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Wie lange mindestens Winterruhe?


Torian

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Hi,

bei den Pflanzen, die Winterruhe benötigen (Dionaea, Sarracenia, Einheimische Droserae), wie lange sollte dort die Winterruhe mindestens dauern?

Ich meine, könnte man die Arten theoretisch schon im Februar von draußen reinholen und unter Kunstlicht Frühjahr simulieren, um sie quasi "aufzuwecken" und dann im April/Mai wieder rausstellen, sodass man eine ca. 3 Monate längere Wachstumsphase hat?

Edited by Torian
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Bei einheimischen Drosera würde ich das nicht tun, denn sie sind an genau die Bedingungen angepasst, die wir nun einmal hier haben und daher erwarten sie auch einen einheimischen Winter. Wenn du sie früher aufweckst, kann es passieren, dass sie mitten im Sommer eine Winterknospe bilden, dann aber kurz danach wieder austreiben, weil es noch so schön warm ist.

Bei Sarracenia und Dionaea, die aus gemäßigteren Gebieten kommen, kann das möglicherweise anders aussehen. Aber ich glaube, dass du den Pflanzen nichts Gutes damit tust, wenn du sie mitten in der Wachstumsphase plötzlich anderen Bedingungen aussetzt.

Meiner Meinung nach ist es am besten, winterharte Pflanzen an unser Klima zu gewöhnen und dann einfach draußen zu lassen, ohne sie dem Stress des Umsetzens auszusetzen.

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Hallo,

bei Sarracenia und Dionaea funktioniert es recht gut sie unter Kunstlicht vorzuziehen. Wenn die Pflanzen dann im April/ Mai raus kommen stellen sie lediglich für 2-3 Wochen das Wachstum etwas zurück und wachsen dann weiter. Sinnvoll ist diese Methoda aber nur bei der Sämlingsaufzucht oder Jungpflanzen um ihnen einen vorsprung zu geben und die Wachstumsphase zu verlängern.

Grüße

Kai

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Hallo,

die Dauer der Winterruhe ist abhängig vom Standort an dem die Pflanzen kultiviert werden und der "inneren Uhr".

Also optimal würde ich die Begebenheiten am Naturstandort bezeichnen.

Aber sowohl in der Natur als auch in Kultur gibt es Schwankungen was die Temperatur, Licht und andere Faktoren und somit Zwangsläufig auch die Winterruhe bzw. deren Dauer angeht.

Sobald die Tage kürzer werden und die Pflanzen weniger Licht bekommen und zudem die Temperatur deutlich sinkt, beginnen die Pflanzen langsam das Wachstum zu reduzieren und ziehen ein. Die beiden Faktoren Licht und Temperatur sind neben der "inneren Uhr" hier also die Hauptfaktoren.

Pflanzen wie Dionaea muscipula, Sarracenia und winterharte Drosera die im Gewächshaus gehalten werden haben durch die höhere Temperatur eine deutlich kürzere Winterruhe als Pflanzen die im Freiland gehalten werden! Somit sehe ich es auch unproblematisch die Winterruhe zu verkürzen.

Jetzt bleibt noch die Frage nach dem Sinn die Winterruhe zu verkürzen oder zu verlängern.

Ich würde die Dauer der Überwinterung immer von den Möglichkeiten abhängig machen die mir zur Verfügung stehen. Eine mehrmonatige Winterruhe halte ich allerdings für einen normalen inneren Rhythmus und gesundes Wachstum notwendig.

Beim einsetzten der Winterruhe finden in den Pflanzen „Prozesse“ statt und bestimmte Pflanzenstoffe werden abgebaut oder umgewandelt. Die Vorgänge in der Pflanze und Änderungen von Äußeren Einflüssen sind verantwortlich damit eine Pflanze z.B. blühen kann. Die Änderung von den Haupteinflussgrößen Temperatur und Licht beeinflussen auch bei nicht winterharten Pflanzen etwa die Blütenbildung. Bei Gärtnerischem Anbau wird auf Pflanzen gezielt eingewirkt.

In wie weit es nun Sinnvoll ist die Wachstumsperiode zu verlängern oder zu verkürzen kann ich nicht beurteilen. Der Spielraum reicht allerdings von Minimum über Optimum bis Maximum was alle Faktoren angeht. Wie schon am Anfang gesagt würde ich mich an den natürlichen Begebenheiten und den Möglichkeiten orientieren. Eine veränderte Wachstumsperiode bedeutet ja auch in dieser Zeit für die nötige Temperatur und entsprechend Licht zu sorgen. Es kann zum Beispiel sinnvoll sein damit verschiedene Sarracenia Arten zur gleichen Zeit blühen um Hybriden zu kreuzen.

Hat man keine Möglichkeit ausreichend künstlich zu beleuchten, kann eine entsprechend lange Winterruhe helfen um über die Lichtarme Zeit zu kommen.

Im Freiland sollten die Pflanzen blühen wenn auch entsprechende Bestäubende Insekten unterwegs sind. Dies spielt bei Handbestäubung in Kultur natürlich keine Rolle.

Auf jeden Fall bin ich der Meinung dass die Winterruhe wichtig ist und nicht zu kurz sein sollte.

Edited by Tim Beier
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bei den Pflanzen, die Winterruhe benötigen (Dionaea, Sarracenia, Einheimische Droserae), wie lange sollte dort die Winterruhe mindestens dauern?

Ich meine, könnte man die Arten theoretisch schon im Februar von draußen reinholen und unter Kunstlicht Frühjahr simulieren, um sie quasi "aufzuwecken" und dann im April/Mai wieder rausstellen, sodass man eine ca. 3 Monate längere Wachstumsphase hat?

Ich würde zwischen den einheimischen Drosera und den nordamerikanischen Arten unterscheiden.

Einheimische Drosera sind an die Härte und Länge der einheimischen Winter gut angepaßt.

Der Schuss mit dem Vortreiben im Haus kann nach hinten losgehen.

Entweder kann es Dir passieren, dass die sehr früh im Haus bei 20°C vorgetriebenen Drosera nach dem Rausstellen im April einfach wieder in Winterrosette gehen, und dann plötzlich Ende Mai / Anfang Juni wieder in einer neuen Winterrosette dastehen. Oder es kann passieren, dass die Pflanzen nach ihrer normalen Vegetationszeit von 6 Monaten schon im August vorzeitig in Winterruhe gehen, und dann im Freien ein Problem bekommen, wenn Du dieselbe Aktion mit der verkürzten Winterruhezeit im nachfolgenden Jahr nicht wieder durchführst.

Die überwiegend aus klimatisch milderen Gegenden der USA stammenden Dionaea und Sarracenia kannst Du dagegen problemlos schon nach dem ersten knackigen Frost ins Haus unter Kunstlicht holen (zwischen Ende November und Ende Dezember eines Jahres), die haben nach einem Herbst mit 0-15°C in Deutschland ihren normalen Winter quasi schon hinter sich. Im Haus bei höheren Temperaturen stellt sich nur das Problem: Die Pflanzen benötigen massenhaft Licht, also Kunstlicht, und zwar um so mehr, je höher die Haltungstemperaturen sind.

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