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Frage zur Verdauung der Beutetiere


Simon B.

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Hallo sehr geehrte Fleischi-Liebhaber,

ich hätte da eine recht wissenschaftliche Frage, die vielleicht auch ganz einfach zu lösen ist.

In den Karnivorenbüchern steht meistens, dass vorallem Stoffe wie Phosphate und Nitrate aus den Proteinen der Beute gelöst werden und daraufhin erst als „Dünger“ zum Aufbau eigener Biomasse genutzt werden.

Warum jedoch umständlich eben diese Substanzen aus den Proteinen lösen und erst dann in eigene Substanz umsetzen?

Weshalb dieser ganze umständliche Weg, wenn auch die kompletten Proteine direkt in die eigene Biomasse eingebaut werden können? Also warum wird kein komplettes Protein zum Aufbau der Pflanzensubstanz u.Ä. genutzt, stattdessen dieser Umweg über die Salze?

Danke schon einmal im Vorraus

MfG Simon

Edited by Simon B.
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Gordon Shumway

Hallo!

Naja, grundsätzlich sind Proteine ja aus Aminosäuren aufgebaut. Deren Sequenz und zwischenmolekulare Wechselwirkung ist für Gestalt und Funktion des Proteins maßgeblich. Da ein Potein gerne mal 10-100 oder mehr Aminosäuren besteht,wäre die Wahrscheinlichkeit für die Pflanze wohl ziemlich gering, genau jenes Protein in einem Opfer zu finden, welche sie gerade benötigt.

Zumal ich mir vorstellen könnte, dass Tiere und Pflanzen ziemlich unterschiedliche Proteine benutzen.

Außerdem sind solche Proteine ziemlich große Moleküke, die nur schlecht Membranen passieren und deshalb nicht besonders gut aufgenommen werden können. Und denaturieren werden sie beim Verdauungsvorgang wahrscheinlich zusätzlich auch noch.

Wenn nur kleine, stickstoffhaltige Moleküle und Ionen, welche leicht aufgenommen werden können, resorbiert werden, kann die Pflanze diese ziemlich einfach mit dem zuvor selbst hergestellten, geeigneten Kohlenhydrat-Rest verbinden und hat so die perfekt auf sie zugeschnittenen Aminosäure.

Kohlenhydrate sollten ja ausreichend zur Verfügung stehen, da Fleischies, wie wir ja alle wissen, viel Licht benötigen und daher massiv Photosynthese betreiben können.

Das war jetzt alles natürlich nur Mutmaßung und gründet nicht auf fundierten Kenntnissen der Karnivoren-Forschung, sondern einzig auf meinen bescheidenen Kenntnissen der Ernährungs- und Pflanzenphysiologie, sowie meinem allgemeinen Verständnis der Biologie und Chemie.

MfG,

Gordon

Edited by Gordon Shumway
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Da spricht der Lehrer ;) , aber der Gordon hat wohl recht. Unsereiner macht das ja bei der Verdauung auch nicht viel weniger umständlich. Ich kann mich da noch an so eine typische Bemerkung aus meiner Kindheit erinnern:"... Gummibärchen sind gesund, die Gelatine ist gut für die Gelenke." :wallbash:

Oder setzt sich bei dir gegessener Bauchspeck auch gleich direkt da an wo er her kam? Und was passiert dann mit Kartoffeln, ...? ;)

Gruß Piesl

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ich hätte da eine recht wissenschaftliche Frage, die vielleicht auch ganz einfach zu lösen ist.

In den Karnivorenbüchern steht meistens, dass vorallem Stoffe wie Phosphate und Nitrate aus den Proteinen der Beute gelöst werden und daraufhin erst als „Dünger“ zum Aufbau eigener Biomasse genutzt werden.

Warum jedoch umständlich eben diese Substanzen aus den Proteinen lösen und erst dann in eigene Substanz umsetzen?

Weshalb dieser ganze umständliche Weg, wenn auch die kompletten Proteine direkt in die eigene Biomasse eingebaut werden können? Also warum wird kein komplettes Protein zum Aufbau der Pflanzensubstanz u.Ä. genutzt, stattdessen dieser Umweg über die Salze?

Die Verdauung zerlegt grosse, wasserunlösliche Nahrung (z.B. Steak, Käfer) in kleine, wasserlösliche Moleküle.

Nur was wasserlöslich ist (Proteine sind nicht wasserlöslich), kann mit den Körpersäften/Pflanzensäften an diejenigen Stellen transportiert werden, an denen sie zum Aufbau von Körpermasse/Pflanzenmasse benötigt werden.

Deshalb werden bei der Verdauung grosse, wasserunlösliche Moleküle in kleine, wasserlösliche Moleküle zerlegt.

Das ist im Prinzip bei fleischfressenden Pflanzen nicht anders als bei Mensch und Tier, also unabhängig davon, ob die durch die Nahrung gewonnenen Nährstoffe im Blutkreislauf oder durch Saftbahnen in Blatt und Stängel transportiert werden sollen.

Wenn's anders wäre könntest Du genau so gut fragen, warum Du Dir nicht ein Steak auf den Bizeps legen kannst, um damit die Armmuskulatur zu verstärken: Der Körper könne sich ja die benötigten Muskeln direkt aus dem Steak nehmen, ohne vorherige Verdauung.

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Hallo,

den zentralen Knackpunkt hatte Gordon schon genannt. Die Nahrung muss über die Zellmembran und damit stellt sich bei großen Molekülen die Frage wie bekommt man den Elefant durchs Nadelöhr. In diesem Fall geht es nur in Teilen. Zumal die Einzelteile dann beliebig und nach Bedarf zu neuen Makromolekülen verbaut werden können. Was würde einer Pflanzenzelle eine große Menge Proteine aus der Insekten-Muskulatur nutzen? Nichts! Die Bausteine, die Aminosäuren oder deren Bestandteile, dagegen sehr viel. Eine Selektion nach Funktion der Proteine verbietet sich (vom Problem der Einschleusung mal ganz ab), da ein Enzym nicht zwischen `richtig´ und `falsch´ unterscheiden kann, es kann nur an einer passenden Stelle docken und seinen Job erledigen.

@jusch: Das mit der Wasserlöslichkeit von Proteinen stimmt so nicht. Wird der Außenbereich des Proteins nach der Einnahme der Tertiärstruktur hauptsächlich von polaren oder ionischen Bereichen gebildet, so sind sie sehr wohl wasserlöslich.

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