Maik Rehse Posted February 19, 2011 Posted February 19, 2011 (edited) Hi Leute, Freitag Abend habe ich einen sehr interessanten Beitrag auf ARTE gesehen. Es ging dabei um die Sumpfgebieten in Französisch-Guayana. Die Doku ist schon 2006 entstanden aber die Thesen die dort aufgestellt wurden haben mich doch etwas erstaunt. Gezeigt wurde eine relativ große, aquatische, gelbblütige Art (fragt mich bitte nicht welche ;-)) in ihrem natürlichen Lebensraum. Die dortigen Sumpfgebiete beherbergen wohl verhältnismäßig wenige Mikroorganismen. Wären sie gleichmäßig im Wasser verteilt würde sich die Carnivorie für die Utricularien nicht lohnen, da die Ausbildung der Fallen unrentabel wäre. Die Pflanzen müssen also dafür sorgen, dass die Tiere sich vermehrt in ihrem Umfeld bewegen. Die Autoren haben offensichtlich festgestellt, dass sich auf den Utricularien vermehrt Algen ansiedeln die den Tieren als Nahrungsquellen dienen. Sie schaffen also eine Art "Weidefläche" für ihre "Nutztiere", so wurde es jedenfalls erklärt. Ich frage mich, ob diese Theorie so wirklich belegbar ist und ob dies schon länger bekannt ist. Warum wachsen die Algen dann vorwiegend auf den Utricularien und nicht auch auf den anderen Wasserpflanzen die ausreichen vorhanden sind? Kann jemand dazu näheres sagen? Viele Grüße, Maik Edit: Eine Wiederholung der Doku gibt es für Frühaufsteher am 04.03.2011 um 05:00 ;-) Edited February 19, 2011 by Maik Rehse
Eve Posted February 19, 2011 Posted February 19, 2011 Kann dazu leider nichts Näheres sagen. Hab die Doku ebenfalls gesehen und war total begeistert von den tollen Aufnahmen, insbesondere jene, wo die von Dir beschriebenen Umstände mit dem Mikroskop dargestellt wurden. Liebe Grüße Eve
Julian Ehrlich Posted February 20, 2011 Posted February 20, 2011 Das hört sich ja geil an im September gehts nach Französisch Guyana.. da will ich mir die Utris dann auch malreinziehen.... lg Julian
Thomas Carow Posted February 20, 2011 Posted February 20, 2011 (edited) Hallo Maik, fand den Film auch super, vor allem die wirklich guten Aufnahmen an den Utricularia-Fallen. Wer sich mal mit solchen Filmaufnahmen beschäftigt hat weiß was ich meine... Die 'Geschichte' des Filmes ist um die Utricularia herum aufgebaut (Filme müssen heute immer Geschichten erzählen sonst wirken sie zu 'verschult' und langweilig) und basiert auf Erkenntnissen, die überwiegend schon 30 - 40 Jahre bekannt sind und hier nochmals sehr gut filmisch verarbeitet sind. Dazu zählt auch das Anlocken der Beutetiere durch den Algenbewuchs der Utricularia, die den Bewuchs 'Abweiden' und dabei in die Fallen geraten. Auch der Algenwuchs in den Fallen und die Existenz des Zooplanktons ist schon sehr lange untersucht. Allerdings lassen sich nach meinem Wissen die 'grünen Algengärten' unter Wasser auch mit ein paar 'trockenen Strohhalmen' erreichen, sind also nicht Utricularia spezifisch. Das Leben unter Wasser konzentriert sich logischerweise an solchen Stellen. Es wurde im Film ja gut gezeigt, dass ein zu starker Algenbewuchs die Pflanzen dann abtötet. Das die Existenz von Enzymen verneint wurde hat mich dann doch etwas verwundert, da ebenfalls schon 1974 Proteasen nachgewiesen wurden. Vieles ist in dem 'Barthlott' nachzulesen. Der Film hat übrigens meine Aufmerksamkeit wieder auf französisch Guyana gelenkt, ein Land das mich wegen der riesigen Urwaldflächen schon immer fasziniert hat. Viele Grüße Thomas Edited February 20, 2011 by Thomas Carow
Simon B. Posted February 20, 2011 Posted February 20, 2011 Ich war von dem Film auch fasziniert. Die Bilder und Aufnahmen waren hervorragend! Wegen so welcher Medien zieht es mich immer mehr in den Norden von Südamerika. Vielleicht schaff ich das ja sogar während des Studiums, gerade wenn der Mentor "Barthlott" heißt^^! MfG Simon
Maik Rehse Posted February 20, 2011 Author Posted February 20, 2011 Vielen Dank für die Zusatzinformationen Thomas. Das Beispiel zeigt wieder einmal wie stark abhängig verschiedene Arten voneinander sein können - und das auf so kleinem Raum. Aber gerade bei Carnivoren gibt es dies ja sehr oft. Weiß jemand welche Art in dem Film gezeigt wurde? Der Artname wurde leider nicht genannt. Einen schönen Restsonntag an alle! Maik
Henry M. Posted February 20, 2011 Posted February 20, 2011 (edited) Hallo, hab die Doku per Zufall gestern Vormittag gesehen und fand, wie Thomas, vor allem die mikroskopischen Aufnahmen der Fallen sehr gut! Eins hat Maik noch "unterschlagen": Es wurde auch gezeigt, daß Fallen als Lebensraum für Protozoen dienen und diese die Pflanzen bei der Nährstoffversorgung unterstützen, indem sie die Verdauung der Beute "beschleunigen". Also wirklich sehenswert! Schönen Gruß Henry PS: Wer sich die Doku noch anschauen will, sollte Frühaufsteher sein - wird am 04.03. um 5 uhr wiederholt :laugh: Edited February 20, 2011 by Henry M.
Brathirn Posted March 14, 2011 Posted March 14, 2011 Ist das nicht prinzipiell eine Symbiose? Immerhin schützt die Utricularia ja die Algen vor den Mikroorganismen, sodass es doch nur im Interesse einer jeden Alge sein kann, sich dort anzusiedel, bzw. sie sich dort am besten behaupten können, sodass an Utricularien halt Ansammlungen entstehen.
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