch Posted September 24, 2010 Posted September 24, 2010 Ich habe im Keller meine Box stehen und habe jetzt das 2te mal Blattläuse darin! aber wie/wo/was kommen die dahin, das ist mir echt ein Rätsel? Die ersten Blattläuse kamen wohl mit irgendwelchen Pflanzen dahin, der zweite Befall sind die Nachkommen der ersten Generation. Es gibt auch geflügelte Blattlausgenerationen, die können auch zugeflogen sein. bis jetzt zur bekämpfung habe ich von Neudorff - Blattlausfrei verwendet. Bei so "freundlichen" Mitteln, die nur die direkt vom Sprühnebel getroffenen Blattläuse bekämpfen, die aber einige versteckt sitzenden Blattläuse und deren Eier überleben lassen, dauert es bis zum nächsten Befall nach einer Sprühaktion nicht besonders lange.
Guest Duke Posted September 24, 2010 Posted September 24, 2010 Danke für deine schnelle Antwort! Was kann ich denn da noch so verwenden? Hauptsächlich habe ich drosera und deren Zwerge. Pinguicula, paar nepenthes hybride und eine heliamphora hybride sind auch dabei. Alles was sich bei subtropischen Bedingungen mit kleiner Nachtsenke(~5°C) halten lässt Noch hält sich das Ausmaß der Viecher in Grenzen, paar vereinzelte an machen Pflänzchen. Einen "verursacher" konnte ich auch nicht finden. Ich habe noch mal ein bissl im Netz gesucht. Neemöl soll sehr gut gegen diese Viecher sein, nur sind die Meinungen sehr gespalten ob die Carnivoren dies auch vertragen, bzw. welche Arten es vertragen. Habe zwar noch ein paar Sachen aus der "Chemieecke" gefunden, würde sowas aber ungern verwenden. Das Neemöl hat sich da ganz gut angehört und scheint bei vielen Pflanzenfreunden sehr geliebt zusein, dazu ist es rein pflanzlich und auch relativ Preiswert. was mien ihr dazu?? gruss Duke
Hermann Posted September 25, 2010 Posted September 25, 2010 Blattläuse bekommst du nicht so einfach wieder los. Da hilft nur mehrmaliges Sprühen in drei bis vier Wochenabständen,am besten mit unterschiedlichen Mitteln und auch dann noch, wenn schon lange keine mehr sichtbar sind. Gruß Hermann
Marcel V Posted September 25, 2010 Posted September 25, 2010 Hallo, gegen Blattläsue kann ich Zierpflanzenspray Lizetan von Bayer empfehlen. Bei mir hat eine Sprühanwendung gegen Blattläuse gereicht, weil es sowohl als Kontaktgift als auch als systemaitisches Mittel wirkt, das heißt, dass die Pflanzen das Sprühzeug aufnehmen und sobald eine Blattlaus die Pflanze anfrisst das Gift aufnimmt und auch stirbt. Kann ich wirklich nur empfehelen. Ich würde auch nicht lange irgendwelche Hausmittel ausprobieren, weil die Blattläuse sich sonst sehr stark ausbreiten können. Viele Grüße Marcel
jusch Posted September 25, 2010 Posted September 25, 2010 Was kann ich denn da noch so verwenden? Statt freundlicher Öko-Mittelchen und Hausmittelchen bieten sich systemische Insektizide der giftproduzierenden Industrie an, und wenn Drosera betroffen sind, bieten sich solche Konzentrate gegen saugende Insekten an, die nicht nur für Spritzanwendung sondern auch für Gießanwendung vorgesehen sind. Für eine Giessanwendung wird das Konzentrat nach Vorschrift mit Wasser verdünnt und von oben auf die Substratoberfläche ausgegossen, so dass die Giftlösung gut in das Substrat einsickert, und zwar möglichst flächig, so daß alle Pflanzenwurzeln aller Pflanzen etwas vom Gift aufnehmen können. Die Pflanzen nehmen die Giftlösung dann über die Wurzeln auf und transportieren das Gift in die Blätter, saugende Insekten werden vergiftet, wenn sie an den Blättern oder an den Wurzeln knabbern. Solche Mittel wirken also gegen Blattläuse (knabbern an den Blättern) und Trauermückenlarven (knabbern an den Wurzeln) gleichzeitig. Giessanwendungen sind meiner Erfahrung nach bei Drosera deshalb zu bevorzugen, weil Sonnentauarten auf viele Mittel in Spritzanwendung reagieren, wenn das Mittel auf die Blätter kommt. Die Drosera reagieren dann oft mit Beutereflex, Enzymsaftbildung und vollständigem Verlust der Tautropfen für längere Zeit. Das wird mit Giessanwendung vermieden, wobei kein Mittel auf die Droserablätter gelangt, allerdings dauert eine Gießanwendung dann auch zwei Tage bis zum Wirksamwerden, die Pflanzen müssen das Gift ja erstmal aufnehmen. Wenn Du größere Mengen eines systemischen Insektizid anmischst, kann man den Wirkstoff mit einem beigefügten Meßbecher abmessen, aber zum Ansetzen kleinster Mengen, um etwa nur einen einzigen Topf gegen Blattläuse zu behandeln, ist das nicht geeignet. Ich habe dafür beispielsweise eine 5-ml-Einwegspritze, mit der ich auch 0,5 ml des Insektizid-Konzentrats abmessen und mit 100 ml Wasser ansetzen kann, womit sich dann ca. eine Substratmenge von 1 Liter behandeln läßt (in dem Fall bei mir Bayer Universal Schädlingsfrei). In kleinen Töpfen kann ich das fertig angemischte Insektizid dann gleich mit der Spritze rund um die Pflanzenwurzeln direkt in den Topfballen injizieren. In Spritzanwendung werden solche Insektizide in schwächerer Konzentration angemischt, müssen aber dafür ggf. mehrmals hintereinander angewendet werden und viele Spritzmittel führen bei Droserablättern zum Verlust der Tautropfen und einem Aussehen der Pflanzen wie nach einer Woche täglichem Gewittersturm. Spritzanwendungen gegen Blattläuse bei Drosera vermeide ich daher möglichst. Eigentlich habe ich auch nur wenig gegen Schädlinge zu kämpfen, meistens nur einmal im Jahr: Wenn ich im November meine draussen im Garten übersommerten afrikanischen Sonnentaue zum Überwintern in das Haus hole, werden plötzlich Blattläuse und Trauermückenlarven von denen den ganzen Sommer über draussen nichts zu sehen war, plötzlich zum Problem und sie vermehren sich explosionsartig. Und dann ist es bei mir Zeit für eine Insektizid-Gießanwendung, in einem Aufwasch gleich gegen Trauermückenlarven und Blattläuse.
Piesl Posted September 25, 2010 Posted September 25, 2010 (edited) @ Jusch: Das Mittel wirkt schon, sogar extrem gut. Ich verwende es selbst allerdings im Garten bzw. Beet. Da muss es dann richtig nass gesprüht werden, vor Allem die Blattunterseiten. So verschwinden die Läuse von einem auf den andern Tag. Die Nachfolgegeneration wird ann aber erfolgreich von den ansässigen natürlichen Feinden erledigt und das ist der Knackpunkt fürs Terra. Die wenigsten setzen sich wohl Ohrwürmer oder Marienkäfer,-larven dort ein. Falls Lizetan nicht direkt erhältlich ist, Dehner führt es auch unter eigener Produktreihe. Und jedenfalls Spray, nicht Stäbchen verwenden wegen der Gefahr von Nährstoff Zufuhr. Edited September 25, 2010 by Piesl
Guest Duke Posted September 25, 2010 Posted September 25, 2010 Danke erstmal für eure Antworten! @Jusch: Ich habe das Mittel gegooglet "Bayer Universal Schädlingsfrei". Da gibt es ja doch recht viele Produkte die einem da angezeigt werden und ich als "Insektizid - Leie" bin da doch ein wenig überfordert... Ist es evtl. eins von diesen: Bayer... Bayer...1 Nur in der Beschreibung steht das es für Spritzanwendung ist, aber da ich auch schon bemerkt habe das ihnen Spritzmittel nicht gut tut, würde ich dann lieber etwas gießen. Wäre nett wenn du einen link posten könntest, falls ich nicht das richtige dabei habe Gruß Duke
jusch Posted September 25, 2010 Posted September 25, 2010 (edited) Nur in der Beschreibung steht das es für Spritzanwendung ist, aber da ich auch schon bemerkt habe das ihnen Spritzmittel nicht gut tut, würde ich dann lieber etwas gießen. Wäre nett wenn du einen link posten könntest, falls ich nicht das richtige dabei habe Ja, das ist offenbar nur für Spritzanwendung vorgesehen. Das Mittel für wahlweise Spritz- oder Gießanwendung heißt entweder "Bayer Universal Schädlingsfrei" oder "Bayer Schädlingsfrei Calypso", letzteres auch auf der Homepage abgebildet: http://www.bayergarten.de/de/es/de/produkte/produktuebersicht/produktinfo/index.asp?ID=20188 Das wäre gehupft wie gesprungen, da unterscheidet sich offenbar nur der Verpackungsaufdruck und der Beipackzettel geringfügig. Eines von beiden sollte wohl fast in jedem Gartencenter mit Gifttheke vorrätig sein. Vergleichbare Spritz- und Gießmittel gibt es aber auch von anderen Herstellern. Für Kleinanwendungen reicht natürlich die kleine Packung mit 150 ml, damit kannst Du bei Anrühren als Gießmittel und 5ml/l insgesamt 30 Liter Gießlösung zur Behandlung von 300 Litern Substratmenge herstellen um Trauermückenlarven und Blattläuse zu bekämpfen. Die 150ml Packung sollte bei knapp 8 EUR liegen. Der beigefügte Meßbecher ist allerdings recht dürftig, wenn man nur sehr kleine Mengen des Mittels anrühren möchte, ich habe zum Dosieren eine Einwegspritze (5ml, mit ausreichend langer und dicker Kanüle, in jeder Apotheke ca. knapp 1 EUR), mit der ich die benötigte Wirkstoffmenge aus dem Behälter gezielt und sauber in kleinster Menge dosiert absaugen kann ohne zu kleckern (ist mit Gift im Haus ja nicht so witzig). Die Spritze reinigt sich dann praktisch von alleine, wenn man darin anschließend das zum verdünnen benötigte Wasser ansaugt und mit in den Mischbehälter spritzt (selbstredend ist eine so verwendete Spritze danach nur noch für Insektizideinsätze verwendbar und nicht mehr für Injektionen). Außerdem kann man mit einer Einwegspritze die Lösung bei Topfpflanzen direkt und wohldosiert in den Wurzelballen einspritzen und gezielt verteilen, wenn man jetzt zum Beispiel nur einzelne Töpfe behandeln möchte und nicht einen ganzen Pflanzkübel. Hehe, was mir gerade auffällt: Für die sogenannte "Gießanwendung" verwende ich eine "Spritze", aber für die sogenannte "Spritzanwendung" verwende ich einen "Sprüher". Ist aber schon richtig so, bei der Gießanwendung muß der Wirkstoff in das Substrat eingebracht werden, normalerweise wird es einfach flächig gegossen, so daß überall auf der Substratoberfläche etwas davon hinkommt und einsickern kann. [Edit/Nachtrag] Du schreibst was davon, daß Du deshalb gerne was gießen möchtest, weil die Drosera auf das Spritzen Deines Mittels so stark reagiert haben: Bei Deinem Bio-Blattlausfrei auf Basis von Schmierseife ist die Reaktion auf das Spritzen allerdings extrem. Auf chemische Giftspritzmittel reagieren Drosera zwar auch oft, aber in viel geringerem Maße als auf versprühte Schmierseifen-Produkte. Edited September 25, 2010 by jusch
Guest Duke Posted September 26, 2010 Posted September 26, 2010 Ich danke dir für deine sehr informative Antwort! Ich werde mir das Zeug Morgen mal besorgen. Ich hoffe es klappt dann auch alles, falls nicht, melde ich mich hier noch mal. :thumbsup: Und ich werde es dann per Gießanwundung nutzen. Gruß Duke
jusch Posted September 27, 2010 Posted September 27, 2010 (edited) Ich danke dir für deine sehr informative Antwort! Ich werde mir das Zeug Morgen mal besorgen. Ich hoffe es klappt dann auch alles, falls nicht, melde ich mich hier noch mal. :thumbsup: Und ich werde es dann per Gießanwundung nutzen. Wird schon schiefgehen! Wenn es das Bayer-Mittel nicht gibt: Von anderen Firmen gibt es vergleichbare Insektizide, auch für Spritz- oder Gießanwendung. Und immer schön den Beipackzettel (ist bei dem Bayer-Produkt als "Multi-Etikett" auf die Flasche geklebt, das man halbseitig ablösen muß, beim ersten Gebrauch hatte ich danach suchen müssen) beachten! Kleine Korrektur zu meinem obigen Posting: So aus dem Kopf habe ich mich in meiner Rechnung oben um das 10-fache in der Konzentration verrechnet. Das tatsächliche Mischverhältnis (steht auch auf der per Link angegebenen Seite) ist: Dosierung Gieß-Anwendung: Dickmaulrüssler-Larven, Trauermücken-Laven, saugende Insekten (ausgenommen Thripse): 5 ml Produkt in 100 ml Wasser je Liter Erdsubstrat Also Angabe bei Gießanwendung pro 100 ml, nicht pro Liter! Die kleine 150ml Packung für knappe 10 EUR reicht also nicht für 30 sondern tatsächlich nur 3 Liter Gießlösung zur Behandlung von 30 Litern Substrat. Falls Du damit nicht hinkommst, also ggf. doch zur größeren Packung greifen, die kostet bei deutlich mehr als doppeltem Inhalt knapp weniger als den doppelten Preis der kleinen. Bevor ich das nächste mal Mischanleitungen gebe, sollte ich vielleicht doch nochmal in den Beipackzettel sehen oder nur auf den Beipackzettel verweisen. Dein Bio-Blattlausfrei auf Schmierseifenbasis brauchst Du nicht wegwerfen, wenn Du das Konzentrat hast, hält es sich kühl gelagert fast ewig und kann später für Garten- und Zimmerpflanzen (auch an Sarracenien, Venusfliegenfallen, Nepenthes etc.) gut aufgebraucht werden. Das Mittel ist an sich nicht schlecht und kann dann für Blattlausbekämpfung an allen Pflanzen mit glatten Blättern gut verwendet werden, nur eben nicht für Sonnentauarten und nicht beim Sprühen "nur von oben". Beim Neudorff-Blattlausfrei muß man die Läuse direkt treffen, also auch die Blattunterseiten, Zimmerpflanzen in Töpfen ggf. beim Sprühen seitlich halten, und das Neudorff-Mittel ist generell nicht für Droseraarten geeignet. [Edit/Nachtrag] Ich habe gerade nochmal in meinen alten Aufzeichnungen zum Einsatz des Mittels nachgeschlagen, tatsächlich verwende ich das Mittel bei meinen Drosera (und auch Utricularia) in Gießanwendung in geringeren Konzentrationen als vom Hersteller angegeben. Mit der eigentlich für Spritzanwendung vorgesehenen Konzentration (15 ml/l) erziele ich sehr gute Resultate bei der Blattlausbekämpfung in Gießanwendung, und das ist weit weniger als man bei Gießanwendung eigentlich nehmen soll. Na ja, der Hersteller kalkuliert seine Gießanwendungs-Dosierungsempfehlung wohl auch für im Schnitt deutlich größere Pflanzen mit längeren Transportwegen vom Substrat bis in die Blätter und für Pflanzen mit geringerem spezifischen Wasserverbrauch als bei Drosera. Zu weit sollte man beim Einsatz mit der Konzentration aber auch nicht heruntergehen, die oben fälschlicherweise von mir genannte Zehntel-Konzentration (5 ml pro Liter statt 5 ml pro 100 ml) habe ich tatsächlich für Gießanwendung an Drosera und Utricularia auch schon getestet, aber das führte bei mir dazu, dass zwar die Blattläuse an den Utricularia-Blättern und Drosera-Rosetten eingegangen sind, aber an den Blütenstielen haben sie sich dann in lebenden Knäueln geballt, gesammelt oben an den Blütenstängeln. In die Blütenstängel kommt das Mittel bei Gießanwendung wohl nicht so leicht hin, da leben die Blattläuse dann am längsten. Und wenn die verwendete Konzentration zu gering ist, können Blattläuse den Einsatz überleben und man züchtet sich resistente Blattlausstämme heran, die das Mittel in hohen Konzentrationen vertragen. Also nach Durchsicht meiner Unterlagen kann ich empfehlen: Für kleine Drosera und für Utricularia reicht die eigentlich für Spritzanwendung vorgesehene Konzentration des Mittels bereits voll aus, um Blattläuse auch in Gießanwendung sehr wirksam zu bekämpfen, wenn man das Mittel sehr gleichmäßig über die Substratoberfläche ausbringt, so daß es gleichmäßig überall versickern und an die Wurzeln gelangen kann. Edited September 27, 2010 by jusch
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