Archivar Posted August 4, 2011 Posted August 4, 2011 Hallo, ich wollte mich diesen Winter mal an den Knollendroseras versuchen und habe als Einstieg Drosera peltata gewählt. Auch brav bei Drosophyllum mich über die Haltung informiert, allerdings sind noch zwei kleine Fragen unbeantwortet geblieben 1) Was für eine Lampe soll ich mir für die Beleuchtung im Winter besorgen und was ist der ideale Abstand von Lampe zur Pflanze? 2) Das natürliche Habitat der Knollendroseras ist ja Australien. Auf Drosophyllum steht jedoch geschrieben dass man die Knollendroseras hell und kalt übersommern soll. Wieso kalt? Ich dachte bisher dass es in Australien im Sommer doch zu beachtlichen Temperaturen kommt, aber sicherlich nicht zur kälte? lg
Christian Dietz Posted August 4, 2011 Posted August 4, 2011 Hallo Archivar, ich glaube, Du hast da etwas verwechselt! Die Haupt-Wachstumsperiode von Knollendrosera ist der Winter (bei uns ab etwa Mitte September - Ende März, etwas von der Art abhängig). Hier sollten die Pflanzen relativ kühl (5°C Nachts, bis 20°C tagsüber) stehen. Im Frühjahr ziehen die Pflanzen in Knollen ein und sollten ab dann bis Herbst nicht mehr gegossen werden. Als Zusatzlich würde ich T5-Röhren empfehlen. Mit Drosera peltata hast Du eine gute Anfängerpflanze gewählt! Diese Art verzeiht deutlich mehr Kulturfehler als viele der anderen Arten. Außerdem finde ich sie optisch auch sehr ansprechend. Viel Glück damit! Christian
Archivar Posted August 4, 2011 Author Posted August 4, 2011 Hallo Archivar, ich glaube, Du hast da etwas verwechselt! Die Haupt-Wachstumsperiode von Knollendrosera ist der Winter (bei uns ab etwa Mitte September - Ende März, etwas von der Art abhängig). Hier sollten die Pflanzen relativ kühl (5°C Nachts, bis 20°C tagsüber) stehen. Im Frühjahr ziehen die Pflanzen in Knollen ein und sollten ab dann bis Herbst nicht mehr gegossen werden. Als Zusatzlich würde ich T5-Röhren empfehlen. Mit Drosera peltata hast Du eine gute Anfängerpflanze gewählt! Diese Art verzeiht deutlich mehr Kulturfehler als viele der anderen Arten. Außerdem finde ich sie optisch auch sehr ansprechend. Viel Glück damit! Christian Gut damit wäre Frage 1 geklärt Mh... Das was du geschrieben hast war mir schon bekannt, aber mir ist aufgefallen dass ich was falsch geschrieben habe. Anstatt hell und kalt meinte ich dunkel und feucht Die Pflanzen bilden, während sie oben absterben neue, meist größere Knollen aus und mit etwas Glück auch einige Tochterknollen. Ca. einen Monat nach dem Abtrocknen kann man die Knollen herausnehmen und minimal feucht und dunkel bei Raumtemperatur lagern, man kann die eingetrockneten Töpfe auch einfach irgendwo in den Schatten stellen und auf den nächsten Winter warten... Sorry...Also neuer Versuch, warum dunkel? Die Knollen müssten doch rein theoretisch in ihrem natürlichen Habitat in praller Sonne liegen? lg
Tim Beier Posted August 4, 2011 Posted August 4, 2011 Hallo, Gut damit wäre Frage 1 geklärt Mh... Das was du geschrieben hast war mir schon bekannt, aber mir ist aufgefallen dass ich was falsch geschrieben habe. Anstatt hell und kalt meinte ich dunkel und feucht Sorry...Also neuer Versuch, warum dunkel? Die Knollen müssten doch rein theoretisch in ihrem natürlichen Habitat in praller Sonne liegen? Da steht ja nicht dunkel und feucht sondern dunkel und minimal feucht! Das ist ein gewaltiger und entscheidender Unterschied. Werden die Knollen in der Ruhezeit zu feucht gehalten ist die Gefahr sehr hoch dass die Knollen anfangen zu schimmeln. Warum dunkel? Die Knollen befinden sich ja eigentlich immer unter der "Erde" und stecken im Substrat. Deshalb auch dunkel. In der Natur in Australien können die Pflanzen die trockenen und sehr heißen Sommer nur dadurch überleben dass sie sich zurückziehen und als Knolle in der Erde "geschützt" auf den "Winter" warten.
Latrodectus Posted August 5, 2011 Posted August 5, 2011 Hi, Sorry...Also neuer Versuch, warum dunkel? Die Knollen müssten doch rein theoretisch in ihrem natürlichen Habitat in praller Sonne liegen? lg Oha, dann würden sie erst gegrillt und anschließend ratzfatz austrocknen! Drosera peltata soll man ganzjährig feucht durchkultivieren können. Über wie viele Jahre das gut geht, frage ich mich indes auch. Allerdings habe ich versucht, aus Samen gezogene D. auriculata in die Ruhezeit zu zwingen, weil ich ein paar Knollen weiter geben wollte. *Umm* Die meisten Pflanzen sind oberirdisch abgestorben, ohne eine Knolle zu bilden! :blink: Schönen Dank auch! D. peltata var. foliosa wollte ich mal im trockenen Substrat übersommern. Die haben bei mir bislang in jedem Frühsommer eingezogen, egal wie feucht das Substrat gewesen ist. Bei dem Versuch im trockenen Substrat sind 90% der Knollen ausgetrocknet, obwohl die Töpfe recht groß und tief waren!! Staubtrockenes Substrat ist in Kultur recht risikobehaftet. Aber das ist mit den Bedingungen in der Natur nicht zu vergleichen! Üblicherweise wird in jedem Jahr zu Beginn der Sommerruhe die neue Knolle ein Stück tiefer in der Erde gebildet. Die Standorte der (meisten) Knollendrosera enthalten Tonschichten, welche auch die Knollen umgeben und vor dem Austrocknen schützen. Es ist vielleicht so ein Effekt des Versiegelns. Die Feuchtigkeit kann nicht aus der Knolle entweichen, wenn sie von zementhartem Ton umschlossen ist...so zumindest stelle ich mir das vor. Je nach Knollendroserart und Pflanzengröße findet man die Knollen wenige Zentimeter bis über einen Meter tief (D. gigantea z. B.). Tiefere Erdschichten trocknen wohl nie komplett aus. Bin jetzt etwas zu faul, um den Lowrie raus zu kramen und nachzulesen, aber ich meine mich dunkel daran zu erinnern, dass Allen Lowrie die Bedingungen vor Ort so ähnlich beschrieben hat. Ich handhabe es so wie viele andere Knollendroserakultivateure auch, dass ich die Knollen jeden Sommer zu Beginn der Ruhezeit ausgrabe und in geschlossenen Dosen aufbewahre. Ich habe noch einige schwarze, Kleinbildfilmdosen, in die ich die Knollen mit trockenem Quarzsand fülle und in einer Schublade aufbewahre. Früher habe ich die Knollen noch zusätzlich in kleine Plastik-Ziplocktüten gesteckt und dann in die Filmdose getan. Nachdem mir zu Beginn dieser Sommerruhe eine Knolle von D. stolonifera zu schimmeln angefangen hat, lasse ich die Ziplock-Tüten wieder weg! Wo da von außen Feuchtigkeit hergekommen sein soll, ist mir ein Rätsel! Also "minimal feucht" ist schon ein ganz treffender Ausdruck zur Aufbewahrung der Knollen. ;-) Oder eben hermetisch abgeriegelt und vor dem Austrocknen geschützt! Good growing! Andreas
Dieter Posted August 5, 2011 Posted August 5, 2011 Drosera peltata soll man ganzjährig feucht durchkultivieren können. Über wie viele Jahre das gut geht, frage ich mich indes auch. Allerdings habe ich versucht, aus Samen gezogene D. auriculata in die Ruhezeit zu zwingen, weil ich ein paar Knollen weiter geben wollte. Kann man in der Tat. Klappt zumindest bei mir im Kellerregal. Allerdings habe ich das bisher nicht für länger aus für knapp ein Jahr ausprobiert (Aussaat der Samen gleich nach der Ernte, also etwa ein halbes Jahr früher als üblich; in nächsten Frühjahr kamen die Pflanzen auf den Balkon zwecks Start der Ruhephase). Die Pflanzen durchlaufen in dieser Zeit mehrere Wachstumsperioden, d.h. die Triebe sterben ab und gleichzeitig oder kurz danach erscheint ein neuer Trieb. Bei D. auriculata hatte ich auch mal eine Pflanze für 2 Jahre in einem Becken. Ging über diesen Zeitraum ebenfalls. Auch sie hat immer gleich eine neue Wachstumsperiode gestartet, wenn der vorherige Trieb zurückgstorben ist. Samen und Knollen gab es unter diesen Bedingungen aber nicht (Blüten schon). Es geht also, zumindest für einen gewissen Zeitraum, aber empfehlen kann ich es nicht und würde es auch nicht an schwierigeren Arten ausprobieren. Viele Grüße Dieter
Amar Posted August 5, 2011 Posted August 5, 2011 Also ich hab seit 2007 eine rote D. auriculata und diese sitzt seit dem ich sie habe immer in Wasser, durchgängig, das ganze Jahr. Geht ihr sehr gut. :thumbsup:
Latrodectus Posted August 5, 2011 Posted August 5, 2011 Ich kenne da so einen Typen in der Schweiz, der hält sogar Drosera gigantea ganzjährig feucht und das auch schon über mehrere Jahre! Warte schon die ganze Zeit darauf, dass ich von dem endlich mal eine Klagemail bekomme, die Pflanze habe eingezogen und sei danach nie wieder zum Saisonstart zurück gekehrt... :tongue: Also, die nächste Generation von deinen red Auriculata lasse ich munter feucht wachsen, Amar,...mindestens für drei Jahre! Gruß Andreas
Amar Posted August 5, 2011 Posted August 5, 2011 (edited) Ja, die ist schon längstens wieder eingezogen...mal kucken ob sie doch wieder kommt.. :cool: Der Pinguicula gigantea × moctezumae und der Drosera madagascariensis im gleichen Topf geht's jedenfalls gut. Hahaha. :thumbsu: Edited August 5, 2011 by Amar
Archivar Posted August 7, 2011 Author Posted August 7, 2011 Danke für eure Antworten, jetzt bin ich ein bisschen schlauer und auch Danke an Latrodectus für den kulturtipp
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