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Drosera adelae Sämlinge


Abaddon

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Man liest ja immer wieder, dass Drosera adelae in Kultur selten blüht und wenn sie es tut, keine Samen ansetzt, diese Aussagen haben mich lange davon abgehalten, es einfach mal selbst zu versuchen.

Nachdem ich meiner Pflanze diesen Sommer einen schönen hellen Platz auf dem Balkon gegönnt hatte, belohnte sie mich, neben schönen rot gefärbten Blättern, mit einer Unmenge an Blütenstielen.

Und tut es auch immer noch, derzeit sind noch 2 davon kräftig am blühen.

Also dachte ich mir, ich probiere es einfach mal aus.

Da Selbstbestäubung offenbar schlecht bis garnicht funktioniert, habe ich einfach regelmäßig die Blüten zweier Stiele vorsichtig aneinander gerieben, dabei war gut zu beobachten, das viel Pollen freigesetzt wurde. Als kleines Zusatzexperiment habe ich auch Blüten von D. prolifera benutzt, da diese zufälligerweise zur selben Zeit geblüht hat.

Nachdem diese Stiele abgeblüht waren, habe ich aus circa 40 Samenkapseln dann um die 20 Samen von D. adelae ernten können. D. prolifera hat aber leider keine Samen angesetzt, die Fruchtkapseln haben sich nicht richtig entwickelt.

Macht euch selbst ein Bild von dem Ergebnis:

Ungefähr 2 Wochen nach Aussaat sah das Ganze so aus

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2 Tage später

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10 Tage danach

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Und zuletzt noch ein aktuelles Photo von heute, knapp 20 Tage nach der Keimung mit der ersten Beute :stuff:

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Wie man im oberen Teil des Bildes sehen kann, keimen gerade noch einige Nachzügler.

Und ich sollte wohl auch dazu sagen, dass ich anfangs keine großen Hoffnungen aus Erfolg hatte, daher habe ich das Substrat mit einer Sprühfalsche feucht gehalten, was wohl auch einige der Samen unter das Substrat gespült hat.

Mein Fazit:

Drosera adelae setzt zwar im Vergleich zu der großen Blütenzahl äußerst wenige Samen an, aber die Keimquote ist relativ gut und die Sämlinge entwickeln sich prächtig.

Schönen Gruß,

Patrick

Bearbeitet von Abaddon
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  • 2 Wochen später...

Kleines Update:

Insgesamt sind bisher 8 Samen gekeimt, davon haben 6 überlebt und wachsen sehr gut. Der größte Sämling hat in der letzten Woche stark zugelegt und hat jetzt einen Durchmesser von 1cm.

Es ist auch ein deutlicher Unterschied zwischen den beiden größten Pflanzen zu erkennen, sowohl in der Ausfärbung als auch in der Blattform.

Die oft gelesene Aussage, dass Samen von D. adelae langsam wachsen würden, kann ich absolut nicht bestätigen.

Tag 25 nach Keimung

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Tag 32(heute)

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Hi,

ein sehr interessanter Beitag. Das sind die ersten Sämlinge die ich von der Art sehe. Sehr effektiv scheint die Methode dennoch leider nicht zu sein, zumal Blattstecklinge weitaus effektiver sind. Was mich sehr interessiert ist, ob es im Queensland-Komplex Hybriden gibt. Versuch doch mal D. adelae und D. prolifera zu kreuzen. Wenn es klappt dürfte das Ergebnis ausgesprochen interessant sein...

Gruß, Maik

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Hallo Maik,

auch ich hatte vorher nie ein Bild von Sämlingen gesehen, aber sie sehen genauso aus wie junge Wurzelableger und ich kann auch keinen nennenswerten Unterschied in der Wachstumsgeschwindigkeit feststellen.

post-2176-0-84326000-1325705230_thumb.jp

Diese Jungpflanzen sind Wurzelableger einer mittelgroßen Pflanze und in etwa gleich alt, bekommen aber sehr viel weniger Licht.

Die geringe Samenausbeute ist der einzige Faktor, der die Aussaat im Vergleich zu Stecklingen ineffizient macht, aber das kann auch eine direkte Folge der andauernden Vermehrung über Stecklinge und Ableger sein.

Wie oben erwähnt, habe ich schon versucht mit Blüten von D. prolifera zu bestäuben. Ob das erfolgreich war, wird sich zeigen, aber ich finde die Unterschiede in der Ausfärbung von je 2 der 4 Sämlinge auf den Bildern schon etwas ermutigend cool.gif

Bearbeitet von Abaddon
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  • 2 Wochen später...

Update:

Die Kleinen entwickeln sich prächtig, es sind inzwischen noch einige weitere Samen gekeimt und ich sollte die größeren Pflanzen langsam mal pikieren.

Tag 37 / 38

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Tag 42 / 43 / 44

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  • 3 Wochen später...

Kleines Update:

Die beiden größten Pflanzen sind jetzt genau 60 Tage alt und ich habe sie inzwischen in einen größeren Topf gepflanzt.

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Die beiden ältesten Pflanzen (auf den Bilder oben: die aus der Mitte und oben Mitte)

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Bearbeitet von Abaddon
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Siggi_Hartmeyer

Sehr interessante Aufnahmen, danke dafür. Haben die langen Marginaltentakel der jungen Sämlinge Leimtropfen am Kopf (T1-Tentakel), oder ist der Kopf drüsenfrei (T2-Tentakel), wie bei den drüsenfreien Marginaltentakeln (Schnelltentakeln) der modernen Sonnentau, z.B. Drosera aliciae oder D. pulchella? Für die Untersuchungen zu unserem Film "Schnelltentakel und Landescheinwerfer" hatte ich vergeblich versucht Sämlinge der "Queensländer" aufzutreiben, daher bin ich überrascht, wie lang die Marginaltentakel der Keimlinge sind. Bei unseren Untersuchungen mit Adventivsprossen aus Blattstecklingen waren die lange nicht so ausgeprägt. Für eine Antwort wäre ich dankbar.

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  • 5 Monate später...

Sehr interessante Aufnahmen, danke dafür. Haben die langen Marginaltentakel der jungen Sämlinge Leimtropfen am Kopf (T1-Tentakel), oder ist der Kopf drüsenfrei (T2-Tentakel), wie bei den drüsenfreien Marginaltentakeln (Schnelltentakeln) der modernen Sonnentau, z.B. Drosera aliciae oder D. pulchella? Für die Untersuchungen zu unserem Film "Schnelltentakel und Landescheinwerfer" hatte ich vergeblich versucht Sämlinge der "Queensländer" aufzutreiben, daher bin ich überrascht, wie lang die Marginaltentakel der Keimlinge sind. Bei unseren Untersuchungen mit Adventivsprossen aus Blattstecklingen waren die lange nicht so ausgeprägt. Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Hallo Siggi,

bitte entschuldige die sehr späte Antwort, da meine Sämlinge aufgrund von Schädlingsbefall einige Entwicklungsschwierigkeiten hatten, habe ich diesen Thread ganz vergessen :ohmy:

Da ich deine Filme immer mit großen Interesse angeschaut habe (an dieser Stelle nochmal Danke dafür, dass du sie frei verfügbar gemacht hast), habe ich mir die Kleinen aber trotzdem genauer angeschaut. Allerdings habe ich weder Mikroskop noch eine gute Kamera, daher musste ich auf eine leider nicht allzu gute Lupe zurückgreifen.

Soweit ich erkennen konnte, waren die Marginaltentakel der Sämlinge drüsenfrei, jedoch nicht abgeflacht, wie auf den Makroaufnahmen in deinem Film zu sehen.

Gruß,

Patrick

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Update:

Die größte Pflanze ist leider verstorben, da ich einen Trauermückenbefall zu spät erkannt habe :yucky:

Auch den anderen Pflanzen wurde die Wurzel komplett abgefressen, daher habe ich sie zur Regeneration in lebendes Sphagnum gesetzt.

Sie sind danach natürlich erstmal sehr langsam gewachsen, aber sie haben sich mittlerweise gut erholt.

Bilder folgen noch ...

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Danke für den sehr informativen Beitrag!

Bin auch sehr gespannt was aus den verbleibenden Sämlingen wird, eine Hybride wäre schon sehr interessant!

Hatte nichtmal irgendwer die Theorie, dass D.schizandra eine Hybride aus prolifera und adelae sein soll? Oder war das nur ein Witz? Die sehen ja schon alle 3 seeeeehr unterschiedlich aus...

Ich habe auch bei Pinguicula gehört, dass dort angeblich teils die Fähigkeit der Vermehrung über Samen verkümmert sein soll, weil alle über vegetative Vermehrung vermehrt werden. Bei manchen Zwergsonnentauen könntem na sich das ja auch auf natürlicher ebene vorstellen. Ich habe auch mal gelesen, dass an D.prolifera Standorten oft alle Pflanzen der gleiche Klon sind, weil sich die Pflanze im Prinzip nur vegetativ vermehrt. Wie sich aber adelae und schizandra in Natur vermehren (vegetativ oder generativ) weiß ich leider nicht, wäre hier ja auch spannend :)

Allerdings verstehe ich das rein biologisch nicht... Wie kann sich eine Fähigkeit (in dem Fall die, keine/wenige Samen mehr zu bilden) entwickeln? Soweit ich das verstehe ändert sich doch die DNA der Pflanze nicht durch vegetative Vermehrung (und die Fähigkeit Samen zu entwickeln wird ja darin enthalten sein). Die einzige Möglichkeit wäre Mutation (die noch dazu ja auch nicht so wahrscheinlich wäre), aber warum sollte sich eine solchene Mutation einer einzelnen Pflanze gegenüber allen anderen durchsetzen? Wo wäre der Vorteil?

Viele Grüße,

Jan

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Siggi_Hartmeyer
Soweit ich erkennen konnte, waren die Marginaltentakel der Sämlinge drüsenfrei, jedoch nicht abgeflacht, wie auf den Makroaufnahmen in deinem Film zu sehen.

Danke für den Hinweis. Sollte jemand der diesen Thread liest mal keimfähige Samen von einer der drei Queenslanddrosera besitzen, melde ich bei dieser Gelegenheit schon mal Interesse an. Bitte Info an s.hartmeyer@t-online.de. Bei der Vermehrung durch Adventivsprossen (auf Blattstecklingen) zeigen alle drei Arten lediglich Leimtentakel, man braucht also tatsächlich frische Sämlinge, um die nach den Keimblättern gebildeten drüsenfreien Marginaltentakel zu finden.

An Jan: Alle drei Queenslanddrosera (auch Arten der Sonnentausektion Prolifera) vermehren sich auch am Naturstandort vielfach vegetativ und bilden dadurch größere zusammenhängende Gruppen. Allerdings blühen die Pflanzen natürlich auch und bilden Samen, wie ja gerade dieser Beitrag zeigt. Auch degenerieren Pflanzen nicht durch vegetative Vermehrung, sondern eher durch ständige Selbstbefruchtung, oder auch durch Fremdbestäubung innerhalb kleiner und dadurch meist genetisch bereits verarmter Bestände. Die Gefahr besteht wohl auch bei den drei Queenslanddrosera, deren rare Restbestände nur an wenigen Standorten im Regenwald zu finden sind. Leider wurde der überwiegende Teil der australischen Regenwälder bereits vernichtet und damit natürlich nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die genetische Vielfalt innerhalb einzelner Arten, wie bei den hier genannten Sonnentau.

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Siggi_Hartmeyer

Das interessiert mich auch ;-). Geschrieben habe ich den Beitrag mit Google-Chrome Version 21.0.1180.75 m (ist aktuell), die Hieroglyphen waren beim Verfassen nicht zu sehen. Den Verlauf und Cookies habe ich im Browser erst gestern gelöscht. Der Sinn eines Verlaufs kann es ja wohl nicht sein, vor jedem Besuch im GFP-Forum gelöscht zu werden ;-). Wer auch immer meine Umlaute verkrüppelte: Weiterhin viel Spaß beim Reparieren des Forums.

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Danke für den sehr informativen Beitrag!

Bin auch sehr gespannt was aus den verbleibenden Sämlingen wird, eine Hybride wäre schon sehr interessant!

Hatte nichtmal irgendwer die Theorie, dass D.schizandra eine Hybride aus prolifera und adelae sein soll? Oder war das nur ein Witz? Die sehen ja schon alle 3 seeeeehr unterschiedlich aus...

So unterschiedlich, wie es auf den ersten Blick scheint, sehen sie gar nicht aus. Gerade bei Jungpflanzen kann man die Ähnlichkeit gut erkennen.

Vergleiche mal folgendes Bild mit den obigen Bildern von Tag 37/38

post-2176-0-29701700-1344951857_thumb.jp

Und jetzt noch ein aktuelles Bild von den 3 größten Überlebenden Pflanzen

post-2176-0-31323100-1344952398_thumb.jp

Die große Pflanze in der Mitte ist eindeutig eine reine D. adelae.

Die Pflanzen oben links und unten rechts im Bild könnten aber durchaus Hybriden mit D. prolifera sein, aber um das eindeutig zu sagen, müssen sie noch ein bischen größer werden.

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Die beiden kleineren Pflanzen sehen doch schon sehr nach einer Hybride aus. Hast du dich mal informiert ob es bereits eine solche Hybride gibt?

So sicher bin ich mir da noch nicht, Jungpflanzen von D. adelae unterscheiden sich deutlich von ausgewachsenen Exemplaren.

Die Hauptunterschiede sind die etwas geringere Behaarung der Sprossmitte und der etwas längere tentakelfreie Blattstängel, sowie die Art, wie sich die Blätter entfalten. Bei D. adelae rollen sich die Blätter über die gesamte Länge ab, bei D. prolifera klappen sie einmal längs des Stieles auf, aber das ist wegen der geringen Größe noch nicht zweifelsfrei zu sagen.

Meines Wissens sind das die ersten Sämlinge in Kultur aus der Sektion prolifera, und somit wären es auch die ersten Hybriden.

Bearbeitet von Abaddon
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