Jump to content

Pinguicula macroceras ssp. nortensis


Recommended Posts

Posted

Hallo,

momentan fangen im Moorbeet gerade meine Pinguicula an zu blühen.

Den Anfang macht, wie jedes Jahr, bei mir die Art Pinguicula macroceras ssp. nortensis.

Da sich die Art hier im Moorbeet rasant vermehrt, hatte ich dieses Jahr versucht, einige davon per Tausch oder Verkauf loszuwerden. Trotzdem habe ich immer noch mehr davon als ich im Moorbeetkübel unterbringen kann, daher sind einige nun in einem Blumentopf eingepflanzt:

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis.jpg

Andere stehen weiterhin im Moorbeetkübel, teilweise sehr gedrängt:

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis1.jpg

In den letzten Tagen haben sich zunächst Knospen entwickelt:

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis4.jpg

Diese begannen sich schon kurze Zeit später zu öffnen:

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis2.jpg

Und zeigten dann ihre Blüten:

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis5.jpg

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis6.jpg

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis3.jpg

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis_Schatten.jpg

Die Art ist bei mir im Moorbeet übrigens vollständig winterhart und wächst in reinem Torf.

Besonders auffällig finde ich, dass sich die Färbung insbesondere der unteren Blütenhälfte je nach Lichtsituation extrem unterschiedlich darstellt. Die oben gezeigten Blütenaufnahmen sind sämtlich im "blauen Schatten" gemacht worden, also an einem sonnigen Tag mit blauem Himmel im Schatten. Nur dann sehen die Blüten so aus. In weissem Licht, z.B. in der Sonne, erscheint stattdessen die untere Hälfte der Blüte insgesamt fast vollständig weiss zu sein.

Ist das nicht ein irgendwie magischer Farbtrick, den die Blüte da zeigt?

Das zuletzt gezeigte und dieses folgende Bild zeigen dieselbe Blüte am selben Tag, dies hier ist die Aufnahme "in heller Sonne":

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis_Sonne.jpg

Die Ausfärbung, mit der sich die Blüten im blauen Schatten präsentieren, gefällt mir persönlich bedeutend besser als die Färbung in der weissen Sonne (BTW: Im weissen Kunstlicht sieht die Färbung der Blüten so aus wie in der weissen Sonne).

Bei mir (Klimabereich Hamburg) WUCHERT die Art im eingegrabene Moorbeetkübel jedenfalls ohne Ende.

Als einzigen Winterschutz decke ich bei Kahlfrösten im Winter ein Gartenvlies über den Kübel.

Im Moorbeetkübel werden sehr zahlreich Tochter- und Brutknospen gebildet, über die die Pflanzen leicht vermehrt werden können, teils entwickeln sich mehr als 20 kleine Brutknospen pro Pflanze. Bei Haltung in Blumentöpfen fällt die Brutknospenbildung im Winter deutlich magerer aus.

Wenn jemand im Internet, z.B. auf http://www.pinguicula.org/pages/plantes/pinguicula_macroceras_nortensis.htm liest "The long term cultivation of temperate Pinguicula is difficult", dann bitte nicht alles glauben! Wer das geschrieben hat, der kultiviert die Pflanzen offenbar nahe Paris, Frankreich, und da ist das Klima im Sommer wahrscheinlich schon etwas zu warm für diese Art.

Posted

da versucht jemand mit weiteren Tricks seine Pflanzen los zu bekommen...

Posted

Hallo,

wann willst du wieder ein paar Exemplare anbieten? Ich wäre schon interessiert. ;)

Gruß

Posted

da versucht jemand mit weiteren Tricks seine Pflanzen los zu bekommen...

Sorry, sorry, sorry!

Falls jemand dieses Posting so verstanden haben sollte, dass ich aktuell Pflanzen dieser Art abzugeben habe, so möchte ich ausdrücklich feststellen, dass dies momentan nicht der Fall ist. Ich versende keine blühenden Pinguicula.

Mein kurzfristiges Angebot für Brut- und Winterknospen dieser Art ist seit 30.03.2011 beendet.

Jetzt ist es zu spät, die Knospen sind bei mir alle zu Pflänzchen und Pflanzen ausgetrieben und blühen teilweise bereits.

Vielleicht gibt es nächstes Jahr Februar/März wieder ein Angebot, wer sich vormerken lassen möchte, kann mich ja mal per PM oder Mail anschreiben. Etwas anderes als Winterknospen in Winterruhe versende ich nicht.

Ansonsten: Gewerbliche Händler wie Carow, Klein und Westphal haben winterharte Pinguicula ganzjährig als getopfte Ware im Angebot, wenn ich mich nicht täusche.

Posted

Abend!

Da bin ich ja mal gespannt aus was meinen wird, sind jedenfalls schon ganz schön groß geworden, ICH hab nämlich bei seinem Angebot neulich sofort zugeschlagen.. ;)

Vielen Dank nochmal für die üppige Portion,

Friedrich

Kevin Tonnerre
Posted

Dieser Beschriebene "Effekt" kommt wohl von der Lichtreflexion, denn Weiss reflektiert bekanntlich viel Licht. Ich werde aber bei meinen Pflanzen nochmals schauen, ob das wirklich so speziell ist.

Wenn jemand im Internet, z.B. auf http://www.pinguicula.org/pages/plantes/pinguicula_macroceras_nortensis.htm liest "The long term cultivation of temperate Pinguicula is difficult", dann bitte nicht alles glauben! Wer das geschrieben hat, der kultiviert die Pflanzen offenbar nahe Paris, Frankreich, und da ist das Klima im Sommer wahrscheinlich schon etwas zu warm für diese Art.

Das ist Eric Partrats copy/paste-Text, den er verständlicherweise bei allen Arten benutzt, auch wenn es durchaus Unterschiede gibt. "Difficult" heisst wohl in erster Linie, dass man einfach vieles beachten muss. Die Pflanzen müssen draussen stehen (UV-Strahlung soll angeblich wichtig sein bei den temperierten Arten) und einen strikten Jahreszyklus durchleben, in der Vegetationsperiode müssen sie sehr feucht stehen. Dadurch, dass die Pflanzen draussen stehen, ist man vielen anderen Faktoren ausgesetzt, auf die man kaum Einfluss hat, wie beispielsweise Vögel und Schnecken, Spätfrost (gerade bei frühaustreibenden Arten wie P. alpina und P. macroceras subsp. nortensis problematisch), Regen (spühlt kleine Pflanzen oder Hibernakel gerne weg), zu hohe Temperaturen etc.

Schwierig ist deshalb meistens Ansichtssache, denn es kommt ja auch darauf an, was man für Bedingungen hat (Garten, Lage z.B.). Aber ich würde seinen copy/paste-Satz dennoch unterschreiben.

Gesunde Exemplare übrigens, gibt sicher ein schönes Blütenmeer, wenn sie soweit sind.

Marcus Vieweg
Posted

Hallo,

schön, schön! Vergiss nicht an den Blüten zu schnüffeln :-)

LG Marcus

Posted

Dieser Beschriebene "Effekt" kommt wohl von der Lichtreflexion, denn Weiss reflektiert bekanntlich viel Licht.

Ja, das hängt natürlich mit den verschiedenfarbenen Wellenlängen des Lichts ab, die auf die Blüte fallen und wie diese reflektiert werden. Von Sonnenstand, Einfallswinkel und Ausfallswinkel, direkter Sonnenstrahlung und diffus einfallendem Licht. Vielleicht sogar Polarisation? Der Effekt ist "per Auge" aber ziemlich identisch wie "per Foto" (mit Digiknipse und automatischem Weissabgleich). Jedenfalls ist nichts nachbearbeitet oder so. Der Schlundfleck und wie weiss oder farbig die Blüte erscheint ist jedenfalls extrem von den Lichtbedingungen abhängig, wie ich finde.

Ich werde aber bei meinen Pflanzen nochmals schauen, ob das wirklich so speziell ist.

Du hast bestimmt mehr Pinguicula-Arten, mit denen Du vergleichen kannst. Ich kann es hauptsächlich mit anderen Blüten vergleichen, die ich kenne. Vielleicht ist das auch ein allgemein auftretender Effekt und er fällt mir bei anderen Blüten nicht so auf, weil ich bei denen nicht so genau hinschaue wie bei meinen Karnivoren.

Das ist Eric Partrats copy/paste-Text, den er verständlicherweise bei allen Arten benutzt, auch wenn es durchaus Unterschiede gibt. "Difficult" heisst wohl in erster Linie, dass man einfach vieles beachten muss. Die Pflanzen müssen draussen stehen (UV-Strahlung soll angeblich wichtig sein bei den temperierten Arten) und einen strikten Jahreszyklus durchleben, in der Vegetationsperiode müssen sie sehr feucht stehen. Dadurch, dass die Pflanzen draussen stehen, ist man vielen anderen Faktoren ausgesetzt, auf die man kaum Einfluss hat, wie beispielsweise Vögel und Schnecken, Spätfrost (gerade bei frühaustreibenden Arten wie P. alpina und P. macroceras subsp. nortensis problematisch), Regen (spühlt kleine Pflanzen oder Hibernakel gerne weg), zu hohe Temperaturen etc.

Schwierig ist deshalb meistens Ansichtssache, denn es kommt ja auch darauf an, was man für Bedingungen hat (Garten, Lage z.B.).

Genau, schwierig ist immer relativ. Deshalb finden Züchter aus Singapur Nepenthes ganz einfach zu halten und Drosera capensis als sehr schwierig.

Aber Eric Partrats Standardtext hat mich doch etwas davon abgehalten, es mit Pinguicula im Moorbeetkübel auszuprobieren. Zumindest bei dieser Art frage ich mich nun, warum eigentlich.

Schlagregen bei Starkregenereignissen mit kräftigem Wind ist z.B. für meine Pings kein grosses Thema, weil zur Westseite des Kübels eine Douglastanne und eine Säulenzypresse stehen, und Westen ist hier in Küstennähe die Wetterseite. So haben die Pflanzen einerseits einen Schlagregenschutz aus der Hauptwindrichtung, und gleichzeitig ab 15 Uhr Schatten.

Gesunde Exemplare übrigens, gibt sicher ein schönes Blütenmeer, wenn sie soweit sind.

Oh Danke! Mal schauen, was noch an Blüten rauskommt. Geht ja gerade erst los.

  • 1 month later...
Posted

schön, schön! Vergiss nicht an den Blüten zu schnüffeln :-)

Also ich habe es probiert, konnte aber selbst während der maximalen Blüte nichts nennenswertes an Duft feststellen. Ein sehr schwacher Honigduft, aber ich glaube eine einzige Blüte eines Hornveilchens verbreitet mehr und intensiveren Duft als 10 Blüten von P. macroceras ssp. nortensis.

Anyway, folgendes ist mir noch aufgefallen: Wenn sich die Blütezeit dem Ende zuneigt und der blühende Bestand die letzten Blüten austreibt, sind dabei etliche deformierte Blüten, die es von der Entwicklung her nicht zu einer schön ausgebildeten Blüte geschafft haben.

Z.B: diese

Pinguicula_macroceras_malformed3.jpg

diese

Pinguicula_macroceras_malformed1.jpg

und diese hier

Pinguicula_macroceras_malformed2.jpg

Vielfach ist so eine deformierte Blüte am zweiten Blütenstängel einer Pflanze zu finden, wobei die erste Blüte ordentlich ausgebildet war und die zweite Blüte zeigt an manchen Pflanzen eine in verschiedener Weise missgebildete Deformation.

Anyway, mit den Blüten dieser Art kann ich in diesem Jahr wohl sehr zufrieden sein. Insbesondere auch, weil es während der Blühphase so lange so "trocken von oben" war und es keinen Regen gab. Das Gegenteil kenne ich nämlich aus den vergangenen Jahren: Ping-Blüten gehen auf, kräftige Regenschauer hauen alles platt und nach wenigen Tagen war's das mit der Blühsaison und die nächsten 360 Tage gibt's nur Blattsalat und Knospen auf Torf. Dagegen hatte ich dieses Jahr wirklich eine schöne und mehrwöchige Blühphase.

Anbei noch ein paar Übersichtsbilder mit ein paar mehr Blüten auf dem Bild. Hier versteckt sich im Hintergrund sogar noch eine einzelne P. grandiflora:

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis14.jpg

Dieselbe Ecke ohne die P. grandiflora, nur P. macroceras ssp. nortensis:

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis15.jpg

Und ein Blick auf die andere Seite des Nortensis-Moorkübels:

Pinguicula_macroceras_ssp_nortensis16.jpg

Marcus Vieweg
Posted

Hi Jürgen,

na das nenne ich mal ne Menge! Wenn da mal alle blühen sieht das natürlich so toll aus wie bei dir!

Der Geruch war bei mir wohl auffälliger, weil ich sie drinnen stehen hatte... Er war sehr deutlich und eigentlich nicht zu übersehen.

LG Marcus

Posted

Der Geruch war bei mir wohl auffälliger, weil ich sie drinnen stehen hatte...

Hoffentlich hast Du drinnen nicht in einer Ecke eine andere starkduftende Pflanze übersehen, z.B. eine Hoya.

;)

Hier habe ich keinen nennenswerten Duft festgestellt, auch nicht bei den Pflanzen im Topf, die ich zur Duftprobe mal kurz reingeholt hatte. Die Blüten waren zu dem Zeitpunkt allerdings auch schon einige Tage geöffnet, vielleicht waren die Blüten da auch bereits "ausgeduftet", bei dem trockenen Wetter.

Momentan überlege ich, ob man aus den Pflanzen auch Samen gewinnen kann, dazu liegt mir eine Anfrage vor.

Wenn ich mir das mit den Samen mal ansehe, sind die Samenkapseln bei dieser Art sehr viel kleiner als die von P. grandiflora, siehe beiliegendes Foto:

links --> Samenkapsel P. macroceras ssp. nortensis

rechts --> Samenkapsel P. grandiflora

Und darüber hinaus werden die Samen vermutlich dann reif sein, wenn sich die Samenkapsel öffnet, indem das vertrocknete Teil an der Spitze der Samenkapsel abfällt (ist das die alte Narbe?), so dass sich an der Spitze der Samenkapsel eine kleine Öffnung bildet. Die Samenkapseln von P. grandiflora stehen bei mir überwiegend aufrecht, die Samen würden (bei Windstille) erstmal in der Kapsel bleiben. Die Samenkapseln von P. macroceras ssp. nortensis stehen aber überwiegend recht schräg bis waagerecht oder gar nach unten geneigt, bei denen würden die Samen wohl sofort rausrieseln, unmittelbar nachdem die Kapsel offen ist.

Mal schauen, wie ich da welche von den Samen auffangen kann.

Oder hat jemand eine zündende Idee zur erfolgreichen Ernte reifer Samen?

Irgendwann vor der endgültigen Samenreife auf Verdacht den Blütenstängel abschneiden und auf eine Nachreife der Samen am abgeschnittenen Stängel hoffen?

post-1473-0-57565800-1305900674_thumb.jp

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now
×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue. Weitere Informationen finden Sie in unserer Privacy Policy.