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Anfängerfehler im Aquarium


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Hallo allerseits,

vor circa einem Monat habe ich mir ein Terrarium gebastelt aus einem Aquarium und nun tun sich die ersten Probleme auf.

Erstmal zu den Bedingungen im Terrarium und zur Pflanzenwahl:

1x Drosera capensis

1x Drosera aliciae

1x Nepenthes ventricosa x alata

1x Utricularia sandersonii

Zur Beleuchtung nutze ich 2 Energiesparlampen (1x 20W, 6500 Kelvin; 1x 23W, 4000 Kelvin), die pro Tag 10 Stunden laufen.

Das offene Terrarium hat eine Grundfläche von 40x25cm, besitzt eine Drainageschicht aus Seramis und als Substrat handelsüblicher Weißtorf.

Es steht an einem Westfenster, wo allerdings kein direktes Sonnenlicht einfällt bedingt durch diverse Wohngebäude.

Die Luftfeuchtigkeit pendelt sich zwischen 40-50% ein.

Die Temperatur schwankt zwischen 15 - 20°C.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass ich die Pflanzen direkt ins Substrat eingepflanzt wurden, um so eine halbwegs natürliche Entwicklung zu gewährleisten.

Bisher konnte ich beobachten, dass die Kannen der Nepenthes absterben, austrocknen, gelbe Blätter und demzufolge auch keine weiteren Kannen bilden.

Die Utricularia sieht nicht anders aus: braune Stiele und teilweise verwelkte Blüten.

Die Droseras entwickeln sich im Gegensatz dazu prächtig: Drosera aliciae bildet dunkelrot gefärbte Blätter aus, wobei immer wieder neue Fang-"Tentakeln" entstehen. Drosera capensis entwickelt sich ebenfalls sehr gut.

Da ich nun blutiger Anfänger in Sachen Kultivierung von Karnivoren bin, kann ich meine Fehler nur vermuten:

- zu geringe Luftfeuchtigkeit

- zu viel Licht bei Utricularia sandersonii und Nepenthes ventricosa x alata

- kein Spahgnum, was eventuell auch keine Pflicht ist, jedoch die Luftfeuchtigkeit etwas erhöhen würde.

Nun meine Fragen:

Was würdet Ihr empfehlen, damit aus meiner Kultur nun doch noch ein Erfolg wird?

Reicht es aus Spahgnum einzulassen, um die Luftfeuchtkeit zu erhöhen?

Vielen Dank im Voraus und vorweihnachtliche Grüße!

Bearbeitet von Marcel I.
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Hallo,

zu viel Licht kannst du ausschließen. Bei mir wachsen die Pflanzen an einem schrägen Südfenster bei direktem Sonneneinfall und die ventrata meckert im Sommer kein bischen.

Bei der Nepenthes kann es einfach an der Umgewöhnung liegen. Solange es "Nur" die Fallen betrifft und weder die "Blätter" noch den Stengel dürfte sich das wieder geben.

Für U. sandersonii gilt fast das selbe. Solange die Blätter und Wurzeln OK sind und es nur die Blüten + Blütenstengel sind - kein Problem.

Stell wenn möglich mal ein Bild online, damit man den Schaden besser bewerten kann.

Gruß Stephan

PS. Wenn dir die Luftfeuchtigkeit zu gering ist, deck einfach etwas mehr vom Becken ab. Sphagnum mag schön aussehen aber wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist trocknet es schnell aus, wird unschön oder du musst häufig von oben wässern.

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Ich hab im Moment leider keine Möglichkeit, aber werde mich mich mal drum kümmern ein paar Bilder reinzustellen.

Ein Grund könnte noch die Ursache sein, warum die Pflanzen nicht richtig gedeihen wollen:

Nepenthes besitzt eine recht lange Wurzel und wenn ich mir meine Substathöhe im Becken ansehe, die ungefähr nur 4 cm beträgt, steht die Wurzel wohl schon im Seramis...

Ich hatte leider nicht dran gedacht, dass nach der Bewässeung das Substrat noch etwas nachsackt.

Wie hoch sollte die Seramis- und Substratschicht sein?

Bearbeitet von Marcus Vieweg
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Hallo Marcel,

meiner Meinung nach ist dein Terrarium unterbelichtet, mich wundert es, dass deine drosera das mitmachen. 2 x 20W (lichtfarbe?) und das 10 Stunden ist ganz schön dürftig ... ich hatte anfangs auch probleme mit meiner nepenthes im terrarium ... das obligatorische kannenabsterben und dann wochenlang gar nichts, bis ich meine 4x24W Lampe niedriger gehangen habe und die zeitschsltuhr auf 14h umgestellt habe, jetzt bildet auch nepenthes sehr ansehnliche kannen aus.

mit 4cm finde ich die substratschicht recht dünn, ich weiß aber nicht, ob das jetzt für deine probleme verantwortlich ist. Ich persönlich habe bei drosera etwa 15cm und bei nepenthes und heliamphora etwa 20cm.

weißt du welche luftfeuchtigkeit nachts in deinem terrarium herrscht, wenn die lampe aus ist? 40-50% tagsüber solten noch okay sein denke ich.

was für seramis hast du eigentlich verwendet? ich weiß nicht genau, ob das zwingend sein muss, aber hast du diesen vorher mal etwas durchgespült?

... bilder wären wirklich top!

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Schönen Dank erstmal für die Antworten!

mit 4cm finde ich die substratschicht recht dünn, ich weiß aber nicht, ob das jetzt für deine probleme verantwortlich ist. Ich persönlich habe bei drosera etwa 15cm und bei nepenthes und heliamphora etwa 20cm.

Ich habe jetzt nochmal das Substrat und die Drainageschicht etwas weiter aufgefüllt, wobei dieser Faktor nun wirklich auszuschließen ist.

was für seramis hast du eigentlich verwendet? ich weiß nicht genau, ob das zwingend sein muss, aber hast du diesen vorher mal etwas durchgespült?

Das Seramis habe ich zuvor nicht durchgespült. Ist das notwendig, um bestimmte künstliche Bestandteile auszuwaschen oder wie soll ich das verstehen?

Hier mal die Beschreibung des Verkäufers:

Seramis, hergestellt aus gebranntem Ton. Zur Beimischung für Pinguicula und andere Arten, auch zur Bodendrainage bei bepflanzten Gefäßen. (ph-Wert 6)

weißt du welche luftfeuchtigkeit nachts in deinem terrarium herrscht, wenn die lampe aus ist? 40-50% tagsüber solten noch okay sein denke ich.

Nachts steigt die Luftfeuchtigkeit leicht über 50%. 40-50% ist okay deiner Meinung nach, aber welche Werte hältst Du für empfehlenswert/optimal?

Die Bilder sind ziemlich unscharf und leider auch nur mit meinem Handy gemacht worden. Bin bisher noch nicht dazu gekommen mir eine vernünftige Kamera auszuborgen.

Und wenn ich mir die Bilder so ansehe, erkenn ich leider nicht das, was ich Euch eigentlich zeigen wollte... Aber vielleicht reicht es erstmal, um die groben Probleme darzustellen.

Gebt mal bitte Resonanz, ob die Bilder halbwegs aussagekräftig sind.

Nepenthes ventricosa x alata

post-3019-0-30065700-1324331730_thumb.jp

Drosera capensis

post-3019-0-64840600-1324331846_thumb.jp

Utricularia sandersonii

post-3019-0-57726500-1324331889_thumb.jp

Drosera aliciae

post-3019-0-40102100-1324332017_thumb.jp

Seitenansicht des Terrariums (25cm hoch)

post-3019-0-50691800-1324332882_thumb.jp

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Um den Nephentes würd ich mir keine Sorgen machen, die mögen es überhaupt gar nicht von A nach B verfrachtet zu werden. Bei mir stoßen sie regelmäßig nach Umstellaktionen all ihre Kannen ab und es braucht dann locker 1/2 Jahr bis neue kommen - die dann aber auch kommen.

Der Carpensis sieht gut aus.

Die Aliciae sieht irgendwie nach Schädlingsbefall aus, guck mal genau drauf, ob irgendwas drüber rennt.

Bei mir hängt ne ESL 125 Watt drüber, die 16 Std. pro Tag läuft, mir kommts auch nach ein wenig zu wenig Licht vor.

Bearbeitet von Bulf
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Hi,

also an der Substratschicht wird es jetzt sicher nicht mehr liegen ^^

Beleuchtung ist nicht zu nahe und bestimmt nicht zu viel aber vermutlich ausreichend. Ich wiederhole daher meine Vermutung: die Pflanzen mickern wegen Umgewöhnung. Bei Nepenthes kann das zwischen Wochen und mehreren Monaten dauern, bis sie sich berappeln. Bei U. sandersonii sehe ich auf dem Bild keine Probleme. Möglicherweise werden die Blüten austrocknen und absterben aber ich bin mir sehr sicher, dass sie dein Becken schnell durchziehen werden und dann auch massig neue Blüten kommen.

Bezüglich Luftfeuchtigkeit ist das so eine Sache. Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit wachsen die Pflanze schneller und vor allem Keimlinge und Jungpflanzen scheinen es zu genießen ABER gerade im Winter wenn es relativ dunkel ist und auch kaum Luftbewegung herrscht kann sich Schimmel unglaublich schnell ausbreiten. Bei 40-50% Luftfeuchtigkeit werden dir die Pflanzen nicht eingehen und dürften problemlos den Winter überstehen.

Wenn ich dein Becken so sehe würde ich aber schonmal Überlegungen für nächstes Jahr anstellen. Unter guten Bedingungen dürfte die Nepenthes in spätestens 1-1,5 Jahren deutlich zu Groß sein.

Gruß Stephan

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Hallo Marcel,

also ich finde, deine Pflanzen sehen gut aus.

Der Haupttrieb deiner Nepenthes sieht gesund aus. Es wurde ja schon gesagt, dass die sehr zickig sind, wenn sie umgetopft werden stellen die schon mal das Wachstum komplett ein, einfach abwarten.

U. sandersonii produziert so viele Blüten, wenn die absterben, sieht das sehr vertrocknet aus, aber das ist kein Grund zur Sorge. Ich muss bei meinem Topf regelmäßig einen Kahlschlag machen, wenn sie mal wieder einen Blütenschub hinter sich hat, damit überhaupt noch Licht am Substrat ankommt.

Einzig die D. aliciae scheint ein wenig unglücklich, aber da sie ja offenbar neue Blätter produziert, würde ich mir auch da keine Sorgen machen.

Die Beleuchtung ist vollkommen ausreichend (mehr ist zwar nie verkehrt, aber zum Überwintern ist das absolut ok), der Abstand war vielleicht ein bischen zu groß. Mit dem zusätzlichen Substrat hast du den ja jetzt auch verringert, ausgehend von dem Bild würde ich sagen es sind jetzt ca 20cm, oder?

U. sandersonii mag es gerne etwas wärmer als 15°, aber auch die Temperatur sollte durch den geringeren Abstand ja etwas höher geworden sein.

Alles in allem würde ich mir an deiner Stelle noch keine Sorgen machen.

Gruß,

Patrick

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Nach den Antworten scheint es, dass ich wohl einfach keine Geduld habe ;)

Mal abwarten wie sich die Pflanzen entwickeln und gebe dann nochmal eine Rückmeldung mit Bildern.

Ich denke, dass das Thema wohl auch jede Menge Leute interessiert, die gerade den Versuch starten eine Karnivoren-Kultur aufzubauen.

Bis hierhin erstmal reichliche Bescherung!

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  • 4 Monate später...

Hallo,

im Laufe der Zeit haben sich meine Pflänzchen sehr gut entwickelt. Nun habe ich - da der Sommer immer näher rückt und die Tage und Sonnendauer länger werden - die Frage, ob ich meine Pflanzen weiterhin künstlich beleuchten sollte. Wie in der Einleitung beschrieben, befinden sich die Pflanzen am Westfenster und direkte Sonne scheint etwa über 2 bis 3 Stunden, nicht zu vernachlässigen das indirekte Licht.

Kann ich mir das Kunstlicht (siehe Einleitung) sparen? Habe gehört, dass es nur einen winzigen Bruchteil der Lichtenergie ausmacht.

Bearbeitet von Marcel I.
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Benedikt Schmitt

Hi,

trotzdem meine Pflanze alle am Suedfenster stehen werden sie durchgehend 13 Stunden am Tag beleuchtet, voellig egal ob Sommer oder Winter.

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Ok, aber eigentlich wollte ich wissen, ob es auch Sinn hat auch im Sommer noch künstlich zu beleuchten. Denn ich kann es mir fast nicht vorstellen, da die Sonnenenergie wesentlich effektiver als 2x 20Watt Energiesparlampen ist. Wenn es nur einen unwesentlichen Teil ausmacht, wär ich bereit sie ausgeschaltet zu lassen.

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Hallo,

wenn sich am Besatz des Beckens nichts geändert hat und Drosera capensis und aliciae wunderschön rot ausgefärbt sind, kannst du ja die Beleuchtung probeweise reduzieren. Sollte die Ausfärbung bei neuen Blätter zurück gehen oder sie sogar längenwuchs wegen Lichtmangel zeigen muss das Licht halt wieder an. Vor allem wenn Licht an ist, die Sonne rein scheint und evtl wenig Luftzirkulation ist würde ich auch mal die Temperaturen beobachten.

Gruß Stephan

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