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Anfänger? - Das ist nur Ansichtssache!


Abercrombie

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Abercrombie

Anfänger = Ansichtssache...nur eine gewagte These oder ist doch was wahres dran? Ich hoffe jedenfalls, dass ich damit eine tiefgründige Diskussion in Gang setze, denn ich vertrete im Bezug auf "Anfänger- und Fortgeschrittenenpflanzen" meine ganz eigene Meinung. Bitte seht es mir nach, dass ich nicht sofort auf jeden Beitrag antworte - ich darf ja im Moment nur zwei Beiträge am Tag schreiben ;-)

Wie komme ich dazu, dies zu behaupten? Im Forum liest man über bestimmte Pflanzen immer wieder, dass man 'unbedingt' Erfahrungen mit Fleischfressenden Pflanzen haben muss, bevor man sich eine anspruchsvolle Pflanze kauft. Mit den Erfahrungen ist es ja ganz schön und ganz gut...aber Erfahrungen nutzen einem immer nur dann etwas, wenn man sie hat, bevor man sie machen muss. Will heißen, dass man durchaus auf die Erfahrungen anderer zurückgreifen kann, die hier veröffentlicht wurden (es wird ja auch immer gerne auf die Suchfunktion verwiesen). Und warum soll sich nicht jemand als erstes eine sehr anspruchsvolle Pflanze zulegen, wenn er ihr die optimalen Bedingungen bieten kann? Was nutzen einem denn 10 Jahre Erfahrungen mit Fettkrauthybriden und Drosera capensis, wenn er sich einen Zwergkrug kaufen möchte? Dazwischen liegen Welten! Und jeder, der sich das erste Mal einen Zwergkrug oder eine Heliamphora kauft, ist bei dieser Pflanze ein Anfänger; dabei spielt es keine Rolle, wie viel Erfahrungen er mit anderen FFP hat. Fakt ist, dass der Zwergkrug (den nehme ich mal als prägnantes Beispiel) eine heikle Pflanze ist. Der Zwergkrug kann einem 100-jährigen mit 90-jähriger Fettkraut-Erfahrung genauso eingehen, wie einem Anfänger. Und JEDER ernsthaft Interessierte und verantwortungsbewusste Mensch (ob mit irgendwelchen Erfahrungen oder ohne) wird sich VOR Anschaffung einer (schwierigen) Pflanze über Haltungsbedingungen etc. erkundigen und hier Fragen im Forum stellen oder an Diskussionen beteiligen.

Ich möchte damit nicht sagen, dass sich jeder zu jeder Zeit jede beliebige Pflanze kaufen sollte. Ich finde es wichtig, sich VOR dem Kauf mit den Pflanzen zu beschäftigen, die man zu kaufen beabsichtigt. Auf keinen Fall sollte man blind jede Pflanze kaufen, nur weil man sie grad gesehen hat und schön findet. Falsch finde ich aber, dass hier viele sofort auf die nicht vorhandenen Erfahrungen hingewiesen werden und das oftmals von Leuten, die selbst gar keine eigenen Erfahrungen mit den gefragten Pflanzen haben. Oft werden auch Leute mit wenigen Forenbeiträgen pauschalisiert als Anfänger eingestuft. Ich habe nichtmal 20 Beiträge, habe den Titel Anfänger, aber hatte schon zu einer Zeit meine Venusfliegenfallen, da waren manche "Experten" hier mit hunderten Beiträgen noch gar nicht geboren. Damit müsste ich ja dann schon prädestiniert sein, um Zwergkrüge erfolgreich kultivieren zu können ;-) Mal abgesehen davon würde ich mir bis auf weiteres erstmal keine Heliamphora zulegen, da ich - relativ verantwortungsbewusst - ihr derzeit nicht die geeigneten Bedingungen bieten kann und im Moment nichts investieren möchte, um zum Beispiel eine Nachtabsenkung der Temperatur gewährleisten zu können. Damit scheiden auch gleichzeitig alle anderen Pflanzen mit diesem Erfordernis von vorn herein für mich erstmal aus. Aber ich habe kein Problem damit, mir Zwergkrüge zu besorgen, weil ich denen die notwendigen Bedingungen bieten kann.

Das mit der "Anfängerfrage" ist allerdings eine typische 'Forenkrankheit' - egal in welcher Art Forum man unterwegs ist - man wird geradezu zwangsläufig mit dem Satz: "Dafür solltest Du aber mehr Erfahrungen haben!" oder "Das ist auf keinen Fall für Anfänger geeignet!" konfrontiert. Beim Angeln sollen Anfänger kein teures Angelzeug nehmen, in der Terraristik sollen Anfänger nur bestimmte Tiere kaufen und hier bei den FFP sollen Anfänger auf keinen Fall Zwergkrüge kaufen. Die Venusfliegenfalle gehört auch nicht zu den ganz einfachen Arten, aber ich gehe mal davon aus, dass 90 % der Leute mit einer VFF ausm Baumarkt angefangen haben ;-)

Und nun bin ich mal gespannt, was Ihr so schreibt!

Edited by Abercrombie
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Hallo Abercrombie,

ich sehe es genauso wie du!

Man muß auch immer wieder feststellen, dass sich viele viel zu früh an das Forum wenden.

Da werden gleich Pauschalanfragen an das Forum gestellt, wo man rauslesen kann, dass die Person sich noch gar nicht informiert hat.

Ich denke jeder hier ist hilfsbereit und hilft auch gerne, aber sich hier die Grundlagen erklären zu lassen, finde ich persönlich

einfach nur 'faul'.

Gerade im Netz gibt es jetzt schon soviel Informationen, die man dann nur selber auswerten und auf sich zurechtschneiden muß.

Wem das schon zu viel ist und sich das lieber von wem anders erklären läßt, der sollte sich selber mal Fragen, ob man dem Hobby dann überhaupt die nötige Passion geben kann.

Bitte nicht falsch verstehen, ich hab sicher auch schon Fragen gestellt, wo andere sagen "Was war das denn für eine sinnlose Frage",

aber manchmal sucht man im Netz auch in die falsche Richtung.

Jetzt bin ich auch vom eigentlichen Thema abgekommen.

Um es einmal kurz zu fassen:

Die Haltung von carnivoren Pflanzen ist im Vergleich zu anderen Pflanzen auch schwierig und trotzdem haben wir alle damit angefangen ohne vorher 10 Jahre Erfahrung mit einer Yuccapalme nachzuweisen.

Einfach sehr gut informieren und wagen!

Gruß

Adrian

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Mit den Erfahrungen ist es ja ganz schön und ganz gut...aber Erfahrungen nutzen einem immer nur dann etwas, wenn man sie hat, bevor man sie machen muss.

Erfahrungen heißt aber auch, dass man sich zuvor erkundigen muss, bevor man eine Pflanze kauft und sich über die Kulturbedingungen informieren. Leider ist es jedoch der Fall, dass man sich seltene oder schwierige Arten kauft und erst später erfährt, dass die Pflanze unter den herrschenden Bedingungen nicht lange überleben wird. Dann fängt man an mit zusätzlicher Beleuchtung, Substratwechsel, Feuchtigkeit zu experimentieren, obwohl man so was auch zuvor hätte machen können, ohne die Pflanze zu strapazieren. Noch schlimmer ist es, wenn man sich nach einer eingegangenen Pflanze noch eine besorgt, ohne etwas an den Kulturbedingungen zu ändern bzw. zwar schön im Forum postet, aber die Tipps dann doch nicht umsetzt und sich später wundert, warum man keinen Erfolg hat. Erfahrungen sammeln ist gut, jedoch muss man zuvor auch etwas Basiswissen zur jeweiligen Pflanze sammeln. Und das geht auch sehr gut mit einfacheren Arten ;)

Erst wenn man die gut im Griff hat, sollte man sich LANGSAM an schwierigere Arten herantrauen.

Und warum soll sich nicht jemand als erstes eine sehr anspruchsvolle Pflanze zulegen, wenn er ihr die optimalen Bedingungen bieten kann?

Du siehst ja, wievielte verzweifelte Anfragen kommen. Allein bei Heliamphora sollte man meinen, dass jeder, der sich einigermaßen mit Karnivoren beschäftigt, wissen sollte, dass diese Gattung SEHR VIEL LICHT BENÖTIGT! Und trotzdem kommen dutzende Fragen mit Fotos von vergeilten Pflanzen zum Vorschein.

Was nutzen einem denn 10 Jahre Erfahrungen mit Fettkrauthybriden und Drosera capensis, wenn er sich einen Zwergkrug kaufen möchte?

Substrat, Wasser, Feuchtigkeit, Erfahrungen mit Schädlingen und SCHIMMEL, was einer der größten Ursachen für den Verlust von Cephalotus verantwortlich ist.

Dazwischen liegen Welten!

Und an die sollte man sich auch herantasten und nicht gleich den Gott spielen ;)

JEDER ernsthaft Interessierte und verantwortungsbewusste Mensch (ob mit irgendwelchen Erfahrungen oder ohne) wird sich VOR Anschaffung einer (schwierigen) Pflanze über Haltungsbedingungen etc. erkundigen und hier Fragen im Forum stellen oder an Diskussionen beteiligen.

Leider kommen die Diskussionen erst, wenn es viel zu spät dafür ist.

"Dafür solltest Du aber mehr Erfahrungen haben!" oder "Das ist auf keinen Fall für Anfänger geeignet!"

Deswegen sollten diese ganzen Warnungen von schwer zu kultivierenden Pflanzen ein Zeichen dafür sein, dass man sich vor dem Kauf, wie du sagst, mit der Pflanze beschäftigt und nicht von Null auf Erfahrungen sammelt. Bei Neulingen kommt man aber um Einfache Arten wie Dr. capensis nicht herum, um „Grundbasics“ zu sammeln.

Ich zähle mich auch als Anfänger, trotzdem konnte ich schon einige Tipps geben, die ich zwar selbst nicht erlebt, jedoch einige Male gelesen habe.

Und wenn 5 oder mehr Menschen das Gleiche sagen, dann gehe ich davon aus, dass es stimmt.

Cephalotus möchte ich mir auch anschaffen. Ich habe dazu aber auch einiges Nachgeforscht und denke, dass ich geeignete Kulturbedingungen bieten kann.

Dass es nicht der Fall ist, kann sich immer noch jederzeit herausstellen, aber ich bemühe mich wenigstens darum, vorerst Informationen über die Haltungsbedingungen der Art anzulesen und nicht einfach nur kaufen und hoffen, dass die Art bei mir über den Winter kommt.

In vielen Punkten muss ich dir zustimmen, jedoch finde ich die ganzen Warnungen angemessen, um Anfänger die sich nicht ernsthaft Interessieren sich auch nicht gleich an den schwierigeren Arten ausprobieren.

Edited by Mr.Smooth
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Hallo Marcel,

gutes Thema, interessante These.

Ich kann deinen Standpunkt vertehen aber vertrete auch den Standpunkt, dass man erst mit "Anfängerpflanzen" Erfahrung sammeln sollte.

Sehr oft finden sich hier im Forum beiträge von Forenneulingen, die eine Pflanze gekauft haben, jetzt Probleme haben und Rat suchen. Sehr oft handelt es sich dann noch um recht junge Leute bei denen man meinen könnte, sie hätten noch nie eine Pflanze gepflegt. Diese Personen würde ich als "Absoluten Neuling" bezeichnen.

Und gerade hier zeigt sich, was "Anfängerpflanzen" sind und anspruchsvollere. Ein Kapsonnentau z.B. kann wirklich VIEL mitgemacht haben und mehr Tod als Lebendig aussehen, aber kann sich von den begangenen Fehlern sehr leicht erholen. Ich habe selbst einmal zu früh meinen Sonnentau raus gestellt - war ja schon warm und hell - ein nächtlicher Frost und die Trauer war Groß ABER die oberirdisch abgestorbenen Pflanzen haben sich regeneriert.

Bei "anspruchsvolleren" Pflanzen wäre dass das Todesurteil gewesen.

"Anfängerpflanzen" sind meiner Meinung nach Pflanzen, mit denen man Randbedingungen ausloten kann OHNE die Pflanze bei einer leichten Überschreitung zu verlieren.

Ich gebe Dir recht, das viele Informationen zur Kultur der Pflanzen im Internet stehen, jedoch wirst du im Internet nicht nachlesen können, wie oft oder selten du im Winter bei dir gießen musst, um Schimmel oder Austrocknung zu vermeiden. Wie lange deine Anstaubewässerung im Sommer reicht, ...

Das sind Erfahrungen die jeder selber sammeln muss. Und wenn man einen Fehler macht, dann doch lieber mit einer Pflanze, die ihn überleben kann.

Ein weiterer Punkt ist, dass man mit "Anfängerpflanzen" ein Gefühl entwickelt und Vergleiche anstellen kann. Natürlich kann ich Obejektiv sagen: bei XXXX Lux kann ich Pflanze XYZ kultivieren. Aber ich kann auch sagen: Kapsonnentau ist bei mir das ganze Jahr über toll ausgefärbt und zeigt keinen Lichtmangel - für ein Fettkraut sollte das Licht folglich reichen.

END VOM LIED: Ich gebe dir Recht, dass ein Anfänger, der sich Informationen angelesen hat, optimale Bedingungen bietet und NIE Ausnahmesituationen kennen lernt eine "anspruchsvollere" Pflanze pflegen kann. Aber Anfängerpflanzen helfen einfach mögliche Fehler in der Kultur schon zu finden und sich darauf vor zu bereiten.

(Noch ein kleines Beispiel: Viele Anfänger kaufen sich im Sommer bei ordentlich Sonne Pflanzen und berücksichtigen nicht, dass ein deutlich dunklerer Winter folgt wie man im Herbst an VIELEN Überwinterungsthreads erkennen kann.)

PS. Wenn du eine Venusfliegenfalle problemlos über mehr als ein Jahr gepflegt hast und dich informiert hast, hast meiner Meinung nach auch genug Erfahrung um dich erfolgreich an einem Zwergkrug zu probieren.

Gruß Stephan

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Ich schwanke die ganze Zeit zwischen konstruktivem Beitrag und bitter-bösem Kommentar.

1) Es ist ein schöner Traum, aber eben ein Traum, dass der durchschnittliche Anfänger sich selbsttätig und intensiv im Vorfeld eines Kaufes zu den Haltungsbedingungen erkundigt und noch viel utopischer, dass er kritisch reflektiert, ob er die Haltungsbedingunengen bieten kann oder nicht. Selbst wenn es so weit gekommen sein sollte, wird die Kosequenz aus diesen Überlegungen trotzdem oft sein: "Wird schon gutgehen, ich will das Ding unbedingt haben." So viel kann ich euch nach 7 Jahren im Forum sagen.

2) Lest mal kritisch die Beiträge einger Anfänger. Es gibt mitunter Anfänger, die könnten offenbar nicht mal etwas aus dem Baumarkt-Fensterbank-Grundprogramm halbwegs angemessen pflegen, geschweige denn eine Carnivore.

3) Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er/sie direkt oder schnell mit schweren Arten startet und manchmal geht das sogar gut. Aber all zu oft kommt das nicht vor. Erfahrungen mit anderen Pflanzen und einfachen Carnivoren garantieren keinen Erfolg mit schweren Arten, sie erleichtern aber die Kultur und man kann früher und zuverlässiger die Anzeichen von Problemen erkennen und angemessen reagieren. Die grundlegenden Kultur-, Pflege- und Vermehrungsmaßnahmen gehen einem sicherer von der Hand und man kann den Spielraum für Experimente eher abschätzen als ohne Erfahrung. Die betreffenden Arten gelten in der Regel nicht als zickig um Einsteiger zu diskriminieren, sondern weil ihre Toleranzgrenzen bezüglich der wichtigen Umweltfaktoren Licht, Wärme, Wasser, Substrat ... deutlich enger sind als bei einfachen Arten. Ein dauerhaftes Verlassen der Vorzugsbereiche hinsichtlich dieser Faktoren wird jede Pflanze früher oder später mit dem Ableben quittieren und die anspruchsvollen Arten tuen dies eben meist etwas eher. Das lässt sich nicht wegdiskutieren.

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Hallo !

Ich denke, die Hinweise, erstmal einfache Pflanzen (welche u.U. auch kleinere Fehler wie gießen mit Leitungswasser, mal eine gewisse Zeit verzeihen) zu pflegen, ist auch eine Art Schutz für den "Neu-Karnivoren-Pfleger". Wenn ich mir zB gleich eine Hochland-Nepenthes gekauft hätte, weil mir ihre Kannen so gefallen, wäre mir diese mit Sicherheit schnell eingegangen. Das wäre erstens sehr schade um die Pflanze und zweitens wäre ich sicherlich sehr enttäuscht von Karnivoren, weil sich für mich das häufige Vorurteil, "die sind sehr schwer zu pflegen" bestätigt hätte. Ich habe mit "einfachen" Sonnentauen und Sarracenien angefangen und mich dann schwierigkeitsmäßig "hochgearbeitet" und kann jetzt (meiner Ansicht nach) auch versuchen, robuste Hochland-Nepenthes zu pflegen. Was ich sagen will: würden viele "Neulinge" mit schweren Pflanzen anfangen, würden sie vermutlich das Hobby wegen Frustration schnell wieder aufgeben, was mit robusteren Pflanzen so vermutlich nicht passiert.

Aus der Anzahl der Beitäge hier kann man natürlich nicht schließen, ob der Schreiber gerade mit dem Hobby anfängt oder schon jahrelang verschiedene Gattungen kultiviert, das erkennt man (meiner Ansicht nach) eher an dem Inhalt und der Art der Fragen (jemand, der fragt "wie überwintere ich meine Nepenthes" hat vermutlich nicht viele Erfahrungen mit dieser Gattung).

VG

Thorsten

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Hallo!

Irgendwie kann ich nicht nachvollziehen wie das pflegen einer Drosera capensis einen auf schwierigere Arten vorbereiten soll. Um die umzubringen oder auch nur schlecht aussehen zu lassen müsste man sich schon selten dämlich anstellen. Selbst die Aussaat stellt ja absolut keine Ansprüche.

Daher denke ich, dass eine Drosera capensis zwar eine schöne und interessante Pflanze ist, aber maximal auf andere Drosera vorbereitet und keinesfalls auf andere Gattungen.

Es macht Sinn, in einer bestimmten Gattung mit einer etwas einfacheren Art zu starten, aber von einer ganzen Gattung pauschal abzuraten ist meiner Meinung nach der falsche Weg.

Ich glaube es gibt viele, die jahrelang einfache Arten gepflegt haben und denen dann die Darlingtonia trotzdem eingegangen ist.

Und jeder der den Weg bis ins Forum geschafft hat, ist auch bereit sich zu informieren(hoffe ich zumindest) und mit den Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Die große "Gefahr" für die Pflanzen sind die 0815 Baumarktkunden, die eine VFF sehen und die einfach einpacken in der Meinung sie könnten die halten wie ihre anderen Pflanzen. Wenn ich erzähle, dass ich Fleischfressende Pflanzen habe, höre ich oft Sätze wie:"Mein Bruder hatte auch mal eine, aber die ist nach kurzer Zeit eingeganen." -.-

Aber dass Anfängern immer wieder zu den selben Arten geraten wird, kenn ich auch aus anderen Foren.

Beispiel aus der Aquaristik(und vielleicht einwenig off Topic^^): Ich wollte einfach nur wissen, ob es stimmt, dass Hummelgarnelen robuster sind als Bienengarnelen. Die Antwort bezog sich gar nicht auf meine Frage sondern es hieß, wenn ich noch nie Garnelen hatte, sollte ich doch besser Red Fire nehmen.....

Sowas kann echt anstrengend sein. Ich habe natürlich nicht die Red Fire genommen. Wo ich sehr froh drüber bin, denn die interessieren mich nicht. Dann hätte ich jetzt ein Becken, was mich langweilen würde anstatt Teil meines Hobbys zu sein.

Daher meine Bitte an die "Profis": Anfängern gegenüber sollte man so fair zu sein, dass man zwar auf eventuelle Probleme hinweist und von mir aus auch andere Arten vorschlägt, aber den Anfänger nicht so lange bequatschen bis er schließlich nachgibt. Es soll tatsächlich welche geben, die sich richtig informieren und es dann gebacken bekommen ;)

Gruß Michi

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Hi Marcel und alle,

prinzipiell halte ich auch wenig von so einem elitären Gestus (wie ich ihn auch schon in manchen Carni-Büchern kritisiert habe): "Gattung XY sollte nur dem erfahrenen Karnivorenkenner vorbehalten sein". Andererseits würde ich mich selbst belügen, wenn ich sagen würde, ich hätte durch den allmählichen Aufbau meiner kleinen Sammlung nichts gelernt was mir später hilfreich war. Ich hab mir einen Cephi 2009 als ich anfing gleich gekauft. Der hatte im Spätherbst schon Mehltau im Baumarkt angesetzt und nur juvenile Krüglein.. ich bin sehr froh ihn bis heut trotzedem durchbekommen zu haben. Die Darlingtonia ist mir beim ersten Versuch im Sommer 2010 aber auch eingegangen.. Trotzdem: Versuch mach klug und bestimmtes Kraut (Hochlandnepenthes und viele Helis) sind für mich wg. finanzieller und räumlicher Limits einfach "nicht drin" im Moment. Anfängern würde ich aber niemals pauschal von einer Gattung bzw. Pflanze "abraten", sondern im postivien Sinne "zu-raten" ihre Kulturbedingungen akribisch abzuchecken und bei günstigem Befund es einfach zu probieren! Gute Beratung und vielleicht der ein oder andere Besuch im Gewächshaus eines "alten Hasen" bringt dem Einteiger definitiv mehr als eine "Abwatsche" im o.g. Sinne...

Das jedenfalls meint

Feldi

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Moin zusammen,

das ist doch mal eine interessante Diskussion, zu der ich auch mal meinen Senf bei geben möchte^^

Prinzipiell denke ich, dass jeder alles ausprobieren kann und sollte. In so weit stimme ich dir also zu Abercrombie. Pauschal von Pflanzen, die hier allgemein als kompliziert bezeichnet werden abzuraten, triffts nicht ganz.

Wo ich allerdings den anderen zustimmen muss ist, dass das pflegen einfacherer Pflanzen doch auf die komplizierteren vorbereitet. Es mag bestimmt Leute geben, die den grünen Daumen haben, sich die Infos im Netz suchen (Ja, ich glaube fest daran, dass es solche Leute gibt, die sich gezielt vorbereiten BEVOR sie eine Pflanze kaufen^^) und dann aus dem Stand eine komplizierte Hochland-Nep durchbringen.

Aber das wird eher die Seltenheit sein. Und ich muss sagen, ich hab bei mir festgestellt, dass man einfach mit der Zeit nen Blick für die Pflanzen bekommt. Ich seh inzwischen schon BEVOR die Pflanze grün wird, wenn sie zu wenig Licht hat, und kann umstellen, BEVOR sie unrettbar verloren ist. Und ich finde, dass ich inzwischen bei den Pflanzen, die ich habe, sehr gut einschätzen kann, wann und wie viel Wasser sie brauchen. Aber bis dahin habe ich so einige Pflanzen ersäuft, bzw vertrocknen lassen und das sollte man doch besser mit einfacheren machen, als mit teuren und seltenen Pflanzen.

Wenn allerdings diese "Basics" sitzen, also wenn man einschätzen kann, wie viel Licht Karnivoren brauchen (Ich erinner hier mal an die zahllosen Threads mit grünen Pflanzen, wo eine 14W Energiesparlampe in gefühlt 3m Abstand drüber hängt mit der Frage "Reicht die Beleuchtung?") und wenn man ein Gefühl für richtige Luftfeuchte und Substratfeuchtigkeit hat, dann steht natürlich nichts dem entgegen kompliziertere Pflanzen zu kaufen. Vorrausgesetzt natürlich, man kann die nötigen Bedingungen bieten.

Jetzt ists natürlich Interpretationssache, wie viel Erfahrung (bzw. wie viele Jahre) man braucht bis die Basics sitzen^^ Ich denke aber, dazu braucht man nicht sehr lange. Sobald man ein zwei Pflanzen sicher beherscht, ohne das sie vor sich hin kränkeln ist man in dem Bereich schon gut aufgestellt. Wenn man dann noch ein, zwei Problemfälle (Schimmel, Schädlinge) überstanden hat, solte man eigentlich das nötige Rüstzeug haben, um in kompliziertere Gefilde vorzudringen.

Man bedenke nur mal, wie viele Capensis verschimmeln unter viel zu wenig Licht bis zum Kinn in Wasser getaucht. Wer solche "Erfahrung" hat ist natürlich völlig ungeeignet für Helis & Co. Wer aber schön ausgefärbte, gesunde Capensis hat der kann sich mit den richtigen Bedingungen ruhig an Komplizierterem versuchen. Auch, wenn man noch keine 10 Jahre Erfahrung hat.

Meine Meinung dazu

Lg

Tänzer

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Moin,

Die Diskussion Interessiert mich auch sehr!

Also ich bin Absoluter Neuling in Thema Carnivoren.

habe sie erst seit ca 8 Monate und wollte schon am Anfang ein Ceph und Darlings haben.

Und 3 Wochen nachdem ich mein erste Vff hatte hat so angefangen :) war ich kurz davor ein Darling zu bekommen.

Sollte ne Jungpflanze von einem Mitglied sein doch er hat das Hobby aufgegeben.

Hätte ich sie Gekauft und wäre mir Bestimmt 2 Wochen oder früher schon eingegangen, Hätte ich bestimmt das Hobby aufgegeben.

Doch das ist jetzt nicht der Fall Ich bin eines der ,,wenigen (!)´´ Chat User und der Chat hat mich so zur Vernunft gebracht das ich Gar nicht mehr daran Denke mir eine Rarität zu kaufen !

Vor kurzem hatte ich um die 40 Pflanzen gehabt und 10 sind eingegangen also hab ich um die 25-30 Pflanzen.

Und das waren binatas/Filis und paar sarras.

Binatas wohl deswegen weil ich zu wenig Wasser gegeben habe ,wie bei Den Sarras

(Siehe Thema: Sind meine Sarracenien ok?)

Daher habe ich Beschlossen weil bei mir Binatas/Filis (!) Eingegangen sind, möchte ich versuchen erst sie sicher und Ohne Verluste der beiden arten zu kultivieren.Erst dann möchte ich mich an andere Pflanzen Wagen.

Und nein erst in 3-5 Jahren wage ich mich an meine erste Rarität!

Gruß

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Sebastian Dormann

Hallo,

In dem Punkt, dass man sich mit leichten Arten auf schwierige Arten vorbereiten kann stimme ich allen zu.

Ich nehme mich mal als Beispiel:

Angefangen habe ich mit einer Baumarktnepenthes (N. sanguinea), diese wuchs super, ich wahr motiviert und kaufte mir nach einem Jahr eine nächste Kannenpflanze (N. truncata). Kurz darauf folgte auch schon mein erster Schädlingbefall mit den guten alten Spinnmilben. Die Bekämpfung war schwer, aber die Pflanzen haben überlebt, das war die Hauptsache.

Als das überstanden war, waren die nächsten Arten geplant, ich spezialisierte mich auf Hochland-Neps und sammelte fast ein halbes Jahr lang Informationen.

Als ich die zusammen hatte, ging es daran die Kulturbedingungen herzustellen. Dies klappte zwar nicht auf Anhieb aber mittlerweile besitze ich mehrere Hochlandarten, welche bei den gegebenen Kulturbedingungen einwandfrei wachsen.

Deshalb erwähne ich es auch nochmal: Es ist meiner Meinung nach sehr wichtig, sich zu informieren BEVOR man sich die gewünschten Pflanzen zulegt. Immerhin sind viele carnivore Arten vom Aussterben bedroht.

So viel von meiner Seite.

mit freundlichen Grüßen,

Basti

Edit: Eigentlich kann man darüber dirkutieren wie man will, ändern wird sich trotzdem nichts.

Ich schätze in nichtmal einem halben Jahr wird es wieder einen ähnlichen Thread geben in dem, dann das selbe rauskommt.....

.....nämlich nichts

Edited by Sebastian Dormann
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