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Hi,

Ich möchte mir demnächst U. australis anschaffen und habe noch ein par Fragen zur Haltung, als Behälter habe ich ein Goldfischglas mit 30 cm Durchmesser gewählt, auf dessen Grund eine 3 cm dicke Schicht Torf kommen soll. Als Wasser möchte ich destilliertes Wasser mit 10% Leitungswasser verwenden. Kann ich die Turionen im Kühlschrank oder in der Tiefkühltruhe überwintern? Muss ich noch irgendetwas auf den Boden tun oder Tiere reinsetzen?

Vielen Dank schon mal im Vorraus Doppelduck7

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Moin,

wenn du die Utris nur im Glas mit Torf kultivierst, dann ist es meiner Meinung nach sinnvoll/wichtig, dass Wasser jeden Monat auszuwechseln. Du kannst aber auch Sauerstoffpflanzen (gibt's in jedem Gartencenter) als Begleitung hinzufügen. Der Überwinterung im Kühlfach ist abzuraten, im Kühlschrank bei 8 Grad müsste es klappen. In der Natur sinkt U. Australis auf den Seeboden ab, auf dem Temperaturen um die 4 Grad herrschen, also kein Frost. Ideal ist es aber trotzdem, die Pflanze im Teich zu kultivieren, in dem sie nahezu uneingeschränkten Wachstumsplatz hat.

Ich hoffe, dass ich dir helfen konnte, obwohl ich kein Profi auf diesem Gebiet bin.

Viele Grüße!

Guest Philip Rieger
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Guten Tag,

ich hab für meinen australis einen Speiskübel umfunktioniert, in den ich unten auch eine Schale mit Torf reingesellt habe. Ich würde darauf jedoch noch etwas Sand oder Kiessteine tun, einfach dass der Torf nicht komplett wegschwimmt.

Auch habe ich noch irgendein Wassergras reingesetzt zur Nährstoffregulation.

Meiner Meinung nach müsste die Überwinterung auch im durchgefrorenen Zustand funktionieren; da am Naturstandort einige Pflanzen auch am sehr flachen See-/Tüpelufer wachsen, welche mitsicherheit im Winter komplett durchfriert, da der Wasserstand dort nur wenige Zentimeter hoch ist.

Gruß

Kevin Tonnerre
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Die Turionen sind extrem Winterhart.

Ich halte verschiedene temperierte Wasserschläuche (darunter verschiedene U. australis Klone) in Mörtelwannen, die auf dem Grund etwas Torf haben. Man braucht Begleitvegetation um die überschüssigen Nährstoffe loszuwerden, man sollte auch wenn es länger nicht regnet die Oberfläche mit einem Wasserstrahl von Pollen etc. "befreien", und auch um die Wanne mit etwas Wasser zu füllen. Ein niedriger Wasserstand wirkt sich jedoch sowieso meist gut aus auf die blühfreudigkeit der Pflanze. Überwintert wird selbstverständlich draussen.

Tipp: Die Wanne erst einrichten, dann die Pflanzen reintun. Der Torf sinkt nämlich erst nach 2-3 Wochen und das Wasser wird dann etwas gelblich, dann kann man die Pflanzen reintun. Die Begleitvegetation am besten aber ohne "Erdballen", da dieses ebenfalls zu viele Nährstoffe enthält. Gute Begleitpflanzen sind z.B. Typha. Wasser würde ich nicht austauschen, ausser es ist extrem veralgt, aber dann ist der ganze Kreislauf sowieso nicht optimal.

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Hallo,

ich halte meine australis in einem Kunststoffteichbecken mit ca. 70 cm Tiefe in Quell- und Regenwasser. Ein versenkter Sack mit Torf reduziert den PH Wert auf +- PH 6, wobei weniger natürlich besser ist. Zur Nährstoffreduktion verwende ich Binsen und die schon beschriebenen Sauerstoffpflanzen, um die Algen zu bändigen. Diese sind auch das größte Problem, vor Allem Fadenalgen! Sie umwachsen die Utricularientriebe, verhindern Beutefang und ziehen sie letzten Endes sogar in die Tiefe, was dann endgültig zum Absterben führt. Also aufpassen!!! Ach ja, auch beim Wasserwechsel beachten, häufiges aus dem Wasserheben mögen sie auch nicht besonders. Wenn du es willst kannst du als Futter lebende Daphnien im Aquarienhandel besorgen, die filtern nebenbei auch noch das Wasser. Aber nicht übertreiben, sonst erreichst du das Gegenteil wenn die Hüpferlinge absterben sollten.

Was das Überwintern angeht, so habe ich beobachtet, dass die Tuironen teilweise auf den Grund absinken, teilweise oben schwimmen bleiben. Letztere liegen dann im Winter völlig eingefroren, bei Zwischentauen sogar trocken oben auf, um dann wieder einzufrieren. Nicht davon konnte sie hindern im Frühjahr wieder auszutreiben.

Gruß Piesl

Posted (edited)

Vielen Dank für die Antworten thumbsup.gif,

@ Piesl: Muss ich das mit den Binsen machen oder ist das optional?

Gruß DoppelDuck7

Edited by DoppelDuck7
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Hallo,

ein Muss ist das mit den Binsen natürlich nicht. Wenn du aber in Betracht ziehst, dein Glas über Sommer ins Freie zu stellen sollte doch irgendwas drin wachsen ,das die Nährstoffe schnellst möglich aufbraucht. Algen wirst du aber trotzdem nie vermeiden können. Schon mit dem Einsetzen der Utris genügt letztlich eine Algenzelle als Startkapital. Und Licht brauchen die Utris ja auch genug. Regenwasser fände ich da sogar sinnvoller als deine vorgeschlagene Mischung. Abkochen könnte helfen das Algenwachstum zusätzlich zu bremsen. Noch ein Vorschlag: die Wassertemperaturen sind in Mooren deutlich unterhalb der Badewassereignung. Im Sommer könnte da ein Kühlen mit Eiswürfeln aus dem verwendeten Wasser positiv sein.

Die heimischen Utricularien sind wurzellos und eigentlich alle unterhalb der Wasseroberfläche freischwimmend. Bekommen sie aber in Ufernähe die Möglichkeit sich am Grund oder in Pflanzengestrüpp zu verhaken tun sie das auch. Z. B. Utricularia intermedia verwächst dann regelrecht, meine australis sind einfach nur verheddert. Du müsstest also an einer Stelle bis zu Oberfläche einen Teichgrund aufbauen, was in einem Goldfischglas wenig Sinn machen dürfte. Lass' sie einfach schwimmen.

Gruß Piesl

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Hi,

Wie soll ich das denn mit den Eiswürfeln machen einfach ins Wasser oder mit kaltem Wasser nachgiessen?

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Also seid ihr der Meinung, dass Grundlegend eine Kultur im Goldfischglaß auf der Fensterbank (bei geeignetet Temperatur und Licht) möglich wäre OHNE Tiere im Wasser?

Ich dachte bisher, dass der Kreislauf(der Insekten benötigt) nicht optional wäre, was mich bisher von der Kultur von aquatischen Karnivoren abgehalten hat.

Zumal ja in einem Goldfischglaß auch keine so große Menge Wasser ist.

Viele Grüße,

Jan

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Hi Jan,

vermutlich schon, da Insekten ja lediglich Dünger sind und da man im Wasser und im Torf genügend Nährstoffe hat. Außerdem wurde im Thread "Wie schnell wachsen die denn?" schon beschrieben, dass U. australis sich dem vorhandenen Platz anpasst. Gegen Algen kann man z. B. im Aquaristikshop nicht winterharte Arten kaufen.

P.S. Inzwischen habe ich doch noch einen besseren Behälter mit den Maßen 60x36x40 cm(LxBxH) im Dekoladen für 10€ gefunden (soll dich nicht von einem Versuch abhalten). Das mit der Überwinterung im Kühlschrank und im Gefrierfach werde ich, wenn die Utris sich bis dahin genug geteilt haben wahrscheinlich trotzdem ausprobieren und hier reinstellen.

Gruß DoppelDuck7

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Wie soll ich das denn mit den Eiswürfeln machen

Lasse lieber ein paar Eiswürfel schwimmen. Zum Einen gibt das keinen so schnellen Temperaturschock wie kaltes Wasser aufgießen, zum Anderen wirbelst du nicht unnötig deinen Grund auf.

eine Kultur im Goldfischglaß auf der Fensterbank möglich wäre OHNE Tiere im Wasser?

Prinzipiell bestimmt. Bodenwachsende Carnivoren ziehen sich ihre Nährstoffe über die Wurzeln und ergänzen den Mangel durch tierische Beute. Jedoch würde ich ohne jeglichen Futtervorrat auch keine Wunder erwarten. Der Beutefang aquatischer Utricularien ist enorm. Bei mir im Teich sind die meisten Fangblasen prall voll. Dabei werden natürlich in erster Linie winzigste Tierchen gefangen, die man mit bloßem Auge nur findet, in dem man ein Glas Wasser aus dem Teich abschöpft und dieses auf hellem Untergrund beobachtet. Frage mich jetzt aber bloß nicht was da so rumpaddelt! Wäre eigentlich mal ein Grund mein Billigmikroskop wieder zum Einstz zu bringen! :cool:

Australis und die anderen freischwimmenden Arten haben aber keine Wurzeln, werden somit also nur bedingt in der Lage sein sich ohne Beute auf Dauer am Leben zu halten, lasse mich da aber gerne eines Beseren belehren. Stelle doch einfach einen Eimer mir geeignetem Wasser (vielleicht ergänzt durch einen Becher Teichwasser) in den Garten und lasse sich die Sache selbst entwickeln. Es wird nicht allzu lange dauern bis sich Kleinstlebewesen einfinden und vermehren.

Noch mal zum Überwintern. Die Utris bilden in der Vorbereitungsphase ihre Tuironen. Das heist, die Triebspitzen verdicken sich zu dichten kugeligen Gebilden, während der restliche Trieb nach und nach abstirbt. Ihr müsst also in der Aquarienkultur dafür sorgen, dass die Triebe auch merken, dass es Winter wird. Eine deutliche Abkühlung dürfte neben der kürzeren Tageshelligkeit wohl das Wichtigste sein. Allso im Spätherbst raus auf die Fenterbank und abwarten. Überwintern selbst werden dann nur die Tuironen. Im Frühjahr, wenn es draußen eisfrei wird, würde ich dann wieder mit der Fensterbank beginnen, damit sich die Triebe langsam wieder an die neue saison gewöhnen können.

Wie heftig sich ein Temperaturschock auswirkt musste ich diesen Sommer erfahren. Erst ein gnadenlos langer, harter Winter, dann nahezu übergangslos zu Hochsommerwetter bis Anfang Juli. Ergebnis: die Australis sind jetzt gerade mal soweit gediehen wie letztes Jahr zum Sommeranfang. Dabei bin ich froh, dass sie überhaupt wieder gekommen waren! Blüten gibt's 2011 wohl keine. :sad:

Gruß Piesl

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