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Neuer Byblis-Klon?


Daniel D.

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Hallo Leute,

mir ist gestern bei einer meiner Byblis filifolia aufgefallen, dass ihre Blüten ein wenig anders aussehen, wie bei den anderen B. filifolia.

Ich dachte mir, dass das eine mutation ist und dass ich vll schon bald meinen eigenen Klon haben könnte. :)

Die Kelchblätter dieser Pflanze sind mehr gewellt, als die anderen und die Fransen am Rand des Kelchblatts werden kaum mehr ausgebildet.

Ich würde gerne eure Meinung hören, ob diese Merkmale schon ausreichen, um ihn als Klon bezeichnen zu können.

Also ich glaube, dass es reichen könnte, da z.B. bei Bestcarnivorous Plants auch so viele Dionaea-Klone angeboten werden, bei denen man keinen wesentlichen Unterschied erkennen kann.

Hier sieht man erstmal eine von meinen normalen B. filifolia Blüten:

post-2625-0-13879800-1315225238_thumb.jp

Das ist die mutierte Blüte:

post-2625-0-21111300-1315225333_thumb.jp

und hier nochmal zum vergleich die Kelchblätter:

post-2625-0-03562000-1315225818_thumb.jp post-2625-0-53198900-1315225837_thumb.jp

Liebe Grüße,

Daniel

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Hallo Daniel!

Ist die Blütenbildung stabil und tritt bei jeder Blüte dieser Pflanze auf? Für mich ist eine marginal andere Blütenform zwar kein Kriterium um einen Klon zu registrieren, aber wie du richtig bemerkt hast meinen viele Leute auch Dionaea einen Namen geben zu müssen, die definitiv keinen verdient haben.

Gruß Christian

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Hallo,

zunächst würde ich die ganze Pflanze mal jemandem zeigen, der sich mit der Gattung wirklich auskennt. Für mich ist Byblis unbekanntes Land, daher kenne ich die Blütenstruktur der verschiedenen Arten nicht und kann sie folglich auch den Arten nicht zuordnen. Bist du zu 100% sicher, dass es sich nicht um einen verirrten Samen einer anderen Art handelt?

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Hallo,

nähere Informationen bekommst du auf der Seite der ICPS.

Solltest Du tatsächlich versuchen die Pflanze zu registrieren, kannst ja mal berichten, wie so die genaue Prozedur gewesen ist.

Schöne Grüße

Andy

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Wenn ich diesen Klon jetzt registrieren will, wo kann ich das machen und ist das kostenlos?

Registrieren kannst Du keine "Klone", sondern "Kultivare".

Eine einzelne Pflanze ist NIE ein Kultivar!

Du müßtest zuerst also eine Gruppe von Pflanzen züchten, die alle dasselbe Aussehen aufweisen, bevor Du an die Registrierung eines Kultivars gehen kannst. Wenn Du das stabil hinbekommst, dass die Pflanzen innerhalb der Gruppe dasselbe Aussehen zeigen, in jeder Blühsaison und mit stabil gleichbleibenden Eigenschaften bei der Vermehrung, und dieses Aussehen von anderen Kultivaren abweicht, dann kannst Du Dich an die International Cultivar Registration Authority (ICRA) für die Gattung Byblis wenden. Dies ist für Byblis wie auch für alle anderen Gattungen fleischfressender Pflanzen laut Eintrag bei der International Society for Horticultural Science Dr. Jan Schlauer aus den USA: http://www.ishs.org/sci/icralist/34.htm

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Hallo Leute,

Erstmal entschuldige ich mich bei Jusch für meinen Fehler :cool:

Du müßtest zuerst also eine Gruppe von Pflanzen züchten, die alle dasselbe Aussehen aufweisen, bevor Du an die Registrierung eines Kultivars gehen kannst. Wenn Du das stabil hinbekommst, dass die Pflanzen innerhalb der Gruppe dasselbe Aussehen zeigen, in jeder Blühsaison und mit stabil gleichbleibenden Eigenschaften bei der Vermehrung, und dieses Aussehen von anderen Kultivaren abweicht, dann kannst Du Dich an die International Cultivar Registration Authority (ICRA) für die Gattung Byblis wenden.

Ich hatte auch nicht vor, die Pflanze dort morgen gleich anzumelden. Ich wollte davor noch ein Paar Generationen abwarten und sehen, ob diese Merkmale weiter vererbt werden.

zunächst würde ich die ganze Pflanze mal jemandem zeigen, der sich mit der Gattung wirklich auskennt. Für mich ist Byblis unbekanntes Land, daher kenne ich die Blütenstruktur der verschiedenen Arten nicht und kann sie folglich auch den Arten nicht zuordnen. Bist du zu 100% sicher, dass es sich nicht um einen verirrten Samen einer anderen Art handelt?

An wen könnte ich mich denn wenden? Die einzigen, von denen ich gehört habe, dass sie sich ernsthaft mit Byblis beschäftigen sind Brian Barns und ich glaube auch Allen Lowrie, aber ich habe zu beiden keinen Kontakt.

Ich bin mir sehr sicher, dass keine anderen Samen in diesen Topf gefallen sind.

wenn alles funktioniert, schätze ich mal, dass ich sie nächsten Sommer registrieren werde, aber davor frage ich noch einen Byblis-Experten :D

Grüße

Daniel

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Christian Dietz

Hallo,

für mich sieht das alles ganz normal aus. Unterschiede in den Blüten sind bei Byblis recht normal und gehören dazu. Wenn man jede als eigenständigen Kultivar beschreiben würde, hätte man richtig viel Arbeit! ;)

Jusch, seit wann benötige ich denn eine Pflanzengruppe um einen Kultivar zu beschreiben? Das geht anhand einer einzelnen Pflanze doch auch wunderbar.

Christian

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Jusch, seit wann benötige ich denn eine Pflanzengruppe um einen Kultivar zu beschreiben?

Seit die International Society for Horticultural Science (ISHS) das in ihrem Regelwerk für die Registrierung von Kultivaren so festgelegt hat. So um 1753 herum haben holländische Tulpenzüchter angefangen, das Regelwerk aufzustellen. Ab welchem Jahr die aktuelle Definition eines Kultivars genau so da drinsteht, ist mir unbekannt, aber es sind bestimmt 100 Jahre oder mehr.

Chapter II: Definitions

Article 2: The Cultivar

...

2.3 A cultivar is an assemblage of plants ...

Den Ausdruck "assemblage of plants" in den Definitionen übersetze ich mit "Ansammlung von Pflanzen".

Wem das Lesen von umfangreichen Bleiwüsten aus Definitionen und Regeln nicht so liegt, der kann sich ja die Kurzinformationen in klarer Sprache anlesen, "How to name a new cultivar": http://www.ishs.org/sci/icraname.htm

Und der Hintergrund der Regel ist doch ganz klar: Solange eine Pflanze nicht mit den sie kennzeichnenden Merkmalen vermehrt werden kann, zu einer Gruppe von Pflanzen, die alle dieselben kennzeichnenden Merkmale aufweisen, kann demzufolge auch nichts als Kultivar registriert werden, weil es ja überhaupt keine Grundlage gibt, eine Beschreibung mit den kennzeichnenden(!) Merkmalen des Kultivars(!) zu verfassen, ohne dabei eventuell nur die Merkmale einer extremwüchsigen Einzelpflanze(!) zu beschreiben.

Wenn die ICPS als von der ISHS beauftragte Registrierungsstelle für Kultivare fleischfressende Pflanzen die geltenden traditionellen Regeln (mal vorsichtig formuliert) "etwas frei und eigenwillig auslegt", dann ist zwar nichts unbedingt Neues, aber es ändert nichts an den generell geltenden Regeln zur Registrierung von Kultivaren.

Bearbeitet von jusch
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Siggi_Hartmeyer

Solche Variationen bei den Blüten sind bei einigen tropischen Byblis häufig und oft auch die Ursache für Spekulationen und lange kontroverse Diskussionen. Zwar sind die Blüten vom Cultivar Byblis "Goliath" (Byblis filifolia "branching") überwiegend recht einheitlich, aber wie Brian Barnes schon vor Jahren dokumentierte, zeigen frische Aussaaten plötzlich auch einige Pflanzen mit recht unterschiedlichen Blüten (in Form und Farbe) und abweichenden Verzweigungen. Daher ist eine kleine Abweichung der Blüte, wie hier beobachtet, absolut kein Grund das als "Cultivar" (die amerikanische Bezeichnung entspricht im Deutschen einer "Sorte") anzumelden. Anbei eine typische Blüte von B. filifolia "branching" alias Byblis "Goliath".

post-27-0-83549300-1315479168_thumb.jpg

Bearbeitet von Siggi_Hartmeyer
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Daher ist eine kleine Abweichung der Blüte, wie hier beobachtet, absolut kein Grund das als "Cultivar" (die amerikanische Bezeichnung entspricht im Deutschen einer "Sorte") anzumelden.

Oh no, bitte nicht die beiden deutschen Begriffe "Kultivar" und "Sorte" durcheinanderwerfen, das ist etwas ganz verschiedenes, auch wenn es im englischen beides vereinfachend als "variety" bezeichnet wird!

Ein "Kultivar" (englisch: Cultivar) ist eine "cultivated variety", für den nach den Standards der International Society for Horticultural Science (ISHS) ein weltweit gültiger Kultivarname registriert wird. Die praktische Durchführung der Registrierung nach den Standards der ISHS unterliegt je nach Gattung der dafür festgelegten Organisation, für die Gattungen fleischfressender Pflanzen z.B. der ICPS. Irgendwelche "Namensrechte" oder "Züchterrechte" sind mit der Kultivarregistrierung NICHT verbunden, insbesondere darf jeder diese so registrierten Pflanzen nachzüchten und mit dem registrierten Namen benennen (oder einem anderen) und auf eigene Rechnung vermehrte Pflanzen verkaufen.

Eine "Sorte" ist dagegen eine "protected variety", für die ein amtliches und umfangreiches Zulassungsverfahren absolviert werden muss. Früher gab es Sortenzulassungen nur für landwirtschaftliche Nutzpflanzen (für die eine Sortenzulassung oft sogar vorgeschrieben ist), aber seitdem "Patente" auf allen möglichen Bereiche ausufern, wie inzwischen auch Softwarepatente oder Patente auf Geschäftsverfahren, sind inzwischen auch Zierpflanzen aller Gattungen (jedenfalls in Deutschland und anderen EU-Ländern) vom Prinzip her sortenfähig geworden. Eine Sorteneintragung gewährt dem Züchter quasi einen "Patentschutz" als "geistiges Eigentum an der Pflanze", mit der Folge dass z.B. jeder, der eine geschützte Sorte nachzüchten möchte, einen Lizenvertrag mit dem Sorteninhaber abschließen und Lizenzgebühren zahlen muß, um die Pflanzensorte vermehren und verkaufen zu dürfen. Diese quasi "Patentierbarkeit von Pflanzenzüchtungen für Pflanzen aller Arten" gibt es in Deutschland seit ca. 1985. Der Schutz ist je nachdem, wo die Sortenregistrierung durchlaufen wird, auf ein Gebiet beschränkt, z.B. auf Deutschland bei Anmeldungen beim Bundessortenamt oder auf die EU bei Anmeldungen beim Europäischen Sortenamt. Da für eine Sortenzulassung einschließlich der Absolvierung aller Prüfungen (z.B. "Anbauprüfung") schnell Kosten von über 10.000 Euro zusammenkommen, hat eine Sortenregistrierung für Zierpflanzen eine Bedeutung fast nur für Pflanzen, die in hohen Stückzahlen im Handel sind, z.B. Rosensorten oder Chrysanthemen.

Als Mittelding zwischen "Kultivar" (keine Rechte für den Züchter) und "Sorte" (alle Rechte für den Züchter) gibt es dann noch den ganz normalen "Markenschutz", nach dem es möglich ist, dass sich jemand für eine von ihm gezüchtete Pflanze eine "Marke" ganz normal beim Markenamt eintragen läßt, so wie für ein Waschpulver oder eine Automarke. Dann ist es so, daß diese Pflanze zwar von jedermann nachgezüchtet und verkauft werden darf, aber die Pflanze darf nicht unter dem "geschützten Markennamen" des Markeninhabers beworben werden, ohne eine Lizenzvereinbarung über die Namensnutzung mit dem Markeninhaber abgeschlossen zu haben. Ohne einen solchen Lizenzvertrag dürfte aber jeder trotzdem diese Pflanze nachzüchten und verkaufen, z.B. unter dem botanischen Namen.

Kultivarname, Sortenname, Markenname, das ist alles was gaaaanz verschiedenes.

Nicht nur von der Organisation her, wo der Name in ein Register eingetragen wird, sondern auch von den juristischen Auswirkungen her.

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Siggi_Hartmeyer
Kultivarname, Sortenname, Markenname, das ist alles was gaaaanz verschiedenes.

Da hast Du die historischen und juristischen Details der Begriffe im Deutschen durchaus erfolgreich gegoogelt, was ja recht einfach ist. Dennoch wirst Du im Deutsch-Englisch Wörterbuch unter Wörterbuch: Sorte einer Kulturpflanze feststellen, dass die Übersetzung von "Sorte einer Kulturpflanze" ins Englische eindeutig "(hort.) cultivar" ist. Tatsächlich bietet die deutsche Sprache mit den beiden Bezeichnungen Kultivar und Sorte da mehr Feinheiten als die englische.

Mein Hinweis oben bezieht sich jedoch in erster Linie auf den botanisch wissenschaftlichen Aspekt. Das bedeutet, ein Kultivar wird genau wie eine Sorte lediglich über seine Eigenschaften definiert, wobei es völlig Wurscht ist, ob die Pflanze durch Genmanipulation, Mutation, Hybridisierung entstand, oder einfach nur eine durch bestimmte Details erkennbare Varietät einer reinen Art ist.

Im Gegensatz dazu muss eine offiziell anerkannte Species (deutsch auch Spezies) logischerweise reinrassig sein (also keine Hybride) und sie muss über einen Typus definiert sein, welcher bei der Artbeschreibung in einem Herbarium (z.B. Kew in London) hinterlegt werden muss und mindestens ein deutliches Merkmal besitzen muss, welches diese Species eindeutig von anderen Arten der Gattung unterscheidet.

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  • 1 Monat später...

Hallo,

ich äußere mich hier mal noch nicht zu allem, aber ich finde es gibt hier einiges an Diskussionsmaterial für einen extra Thread.

Zu dem Punkt möchte ich aber etwas andeutet:

Dies ist für Byblis wie auch für alle anderen Gattungen fleischfressender Pflanzen laut Eintrag bei der International Society for Horticultural Science Dr. Jan Schlauer aus den USA: http://www.ishs.org/sci/icralist/34.htm

Meines Wissens nach ist Dr. Jan Schlauer nicht aus den USA, sondern aus good old Germany ;-)

Was auf der Seite der ICRA als Adresse steht ist, wenn man genau hinsieht, die Adresse der ICPS und nicht die von Herrn Schlauer.

Viele Grüße

Carsten

Bearbeitet von Carsten Paul
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