Jülchen_ Posted October 4, 2011 Posted October 4, 2011 Ich kann für mein Problem leider kein Foto einstellen. Aber ich versuche es mal mit einer Beschreibung. Kürzlich habe ich an meiner Sarracenia purpurea entdeckt, dass die ersten beiden Schläuche am oberen Rand mit dem Absterben beginnen. Hab mir noch nichts dabei gedacht, war ja schon Ende September. Bis ich gmerkt habe, dass ein paar Schläuche auch an dem untersten Teil, der direkt aus dem Rhizom heraussprießt, bereits leicht schwarz werden. Als ich mir dann das Rhizom näher angeschaut hat, habe ich gesehen, dass sich dort eine Menge kleiner Tierchen mit kurzen Flügeln, Fühlern und kleinen Stacheln am Hinterleib tummelten. Sah ziemlich ähnlich aus wie eine Blattlaus, nur eben weiß. Ich hab solche Schädlinge vorher noch nie gesehen. Kann es sein, dass die Sarracenia von Wollläusen befallen ist? Und kann ich sie noch retten, wenn schon das Rhizom befallen ist oder gibt es keine Hoffnung mehr?
Latrodectus Posted October 4, 2011 Posted October 4, 2011 (edited) Hallo Jülchen, man kann ja auch nach Bildern von Pflanzenschädlingen "googeln", wenn man sich nicht sicher ist, um welches Tier es sich handelt - z. B. in das Suchfenster von Google "Wolllaus" oder "Wollläuse" eingeben und starten. Dann findet man z. B. solche hübschen Bildchen wie diese hier: http://www.orchideen...lllaus_7196.jpg Weiß und kleine "Stacheln" am Hinterleib könnte tatsächlich auf eine Wolllaus zutreffen, wie das Bild vom Orchideenforum zeigt. Dann würde ich mir an deiner Stelle ratzfatz Compo "Bi58" oder Dr. Stähler "Danadim" besorgen. Beide Mittelchen enthalten als Wirkstoff Dimethoat, was auch für Menschen nicht so wirklich gesund ist - also aufpassen, dass du das Zeugs bei der Anwendung nicht einatmest! Der Wirkstoff ist ein Flüssigkonzentrat, das in Wasser verdünnt und auf die befallenen Pflanzen gespritzt wird. Die Pflanzen wirklich tropfnass überall einsprühen. Der Wirkstoff geht in den Pflanzensaft über. Die Wollläuse sind - wie ich es mal an meiner Dicksonia antarctica (antarktischer Baumfarn) erlebt habe - nicht unbedingt sofort tot! Sie krabbeln evtl. noch am nächsten Tag auf der Pflanze herum. Aber indem sie weiterhin Pflanzensaft saugen, vergiften sie sich zunehmend und sterben dann endlich spätestens nach ein paar Tagen. Vier Tage nach der Anwendung war mein Antarktischer Baumfarn von sämtlichen Wollläusen befreit! :yahoo: Dimethoat kann sich bis zu vier Wochen im Pflanzensaft halten. Das sollte für´s Erste reichen, um den Viechern den Garaus zu machen. Es heißt, dass Wollläuse schwer zu bekämpfen seien. Nun, wenn du nach vier Wochen weitere Ungeziefer feststellst, noch mal mit Dimethoat einsprühen. 3 Anwendungen innerhalb kürzerer Zeit sind zulässig, um Resistenzen bei den Parasiten zu vermeiden. Sarracenien und Nepenthes wie auch Venusfliegenfallen haben bisher unter meinen Bedingungen sehr gut auf Dimethoat reagiert. Sonnentau reagiert empfindlicher auf dieses Mittel. Und bei Pinguicula würde ich es eher nicht anwenden. Ich würde aber wirklich so schnell wie möglich ein Insektizid anwenden, damit sich die befallene Pflanze wieder erholen kann. Viel Erfolg! Andreas Edited October 4, 2011 by Latrodectus
Eve Posted October 5, 2011 Posted October 5, 2011 Ich werfe auch noch Wurzelläuse in die Diskussion. Ebenfalls weiß, sich aber ausschließlich an den Wurzeln aufhaltend und diese zerstörend. Mittel der Wahl sind alle Insektizide, die auch systemisch wirken. Am besten etwas zum Gießen verwenden. Wenn die Pflanze draußen steht, auch auf Ameisen kontrollieren. Die halten sich gerne so eine Lauskolonie, um den von den Viechern erzeugten Honigtau zu melken. Bei Lausbefall aufgrund des ausgeschiedenen Honigtaus auch auf den schwarzen Ruß (ein Pilz, der sich auf den Pflanzen ansiedelt und sich ebenfalls vom Honigtau ernährt) achten. Dann wird auch noch ein Fungizid benötigt. Liebe Grüße Eve
Jülchen_ Posted October 6, 2011 Author Posted October 6, 2011 Vielen Dank für eure Antworten! Ja, ich hab schon gegoogelt und laut der Bildersuche scheinen es tatsächlich Wollläuse zu sein. In einer ersten Kurzschlussreaktion hab ich die betroffenen Schläuche alle abgeschnitten, aber mir bleibt wohl nichts anderes übrig, als auch das Rhizom zu behandeln. Werde jetzt bei meiner neuesten Sarracenia immer diesen Bereich genau beobachten, damit ich den nächsten Befall rechtzeitig entdecke. :-)
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