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01.a Muss man die Pflanzen füttern oder düngen?

Die meisten Dünger schädigen oder töten auf Dauer die fleischfressenden Pflanzen. Denn der Boden am Naturstandort ist ja extrem Nährstoffarm. Nur wenige Arten vertragen Dünger, verwenden Sie für diese jedoch nur stark verdünnte, schwache organische Dünger. Hierzu gehören hartlaubige Pflanzen wie Sarracenien und Nepenthes, die eine sehr schwache Düngung in ihrer Wachstumszeit vertragen. Sie wachsen dadurch aber nicht unbedingt besser.

Das ist schlichtweg falsch!

Wir bieten unseren Carnivoren nahezu nährstofffreies Substrat. Wir geben unseren Carnivoren nahezu nährstofffreies Wasser.

Aber bieten wir ihnen auch die Menge an Insekten, die zumindest im Tief- oder Mittelhochland rumfliegen? Mit Sicherheit nicht wenn wir sie indoor halten. Das Substrat in der Natur ist in der Regel auch nicht absolut nährstofffrei. Durch vergammelndes Laub, Ausscheidungen von Tieren und auch Nährstoffen, die der Regen beim Durchfließen des Blätterwerks der Waldes mitnimmt werden dem Boden "reichlich" Nährstoffe zugeführt.

Selbstverständlich sollte man bei der Düngung vorsichtig sein aber ein totales Verdammen von Düngung ist schlichtweg falsch. Das führt zu unsinnigen "Übersprungshandlungen" wie Milch-, Kaffee- und Teedüngung. Was meint Ihr wofür sich viele Spezialisten mit den Kompositionen von Dünger beschäftigen? Klar ... um sich ne goldene Nase zu verdienen aber auf der anderen Seite muss dieser Dünger aufgrund des Konkurrenzdrucks gut sein.

Die FAQ's gehen hier nun auf Nummmer "Sicher". Jo ... klar kannste Deine Carnivoren mit Dünger killen. Also !Vorsicht!: nährstofffreies Substrat und nährstoffarmes Wassr ist Grundvoraussetzung für kontrolliertes Düngen. Am besten noch ein Leitwertmessgerät an der Hand, dann ist der Blindflug nicht mehr gegeben. Das normale Gießwasser sollte einen Leitwert von ca. 5 - 20 Mirkosiemens haben. Mit Dünger darfs dann alle zwei Wochen auch mal 100 - 200 Mikrosiemens haben. Das entspricht ca. einem Achtel bis einem Viertel der empfohlenen Menge. Nächsten Tag die Töppe gut durchspülen mit dem normalen Gießwasser und Du bist auf der sicheren Seite. Die Hardcore-Dünger nehmen die volle empfohlene Menge und spülen nächsten Tag auch nicht durch. ABER ... die haben auch top gesunde plants. Merke: Kranke oder kränkelnde Pflanzen wollen keinen Dünger. Fette Ente auf nen verdorbenen Magen bringst nicht ;)

Soooo ... das wärs erstmal ... stehe für sinnlose Diskussionen nicht zur Verfügung aber für sinnvolle Fragen :thumbsu:

Edit: ... und dass die Carnivoren durch Düngen nicht unbedingt besser W

wachsen gehört mehr in den Bereich der Feen, Zwergen, Zauberer und sonstigen Märchengestalten. ... Das ist schlichtweg Blödsinn.

cheers

Boris

Edited by Boris
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Das normale Gießwasser sollte einen Leitwert von ca. 5 - 20 Mirkosiemens haben.

Wie ist denn der Umrechnungsfaktor zwischen "Mirkosiemens" und "Mikrosiemens", kann man da von 1,0 ausgehen?

;-)

Und was ist, wenn das "normale Gießwasser" aus der Regentonne schon 80 Mikrosiemens hat?

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Wie ist denn der Umrechnungsfaktor zwischen "Mirkosiemens" und "Mikrosiemens", kann man da von 1,0 ausgehen?

;-)

Ja "Mirkosiemens" ist natürlich ein Brüller. Du darfst gerne bei Rechtschreibfehlern eine 1,0 setzen, wobei es vermutlich noch den einen oder anderen weiteren Fehler gibt. Der Umrechnungsfaktor entfällt.

Und was ist, wenn das "normale Gießwasser" aus der Regentonne schon 80 Mikrosiemens hat?

Dann ist das nicht tödlich aber auch sicher nicht optimal. Wenn Du mit richtig frischem Regenwasser gießt, wirst Du feststellen, dass die gegossenen Pflanzen mit glänzenden Blättern reagieren, was in der Regel ein Zeichen für Wohlbefinden ist. Das wirst Du mit Regenwasser, was ne Weile gestanden hat und durch Fäulnisprozesse auf derartige Leitwerte gestiegen ist, nicht mehr feststellen. Durch einen Filter an der Regentonne kann man dem entgegenwirken. Eine weitere oder auch zusätzliche Möglichkeit ist, die Luftwurzeln einer Monstera (Fensterblatt) in die Regentonne zu hängen. Diese entzieht dem Wasser Nährstoffe recht deutlich.

Posted (edited)

Hallo,

Es mag wohl sein das durch düngen auf welche Art und Weiße auch immer auch unsere Karnivoren besser wachsen ?! Allerdings sollte man bedenken das die FAQ’s optimalerweise von Einsteigern gelesen werden. Ich bin der Meinung dass man nicht gleich in den FAQ’s eine Empfehlung aussprechen sollte seine Karnivoren zu düngen. Es ist doch erst mal wichtig die Faktoren wie Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Ruhezeiten, Substrat und Gießen für jede Gattung und Art in den Griff zu bekommen.

Sonst kommt noch einer auf die Idee seine viel zu dunkel gehaltene Drosera capensis und Dionaea muscipula zu düngen weil sie nicht mehr richtig wachsen oder die Nepenthes keine Kannen mehr bildet. Womöglich liegt es am Lichtmangel an Schädlingen oder sonst was. Kaum hat jemand der gerade mal 3 Pflanzen gekauft hat und seit 2 Monaten im Forum angemeldet ist, etwas über Düngen von Karnivoren gelesen, werden schon die ersten Tipps an andere Einsteiger gegeben. Man hat es doch in letzter Zeit oft so in der Art gelesen, oder nicht ?

Ich beschäftige mich jetzt seit ca. 5 Jahren mit Karnivoren und bin immer noch mit der Optimierung der allgemeinen Kulturbedingungen bei einzelnen Arten beschäftigt. Mit einer gewissen Erfahrung ist düngen vielleicht sinnvoll. Allerdings bin ich nach wie vor der Meinung das natürliche Beute den Pflanzen vollkommen reicht und auch wesentlich ungefährlicher und zudem noch billiger ist als sonstige Dünger.

Aus eigener Erfahrung weiß ich dass manche Arten wie zum Beispiel eine Knollen Drosera oder auch z.B. D.hartmeyerorum oder D.indica wesentlich besser, oder sogar nur durch Nährstoffe aus der Beute an Größe zulegen. Ich kann somit das Füttern bei diesen Arten empfehlen.

Ich bin nicht der Meinung das der Satz „ ....Carnivoren durch Düngen nicht unbedingt besser wachsen” nicht in ein Märchenbuch gehört. Also ich habe auch schon mal in früheren Jahren die ein oder andere Zimmerpflanze “zu Tode gedüngt” , und die stecken schon einiges weg. Mit unseren Karnivoren sieht es da schon ganz anderst aus.

Ok, ich verfüge über ein Leitfähigkeitsmessgerät und auch über Tropfentests fürs Aquarium und kann mein Handeln einschätzen. Wie siehts da bei einem Einsteiger,Anfäger oder Newbie aus? Und so ganz verteufelt wird das Düngen in den FAQ’s ja auch nicht.

Edited by Tim Beier
Posted

Hi Christian,

Das wird jetzt ziemlich kompliziert mit dem Zitieren. Also vorneweg der link zu dem FAQ-Punkt, um den es geht:

01.a Muss man die Pflanzen füttern oder düngen?

Meine Aussage war:

"Das ist schlichtweg falsch!" zu dem Zitat:

01.a Muss man die Pflanzen füttern oder düngen?

Die meisten Dünger schädigen oder töten auf Dauer die fleischfressenden Pflanzen. Denn der Boden am Naturstandort ist ja extrem Nährstoffarm. Nur wenige Arten vertragen Dünger, verwenden Sie für diese jedoch nur stark verdünnte, schwache organische Dünger. Hierzu gehören hartlaubige Pflanzen wie Sarracenien und Nepenthes, die eine sehr schwache Düngung in ihrer Wachstumszeit vertragen. Sie wachsen dadurch aber nicht unbedingt besser.

Warum falsch? Das kann ich nicht nachvollziehen.

Hierbei ist der Satz hervorzuheben: "Die meisten Dünger schädigen oder töten auf Dauer die fleischfressenden Pflanzen."

Das ist doch eine klare Aussage. Oder nicht? Diese Aussage ist falsch! Sie wird dann später relativiert, dass man stark verdünnte, schwache organische Dünger für hartlaubige Pflanzen nehmen kann aber zugleich wird diese Relativierung nochmal zurückgenommen, da die Pflanzen dadurch aber nicht unbedingt besser wachsen, was ebenso falsch ist. Das bestätigt der Autor in einem späteren Absatz sogar.

Ich darf zitieren:

Zurück zum Dünger: Auf der anderen Seite düngen viele Leute doch ihre Pflanzen. Gerade die kommerziellen Züchter nutzen irgendwelche geheimen Mittelchen bzw. Konzentrationen normaler Dünger, was man daran merkt, dass die Pflanzen, wenn man sie einige Zeit bei sich hat, merklich an Größe nachlassen, weil ihnen der Dünger fehlt.

Wie jetzt?

Und da kann ich Markus voll zustimmen. Wenn Du mit den Kulturbedingungen schon die Bedürfnisse Deiner Pflanzen gut abdeckst, wird eine angemessene Düngung sicherlich noch weiter helfen. Ohne optimale Bedingungen verpufft Dein Versuch aber eher, da die Pflanze den Nährstoffzusatz nicht richtig umsetzen kann.

Ich habe hier nicht über sonstige Kulturbedingungen gesprochen sondern von Nährstoffen. Ich gehe davon aus, dass die Beleuchtungs-, Temperatur und Luftfeuchtigkeitsfaktoren ebenso beachtet wurden. Wie ich bereits vorher erwähnte schwirren gerade indoor nicht übermäßig viele Insekten rum, die sich dann auch noch in die Kannen verirren. Sarracenien-Schläuche, die draußen wachsen, sind randvoll mit gefangenen Insekten auch in unseren Breitengraden. Bei Nepenthes sieht das aber doch ziemlich anders aus. Ich habe Standort-Fotos von N. albomarginatas gesehen, die randvoll mit Ameisen waren. Hast Du hier schon sowas mal gesehen?

Zu alledem bieten wir dann den Pflanzen (im besten Fall) fast klinisch, sterile Bedingungen. Das ist auch gut so. Allerdings müssen wir dann unseren Schützlingen etwas auf die Sprünge helfen. Das tut man dann mit Dünger.

Falls Du dabei helfen möchtest die FAQ´s zu verbessern freuen wir uns über Dein Angebot. Einzelne Sätze aus dem Zusammenhang zu reißen, als Dogma aufzustellen um sie anschließend tot zu argumentieren hilft keinem weiter.

Da hast Du natürlich vollkommen recht. Gerade diese FAQ's sind nicht dogmatisch sondern ich. Aus diesem Grund halte ich mich dann wohl auch lieber raus aus dieser Materie.

cheers

Boris

Posted

Falls Du dabei helfen möchtest die FAQ´s zu verbessern freuen wir uns über Dein Angebot. Einzelne Sätze aus dem Zusammenhang zu reißen, als Dogma aufzustellen um sie anschließend tot zu argumentieren hilft keinem weiter.

Zum Thema Dogma hattest Du bereits meine Antwort, aber nicht zum Thema "tot argumentieren". Verstehst Du unter "tot argumentieren" eine recht ausführliche Anleitung unter welchen Bedingungen man düngen kann und wie man es am besten macht? Ich habe es sogar gewagt Werte anzugeben, die eine relativ sichere Referenzzone widergeben, wie ich es bisher eigentlich hier noch nicht gesehen habe. Ich hätte hier bei Interesse gerne auch noch weitere Erfahrungswerte weitergegeben. Aber offensichtlich war ja mein Beitrag zu schroff! Dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich hätte die Worte der Kritik wohl in weichere Watte packen sollen.

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