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Guest Laika
Posted

Hallo zusammen,

da mich das Fleischi-Fieber jetzt auch gepackt hat, möchte ich gerne mein 54-Liter-Aquarium umfunktionieren :)

Meine Überlegung ist folgende:

"Erde"

1. Schicht: 3-4 cm Blähton

2. Schicht: 10 cm Gemisch aus Torf und Quarzsand oder von nem Biotop die Erde (da wächst auch Sonnentau - ist die Frage, kann ich das für untenstehende FFP auch nehmen?)

Pflanzen

- Drosera roseana

- Drosera pulchella

- Drosera alicea

- Fettkraut

Passt diese Kombi?

Beleuchtung

In der Abdeckung ist eine 18 Watt Leuchtstoffröhre. Reicht das aus?

Wie schaut das aus mit der Bewässerung? Ich wollte ein Rohr unten ins Substrat setzen und dadurch dann immer gießen. Wie oft muss ich das machen? Reicht diese Bewässerungsart aus?

Dazu wollte ich noch ein Thermometer und ein Hygrometer reinsetzen. Ist es sinnvoll?

Welche Temperatur sollte darin herrschen? Und wieviel Luftfeuchtigkeit?

So ich denke, das wars für den Anfang erstmal. Ich wäre Euch dankbar, wenn Ihr mir ein paar Ratschläge geben könntet

Viele Grüße

Andy Landgraf
Posted (edited)

Hallo!

Ein schönes Hobby haste Dir da gesucht! :thumbsup:

Zu Deinen Fragen:

Der Aufbau ist soweit völlig ok, das Substrat auch. Allerdings nimm es bitte nicht aus irgendeinem Biotop, sondern mische es selbst oder besorge Dir eine "Fertigmischung". Lebensräume für fleischfressende Pflanzen gibts in Deutschland eh schon sehr wenige und diese sollten unberührt bleiben.

Die Kombination der Pflanzen ist leider eher unglücklich gewählt. D.pulchella und D.roseana sind Zwergdrosera, diese brauchen eine Winterruhe und sehr viel Licht. Manche Zwergdrosera brauchen sogar eine Trockenperiode.

D.aliciae ist eine typische Anfängerpflanze die auch so manchen anfänglichen Kulturfehler verzeit und damit wunderbar geeignet.

Weitere recht einfache Pflanzen die ich für geeignet halte wären zB. D.capensis(es gibt verschiedene Formen),D.spatulata...

Fettkräuter gibts viele, geeignet wäre zB. P.agnata. Vorsicht auch bei Pinguicula, es gibt viele die ebenfalls eine Winterruhe brauchen, spezielles Substrat oä.

Eine einzelne 18W Röhre wird wahrscheinlich etwas mager sein. 2 wären besser. Achte bei den Röhren auch auf die Lichtfarbe, diese wird auf der Verpackung und auf der Röhre in Kelvin (K) angegeben. Oder es steht bei T8 Röhren zB 840 drauf. Die hinteren beiden Zahlen weisen auf die Lichtfarbe hin, in dem Fall 4000K was bestens geeignet ist.

Über ein Rohr Wasser direkt in die Drainageschicht zu gießen ist optimal. Drainageschicht füllen, trockenen lassen, noch 1-2 Tage warten und erneut gießen.(Bei jeder in Planung befindlichen Pflanze aber bitte vorher erkundigen, denn es gibt auch Fleischfresser die anderes mögen, zB ständiger Anstau oder trockenere Haltung)

Temperatur und Luftfeuchtigkeit hängen natürlich auch von den Pflanzen ab.Grundsätzlich brauchst Du Dir aber um Luftfeuchte im Terra ersteinmal keine Sorgen machen, eher um schlechte Belüftung.

In den FaQ findest Du nochmal jede Menge Anregegungen, Tipps, Notwendiges! http://forum.carnivoren.org/index.php?/forum/87-haufig-gestellte-fragen-faq/

Gruß Andy

Edited by Andy L.
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Latrodectus
Posted

Hallo Sarah,

... oder von nem Biotop die Erde (da wächst auch Sonnentau - ist die Frage, kann ich das für untenstehende FFP auch nehmen?)

auf keinen Fall Erdreich aus dem Biotop entnehmen! Ich meine, das wäre ohnehin verboten. Aus Naturschutzgründen ist dies abzulehnen. Aber ob davon mal abgesehen Karnivorenarten aus anderen Teilen der Welt nun gerade mit direkt aus deutschen Mooren oder Sümpfen entnommenem Substrat zurecht kommen wie ein einheimischer Sonnentau, ist möglicherweise ein gewisses Risiko. Du schleppst evtl. auch Schädlinge mit ein. Ich würde lieber geeignetes Substrat vom Fachhandel beziehen. Da macht man meistens nichts mit verkehrt. Ungedüngter Weißtorf z. B. und kalkfreier, grober Quarzsand (ich verwende den - allerdings sehr teuren - Kristallquarzsand von Dennerle; der hat sich seit Jahren bei mir bestens bewährt) geben im Verhältnis 1:1 oder 2:1 eine gute Mischung für (viele) Karnivoren. Alternativ kann Perlite (Agriperl bzw. reine Perlite ohne Zusätze) für Quarzsand untergemischt werden. Oder sogar Weißtorf mit Quarzsand und Perlite 1:1:1 oder 2:1:1.

Mit gewissen Einschränkungen würde deine Zusammenstellung funktionieren. Da widerspreche ich evtl. ein wenig dem Andy, obwohl er nichts Falsches geschrieben hat. :-)

Du kannst D. pulchella, D. roseana, D. aliciae und bspw. Pinguicula x Weser oder P. x Sethos oder P. x Tina zusammen pflanzen. Die genannten Pinguicula-Hybriden sind sehr robust und kommen auch mit einem relativ sauren Substrat gut zurecht. Die reinen, mexikanischen Pinguicula-Arten bevorzugen zumeist aber ein weniger saures bzw. pH-neutrales Substrat, also eine Mischung mit wenig Torf. Geeignet wäre für deine Zusammenstellung auch Pinguicula primuliflora, die in einem leicht sauren Substrat in den USA beheimatet ist. Alle, diese Pflanzen passen gut zusammen, da sie im Winter eine kühle Periode mit reduzierter Tageslänge gut gebrauchen können und keine dabei ist, die zwingend eine trockene Ruheperiode braucht. D. roseana steht im Sommer gewöhnlich trockener. In Kultur nimmt sie dauerfeuchte Bedingungen aber meist nicht übel. Im Winter würde ich dauerhaft nasse Bedingungen ohnehin lieber vermeiden. Alle mexikanischen Pinguiculae bevorzugen im Winter bis teilw. weit ins Frühjahr hinein relativ trockenes Substrat, das zudem anders zusammen gesetzt sein sollte als Substrat für Sonnentau. Daher würde ich mit Ausnahme der oben genannten Hybriden mex. Pinguiculae nicht mit Drosera kombinieren. Zumindest nicht, wenn alle Pflanzen direkt in ein und dasselbe Substrat gepflanzt werden sollen. ;-)

Ansonsten hat mein Vorredner ja schon ein paar gute Tipps gegeben. Ich würde dir - sofern du dir das leisten kannst - eher dazu raten, 2 x 39 Watt T5 HO (high output, vorzugsweise sogar "constant") über dem Aquarium zu installieren (von der Zimmerdecke an Seilen herab hängend). Den Aquariendeckel mit der eingebauten Lampe würde ich ganz weglassen. Wenn du ein helles West-, Süd- oder Südost-Fenster hast, wäre die Zusatzbeleuchtung eh nur im Winter notwendig. Für eine gute Ausfärbung der Pflanzen wäre Lichtfarbe 865 besser geeignet, während LF 840 vorteilhafter für die Photosynthese ist. Manche nehmen von beiden Lichtfarben je eine oder je zwei Röhren. "High output constant" hat den Vorteil, dass die Lampen auch bei niedriger Umgebungstemperatur ihre volle Leuchtkraft entfalten. Normale T5-Lampen haben unterhalb ca. 20°C Umgebungstemperatur einen Leistungsabfall.

Von den putzigen Zwergsonnentauarten kämen noch eine ganze Reihe mehr in Frage: z. B. D. scorpioides, D. dichrosepala, D. callistos, D. lasiantha... :-)

Viel Spaß und gutes Gelingen wünscht

Latro

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