Alex S. Posted September 5, 2011 Posted September 5, 2011 Hallo, ich hab leider einige Pflanzen mit Blattläusen und auch gelegentlich Wollläuse.Ich hatte schon mit Calypso gegossen und auf das Spühen verzichtet. Einige kleine frische Zwerge, die aus Bruttschuppen gewachsen waren, sind darauf hin verschwunden. Jetzt hab ich gelesen, dass einige Arten der Zwergdrosera die Behandlung so gar nicht vertragen. Wie ist Eure Erfahrung dazu? Danke für Eure Hilfe.
Latrodectus Posted September 5, 2011 Posted September 5, 2011 Hallo Alex, bisher brauchte ich noch nie irgendwelche Mittelchen bei Zwergdroserae anwenden. Ich habe ein einziges Mal zwei Blattläuse an einer Drosera scorpioides "large" gesehen. Das war im Jahr 2000. Habe das Thomas Carow erzählt, der sich darüber sehr gewundert hat: "Das habe ich noch nie gehört, dass Blattläuse an Zwergsonnentau gehen!" Aber ich bin es ja gewohnt, dass bei mir einiges ANDERS ist als bei anderen! Es wird immer wieder davon berichtet, dass Sonnentau allgemein empfindlich auf Spritzmittel reagieren. Glücklicherweise bleiben meine Sonnentau weitestgehend von Schadinsekten verschont. Wenn man spritzt, ist die Pracht der Fangschleimblätter meist dahin. Man muss dann auf neue Blätter warten, da sich die alten nicht mehr erholen. Ich hätte jetzt gedacht, dass ein Mittel zum Abgießen des Substrates verträglicher wäre. Frisch keimende Brutschuppen oder Samen bzw. "Baby-Pflanzen" sind sicher noch mal etwas empfindlicher als ausgewachsene Pflanzen. Du erinnerst dich sicher, was ich dir darüber geschrieben habe, wie die Aristolochia-Sämlinge auf Axoris (ähnlicher Wirkstoff wie Calypso) reagiert haben - mit gelbfleckigen Blättern und einem Wachstumsstopp. :mad: Das macht jetzt natürlich ratlos, wenn man selbst mit Calypso die Pflanzen schädigt. :blink: Dann kann man ja nur noch Raubinsekten gegen Pflanzenschädlinge an Sonnentau einsetzen. Florfliegen gegen Blattläuse, Nematoden gegen alles Mögliche? Ist dann wiederum die Frage, ob die Florfliegen gerade Appetit auf Blattläuse haben oder die anderes interessanter finden. Mit Wollläusen habe ich bisher so gut wie nie Probleme gehabt. Bin auch sehr froh drüber! Christian Klein erzählte mir mal, dass er seine Pflanzen im Gewächshaus mit einem (kompressorbetriebenen) Airbrush gegen Pflanzenschädlinge spritzt. Er verdoppelt (glaube ich) die Konzentration des Insektizids. Allerdings kommt aus der Düse des Airbrushs ein sehr feiner Nebel, der sich auf die Pflanzen und Schadinsekten legt. Um die Schädlinge zu eliminieren, reicht es dank erhöhter Wirkstoffkonzentration. Ich weiß jetzt nicht, ob er so auch evtl. befallene Sonnentau einsprüht. Das Risiko, dass die Pflanzen auch so eine Behandlung nicht vertragen, bleibt ja bestehen. Wenn man sich irgendwo eine Spritzpistole mit Kompressor ausleihen kann, um die Wirkung an seinen Pflanzen zu testen, wäre das ja ideal. Aber da müsste man erst mal jemanden kennen... Ich weiß gerade nicht, welchen Rat ich dir jetzt noch geben soll und hoffe, dass andere noch eine brauchbare Idee haben. Man könnte noch gasförmige Mittel wie Lizetan Spray ausprobieren, aber da sollte man auf jeden Fall auf genügend Abstand beim Sprühen auf die Pflanzen achten. Ich würde im Zweifelsfalle den empfohlenen Abstand zwischen Pflanze und Sprühdosenöffnung noch vergrößern - 50 cm statt 30 cm, nachdem ich mit Lizetan Spray mal aus 30 cm eine Heliamphora "perforiert" habe! Na, die Pflanze hatte am nächsten Tag lauter stecknadelkopfgroße, braune Punkte auf der Krugoberfläche, vermutlich Erfrierungserscheinungen durch die (komprimierten) Aerosole in der Sprühflasche. Wenn ich Droserasamen oder Brutschuppen aussäe, stehen die Töpfe fast bis zum Rand im Wasser. Das ist den meisten Schädlingen (insbes. Springschwänze und Trauermückenlarven) dann offenbar einfach zu nass! :cool: Wenn die ersten 3 bis 4 Fangblätter sich entfaltet haben, lasse ich den Wasserstand absinken. Wenn dann wieder Springschwänze und Trauermücken auftauchen, freuen sich die kleinen Fangblätter über Futter... Mehr fällt mir leider nicht ein. Ich drücke dir die Daumen, dass du eine gute Lösung findest, die die Pflanzen schont. Andreas
Alex S. Posted September 5, 2011 Author Posted September 5, 2011 (edited) Danke dir Andreas. Vielleicht sollte ich einfach mal die Zwerge nicht mit gießen. Hatte ich eher zur Prophylaxe einfach mal mit gegossen, was wohl nicht notwendig ist.Höchstens gegen Trauermücken. Dann bekommen jetzt nur noch die was ab, die auch gerade befallen sind.Litzetan soll wohl ganz schlecht für Zwerge sein. Zumindestens in der Stäbchenform. Allerdings wäre ja auch so eine Tablette stark überdimensioniert bei so kleinen Pflanzen. Edited September 5, 2011 by Anoli
Grit Posted September 5, 2011 Posted September 5, 2011 Hallo, ich benutze für alle meine Fleischies Spruzit flüssig von Neudorff und wende es gleich beim ersten Verdacht auf Blattläuse sehr großzügig an. Das Mittel mag zwar etwas umstritten sein, ich habe damit aber bisher durchweg positive Erfahrungen gemacht. Meine Zwerge waren zwar nie direkt befallen, jedoch habe ich einige Zwerge in einem gemeinsamen Topf mit D. aliciae. Und da diese Pflanzen befallen waren, haben die Zwerge natürlich eine ordentliche Portion abbekommen. Es ließ sich ja nicht vermeiden... Vielleicht konnte ich Dir ja etwas helfen... Viele Grüße Grit
Latrodectus Posted September 5, 2011 Posted September 5, 2011 Hallo, ah, dieses Spruzit - ich musste doch gerade mal nachschauen, was da drin ist :-) - empfiehlt Thomas Carow auch öfter. Pyrethrine - verschiedene Wirkstoffe in den Blüten einer Chrysanthemenart - sind auch in dem Mittel drin, das mir neulich ein belgischer Freund empfohlen hat: BIO KILL (heißt bei uns Clean Kill). Das Zeugs werde ich wohl über´s Internet bestellen müssen und ganz billig ist es auch nicht. Es soll aber hochwirksam gegen alle möglichen Schadinsekten sein. Vor allem hat Ronny mir das gegen Spinnmilben empfohlen. Spruzit ist wahrscheinlich wegen seines Gehalts an Rapsöl umstritten. Es ist bekannt, dass manche Karnivoren auf paraffinhaltige Mittel empfindlich reagieren und dann gelbfleckige Blätter bzw. Fallen bekommen, weil die Spaltöffnungenm von dem Öl verstopft werden (*?*). Ich hatte mal "Sommeröl" auf Nepenthes rajah und Sarracenia psittacina geprüht. Da ist sowas passiert. Bringt die Pflanzen nicht um, ist aber natürlich kein schöner Nebeneffekt. Aber danke für diesen Hinweis mit Spruzit. :-) Bei Fangschleim produzierenden Karnivoren habe ich sowas noch nie ausprobiert. Gruß Andreas
Alex S. Posted September 5, 2011 Author Posted September 5, 2011 Danke Dir Grit. Spruzit hab ich auch schon öfter gelesen. Das Problem der Blattläuse besteht im Moment bei den Pinguicula und die will ich überhaupt nicht besprühen, da ich nicht glaube, dass die das überstehen würden. Sie mögen ja schon keine Wassertropfen auf ihren Blättern. Ich hab natürlich Sorge, dass mittlerweile schon einige der Tierchen auf andere Carnivoren rüber sind, z. B. Nepenthes, Uticularia, Droseren....Ich hatte vor 4 Tagen noch mal ordentlich mit Calypso gegossen und es sieht fast so aus, als wenn es bei den Pingcuicula Wirkung zeigt.Viele der Läuse sehen schon tot aus. Ich sammel ja auch immer noch hier und da ab. Bei den Zwergen hab ich einfach nur gelesen, dass z.B. die D.roseana auf keinen Fall Pflanzenschutzmittel vertragen würde. Ich hoffe die bleiben frei von Läusen. Die D.alicea habe ich noch auf dem Balkon und dort sind im Moment auch viele Blattläuse und auch weiße Fliegen.Wenn die rein kommen, dann muss ich vorher alles behandeln, damit mir hier drinnen nicht die Seuche ausbricht.
Dieter Posted September 10, 2011 Posted September 10, 2011 Hallo zusammen, ich benutze in solchen Fällen Spruzit (als selbst angesetzte Lösung, so dass keine Erfrierungen zu fürchten sind) und habe auch bei Pinguicula keine Probleme damit. Viele Grüße Dieter
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