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DÜNGEN


Fleischi - Jenn

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Fleischi - Jenn

Hallöchen !

Ich habe am Wochenende etwas ausprobiert.

Eine VFF, ein Sarracenia Hybrid und eine Nepenthes Alata waren meine Versuchskaninchen. Am Samstag habe ich die drei in eine leichte Düngerlösung gestellt.( 5 Liter Regenwasser + 3 Tropfen Blumen-/Pflanzendünger )

Dann kam immer etwas mehr Dünger hinzu. Die Nepenthes war dabei, eine kleine Kanne zu bilden. ( War am Samstag 1 cm groß)

Nun ist die Kanne 3 cm groß. SIE HAT DEN DÜNGER VERTRAGEN !!! ( Die anderen haben ihn auch vertragen, ist aber noch kein Erfolg zu sehen. Dauert vielleicht etwas länger. )

Bilder folgen. LG Jenny

Bearbeitet von Fleischi - Jenn
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Eike Matthias Wacker

Du hast 5l mit 3 Tropfen versetzt? Die Düngekonzentration ist kaum der Rede wert. Zum Anderen kannst du nach 3 Tagen keinerlei Aussagen über die Auswirkungen der Düngerlösung tätigen. Nepentheskannen wachsen auch ohne Düngung. Dies ist das Problem bei solchen "Versuchen". Man bräuchte 2 Pflanzen identischer Größe, gleichen Klones usw. für aussagekräftige Experimente. Erst so kann man Unterschiede sichtbar machen.

Bearbeitet von Eike M. Wacker
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Guten Morgen,

Dann kam immer etwas mehr Dünger hinzu.

:blink: Wie jetzt, stündlich oder wie?

Auf was für Ideen die jungen Leute kommen, wenn sie Ferien haben! :-S

Die Nepenthes war dabei, eine kleine Kanne zu bilden. ( War am Samstag 1 cm groß)

Nun ist die Kanne 3 cm groß. SIE HAT DEN DÜNGER VERTRAGEN !!! ( Die anderen haben ihn auch vertragen, ist aber noch kein Erfolg zu sehen. Dauert vielleicht etwas länger. )

Ja, es dauert manchmal etwas länger, bis man seine Karnivoren kaputt gedüngt hat! ;)

Eike hat recht, wenn er schreibt, nach drei Tagen kannst du noch keine verlässlichen Aussagen zu der Wirkung des Düngers machen. 3 Tropfen auf 5 Liter ist natürlich keine gefährliche Dosis, aber wenn ich lese, es kam später immer mehr Dünger hinzu, dann komme ich doch ins Stutzen!

Zunächst einmal, bei der Venusfliegenfalle würde ich das schön lassen mit dem Düngen. Da richtest du eher Schaden mit an! VFF brauchen nicht viele Nährstoffe und reagieren irgendwann mal empfindlich, wenn sich zu viele Salze im Substrat angereichert haben. Es tritt der gegenteilige Effekt auf: Sie wachsen nicht besser, sondern schlechter und kümmerlicher! Für die allermeisten Droseraarten gilt ebenso, dass Düngen ihnen eher nicht gut tut. Bei Knollendrosera hat sich eine sehr schwache Düngung bewährt, aber das ist auch eher was für Experten, denke ich.

Die großwüchsigeren Karnivoren wie Sarracenia, Heliamphora und Nepenthes sowie Cephalotus reagieren ganz gut auf eine regelmäßige Düngung, wenn die Kulturbedingungen ansonsten sehr gut sind! Zunächst einmal wirkt Dünger sich nur positiv bei ausreichendem Lichtangebot und passendem Temperaturintervall aus. Wird kein Spezialdünger verwendet, sollte die Dosisangabe des Herstellers mindestens um ein Viertel verringert werden! Wenn also der Hersteller schreibt "5 ml auf 2 Liter Wasser", dann sollte man also höchstens 1,25 ml auf 2 Liter Wasser geben, wenn man Karnivoren damit düngt. Die oben genannten Gattungen kann man während der Wachstumsphase einmal monatlich düngen - ins Substrat oder auf die Blätter bzw. Fangorgane. Bei Sarracenia und Cephalotus also von März bis Oktober.

ALLERDINGS muss ich sagen, dass ich bei Substratdüngungen speziell bei diesen beiden Gattungen keine guten Erfolge erzielt habe. Meine Pflanzen haben eine Substratdüngung nicht gut vertragen. Dagegen hat die Blattdüngung sehr viel besser funktioniert. "Sehr viel besser funktioniert" im Hinblick auf (fehlende) negative Reaktionen der Pflanzen ;). Ob man den Erfolg einer Düngung so rein optisch wirklich objektiv beurteilen kann, habe ich so gewisse Zweifel! Und Eike hat ja auch gut erklärt, warum Zweifel berechtigt sind. ;) Ich dünge seit Jahren Nepenthes und Heliamphora und kann nicht wirklich sagen, ob die Düngung sichtbar was ausmacht. Ich bin jedoch auch sehr vorsichtig mit der Düngung, denn meine Bedingungen sind nicht gerade optimal.

Nepenthes und Heliamphora könnte man ganzjährig düngen, da sie keine Ruhezeit haben. Allerdings dünge ich Heliamphora und Hochland-Nepenthes im Sommer nicht, da sie an manchen Tagen einem gewissen "Hitzestress" ausgesetzt sind. Das meine ich mit "passendem Temperaturintervall"! Tagsüber 28°C und nachts 20°C und dann ordentlich Dünger ist eben keine so gesunde Kombination speziell für diese Gruppen von Karnivoren! Also beim Düngen muss man sich halt auch Gedanken darüber machen, ob die Kulturbedingungen günstig sind. (Nun ja, den diesjährigen Sommer als "Sommer" zu bezeichnen ist mehr als schmeichelhaft, aber das kann man ja im Voraus auch nicht ahnen - es sei denn, man heißt Kachelmann! ;) )

Wenn düngen, dann aber bitte nicht jeden Tag und jedenTag ein bisschen mehr! 1 x im Monat und dann halt in für Karnivoren verträglichen Maßen. ;)

Von diesen Informationen abgesehen darfst du natürlich gerne nach Herzenslust experimentieren! Ich weiß halt nur nicht, ob du ggf. auch Schäden oder den Verlust der Pflanzen in kauf nehmen möchtest. Es kann halt passieren, dass du nach ein paar Wochen Ergebnisse deiner Düngung zu sehen bekommst, die dann evtl. nicht so ganz deinen Erwartungen entsprechen. ;)

Viel Erfolg nichtsdestotrotz!

Andreas

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Das ist nichts ungeöhnliches, dass eine Kanne in 5 Tagen 2 cm wächst....

Zum Theme Düngen generell: Mir wäre keine Art bekannt, die bei einmaligem Düngen in der niedrigen Konzentration eingeht. Da wird gerne Panik bei Anfängern gemacht. Generell kann man Pflanzen mit viel Volumen, wie Sarracenias oder Nepenthes, deutlich schwerer "verdüngen". Ich gebe meinen Nepenthes im Frühjahr, Spätsommer und Herbst auch hin und wieder Düngegaben (Orchideendünger, der im Verhältnis 5ml-1l angemischt werden soll, ich verwende 3ml, bin jetzt aber zu faul, nähere Daten rauszusuchen).

Wichtig ist auch der Nährstoffgehalt des Bodens. Die "Fertigmischungen" haben meist genug Nährstoffe, die von mir gedüngten Pflanzen wachsen haupsächlich auf Sphagnum, Pinienrinde und ein klein wenig Torf. Ergebnis: Langsameres, aber sehr konstantes Wachstum( die Kannen halten ungeöhnlich lange). Außerdem ist es umweltfreundlchiher :thumbsup: ^^

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Zum Theme Düngen generell: Mir wäre keine Art bekannt, die bei einmaligem Düngen in der niedrigen Konzentration eingeht. Da wird gerne Panik bei Anfängern gemacht.

Hallo,

wenn Jenny jetzt nicht täglich mit steigender Konzentration weiter düngt, wird es natürlich keine Schäden hervor rufen! ;) Als Panikmache sehe ich meinen Beitrag nicht, sondern nur als Hinweis darauf, dass man mit dem Experimentieren nicht zu übermütig sein sollte. ;) Ich habe zudem ja auch meine reichlichen Erfahrungen. Z. B. wurde in dem Haus, wo ich früher wohnte, Regenwasser aufgefangen und in einer unterirdischen Zisterne gesammelt. Das Regenwasser konnte im Keller abgezapft werden. Es war ursprünglich eine Einrichtung zur Toilettenspülung in dem Haus (ökologisch orientierte Vermieter ;) ). Ich habe die Gelegenheit genutzt und mit dem gesammelten Regenwasser meine Fleischies gegossen. Nun kommt mit dem Regenwasser vom Dach des Hauses auch allerlei Unrat (Moos etc.) mit in die Tonne und die Zapfanlage verfügte über keinen Filter. Mit der Zeit kam bei entspr. niedrigem Wasserstand in der Tonne pissgelbes Wasser aus dem Zapfhahn. Im Laufe der Zeit sammelt sich Faulschlamm am Boden der Zisterne und das Wasser wird immer nährstoffreicher! Ich habe zusätzlich noch mit Osmocote gedüngt. Es stellte sich dann heraus, dass es den Pflanzen zu viel an Nährstoffen wurde und ihnen dadurch auch etliche Wurzeln abgestorben sind.

Sicher bringt man eine Sarracenia oder Nepenthes nicht so leicht mit Dünger um. Aber negative Folgen von zu viel Nährstoffen werden mitunter relativ schnell sichtbar. Bei den von mir mit Osmocote gedüngten Sarracenien innerhalb eines Monats. Das Wachstum verkümmerte innerhalb der Hauptwachstumsphase im Sommer. Christian Klein haut viel mehr Dünger in das Substrat und seine Pflanzen danken es ihm mit üppigem Wuchs. Na gut, die stehen draußen in der vollen Sonne! ;)

Grüße

Andreas

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Wird kein Spezialdünger verwendet, sollte die Dosisangabe des Herstellers mindestens um ein Viertel verringert werden! Wenn also der Hersteller schreibt "5 ml auf 2 Liter Wasser", dann sollte man also höchstens 1,25 ml auf 2 Liter Wasser geben, wenn man Karnivoren damit düngt.

Also wenn du 5 ml um ein viertel verringerst kommst du auf 5 - 5/4 = 3,75 ;) Nehme ma an, du hast dich vertippt ^^

LG

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*Ächz*

Du hast recht, nicht um ein Viertel, sondern AUF ein Viertel verringern! ;) Ein Viertel von 5 ml sozusagen. Ach ja, es war schon etwas spät, als ich den Beitrag verfasst habe - oder auch früh, wie man´s nimmt! ;)

Danke für den Hinweis.

Andreas

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Ich frag mich bei derartigen Diskussionen ob ihr wirklich den Leitwert des benutzten Gießwassers überhaupt messt? Einfach nen Blindflug und dann in einem Fachforum Empfehlungen abgeben. In der Orchideen-Szene werdet ihr dafür ausgelacht!

Bearbeitet von Boris
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Wer zum Teufel kann denn hier bitte schön absolut präzise Angaben darüber geben, wie viel Dünger nun haargenau richtig ist für Karnivoren? Wer hat denn zuhause Messinstrumente, um die elektr. Leitfähigkeit des Gießwassers zu ermitteln? Ich nehme an: Du auf jeden Fall! Es ist ja auch sehr wichtig, dass man auf das Nanogramm genau die richtige Dosis anwendet!

Ich denke, dass ich lange genug dabei bin bei der Karnivorenkultur, um ganz nützliche Hinweise zu geben. Der Spielraum ist dabei nach oben oder unten sicher noch offen. Hundertprozentige Tipps kann einem KEINER geben - nicht mal die erfahrensten Profi-Züchter!!! Natürlich darf man auch nicht jeden Satz so bitterernst nehmen, den ich verfasse. (Wie z. B. "Ja, es dauert manchmal etwas länger, bis man seine Karnivoren kaputt gedüngt hat!" ) Ich bin auch gerne mal etwas ironsich! Wäre ja nicht auszuhalten, wenn man hier nur bitterernst wäre. ;)

Meine Empfehlungen beruhen auf eigene Erfahrungen und auf Erfahrungen und Empfehlungen, die ich in Diskussionen mit hochkarätigen Experten wie Christian Klein mitgeteilt bekommen habe. Ich glaube nicht, dass ich hier absoluten Unsinn verfasse! Den Leitwert meines Gießwassers an meinem früheren Wohnort habe ich tatsächlich mal messen lassen. Den genauen Zahlenwert habe ich nicht mehr im Kopf - er lag etwa bei 450 µS, wenn ich mich recht entsinne; auf jeden Fall irgendwo zwischen 400 und 500 MicroSiemens/cm. Nach Empfehlung von Thomas Carow wäre das 4,5 Mal zu hoch -> "Wer alles unter Kontrolle haben will, sollte auf eine Leitfähigkeit von 50 - 100 µS achten. " (Thomas Carow/Ruedi Fürst, "Fleischfressende Pflanzen") Ich weiß, dass Christian Klein häufig mit Leitungswasser bewässert und ich weiß, was er an Dünger an seine Karnivoren haut. Das ist einiges MEHR, als ich mit 1/4 der Herstellerdosis oben angegeben habe. Ich wüsste zudem nicht, dass Christian ständig die Leitfähgikeit seines Wassers überprüft. Christian sagte zu mir am Telefon allerdings auch: "Wer seine Karnivoren düngt, muss schon wissen, was er macht!" Ich kann hier daher kaum einem Einsteiger empfehlen, mit seinen Pflanzen genau so umzugehen wie ein Profi, der genau weiß, was er macht!

Weiter zum Thema Düngung von Thomas Carow (a.a.O.): "Besonders hartlaubige Insektivoren wie Nepenthes und Sarracenien vertragen eine zwei- bis dreimalige leichte Düngung im Frühjahr und Frühsommer. [...] Die auf der Packung angegebene Konzentration sollte aber mindestens halbiert werden. Bei den anderen Insektivorenarten muss man mit der Düngung sehr vorsichtig sein. Oft sind im Gießwasser und im Substrat schon mehr als genug Nährstoffe enthalten. Tatsache ist, dass viele Insektivoren an zu viel Dünger oder Mineralsalzen im Wasser zugrunde gehen, nie aber an zu wenig."

Ich kenne es ja nicht anders, dass es immer wieder einige Oberschlaumeier gibt, die meinen, alles noch besser zu wissen oder zu können als alle anderen und einem hier gerne an die Karre pi**en. Ich meine, ich kann es mir auch schenken, weiter meine Zeit hier mit Beiträgen zu verschwenden. Wegen mir brauche ich mich hier nicht aktiv zu beteiligen!

Ciao

Andreas

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Ich meine, ich kann es mir auch schenken, weiter meine Zeit hier mit Beiträgen zu verschwenden. Wegen mir brauche ich mich hier nicht aktiv zu beteiligen!

Ruhig, Andreas, ruhig! Denk an deinen Blutdruck! :nurse:

Wäre schade, wenn wir einen unserer produktivsten Poster (im positivsten Sinne) verlieren würden. Ich glaube auch nicht, dass Boris Beitrag in deine Richtung ging.

@Boris: Was würde es jemandem nützen die Leitfähigkeit des Gießwassers zu kennen? Erstens sagt dies wenig über die genaue Zusammensetzung der gelösten Stoffe aus und der Wert wäre damit allenfalls eine Angabe über den Gesamtgehalt leitfähiger Stoffe im Gießwasser und zweitens sagt es nichts, wie Andreas bereits sagte, über den Bedarf der jeweiligen Pflanzen aus. Eine ständige genaue Wasseranalyse (Gehalt Phosphate, Nitrite, Nitrate, NaCl, KCl ............................................................................ /l ) wäre da schon sinnvoller, aber etwas aufwändig, oder? Selbst damit kann ich dann immer noch nicht beurteilen wie sich diese Werte zum Bedarf der jeweiligen Pflanze verhalten, denn den müsste man exakt kennen. Oder habe ich da etwas missverstanden?

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@Boris: Was würde es jemandem nützen die Leitfähigkeit des Gießwassers zu kennen? Erstens sagt dies wenig über die genaue Zusammensetzung der gelösten Stoffe aus und der Wert wäre damit allenfalls eine Angabe über den Gesamtgehalt leitfähiger Stoffe im Gießwasser und zweitens sagt es nichts, wie Andreas bereits sagte, über den Bedarf der jeweiligen Pflanzen aus. Eine ständige genaue Wasseranalyse (Gehalt Phosphate, Nitrite, Nitrate, NaCl, KCl ............................................................................ /l ) wäre da schon sinnvoller, aber etwas aufwändig, oder? Selbst damit kann ich dann immer noch nicht beurteilen wie sich diese Werte zum Bedarf der jeweiligen Pflanze verhalten, denn den müsste man exakt kennen. Oder habe ich da etwas missverstanden?

Bei Benutzung von frischem Regenwasser oder Osmosewasser kann man eigentlich davon ausgehen, dass die von Dir genannten Inhaltsstoffe nur in Minimalstärke vorhanden sind. Mit Hilfe des Leitwertmessgeräts kann man sich auch hier schon versichern, dass das Wasser tatsächlich relativ frei von den von Dir genannten Inhaltsstoffen ist. Durch Zugabe von Dünger weiß man dann eigentlich ziemlich genau welche dieser Stoffe in welcher Höhe dazu gegeben wurden und somit im Gießwasser vorhanden sind.

Im Hinblick auf die Grenzwerte der Leitfähigkeit des Gießwassers bei Nepenthes gabs einen sehr interessanten Artikel, der hier zu finden ist. In Orchideenforen wurde dieses Thema in sehr vielen threads behandelt. Da diese Pflanzen zum Teil die selben Habitate bewohnen wie Nepenthes kann man durchaus auch diese Erfahrungen mit zu Rate ziehen.

Es tut mir leid, dass ich hier den Blutdruck von Andreas so in die Höhe gebracht habe. Es ist aber irgendwie mal an der Zeit, dass man hier das Düngen weniger als schwarze Magie darstellt sondern mehr von einem wissenschaftlichen Standpunkt betrachtet. Ein Leitwertmessgerät kostet ca. 30 Euro. Das sollte einem schon die Sache wert sein im Hinblick darauf was so eine "kaputt gedüngte" Pflanze kostet.

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Hallo Boris,

der von Dir verlinkte Artikel war mir bekannt und ich habe ihn damals mit großem Interesse gelesen. Wenn ich mich richtig an den Artikel erinnere, so waren die Reaktionen der untersuchten Arten auf Düngung extrem unterschiedlich. Eine generelle Ableitung dürfte da schwerfallen. Ähnliche Untersuchungen wären also für eine Unzahl von Arten in allen Gattungen nötig. Im verlinkten Artikel wurde, wenn ich mich recht entsinne, die Reaktion von Sämlingen auf Düngung untersucht. Ob diese Ergebnisse problemlos auf adulte Pflanzen zu übertragen sind, ist eine weitere Frage, die untersucht werden müsste. Ich wage mal in Zweifel zu ziehen, dass eine Übertragung im Hinblick auf den Nährstoffbedarf von Orchideen auf andere Gattungen generell problemlos möglich ist, im Hinblick auf andere Faktoren (Temperatur, Luftfeuchte, evtl. Licht etc.) vermutlich eher. Die Orchideen-Freaks (nicht abwertend gemeint) sind uns vermutlich in Puncto >Ansprüche der Arten< auch um einiges voraus, denn 1. gab und gibt es weltweit eine vielfach höhere Anzahl von Orchideen-Freaks als Karnivoren-Freaks und 2. hat die intensive Kultur von Orchideen eine längere ungebrochene Tradition als die von Karnivoren.

Welchen Sinn eine Messung des Leitwertes des verwendeten Wassers hat, war mir ebenfalls klar. Ich wollte mit meinem Beitrag eigentlich auch nur einen Gegenpol zu deiner ursprünglich recht ruppigen Äußerung setzen. Ich bin allerdings nach wie vor der Meinung, dass eine Kenntnis der Leitfähigkeit einer Wasserprobe/Ionengesamtkonzentration, ja sogar exakte Ergebnisse quantitativer Analysen des Gießwassers nur Krücken sind, solange die Kenntnisse bezüglich der Bedürfnisse unserer Pfleglinge fehlen bzw. im Grob-übern-Daumen-Bereich liegen. Für eingehende Untersuchungen der Ansprüche fehlt es den meisten Leuten aber schlicht an den Rahmenbedingungen.

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Hallo Torsten!

Ich entschuldige mich für meinen ruppigen Einwurf!

Sämlinge sind erheblich empfindlicher als adulte Pflanzen. Außerdem sind diese von Dir als Krücken bezeichneten Werte die Darstellung von nahezu frei von Salzen. Durch die Zugabe von Dünger werden bestimmte Salze kontrolliert hinzugegeben was bei Tee- oder Kaffeedüngung nun tatsächlich nicht gegeben ist. Ich merke, dass diese Diskussion mit Dir sinnlos ist und gebs nunmehr auf.

Nochmals untertänigste Entschuldigung für meinen ruppigen Kommentar!

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Hallo Boris,

du regst dich völlig umsonst auf. Ich setze in der Dünge-Gleichung >salzfreies Wasser + Kenntnisse über die Bedürfnisse der Pflanzen + kontrollierte Düngergabe = optimale Ergebnisse< einfach nur den Schwerpunkt anders als du.

Außerdem sind diese von Dir als Krücken bezeichneten Werte die Darstellung von nahezu frei von Salzen.

Es war ursprünglich doch wohl von Gießwasser generell die Rede und nicht speziell von Wasser aus Umkehr-Osmose-Anlagen usw. . Mittels UO und ähnlicher Verfahren behandeltes Wasser ist annähernd salzfrei, z.B. Regenwasser dagegen schon nicht mehr wirklich, meines jedenfalls nicht. Ich wohne in einer Großstadt mit dem größten Ballungsraumes des Landes in der Nähe, da kommt der Regen schon nicht mehr "rein" bis zum Boden. Mein Häuschen hat darüber hinaus ein uuuuuraltes Klinkerpfannendach (vielleicht sogar noch das erste) mit leichtem Algen-, Flechten- und Moosbewuchs, außerdem fängt es das eine oder andere an Staub ein, da bin ich von salzfrei schon einen guten Schritt entfernt. Was allerdings genau drin ist, wer kann das wissen? Da hilf mir auch kein Wert bezüglich der Leitfähigkeit.

Durch die Zugabe von Dünger werden bestimmte Salze kontrolliert hinzugegeben was bei Tee- oder Kaffeedüngung nun tatsächlich nicht gegeben ist.

Die beliebten Milch- Fischfutter- oder sonstige Tierfutterversion-, Wiesenplankton-, Wohnraumplanktondüngungen nicht zu vergessen ;).

Ich habe im Zusammenhang mit den Angaben der enthaltenen Stoffe von Krücken gesprochen, da mir meiner Meinung nach das Wissen über den Inhalt meines Gießwassers alleine nur wenig bringt. Das unser Geißwasser insgesamt salzarm sein sollte,darüber besteht keine Uneinigkeit. Der springende Punkt ist für mich das mein Gießwasser jene Stoffe in den richtigen Mengen enthält, welche die jeweilgen Pflanzen BRAUCHEN. Erst dann wird die volle Kontrolle über die Zusammensetzung des Gießwassers wirklich interessant. Sonst ist mir zwar bekannt was im Wasser enthalten ist, ich gieße aber u.U. trotzdem an den Bedürfnissen der Pflanzen vorbei und tue den Pflanzen damit auch nicht zwingend einen Gefallen.

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Es war ursprünglich doch wohl von Gießwasser generell die Rede und nicht speziell von Wasser aus Umkehr-Osmose-Anlagen usw. .

Da möchte ich mich dann selbst zitieren

Bei Benutzung von frischem Regenwasser oder Osmosewasser kann man eigentlich davon ausgehen, dass die von Dir genannten Inhaltsstoffe nur in Minimalstärke vorhanden sind.

Mittels UO und ähnlicher Verfahren behandeltes Wasser ist annähernd salzfrei,

Woher willst Du diese Erkenntnis nehmen wenn Du nicht den Leitwert misst? Bei der UO sollte nach einer Weile der Aktivkohle-Vorfilter und auch die Membrane ersetzt werden. Die Membrane kann auch austrocknen und dann nicht mehr die gewünschte Leistung bringen. Somit sollte man auch das UO-Wasser regelmäßig mit einem Leitwertmessgerät kontrollieren.

Mein Häuschen hat darüber hinaus ein uuuuuraltes Klinkerpfannendach (vielleicht sogar noch das erste) mit leichtem Algen-, Flechten- und Moosbewuchs, außerdem fängt es das eine oder andere an Staub ein, da bin ich von salzfrei schon einen guten Schritt entfernt. Was allerdings genau drin ist, wer kann das wissen? Da hilf mir auch kein Wert bezüglich der Leitfähigkeit.

Genau dies ist wieder ein Argument dafür, sich ein Leitwertmessgerät zuzulegen. Ich habe im letzten Jahr regelmäßig das benutzte Regenwasser auf seinen Leitwert hin gemessen. Das erste Wasser (nach einer Trockenperiode) hatte einen Leitwert von weit uber 150 µS/cm. Also als Gießwasser so gut wie nicht geeignet. Die Werte haben sich dann sogar noch erheblich erhöht durch den Schlamm, den das Wasser vom Dach mitgeschleppt hatte. Hier im Forum erhielt ich den guten Tip eine Nylonsocke über den Ausgang des Rohrs zu spannen. Nichtsdestotrotz hat sich der Leitwert im Laufe der Zeit erhöht aber erheblich langsamer. Darauf hin habe ich in einen sehr hohen Blumetopf Filterwatte gestopft und dann vor den Ausgang des Rohrs gepackt. Damit war das Regenwasser in der Tonne doch erheblich länger "haltbar".

In diesem Jahr habe ich mir einen 1000L Tank angeschaft wo ich wieder mein Blumentopfvorfiltersystem "installiert" habe. Zusätzlich wird das Wasser in der Tonne mittels einer Pumpe (1500L) in ein Biogartenteichfiltersystem mit UV-C-Filter umgewälzt. Mein Regenwasser hat jetzt konstant 15 µS/cm . Ich bevorzuge Regenwasser da ich hierbei nicht unnötig Wasser veschwende im Anbetracht des verschwendeten Abwassers bei einer UO-Anlage. Ich habe auch den subjektiven Eindruck, dass es den Pflanzen ,bei Verwendung von Regenwasser, besser ergeht was sie durch Blattglanz, schnellerem Wachtum und Kannenbildung indizieren.

Ich habe im Zusammenhang mit den Angaben der enthaltenen Stoffe von Krücken gesprochen, da mir meiner Meinung nach das Wissen über den Inhalt meines Gießwassers alleine nur wenig bringt. Das unser Geißwasser insgesamt salzarm sein sollte,darüber besteht keine Uneinigkeit. Der springende Punkt ist für mich das mein Gießwasser jene Stoffe in den richtigen Mengen enthält, welche die jeweilgen Pflanzen BRAUCHEN. Erst dann wird die volle Kontrolle über die Zusammensetzung des Gießwassers wirklich interessant. Sonst ist mir zwar bekannt was im Wasser enthalten ist, ich gieße aber u.U. trotzdem an den Bedürfnissen der Pflanzen vorbei und tue den Pflanzen damit auch nicht zwingend einen Gefallen.

Wenn ich frisches Gießwasser bzw. UO-Wasser habe, ist die enthaltene Salzmenge sehr unerheblich und schadet den Pflanzen nicht. Ein Leitwertmessgerät (ca. 30 Euro) hilft mir dann, dass ich auf der sicheren Seite bin. Bei Kunstdüngern als auch Biodüngern werden die enthaltenen Inhaltstoffe genau aufgeschlüsselt angezeigt. Zusätzlich kann ich mich dann bei Benutzung des Düngers versichern, dass der Leitwert 100 µS/cm nicht überschritten wird.

Bei Verwendung von Dünger setze ich voraus, dass die Pflanzen gesund sind und in einem anständigen Substrat sitzen. Die Zusammensetzung eines anständigen Substrats kann man in diesem Forum zu genüge nachlesen.

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Lieber Boris,

ich messe die Leitfähigkeit meines Gießwassers ebenfalls (genauer gesagt gibt mir mein Gerät parts per million an, also eine Ionenkonzentration). Ich habe den Sinn davon auch nie generell in Zweifel gezogen, so habe ich wenigstens eine gewisse Sicherheit nicht von Anfang an Wasser mit einem zu hohen Nährsalzgehalt zu verwenden, mehr aber auch nicht.

Deine erste Aussage war so gehalten, als ob man UNBEDINGT derartige Werte bräuchte. (Auf die Passage mit dem Auslachen gehe ich mal nicht weiter ein, auch wenn sie der eigentliche Anlass meines ursprünglichen Beitrags war.)

- Erstens ziehe ich diese Absolutheit in Zweifel, denn man kann sicherlich auch ohne Kenntnis dieser Werte viele viele Jahre sehr erfolgreich kultivieren. Solange das verwendete Wasser nicht zu "gehaltvoll" ist. Ich frage mich beispielsweise ob Andreas W.istuba, Thomas Carow, Christian Klein ... regelmäßig ihr Wasser prüfen. Natürlich könnte man sicherlich in vielen Fällen über die ideale Nährsalz-Lösung noch ein Quentchen mehr bei der Kultur rausholen, wenn alle anderen Bedingungen ideal sind. Da sind wir uns ja auch völlig einig. Ebenso einig sind wir uns, wenn du meinst, dass wildes Düngen ohne jeden Plan wenig Sinn macht.

- Aber (= zweitens und hier kommt in meinen Augen der Knackpunkt) ich muss für die Erstellung einer idealen Nährsalz-Lösung möglichst exakt die Werte kennen, die für jede einzele Art (am besten auch in verschiedenen bedeutenden Phasen ihres Lebens) ideal sind. Ohne diese Werte bleiben Leitwert des "reinen" Gießwassers und die Kenntnise der enthaltenen Düngerkonzentration nach einer evtl. Aufdüngung nur Werte auf der weiten Skala zwischen >nichts< und >Ende offen<. Beispiel: Jemand startet an einem Ort und fliegt immer über den selben Längen- oder Breitenkreis (ganz nach Belieben). Was nutzt einem die Angabe er hat 500 km zurückgelegt, wenn man keine Ahnung hat was das Ziel ist? Zu einer sinnvollen Beurteilung dieser Distanz fehlt mir der Bezugspunkt/-wert. Zurück zu den Pflanzen: was für einen absoluten Schwachzehrer schon weit überdosiert ist, ist für eine (im Vergleich) eher stark zehrende Art noch viel zu wenig. Wenn ich also über den gemessenen "Leitwert" und meine zugegebene Düngermenge eine Vorstellung davon habe was im Wasser drin ist, sagt mir das nichts darüber "wo" ich mich für eine spezielle Art gerade befinde, ob ich Bereich unterhalb des Idealwertes oder ob ich mich im Bereich oberhalb des Idealwertes befinde. Nicht umsonst verbringen Leute Monate und Jahre im "Labor" damit für Nutzpflanzen die idealen Mengen und Kombinationen der Hauptnährsalze zu ermitteln. Solche Angaben sind für unsere Pfleglinge aber eher dünn gesäht. Diesen Aspekt meiner Aussagen ignorierst du jedoch aus irgend einem Grund konsequent.

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Nicht umsonst verbringen Leute Monate und Jahre im "Labor" damit für Nutzpflanzen die idealen Mengen und Kombinationen der Hauptnährsalze zu ermitteln. Solche Angaben sind für unsere Pfleglinge aber eher dünn gesäht. Diesen Aspekt meiner Aussagen ignorierst du jedoch aus irgend einem Grund konsequent.

Die Umrechnung von ppm auf µS/cm beträgt 1 ppm ≈ 2 µS/cm

Ich benutze als Dünger GHE BioSevia Grow N-P-K 3-1-6 mit dem ich das frische Regenwasser (15 µS/cm) auf ca. 100 µS/cm aufpuffere. Die Dosierung liegt unter diesen Bedingungen bei ca. 2 ml auf 10L.

Desweiteren benutze ich Bokashisaft den ich über die Fermentierung mit effektiven Mikroorganismen von Brennnesseln gewinne. Das Gießwasser wird auch hierbei mit ca. 2ml auf 10L auf ca. 100 µS/cm aufgepuffert. Hier kann ich keine Werte der enthaltenen Salze nennen. Man kann aber bei Brennnessel-Bokashisaft von ausgehen, dass dieser sehr stickstoffhaltig ist. Die Pflanzen reagieren auf diesen Dünger sehr gut. Dies ist natürlich wieder sehr subjektiv da ich keine wissenschaftlichen Tests durchgeführt habe. Tests mit reichlich Ablegern eines Klons habe ich in Arbeit. Diese in-vitro-Pflanzen müssen sich allerdings noch akklimatisieren.

Nochmals möchte ich mich für meinen ursprünglichen ruppigen Kommentar entschuldigen.

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