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Verschiedene Flecken auf Nepenthes


Stefan H.

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Guten Abend allerseits

Ich habe seit langem mal wieder Probleme mit meinen Carnivoren, im speziellen handelt es sich hierbei umd Nepenthes welche auf der Fensterbank stehen. Zur Kulturbeschreibung muss ich daher nicht viel schreiben, Fenster zeigt gen Süden und bekommt daher direkte Sonne, Verbrennungen würde ich aber mal ausschließen. Ansonsten trocknet das Substrat (lockeres Torf-Quarzsandgemisch, wie bei ellen meinen Carnivoren) immer aus wenn ich gieße und seit dem ich wieder zu Hause bin ist im Zimmer am Tag immer so um die 20-22°C (je nach Wetter =>scheint mehr Sonne in's Zimmer wird es auch wärmer), Nachts entsprechend kälter. Von Oktober bis Mitte Dezember und von Januar bis Mitte März wurde mein Zimmer nur am Wochenende geheizt, vielleicht waren geringe Temperaturen am Tag in der Woche ein Problem und hat die Pflanzen auf Dauer geschwächt und anfällig für Krankheiten gemacht?!

Nun zu den Pflanzen (Bilder im Anhang, sorry für die schlechte Bildqualität, geht mit der Kamera nicht besser). Betroffen ist eine N. sanguinea. Diese bekommt immer mehr Flecken/Punkte auf den Blättern, welche wie Narben aussehen. Ich würde hierbei auf Schädlinge tippen, weis aber nicht welche, weil ich keine sehe.

Die direkt daneben stehende N. ventricosa x mapuluensis hat auch Flecken aber ganz andere. Sie ziehen sich am Blattrand an der Seite nach oben und lassen die Blätter wie vertrocknet wirken. Das sieht mir persönlich aus wie eine Pilzerkrankung.

Liege ich mit meinen Vermutungen richtig, was kann das sein? Und was kann ich dagegen tun?

Viele Grüße

Stefan

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Edited by Stefan H.
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Carsten Schulz

Hi Stefan!

Meine Fensterbanknepenthes haben auch Flecken. Mir ist aber aufgefallen, dass die Blätter, die im Winter gebildet wurden, wesentlich größer sind als die, die jetzt gebildet werden. Das ist klar wenn man bedenkt, wie wenig Licht sie im Winter bekommen.

Aber ich meine, es sind eben diese Winterblätter, die nicht auf die jetzt wieder stärker werdende Sonnenstrahlung ausgelegt sind und dann fleckig werden. Beim Pilz müsste es weich und matschig werden und außerdem sehr schnell gehen. Das kam doch sicher nich mit einem Mal? Wie sehen denn die neuen Blätter aus?

LG, Carsten

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Die unteren Blätter könnten wirklich verbrannt sein..

Aber der Schädling sieht anders aus,meiner Meinung nach..

meine Nepenthes x Hookiana(hoffe ich schreib das richtig)hat auch diese Pkte an den alten Blättern..

doch sie wächst normal weiter und die neuen Blätter sind schön grün..

Ich stimme dem zu,dass der Winter schuld ist.....

Edited by Svarta
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Hi

Erst einmal danke für eure Hilfe! Meint ihr wirklich, das sind Verbrennungen? :startle: Hätte ich nicht gedacht aber ok, man lernt nie aus.

Was kann man gegen Tripse machen bzw. wie kann man überhaupt feststellen, ob es Tripse sind? Ich dachte halt eher an Milben... Kiron hätte ich auch noch da, hilft das auch gegen Tripse?

Viele Grüße

Stefan

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Typische Anzeichen für Thripse sind silbrig schillernde Flecken auf der Blattoberseite und kleine dunkle, stecknadelkopfgroße Punkte auf der Blattunterseite. Diese dunklen Punkte lassen sich wegwischen und sind der Kot der Tiere. Wenn überhaupt ein Schädling, tippe ich bei Dir eher auf Milben. Wie sieht denn die Blattunterseite aus? Die unteren Blätter sind, wie auch bereits geschrieben, auch meiner Meinung nach verbrannt.

Kiron wirkt auf Milben, nicht auf andere Schädlinge.

Liebe Grüße

Eve

Edited by Eve
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Hi

Kleine schwarze Punkte, welche man wegwischen kann, habe ich auf der Blattunterseite gefunden. Aber die sind nicht Stecknadelkopf groß, sondern eher so groß wie die Spitze einer Stecknadel. ;-) Ansonsten sehen die Blätter von unten auch so vernabt aus, aber ich glaube das scheint eher durch (durch des Licht) und ist nicht so stark wie auf der Blattoberseite. Schillernde Flecken auf der Blattoberseite erkenne ich nicht, sind aber bei der Pflanze auch schwer auszumachen, weil die Blätter immer mit so einen dünnen hellen silbrig-schimmernden Belag überzogen sind (das scheint allerdings normal zu sein und kann ich bei vielen Nepenthes beobachten, ganz stark bei N. ampullaria, da ähnelt es schon fast einer Staubschicht...). Ich habe hier noch ein Spray, dass früher Lizetan Plus hieß, dass soll laut Beschreibung auch gegen Thripse wirken. Entweder ich sprühe mal das oder eben Kiron.

Das die Blätter von N. ventricosa x mapuluensis verbrannt sind, würde mich doch aber stark wundern. Denn alle Fensterbanknepenthes stehen hier eng aneinander, die eine oder andere ist sogar der Scheibe noch näher als die besagte Hybride. Außerdem sind in deren Topf mehrere kleinere Pflanzen, welche alle diese Flecken haben, aber manche teilweise komplet schattiert stehen. Ich hänge dazu mal zwei Übersichtsbilder an.

Viele Grüße

Stefan

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Edited by Stefan H.
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Hi Stefan,

ich sollte so spät/früh nicht mehr posten - nicht stecknadelkopfgroß, sondern so wie Du schreibst, nadelspitzengroß. Sorry.

Hmm Wenn die Nepenthes am Fenster ohne Zusatzbeleuchtung stand, fällt Verbrennung aus. Möglicherweise also wirklich normal, was die Flecken auf den anderen Blättern aber meiner Meinung nicht sind. Was mir bei dem einen, als erstes und zweites Bild gezeigten, Blatt auffällt, sind die doch auffälligen Verfärbungen genau an der Blattmittelrippe. Das spricht für Weichhautmilben, die sich gerne dort aufhalten. Leider kann man diese Tiere auch mit einer Lupe kaum erkennen.

Zur Behandlung mit den genannten Mitteln: Ich hab nach dem Befall einiger Nepenthes mit Weichhautmilben (ich hab die Milben erst mit Bildausschnitten mit einem Makroobjektiv erkennen können) sicherheitshalber auch alle anderen mitbehandelt. Es hat keiner geschadet. Lediglich eine Nepenthes gracilis zickt bis heute herum. Aber so, wie die von Anfang an gewesen ist, hätte sie das sowieso getan.

Liebe Grüße

Eve

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Hi

Dann werde ich wohl mal mit Kiron spritzen. :-) Danke für die Hilfe. Jetzt muss nur noch geklärt werden, was die Hybride hat und was ich dagegen tun kann...

Viele Grüße

Stefan

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  • 2 months later...

Hi

Nach etwas mehr als 2 Monaten ist hier mal eine kleine Zusammenfassung. Also meine N. truncata hatte irgendwann auch an den Blattansätzen (nicht auf den Blättern, sondern an dem schmahlen Ansatz zwischen Blatt und Stamm, der ist bei meiner N. truncata doch recht groß) solche Punkte/Flecken bekommen, wie meine N. sanguinea, nur größer. Ich habe alle Pflanzen auf dem Untersetzer dann zwei mal in Abstand mit einer Woche mit Kiron behandelt und auf den neuesten Blättern sind diese Punkte und Flecken nicht mehr aufgetreten. Ich habe hierbei die Pflanzen ordentlich nass bespritzt und den Rest der Mischung durch das Substrat gegossen, um auch eventuelle Eier zu erreichen. Es werden wohl Milben gewesen sein, die ich jetzt wahrscheinlich "entfernt" habe.

Bei der N. ventricosa x mapuluensis habe ich erstmal nix unternommen. Die Pflanzen stehen mittlerweile im Gewächshaus und das scheint ihr im Bezug auf dieser Flecken gut zu bekommen. Bei den neusten Blättern sind die Flecken nicht so extrem aufgetreten. Wenn es sich nicht weiter bessert, werde ich wohl mal mit einem Fungizid auf der Basis von Azoxystrobin spritzen. Das würde wohl auch Latrodectus hier empfehlen nehm ich mal an, oder Andreas? :-) Aber eventuell hat ja auch Kiron geholfen und die Flekcen waren auch Ergebnisse von einem Milbenbefall, wobei ich wohl auch eher auf eine Pilzinfektion tippen würde. Oder was meint Andreas dazu? :-)

Viele Grüße

Stefan

Edited by Stefan H.
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Latrodectus

Wenn es sich nicht weiter bessert, werde ich wohl mal mit einem Fungizid auf der Basis von Azoxystrobin spritzen. Das würde wohl auch Latrodectus hier empfehlen nehm ich mal an, oder Andreas? :-) ...auch Ergebnisse von einem Milbenbefall, wobei ich wohl auch eher auf eine Pilzinfektion tippen würde. Oder was meint Andreas dazu? :-)

Was? Wer? Ich? :huh:

Ja...also...äh...ich weiß nich....

Ich hatte ein einziges Mal Weichhautmilbenbefall und die äußeren Anzeichen ähnelten stark denen auf deiner N. sanguinea. Eine zweimalige Behandlung mit Kiron hat das Problem beseitigt - das war ja eine Empfehlung von Andreas Wistuba. Bei Spinnmilben hilft Kiron nicht wirklich, da es leider ein reines Kontaktgift ist, wie bereits in einem anderen Thread richtig bemerkt worden ist. Spinnmilben finden sich aber normalerwiese nicht in dauerhaft sehr luftfeuchten Bedingungen. Aber meine Sukkulenten auf der Fensterbank haben sie zum Fressen gern! :mad: Thripse hinterlassen ein sehr typisches Schadbild - die Blätter sind gelbfleckig und mit schwarzen Punkten übersäht (den Ausscheidungen der Viecher). So wie hier:

Kleine schwarze Punkte, welche man wegwischen kann, habe ich auf derBlattunterseite gefunden. Aber die sind nicht Stecknadelkopf groß,sondern eher so groß wie die Spitze einer Stecknadel.
Exakt! Im weiteren Verlauf glänzen die Blätter stellenweise silbrig unter einem bestimmten Lichteinfallswinkel (meist die Blattunterseiten). In diesen Blattzellen befindet sich kein Chlorophyll (und natürlich auch kein Pflanzensaft) mehr. Außerdem treten oberseitig größere kupferrötlich-braune Flecken auf. Gegen Thrips würde ich Dimethoat einsetzen.

Das Schadbild bei der N. ventricosa x mapuluensis ist für tierische Schädlinge eher untypisch. Ich weiß jetzt nicht, wie lichtempfindlich diese Hybride ist, da N. mapuluensis als ein Elternteil immerhin ein Tieflandbewohner ist, der wohl in dichterer Vegetation vorkommt. Sie ist nahe mit N. northiana verwandt, wenn nicht gar eine Unterart letzterer, was ich so von Taxonomen vernommen habe. Aber nach meinen Erfahrungen weist eine Überempfindlichkeit gegenüber großzügigem Lichtangebot manchmal in der Tat auch auf pilzliche Infektionen im Anfangsstadium hin - z. B. auch auf den berüchtigten Fäulnispilz im Stamm der Kannenpflanzen. Bevor die Blätter vom Ansatz am Stamm her gelb und schwarz werden, fällt auf, dass manche Pflanzen auf einmal an den Blatträndern eine starke Rotfärbung aufwiesen - bei N. rajah war das der Fall. Da hilft dann allerdings kein Azoxystrobin mehr. Botrytis (bei Nepenthes aber relativ selten) und Rostpilz verursachen auch Blattverfärbungen durch Sonnen- oder starkes Kunstlicht, bevor der eigentliche Pilz richtig sichtbar wird.

ABER bei der N. ventricosa x mapuluensis sieht es mir eher nach Unstimmigkeiten der Kulturbedingungen aus. Entweder zu trockene Luft oder - man lese und staune ;) - zu nasse Füße! Jahaa...vorübergehend zu nasses Substrat mit einhergehenden Wurzelschäden können dann eingetrocknete Blattränder und "Sonnenbrand" verursachen. Ich meine, das könnte vor einiger Zeit auch das Problem von Günter Sauer gwesen sein. Auch wenn frisch verpflanzte Pflanzen zu hoher Lichtintensität ausgesetzt werden, können solche Symptome auftreten, da beim Verpflanzen ja auch leicht Wurzeln abbrechen.

Du schreibst, die Pflanze steht jetzt im Gewächshaus. Hast du im GH Schattierungsmöglichkeiten? Wenn die Symptome weiterhin auftreten, könnte es sein, dass diese Hybride eher etwas mehr Schatten braucht. Pilzerkrankungen auf den Blättern verursachen nach einiger Zeit lokale Blattnekrosen. Wenn du die Pflanze bis jetzt nicht gegen Pilze behandelt hast, wären solche mit sehr großer Wahrscheinlichkeit längst sichtbar geworden. Pilzerkrankungen auf den Blättern lassen sich meist sehr gut mit Azoxystrobin behandeln. Gegen Pilzbefall am Stamm oder sogar an den Wurzeln ist Azoxystrobin jedoch machtlos. Dann hilft allenfalls noch Euparen, was es ja leider nicht mehr gibt (zusammen mit Holzkohlepulver).

So, mein lieber Stefan, das Eine oder Andere von meinen Ausführungen wirst du sicher schon mal ausschließen können. Ich hoffe, ich habe etwas Brauchbares in dieser großen, schwarzen Textwand für dich eingebaut. :-) (Die große, gelbe Wand im Westfalenstadion mag ich allerdings auch sehr gerne! :D )

Viel Erfolg!

Andreas

Edited: Immer wieder Tippfehler, die man nicht sofort sieht!

Edited by Latrodectus
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Hallo Andreas

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Die Pflanzen im Gewächshaus werden schattiert. Die Hybride sieht auch shcon deutlich besser aus. Habe sie mir eben nochmals angesehen und die neueren Blätter sehen deutlich besser aus, wenn auch etwas kleiner.

Vielleicht waren die Flecken an der N. sanguinea auch Tripse? Werweis was es gewesen ist. Die Biester scheinen wohl mitlerweile nicht mehr d azu sein bzw. meinen Pflanzen nicht mehr zu schädigen. Die neuen Blätter sehen gesund aus, außer das die Kannen fehler. :sleep:

Viele Grüße

Stefan:

P.s.: Tippfehler sind doch nicht schlimm. Viel schlimmer ist da deine blaue Schrift auf weißen Grund; vor allem unter dem Hintergrund, dass dir die gelbe Wand auch gefällt. :thumbsup:

Edited by Stefan H.
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