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Schwarze Kannen an Nepenthes


ThorstenW

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Hallo !

Meine Nepenthes ventricosa (steht zumindest auf dem Schildchen, ist eine von T. Carow gelieferte Baumarktpflanze)bekommt eigenartig schwarze Kannen. Es ist meiner Ansicht nach nicht das übliche Absterben alter oder geschädugter Kannen, da erstens die Farbe anders ist und zweitens nicht die ältesten Kannen/Blätter betroffen sind. Nachdem die Kannen die ersten Anzeichen zeigen, geht es innerhalb weniger Tage auf das gesamte Blatt über, wenn ich die betroffene Kanne nicht schnellstmöglich entferne. Auch das Entfernen der Kanne kann den Vorgan nur bremsen aber nicht stoppen, das Blatt wird kurz danach auch schwarz. Mittlerweile hat es von den Ansatzstellen der zuerst betroffenen Blätter bereits auf den "Stamm" übergegriffen. Oberhalb der betroffenen Stelle werde jedoch fleißig neue Blätter und Kannen gebildet (bisher, hoffentlich bleibt es so!), die bisher keine solchen Anzeichen zeigen.

Die Pflanze steht ca. 0,5m weg vom Fenster, wird aber künstlich beleuchtet (25 W ESL in ca 15 cm Entfernung), Substrat ist Carnivoren-Fertigsubstrat, Wasser ist Destilliertes, kein Anstau, offene Haltung (ohne Terraium).

Zur Verdeutlichung hab ich Bilder angehängt, wobei "in echt" die Verfärbung deutlich dunkler ist (eben fast schwarz)als auf den Bildern.

Wäre echt super, wenn mir jemand Helfen könnte, ob und wenn ja was für ein Problem meine Pflanze hat.

Vielen Dank

VG

Thorsten

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Edited by ThorstenW
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Julian Ehrlich

das ist niemals eine ventricosa :D vertrocken von kannen von oben nach unten ist doch völlig normal...und blätter sterben oft an "altersschwäche" ab!

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Julian Ehrlich

1. Ventricosas im Baumarkt habe ich noch nie gesehen...

Man sieht auf dem ersten Bild zwar nicht viel von der Kanne aber an dem dritten Bild erkenne ich das es wahrscheinlich eine N. x ventrata ist!

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Hallo Julian,

eine N.-ventrata schaut so wie auf dem Foto aus. Nachdem die Pflanze mehr Licht bekommen hat, ist sie nun durchgehend rot gefärbt.

Hallo Thorsten,

das gleiche Schadbild zeigte sich an zwei neuen N.-glabrata, welche mit wenigen Wurzeln geliefert wurden. Nach einiger Zeit mit mehr Licht, 2 mal T5-39Watt ist es bei der einen Glabrata verschwunden und bei der Anderen hat es sich stark verlangsamt, also verbessert.

post-2447-046342300 1287679274_thumb.jpg

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Julian Ehrlich

ja, meine ventrata sieht genau so aus wie deine.....doch als sie noch so klein war wie Thorstens Pflanze gerade ist waren die Kannen noch nicht so ausgebildet und sahen genau so aus wie die von Thorsten

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1. Ventricosas im Baumarkt habe ich noch nie gesehen...

Man sieht auf dem ersten Bild zwar nicht viel von der Kanne aber an dem dritten Bild erkenne ich das es wahrscheinlich eine N. x ventrata ist!

Abend!

Also im baumarkt gibt es durchaus N. ventricosa, zumindest habe ich meine aus dem Baumarkt, daher sehe ich keinen Grund daran zu zweifeln, das es sich um eine N. ventricosa handelt.

Harald

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Julian Ehrlich

so bevor das hier ausartet :D thorsten könntest du bitte ein Bild der kompletten Kanne posten? dankeschön :D

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Hallo !

Das hier sollte KEIN Bestimmungsthema werden ! :startle: :devil:

Daher bitte ich, keine weiteren Artvermutungen anzustellen. Nur soviel: ich habe auch noch eine X ventrata und die sieht ganz anders aus.

Ich wollte nur wissen, ob die Pflanze irgendwelche schwerwiegenden Probleme hat, da wie gesagt nicht die ältesten Blätter (das würde mich nicht wundern, ist nicht meine einzige Nepenthes) sondern "mittelalte Blätter handelt, die absterben. Außerdem macht mich die Geschwindigkeit und Farbe des Absterbeprozesses nervös.

Wenn also noch jemand Tipps zur "Krankheit" hat würde ich mich freuen.

VG

Thorsten

edit: Wenn trotzdem noch gewünscht, kann ich morgen ein intaktes Kannenbild nachreichen.

Edited by ThorstenW
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Julian Ehrlich

ich würde nicht sagen, dass die Pflanze krank ist.. wie schon erwähnt vertrocken der kannen und absterben von Blättern ist völlig normal

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Hallo Thorsten,

irgendwie kommt mir bei solchen Schadbildern immer Pilzbefall in Verdacht. Insbesondere wegen...

Außerdem macht mich die Geschwindigkeit und Farbe des Absterbeprozesses nervös.

Ich habe Pilzbefall an Nepenthes bisher nur in Zusammenhang mit zu nassem Substrat bzw. zu lange "nasse Füße" erlebt. Das wäre das Erste, was du in Erwägung ziehen solltest. Kann es sein, dass deine Pflanze mal zu nass gestanden hat oder zu lange zu feucht? Bei solchen "Gelegenheiten" geht immer recht schnell ein nicht unbeträchtlicher Teil der Wurzeln hopps! :thumbsd: Siehe auch die Anmerkung von Günter.

Wenn du Wurzelschäden ausschließen kannst, können wir weiter spekulieren. ;) Wobei bei Allem, was mir noch an Ursachen einfällt, der Verlauf der "Erkrankung" nicht mit deinem identisch ist. Vor allem nicht die Geschwindigkeit, mit der deine Blätter absterben. Ich habe ein ähnliches Schadbild an meiner N. macfarlanei beobachten können. Die Blätter - auch neuere, noch unvollendete - wurden gelbfleckig bis dahin, dass nahezu das gesamte Blatt eine recht ungesunde gelbgrüne Färbung angenommen hat. Gestorben ist die Pflanze daran nicht. Ich meine nur, mich dunkel daran erinnern zu können, einen Beitrag in einem englisch-sprachigen Forum gelesen zu haben, wo ein Mangel an bestimmten Mineralien (Spurenelemente) - Eisen wurde explizit genannt - ein solches Schadbild wie bei meiner N. macfarlanei hervor gerufen hat. Andererseits kann ein Überschuss an bestimmten Nährstoffen ebenfalls als Ursache in Frage kommen, wobei in dem Fall wohl als Erstes die Wurzeln der Pflanze in Mitleidenschaft genommen werden dürften.

Des Weiteren kann ich mich an einen Forenartikel erinnern, bei dem davon die Rede war, dass N. x Ventrata empfindlich auf zu kalte Nächte reagieren kann - ebenfalls mit Blattnekrosen. Der Tipp lautete, die Pflanze nachts nicht kälter als 14°C zu stellen. Bei einer reinen N. ventricosa würde ich erwarten, dass sie 10°C ohne irgendwelche äußeren Anzeichen wegstecken kann.

Bei dem Vorgang, den du beschreibst, sagt mir mein Bauchgefühl, dass es sich am Ehesten um eine Pilzerkrankung handelt. Wobei ich bei Nepenthes selber bisher nur einen Pilzbefall erlebt habe, der vom Stamm aus auf die Blätter übergreift. Die Blätter werden von der Basis her braun bzw. schwarz. Bei dir geht es genau anders herum. Wobei dein Fall mir weniger hoffnungslos erscheint als der, welchen ich kenne. Wenn es zu deinem Thread keine weiteren, produktiven Beiträge geben sollte, könntest du versuchen, die Erkrankung mit Holzkohlepulver aufzuhalten. Du schneidest alle betroffenen Blätter an der Basis zum Stamm ab - am Besten noch am grünen, gesunden Gewebe und trägst mit einem Pinsel dick Holzkohlepulver auf die Schnittstellen auf. Holzkohlepulver ist ein hervorragendes Anti-Septikum. Sollten sich die pilzlichen Erreger über den Stamm ausbreiten, würde die eben genannte Maßnahme aber wohl nicht mehr helfen zu verhindern, dass Blätter weiter oben früher oder später trotzdem befallen werden. Dann würde wohl nur ein Kopfsteckling die Pflanze retten.

Ich kann dir leider nicht genau sagen, was mit deiner Pflanze los ist. Ich habe nur ein paar Ansätze genannt, in welche Richtung man weiter denken kann. Vielleicht stolpert Robert Severitt über dieses Thema und weiß einen besseren Rat.

NORMAL ist bei Nepenthes nach meinen Erfahrungen, dass die unteren Blätter noch lange weiter leben, wenn die Kanne an ihnen bereits komplett verwelkt ist. Zwar kommt es auch vor, dass zwischendurch mal jüngere Blätter und Kannen vor älteren absterben, aber wenn auf einen Schlag 4, 5 Blätter betroffen sind, ist es für mich eher ein Indiz, dass irgendetwas mit der Pflanze nicht stimmig ist.

Ich hoffe, dass ich hier jetzt nicht zu viel wertloses Zeug gschrieben habe. Viel Erfolg!

Andreas

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Danke, Andreas,

für deinen aufschlußreichen Artikel.

...

Ich habe Pilzbefall an Nepenthes bisher nur in Zusammenhang mit zu nassem Substrat bzw. zu lange "nasse Füße" erlebt. Das wäre das Erste, was du in Erwägung ziehen solltest. Kann es sein, dass deine Pflanze mal zu nass gestanden hat oder zu lange zu feucht? Bei solchen "Gelegenheiten" geht immer recht schnell ein nicht unbeträchtlicher Teil der Wurzeln hopps! :thumbsd: Siehe auch die Anmerkung von Günter.

Wenn du Wurzelschäden ausschließen kannst, können wir weiter spekulieren. ...

Vor allem nicht die Geschwindigkeit, mit der deine Blätter absterben. ...

Andreas

Tatsächlich hatte meine N.-glabrata einige Zeit "nasse Füße", da sie bei der Lieferung schon sehr wenige Wurzeln zeigte.

Dieser zeitliche Ablauf, wobei zuerst die Blattspitzen schwarz werden und danach das ganze Blatt überzieht, ist enorm schnell.

Anbei noch ein Foto der geschädigten N.-glabrata. Die vollkommen schwarzen Blätter wurde schon entfernt.

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Hallo Thorsten

ein sehr ähnliches Schadbild, wie Du es an Deiner N. ventricosa zeigst, hatte ich an zwei meiner Pflanzen: N. gracilis und ebenfalls N. ventricosa. In beiden Fällen war ein Wurzelschaden nach Übergießen mit gleichzeitigem (oder darauf folgendem Weichhautmilbenbefall) die Folge. Allerdings waren dabei die neuaustreibenden Blätter nach einiger Zeit dann auch verkrüppelt. Ich hab damals, leider sehr spät und nach langem googeln, die Pflanzen in frisches Substrat umgetopft und etwas trockener gehalten. Zu dem Zeitpunkt wußte ich allerdings noch nichts über Weichhautmilben (die sind mit freiem Auge auch nicht zu sehen), daher ging das Verkrüppeln und von außen nach innen schwarz werdenden Blättern weiter. Kannen wurden dann auch keine mehr gebildet. Erst mit dem Makroobjektiv konnte ich die Biester erkennen. Ich setze mal ein Bild dazu (das rosafarbene ist meine Fingerkuppe).

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Die Pflanzen haben sich nach beinahe einem Jahr endlich erholt, kein Pilzbefall mehr und keine Milben zu sehen. Kannen werden allerdings immer noch nicht gebildet. D.h. jetzt erst sieht's aus, als würden sich die Ansätze weiter entwickeln. Vielleicht hilft Dir das weiter.

Alles Gute und liebe Grüße

Eve

Edited by Eve
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Hallo !

Danke an Andreas und G.A.S. für die Hilfe (v.a. Andreas' ausführlicher Text!). Ich hatte auch schon an einen Pilz gedacht (v.a. wegen des "Musters" dass beim Absterben der Blätter auf diesen entsteht). Allerdings hatte ich hier gelesen, das Nepenthes sehr selten Pilze bekommt, daher wollte ich auf jeden Fall mal nachfragen. Zu feucht könnte wirklich das Problem sein, da die Pflanze in einer Glasschüssel (natürlich mit Drainage)wächst, vermutlich hab ich wirklich mal zuviel gegossen. Ich werde also in Zukunft noch genauer auf die Feuchtigkeit achten! Meint ihr, das aktuell eine Behandlung nötig ist, oder ist die Wahrscheinlichkeit der "Selbstheilung" bei verbesserten Bedingungen (weniger feuchte Wurzeln) hoch genug? Wie gesagt, sie bekommt oben fleißig neue, immer größer werdende Blätter, die auch Kannen bilden, daher hoffe ich, dass der Allgemeinzustand noch gut ist.

Falls eine Behandlung nötig wäre, welche wäre das dann (die schon von Andreas vorgeschalgene mit Holzkohlepuler oder event. ein systemische Mittel [da hätte ich noch Baymat oder Rosenpilzfrei mit Azoxystrobin])? nochmals vielen Dank für die Hilfe und Tipps,

vg

Thorsten

edit: Hab gerade erst deinen Beitrag gelesen Eve. Nach deiner Beschreibung kann ich die Milben wohl zum Glück ausschließen, da bei mir ja neue, unvberkrüppelte Blätter und Kannen gebildet werden. Meint ihr, ein umtopfen jetzt im Spätherbst würde der Pflanze nutzen (wegen neuem Substrat für die Wurzeln) oder eher schaden?

Edited by ThorstenW
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Hallo Thorsten,

Ich habe zusätzlich zum trockener Halten die Pflanzen auch mit Saprol Pilzfrei von Celaflor besprüht. Überdies behandle ich Nepenthes mittlerweile wie meine 'normalen' Grünpflanzen. Gegossen wird, wenn die Substratoberfläche sich trocken anfühlt. Für die erhöhte Luftfeuchtigkeit sorgt eine Schicht befeuchteter Blähton im um 2 Nummern größeren Übertopf bzw. eine Schicht nasser Blähton im Überwinterungs-Topfterrarium.

Liebe Grüße

Eve

Edited by Eve
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Hallo Eve,

hat diese Rotfärbung der Blätter auch etwas mit dem Weichhautmilbenbefall zu tun?

Wieviele Tage sind das z.Z. bei dir, bis die Substratoberfläche sich trocken anfühlt?

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Hallo Günter,

möglicherweise. Diese fleckigen Verfärbungen traten auf den Blattunterseiten, je nach Pflanze, mal mehr, mal weniger stark auf. Im Netz hatte ich allerdings auch von Weichhautmilben befallene Nepenthesblätter gesehen, die auf der Oberfläche ebenfalls rote Stellen aufwiesen. Ich vermute, daß die Weichhautmilben eine Folge der Schädigung der eh schon durch die Überwässerung geschwächten Pflanze gewesen sind. Kann ich allerdings nachträglich nicht mit Sicherheit sagen.

Ich gieße, sobald das Substrat sich trocken anfühlt: Im Sommer täglich bis 2-tägig, je nach Temperatur. Im Winter bei Fensterbretthaltung 1x wöchentlich, in Topf-Terrarienhaltung 1-2x/10 Tage. Es kommt dabei auf die Umgebungstemperatur an. Bei mir hat's eine Raumtemperatur von ca. 18 Grad im Winter. Ein guter Indikator ist auch lebendes Sphagnum als 'Topfabdeckung'. Sobald dieses sich etwas trocken angreift und an Farbe verliert, wird gegossen.

Liebe Grüße

Eve

Edited by Eve
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Hallo !

Wollte nur nochmal schnell nachfragen, ob umtopfen jetzt im Herbst Sinn macht oder das die Pflanze jetzt zu sehr schwächt und ich deswegen besser das (bisherige) Substrat nur trockner halte, ggf. (wenn weiteres Absterben auftritt) mit Antimykotikum behandele und dann im Frühjahr umtopfe.

Vielen Dank,

vg Thorsten

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Da Nepenthes keine Jahreszeiten kennen, können sie jederzeit umgetopft werden. Du kannst das jetzt tun oder später. Wenn Du es jetzt tust, kannst Du auch gleich die Wurzeln auf Fäulnis und Schädlinge kontrollieren. Wenn Du umsichtig arbeitest, kann der Pflanze auch kein weiterer Schaden zugefügt werden. Für mich sieht sie jedenfalls nicht aus, als ob sie für ein Umtopfen zu geschwächt wäre. Auf jeden Fall würde ich die Pflanze jetzt mit einem Fungizid behandeln, bevor sich der Schaden weiter ausbreitet.

Liebe Grüße

Eve

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Hallo Thorsten,

mit den gängigen Breitbandfungiziden gegen Botrytis, Mehltau, Rostpilz etc. kannst du diesen speziellen Pilzen wohl nichts anhaben. Ich hatte dazu vor ein paar Jahren Christian Klein befragt, der meinte, dass Holzkohlepulver wohl mehr geholfen hätte als Euparen, worin ich meine ehem. Nepenthes rajah, die von einem "Stammpilz" befallen war, eingetaucht hatte. Ebenfalls betroffen war eine N. inermis. Letztere konnte ich nicht mehr retten, weil das Wurzelwerk komplett zerstört war. :sad: (Ich machte damals den Fehler, die Pflanzen in lebendes Sphagnum zu pflanzen. Bei mir ging das gründlich in die Hose, weil das Sphagnum zu lange zu viel Feuchtigkeit speicherte.)

Hast du deine N. ventricosa in das Karnivorenspezialsubstrat gepflanzt? (Sie war im Baumarkt noch nicht in dem Glasgefäß, oder? ;) ) Thomas Carow mischt, soweit ich weiß, bei Nepenthes immer noch eine ordentliche Portion Perlite mit ins Substrat, um es durchlässiger zu machen. Bei den Nepenthes, die ich von ihm bekommen habe, betrug der Perlitegehalt ca. 50%. Bei einem hohen Torfanteil im Substrat und Gießen von oben besteht ja auch immer die Gefahr, dass sich das Substrat allmählich zu sehr verdichtet.

Verpflanzen ist - gerade bei Hochländern - in der kalten Jahreszeit am Günstigsten. Du könntest die Ventricosa jetzt ohne Probleme verpflanzen. Würde Sinn machen, wenn du das Substrat mit gröberem Material auflockern wollen würdest. Einige Styroporflocken von ca. 1 cm Größe können das Substrat auch etwas luftiger machen. Andreas Wistuba empfiehlt dagegen Agrofoam - das sind Schaumstoffflocken. Aber diese Substratzusätze muss man sich meist im Versandhandel (z.B. Götz) extra bestellen. Styroporflocken kann man selber "herstellen", wenn man noch irgendwo ein Stück Styropor als Verpackungsmaterial herum fliegen hat. Ich habe zusätzlich auch immer ca. 10 - 20% Lavagesteinsbrocken (6 - 10 mm Körnung) ins Substrat gegeben, damit das Substrat nicht zu leicht wird und die Pflanzen einen guten Halt im Topf haben. Meine Pflanzen waren ja alle in Terrarien untergebracht, da sind Substratdurchlässigkeit und -feuchtigkeit noch kritischere Faktoren als bei offener Zimmerkultur. Ich habe die letzten Jahre meine Nepenthes nicht mehr gegossen, sondern berieselt - mit Hilfe einer 5 Liter-Druckluftflasche und Feinsprühdüse. :-) Ist natürlich zeitaufwändiger als Gießen, aber dadurch, dass das Wasser allmählich und gleichmäßig in das Substrat einsickert, kann das Gewicht des Wassers wie beim Gießen das Substrat nicht zusammen klumpen. So speziell muss es jetzt natürlich nicht jeder betreiben! ;) Ich habe den Feuchtigkeitsgehalt des Substrates immer anhand des Gewichts des Topfes in der Hand abgeschätzt and anhand dessen beurteilt, ob Gießen notwendig wird oder ich noch warten kann.

Zurzeit habe ich nur eine Nepenthes in offener Zimmerkultur - N. eymae. Da ist die Oberfläche natürlich bereits knochentrocken, während das Substrat tiefer im Topf immer noch feucht genug ist. Bei der sprühe ich die Oberfläche täglich oder alle zwei Tage so ein, dass eben nur die Oberfläche wieder befeuchtet wird, aber kein Wasser in die noch tieferen Substratschichten läuft.

Ja, all das, weil ich schon einige Nepenthes durch Wurzelfäule verloren habe!

Weichhautmilben habe ich bei Thorstens Nepenthes ausgeschlossen, weil die jüngeren bzw. ganz jungen Blätter keine Verkrüppelungen oder gelbe Punkte im Blattgewebe zeigen. Ich hatte einmal einen Befall mit Weichhautmilben. Da zeigten sich leichte Verkrüppelungen an den noch eingerollten Jungblättern sowie gelbe Punkte auf den ausgewachsenen Blättern - also Mininekrosen im Pflanzengewebe, nicht die Tierchen, die sind selbst mit einer Lupe kaum zu sehen. Andere Nepenthesschädlinge dagegen kann man unter einer 8fach-Lupe schon ganz gut erkennen. Ich habe die betroffene Pflanze klatschnass mit Kiron besprüht. Da hatte es sich mit den Weichhautmilben erledigt! :laugh:

Dann gute Erholung für die Ventricosa! :thumbsu:

Andreas

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Hallo !

Nochmal Danke für die teilweise sehr ausführlichen Hilfe ! :thumbsu:

Ich habe gerade mal auf das Substrat gefühlt, ist wirklich recht fest geworden. Die Pflanze war ein Geschenk meiner Mutter, sie hat sie mit dem fertigen Substrat von T. Carow in die Dekoschale gepflanzt. Dann werd ich sie also in den nächsten Tagen mal in selbstgemischtes frisches Substrat umsetzten; hab Perlit, Styropor und Torf hier, Lavasteine wollte ich morgen eh noch als Drainage für künftige Projekte kaufen, da kann ich dann was luftiges zusammenmischen.

Ich hoffe, dass sie sich wieder erholt!

VG

Thorsten

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Meine Pflanzen waren ja alle in Terrarien untergebracht, da sind Substratdurchlässigkeit und -feuchtigkeit noch kritischere Faktoren als bei offener Zimmerkultur. Ich habe die letzten Jahre meine Nepenthes nicht mehr gegossen, sondern berieselt - mit Hilfe einer 5 Liter-Druckluftflasche und Feinsprühdüse. Ist natürlich zeitaufwändiger als Gießen, aber dadurch, dass das Wasser allmählich und gleichmäßig in das Substrat einsickert, kann das Gewicht des Wassers wie beim Gießen das Substrat nicht zusammen klumpen. So speziell muss es jetzt natürlich nicht jeder betreiben! Ich habe den Feuchtigkeitsgehalt des Substrates immer anhand des Gewichts des Topfes in der Hand abgeschätzt and anhand dessen beurteilt, ob Gießen notwendig wird oder ich noch warten kann.

Hallo Andreas,

bei dir liest man immer etwas interessantes.

Das mit dem Berieseln gefällt mir, ab sofort wird nur noch berieselt und nicht gegossen. Das gefällt auch dem Sphagnum besser und matscht nicht so zusammen.

Wie oft hast Du die Nepenthens-Töpfe im Terrarium bei den jetzigen Wetterverhältnissen gewässert? Das mit dem Abschätzen des Topfgewichtes habe ich verstanden.

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Hallo Andreas,

Supertip, das mit der Druckluftsprühflasche. Ich hab eine solche und verwende sie auch regelmäßig zum Einnebeln meiner Pflanzen. Aber auf die Idee, damit zu berieseln anstatt zu gießen, bin ich noch gar nicht gekommen #-/ Ich denke auch, daß diese Art der Bewässerung besonders bei empfindlicheren oder geschwächten Pflanzen optimal ist. Danke!

Liebe Grüße

Eve

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Guten Morgen,

yoh, lebendes Sphagnum habe ich später nur als "top dressing" auf dem Nepenthessubstrat gehabt. Langlebig ist dieses aber dennoch nicht gewesen. Und ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass lebendes Sphagnum sich nicht gut auf dem toten, sterilisierten "Neuseelandzeugs" hält. Warum, weiß ich zwar auch nicht, aber lebendes Sphagnum hat bei mir bislang auch nur auf Torfunterlage längere Zeit als ein paar Wochen oder Monate überlebt. Für Nepenthes und Heliamphoren habe ich eigentlich nie Torf im Substrat gehabt. Meine Mischung enthielt neben langfaserigem Neuseeland-Sphagnum nur anorganische Bestandteile wie Perlite, Agrofoam und Lavagesteinsbröckchen (auch "Lavalit" genannt). Torf hat sich bei mir nicht bewährt in meinem terrarischen Mikroklima. Rindenstücke haben munter vor sich hin geschimmelt! :ai: Aber das Berieseln gefiel dem Sphagnum-Topdressing auch wesentlich besser als das Gießen.

Ja, das mit dem Abschätzen der Feuchtigkeit im Substrat anhand des Gewichts des Topfes ist wohl auch eine reine Erfahrungssache. Ich habe zudem Tontöpfe verwendet. Also frisch gegossene (oder berieselte) Pflanzentöpfe sind ja deutlich schwerer als solche, in denen das Substrat nur noch "handtuchfeucht" ist. Da Tontöpfe ja auch Feuchtigkeit aufnehmen, sind die zusätzlich noch mal etwas schwerer. Wenn kaum noch Feuchtigkeit im Substrat vorhanden ist, kann der Tontopf auch keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen. Ich habe früher immer die Töpfe aus dem Terrarium heraus geholt, um eben nur die Pflanzen zu gießen, die auch wirklich neues Wasser brauchen. Je größer die Pflanzen werden, umso mehr "verwuseln" sie im Terrarium - die Ranke der nächsten N. talangensis-Kanne wickelt sich um den Stamm der N. aristolochioides und so weiter. Da müsste ich die Ranke der ersteren abbrechen, um einen der Töpfe zum Gießen heraus zu holen. Das kann´s ja nun nicht sein! ;) Aber da ich jahrelang die Töpfe aus dem Tank heraus geholt habe, um individuell die Pflanzen je nach Bedarf zu wässern, habe ich wohl allmählich ein Gefühl dafür bekommen, wie schwer die Töpfe bei welchem Feuchtigkeitsgehalt im Substrat sind. Daher kann ich also anhand des Gewichtes des Topfes abschätzen, ob ich eine Pflanze nachwässern muss oder ob ich besser noch warte. Jetzt hebe ich Töpfe im Terrarium nur noch ein bisschen an, um anhand des Gewichtes des Topfes zu erkunden, ob ein Berieseln notwendig ist. Meine 5-Liter-Spritze hat ein langes Messing-Kopfteil, das über einen ebenfalls recht langen Schlauch mit dem Wasserbehälter verbunden ist, mit dem ich jetzt gezielt jeden einzelnen Topf von oben dicht über der Substratoberfläche berieseln kann, ohne dass die Nachbarn zu viel Feuchtigkeit abbekommen, falls sie noch feucht genug sind. Jede Pflanze kann so in Ruhe an seinem Platz stehen bleiben und muss nicht mehr zum Bewässern aus dem Terrarium genommen werden.

In meiner alten Wohnung mit Fenster zur Nordseite habe ich fast alle Karnivoren unter reinem Kunstlicht kultiviert. Von Herbst bis Frühjahr waren je nach Größe des Topfes nur alle vier bis sechs Wochen Wassergaben notwendig. Die Whg. befand sich im Dachgeschoss. Obwohl das Dach gut isoliert war, konnte es an sehr warmen Tagen dort oben natürlich auch über 30°C drin werden. Hätten die Fenster nach Westen oder Süden gezeigt, hätte ich da oben Hochlandarten bestensfalls nach indonesicher Tradition kochen können! ;)

Ich bewohne jetzt eine zweietagige Wohnung mit Fenstern nach Südost und Südwest. Meine Terrarien standen auf der (verbreiterten) Fensterbank nach Südost im unteren Geschoss. Die Sonne konnte von morgens bis etwa 13 Uhr mittags auch direkt in die Terrarien scheinen. Obwohl ich während der Zeit die Terrarientüren weit geöffnet und die Glasrückwand der Becken bis zur Hälfte mit weißem Papier abgeklebt hatte, haben meine Hochländer die direkte Sonneneinstrahlung nicht vertragen! Einer der Gründe, warum ich die Pflanzen aufgegeben habe. Es wurde nie wärmer als 33°C in den Becken. Von Überhitzung kann man da noch nicht sprechen. Sicher, wären die Türen verschlossen, hätte ich in den Terrarien 40 oder 50°C gehabt! :ai: Der letzte, heiße Sommer hat seinen Tribut gefordert! Meine Lehre: Direktes Sonnenlicht klappt bei mir nicht! Ich hätte meine Pflanzen also weiterhin komplett unter Kunstlicht wachsen lassen müssen. Bei den mittlerweile horrenden Stromkosten kann ich mir das nicht mehr leisten! :sad:

Eine Hand voll Hochländer sind mir geblieben: sechs Nepenthes, eine Heliamphora. Die stehen jetzt zusammen in einem Terrarium - immer noch auf der Fensterbank. Im Winter ist die Sonne kein Problem. Im Sommer werde ich das Terra dann allerdings an die Wand stellen, wo keine Sonne hin kommt. Zurzeit benötigen die Pflanzen - je nach Topfgröße und Witterung - einmal pro Woche (8 cm-Töpfe) bis einmal in vier Wochen (die größeren Töpfe von 10 - 12 cm Durchmesser) neues Wasser. Das ist immer sehr unterschiedlich. Gewöhnlich lasse ich das Substrat immer gut abtrocknen, bevor ich nachgieße. Gut abtrocknen heißt, es ist nur noch leicht feucht, bevor ich es wieder bewässere. Ich beriesele einen Topf so lange, bis das Wasser aus dem Drainageloch am Boden wieder heraus kommt. Überschüssiges Wasser im Untersetzer schütte ich nach einer halben Stunde weg. Ich bin verglichen mit manch einem anderen Kultivateur wahrscheinlich richtig knauserig mit dem Gießen. Aber nur so habe ich das Problem mit den Wurzelschäden durch zu nasses Substrat größtenteils vermeiden können.

Tja, nachdem die Pflanzenverkaufsaktion vorüber war, haben mir ein paar Abnehmer geschrieben, dass ich dem Forum hoffentlich erhalten bleiben würde. Dies lässt sich schon allein deswegen nicht vermeiden, weil ich ja den GFP-Kalender versende. :laugh: Und ab und zu muss ich auch mal gucken, ob nicht jemand den Kalender per PN bestellt hat (was durchaus auch ein paar Mal vorgekommen ist). Aber an anderen Themen wollte ich mich eigentlich nicht mehr beteiligen, wo ich ja nun so kein richtiger Karnivorenkultivateur mehr bin. Manchmal denke ich dann wieder, wenn sich kein anderer zu Wort meldet und konstruktive Ratschläge erteilt oder eine Idee hat, kann ich den Rat Suchenden einfach nicht seinem Schicksal überlassen. :rolleyes: Wie nennt man sowas? Altruistisch?

Andreas

Hoi, immer wieder bugs! ;-)

Edited by Latrodectus
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Hallo Andreas,

nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe, wurde mir klar, - ich gieße zu viel.

Das Terrarium steht an einem Südfenster, mit Balkon darüber. Somit habe ich nur in der kalten Jahreszeit direkte Sonneneinstrahlung.

Z.Z. gieße ich so alle 4 - 5 Tage und das sollte ich wohl etwas reduzieren.

Aber an anderen Themen wollte ich mich eigentlich nicht mehr beteiligen, wo ich ja nun so kein richtiger Karnivorenkultivateur mehr bin. Manchmal denke ich dann wieder, wenn sich kein anderer zu Wort meldet und konstruktive Ratschläge erteilt oder eine Idee hat, kann ich den Rat Suchenden einfach nicht seinem Schicksal überlassen.

Mache bitte weiter so, wir profitieren gerne von deiner Erfahrung und deinen Tips.

Zum Schreiben muß man auch kein "Karnivorenkultivateur" sein, dazu genügt es vollkommen "nur" ein Karnivorenfreund zu bleiben.

Anbei noch ein Foto des Standortes meines Terrariums.

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