Dieter Posted July 31, 2011 Posted July 31, 2011 Hallo zusammen, gestern habe ich trotz der schlechten Lichtbedingungen versucht, einige meiner verschiedenen D. indica zu fotografieren. Viele Fotos sind mit der freien Hand aufgenommen, was bei Belichtungszeiten von 1/15 bis 1/40 Sekunde doch ein paar Versuche brauchte, bis die Qualität halbwegs akzeptabel war. Außer der D. indica aus Afrika, die schon seit mehreren Jahren ein immer wieder gern gesehenes Unkraut in den Töpfen meiner tropischen Utricularia ist und von der ich schon mehrfach Bilder gezeigt habe, habe ich dieses Jahr auch 10-15 weitere Standortformen bei mir stehen. Vorab noch einmal vielen Dank an die netten Samenspender! Wie auf den nun folgenden Bildern zu erkennen sein wird, sind die D. indica ausgesprochen erfolgreiche Insektenfänger, zumindest in meinem Wintergarten. Ob das auch für Pflanzen am Naturstandort gilt, kann ich aber nicht beurteilen. Zunächst erst einmal meine aktuell größten Pflanzen. Es ist eine Form aus Undarra, die ich mit der Beschreibung "green giant, white flower" bekommen haben. In Richtung grün und giant scheint sich die Beschreibung zu bestätigen. Die Blüten sind allerdings violett. Ich hatte zwei Exemplare davon auf der JHV angeboten. Wer auch immer sie gekauft haben mag, möge bitte sein Etikett aktualisieren. Eure Pflanzen dürften jetzt aber auch schon eine ähnliche Größe erreicht haben, so dass Ihr vermutlich die Blütenfarbe selbst schon gesehen haben werdet. Hier sind meine Pflanzen: und die Blüte dazu: Deutlich kleiner sind meine ersten erfolgreichen Versuche mit D. hartmeyerorum. Aber auch bei den noch recht kleinen Pflanzen sind die typischen Emergenzen schon zu erkennen: Zur Einschätzung der Größe sei noch erwähnt, dass die Beine und rechts oben der dunkle Körper Teile eine Mücke sind. Zurück zu D. indica. Bei dem Vergleich der verschienden Pflanzen fällt auf, dass einige Varianten mehr oder weniger ausgeprägt auf der Rückseite der sich neu entwickelnden Blätter rot gefärbt sind. Am stärksten ist das zur Zeit bei dieser D. indica aus Beverly Springs ausgeprägt: Das war für mich auch der Auslöser gewesen, die Kamera trotz der Bedingungen zur Hand zu nehmen, um ein paar Makroufnahmen für eine genauere Betrachtung machen zu können. Also, auf geht's: Es scheint sich um rote, gestielte Organe zu handeln, die auf der Rückseite von neuen Blättern, aber auch von den Knospen sitzen. Mir war bisher nicht bewusst, dass D. indica so etwas ausbilden kann. Bei den fertig entfalteten Blättern sind diese Organe auch ausschließlich auf der Rückseite (siehe z. B. unten rechts) Zum Abschluss noch ein Foto eines Blattes von hinten. Hier kommt noch eine rote Farbe des Gewebes hinzu, was - zumindest zur Zeit - aber nur für einige Bereiche des Blattes gilt. Die nächste D. indica, die ich heute vorstellen möchte, ist eine Form mit der Standortangabe Adock River Crossing. Sie soll orange blühen, was sich demnächst dann ja auch zeigen wird. Auch bei dieser sind diese roten Organe zu erkennen, wenn auch in geringerer Zahl. So, ich hoffe, die Fotos gefallen Euch. Um gewissen Fragen vorzubeugen: Wenn ein Teil der noch kleineren Pflanzen etwas größer geworden ist, kann ich sicher auch noch überzählige Exemplare abgeben. Das wird aber noch ein paar Wochen dauern und hängt stark von der Entwicklung der Temperaturen ab (offiziell ist ja Sommer). Bis dahin kann ich nur die D. indica aus Afrika abgeben und gelegentliche Fotos zeigen. Samen wird es vermutlich ab Mitte September oder so geben. Die Kulturbedingungen sind die gleichen, wie sie für die D. indica Afrika und die tropischen Utricularia auch gelten: Oberster Platz im Regal im Wintergarten. Je nach Sonnenintensität und Außentemperatur können die Temperaturen die 40 °C überschreiten. An Tagen wie gestern werden vermutlich aber nicht einmal die 30 °C erreicht. Die Bewässerung erfolgt im Anstau und der Wasserspiegel schwankt wie bei den Utricularia von "überschwemmt" bis "Schale ist trocken". Dann wird wieder gegossen. Die Samen hatte ich übrigens letztes Jahr im späten Frühjahr ausgesät. Letztes Jahr war die Ausbeute recht mager, dieses Jahr sind deutlich mehr gekeimt (kleiner Seitenhieb nur für den Fall, dass jemand wieder generell die Keimfähigkeit von Sonnentausamen anzweifeln möchte, die älter als 4 Wochen sind). Den Winter über standen die Töpfe trocken im Wintergarten, haben dort dann auch reichlich Frost abbekommen. Seit es im Wintergarten wieder wärmer wurde, habe ich die Töpfe wieder gegossen. Um Missverständnissen vorzubeugen: die tropischen Utricularia und wachsenden tropischen Drosera bekommen einen warmen Platz im Winter, nur die Aussaattöpfe nicht. Viele Grüße Dieter 1
JohannL Posted July 31, 2011 Posted July 31, 2011 Hallo Dieter, sehr gute und interessante Fotos von tollen Pflanzen! Vielen Dank für´s Zeigen. Ich würde mich ja gleich in die Schlange der Samenabnehmer einreihen, aber wenn ich mir so das erste Bild ansehe, reicht mein Platz wohl nicht aus. Wie groß ist die giant green? 40-50 cm? Zumindest ein sehr wirksamer Insektenfänger. Grüße aus Dresden Johann
Maik Rehse Posted July 31, 2011 Posted July 31, 2011 Hallo Dieter, vielen Dank für die schönen Bilder. Auf die orange D. indica bin ich sehr gespannt, die soll ja wirklich wunderschön sein... Ich selbst habe schon öfters Samen von D. indica zum keimen gebracht, jedoch sind die Pflanzen nie zur endgültigen Größe herangewachsen. Schön im Sämlingsstadium stellten sie das Wachstum ein und starben ab, trotz guter Bedingungen wie ich meine. Ich habe mal gehört, dass sie als Sämlinge zwingend Nährstoffe in Form kleiner Insekten oder sonstiger "Fütterung" benötigen. Kannst du das bestätigen? Aber wie du meintest haben sie ja teilweise Unkrautcharacter bei dir also eher keine Zusatzfütterung...? Gruß Maik
Feldenberg Posted July 31, 2011 Posted July 31, 2011 Hallo Maik, die Frage war zwar nicht an mich, aber ja: D.indica wächst bei mir nur, wenn ich im Sämlingsstadium (so bis ca. 2-3cm) kräftig füttere (mit getrockneten Mückenlarven-Teilen z.B.). Ansonsten wachsen sie am Südfenster wirklich sehr gut und setzen super gut Samen an. Ulängst sind bei mir sogar 3 x D. hartmeyerorum gekeimt, mal schauen ob sie den Urlaub überstehen ;-). Grüsse Feldi Achso und Dieter: Tolle Fotos von tollen Pflanzen - an der Systematik der D.indica-Verwandten muss wohl noch etwas gefeilt werden, oder? Sind schon sehr interessante Pflanzen mit ihren diversen Drüsen und Emergenzien ...
Dieter Posted July 31, 2011 Author Posted July 31, 2011 Wie groß ist die giant green? 40-50 cm? Zumindest ein sehr wirksamer Insektenfänger. Nein, noch nicht ganz. 20cm dürften es etwa sein. Die oberen Blätter haben 11-12 cm Länge (der Rest ist recht schwer zu messen). Jetzt ist aber ein Stadium erreicht, wo die Pflanze sehr schnell wachsen wird, so dass auch die 40 cm in 1-2 Monaten erreicht werden dürften. vielen Dank für die schönen Bilder. Auf die orange D. indica bin ich sehr gespannt, die soll ja wirklich wunderschön sein... Das sind sie und ich bin ebenfalls gespannt, wie diese aussehen werden. Heute gab es "nur" eine weiße Blüte, die mangels Sonne noch nicht einmal voll geöffnet war. Schön im Sämlingsstadium stellten sie das Wachstum ein und starben ab, trotz guter Bedingungen wie ich meine. Ich habe mal gehört, dass sie als Sämlinge zwingend Nährstoffe in Form kleiner Insekten oder sonstiger "Fütterung" benötigen. Kannst du das bestätigen? Aber wie du meintest haben sie ja teilweise Unkrautcharacter bei dir also eher keine Zusatzfütterung...? Auch wenn Rene schon schneller war: ja, das kann ich bestätigen. Und das mit dem Unkraut muss man auch mit diesem Hintergrund sehen: Die Samen keimen in irgendwelchen gut durchwachsenen Utricularia-Töpfen, wo auch jede Menge kleiner Lebewesen sein zu Hause gefunden hat. Dort gibt es reichlich Futter für die Sämlinge, die in den Aussaatöpfen ggf. noch nicht ganz so viel zu fangen bekommen. Wenn ich das "Unkraut" erwähne, lasse ich oft die Beobachtung unter den Tisch fallen, dass die separate Aussaat im frischen Substrat nicht unbedingt zu dem gleichen Erfolg führt. Dieses Mal habe ich deshalb die kleinen Sämlinge vorsichtig mit etwas gemörserten Fischfutter versorgt, was gerade bei den winzigen D. hartmeyerorum-Sämlingen nicht gerade einfach ist, da ein Überdosieren ja zu Schimmel und dem Verlust der Pflanze(n) führen kann. Viele Grüße Dieter
Christian Dietz Posted August 3, 2011 Posted August 3, 2011 Hallo Dieter, danke für den Bericht und die Bilder! Ich habe selbst dieses Frühjahr jede Menge Samen von diversen Standorten ausgesät, allerdings ist mein Erfolg bisher sehr überschaubar, nichtmal die "invasive" Form aus Natal habe ich bis jetzt zum blühen gebracht, die Pflanzen kommen oft nichtmal aus dem Sämlingsstadium hinaus und das, obwohl ich mit Fischfutter kräftig füttere. Ich vermute, dass es bei mir einfach nicht warm genug dieses Jahr war. Einige bringe ich vielleicht doch noch zur Blüte, so dass ich evtl. wenigstens ein paar Samen bekommen werde. Ich hoffe, es wenigstens Christian
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