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Albinopflanzen


Buchmaler

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Hallo,

ich hoffe ich bin mit meiner Frage hier richtig aufgehoben. Ich habe mir neulich meine erste VFF gekauft (es gab im Aldi kleine Töpfchen und ich konnte nicht widerstehen). Als ich mich nun danach ein wenig im Internet informiert habe und verschiedene Unterarten durchforstet habe bin ich hin und weg. Besonders angetan hat es mir ein Foto, in das ich mich ein wenig verliebt habe:

Dionaea%20muscipula%20blanche%20neige.JPG

( http://www.natureetpaysages.fr/en/content/41-dionaea )

Mir ist bewusst, dass Albinos (handelt es sich um einen Albino?), zumindest bei Tieren keine Nachkommen zeugen und dass sie bei Pflanzen aufgrund mangelnder Photosynthese in der Regel nicht überlebensfähig sind ... Aber diese Pflanze scheint gegenteiliges zu beweisen?

Leider habe ich keine weiteren Informationen dazu gefunden. Ich hätte sooo sooo soooooooo gerne eine dieser Pflanzen, bin hin und weg.

Weiß jemand etwas näheres?

Liebe Grüße, Lars

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Andy Böhnke

Hallo Lars,

willkommen im Forum.

Von der Dionaea muscipula gibt es keine Unterarten. Es sind Klone oder Kultivare. Auch die Bezeichnung Formen wäre richtig. Unterarten aber nicht.

Eine Übersicht mit Fotos über die versschiedene Formen kannst du hier finden. Was meinst Du eigentlich mit Albino? Suchst Du eine blasse Form oder eine reine grüne Form. Die normale Form ist ja grün mit roten Falleninnenseiten. Die 'white' ist z.B. eine fast weiße Form.

Überlebensfähig sind übrigens alle Dionaea-Formen.

Schöne Grüße

Andy

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Hallo Lars,

wirklich eine spektakuläre und sehr schöne Form. Wenn du ein wenig Erfahrung mit deinem "Aldi-Pflänzchen " gesammelt hast und dieses gut über die Sommer und Winter bringst, wäre das doch mal eine interessante Variante.

Viel Spass und viel Erfolg mit deiner Pflanze!

Edited by Marco W.
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Abercrombie

Hallo!

Klar können albinotische Tiere Nachwuchs bekommen...sonst gäbe es in den Zooläden keine weißen Mäuse (Albino Zuchtform der Hausmaus, Mus musculus). Ferner gibt es auch in der heimischen Fauna immer wieder Albinos. Sie sind für Beutegreifer nur zu schnell auffindbar und sind daher selten zu sehen. Ich bin Säugetierkundler und wir haben schon des öfteren albinotische Tiere mit Nachwuchs gefunden. Es gibt bei den Tieren auch Teilalbinismus.

@ Marco:

Ich glaube eher, er hat eine normale Pflanze und hätte nur gerne die weiße Form.

Es gibt auch den Leuzismus. Auffälligstes Merkmal im Gegensatz zum Albinismus sind die dunklen Augen. Albinos haben rote Augen. Die anderen Merkmale sind genetischer Natur und die lasse ich an dieser Stelle mal weg.

Edited by Abercrombie
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Corvus Corax

Danke Abercrombie, genau das habe ich mir auch gedacht. ^^ Nicht die gene verhindern oft die Nachkommen, sondern die Beutegreifer, die bei der hellen Farbe keine Mühe haben, die Tiere zu finden.

Ich selbst kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass es besonders förderlich für eine Pflanzen ist, hell bis weißlich zu sein. Schließlich haben Pflanzen ihre grüne Farbe ja nicht umsonst. Gibt es vielleicht sogar eine Studie darüber, ob diese Pflanzen das Licht schlechter oder genauso gut verarbeiten können?

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Also die oben gezeigte Pflanze scheint schon leicht grün zu sein. Gut möglich, dass der rote Farbstoff ganz weg ist, aber ganz weiß sieht sie jedenfalls nicht aus.

Dann würde sie wohl wirklich nicht überleben. Ohne Chlorophyll kann eine Pflanze einfach das Licht nicht verwenden. Da kann die Sonne noch so sehr draufknallen.

Ist so eine helle Form (kein Albino) dann eigentlich auch anfälliger für Schäden durch die Sonne?

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Danke für die Antworten, Informationen und Korrekturen. Sehr interessant.

Ich selber habe eine ganz "normale" grüne Pflanze, bin aber über das Foto der weißen Pflanze gestoßen und sehr angetan. Leider habe ich bisher keine Bezugsquelle für weiße Pflanzen oder Samen gefunden, aber ich suche weiter.

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Albinismus kenne ich nur im Zusammenhang mit Tieren. Der Ausdruck bezeichnet Gendefekte, wodurch weniger oder keine Melanine (Säuger, bei anderen Tiergruppen kommen auch noch andere Pigmente vor) gebildet werden können. Bei Pflanzen übernehmen z.B. Anthocyane unter anderem die Aufgabe vor zu intensiver Bestrahlung zu schützen. Wenn überhaupt, dann wären also die Äquivalente zum tierischen `Albinismus´ eher jene Formen, welche rein grün bleiben.

Ich selbst kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass es besonders förderlich für eine Pflanzen ist, hell bis weißlich zu sein. Schließlich haben Pflanzen ihre grüne Farbe ja nicht umsonst. Gibt es vielleicht sogar eine Studie darüber, ob diese Pflanzen das Licht schlechter oder genauso gut verarbeiten können?

Zur Beurteilung der Folgen einer solchen Störung bei Pflanzen braucht es eigentlich keine Studie.

Die grüne Farbe resultiert aus dem Chlorophylle-Carotinoide-Gemisch der Fotosysteme, die für die lichtabhängige Reaktion der Fotosynthese verantwortlich sind. Pflanzen mit blass-grüner, fast weißer Farbe enthalten also weniger Blattfarbstoffe (darunter eben auch die zur Fotosynthese nötigen Farbstoffe) und sind daher in verringertem Maße in der Lage Fotosynthese zu betreiben. Die Chloroplasten vermehren sich durch Teilung, dies ist nicht zwingend an eine Zellteilung gekoppelt und sie enthalten Reste eigener, ringförmiger (wie Procaryoten) DNA. Manche Kulturformen von Pflanzen zeigen Blätter mit weißen Rändern oder Flecken, dabei sind die Chloroplasten einiger Zellen unfähig Chlorophylle und andere Farbstoffe zu bilden. Allen davon abstammenden Chloroplasten fehlen diese Fähigkeit ebenfalls, daher beiben diese Teile der Blätter weiß (blass-grün wenn doch einige Chloroplasten Farbstoffe bilden können). Wenn es daneben Zellen mit normalen Chloroplasten gibt, entsteht ein Muster. Ist ein Großteil der Chloroplasten aller Zellen eines Bildungsgewebes (Meristem) betroffen, so sind alle im Normalfall zur Fotosynthese befähigten Teile nur blass-grün. Je blasser die grüne Farbe, desto mehr Chloroplasten sind betroffen. Rein weiße Pflanzen haben keine funktionsfähigen Chloroplasten. Solche Pflanzen sind aber nur lebensfähig, wenn es sich um Vollparasiten handelt. Je geringer der Anteil normaler Chloroplasten, desto geringer die Gesamtfotosyntheseleistung der Flächen, desto geringer ist die produzierte Menge an biochemischen "Energiespeichern", desto langsamer das Wachstum und desto geringer die Bildung an Reservestoffen -> verminderte Konkurrenzfähigkeit gegenüber normalen Pflanzen.

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Weiß jemand etwas näheres?

Im allgemeinen gehen solche "weißen Pflanzen" nach kurzer Zeit ein, wenn sie mit einer gestörten Chlorophyllbildung aus der Winterruhe kommen.

Da mußt Du mal den Besitzer der Pflanze fragen, ob er sie noch hat und ob sie trotz Störung der Blattgrünbildung längere Zeit überlebt hat. Das Blattgrün ist für die Photosynthese essentiell wichtig, ohne Photosynthese lebt eine Pflanze nur von der Substanz. Eine Dionaea also von ihrem Rhizom. Und wenn das aufgebraucht ist, war's das mit der Pflanze. Es sei denn, sie kriegt doch noch die Kurve und bildet eine angemessene Menge des grünen Blattfarbstoffs, den sie für die Photosynthese benötigt.

Ich habe mal irgendwo ein Bild von einer Pinguicula mit weißen Blättern gesehen.

Auf Rückfrage hat der Besitzer und Fotograf mitgeteilt, dass die Pflanze in den Monaten nach dem Foto gestorben ist und nicht am Leben zu halten war.

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Hallo

Diese weisse Form der Dionaea hat nichts mit Albinoform zu tun. Sie besitzt sehr wenig bis fast kein Chlorophyll und wenn ich richtig informiert bin gibt es diese Pflanze nicht mehr.

Ist halt schwierig solch eine Pflanze zu ziehen und vermehren.

Leute es gibt eine Unzahl von diversen Dionaea Formen. Warum sucht ihr euch immer diese Sachen raus? Gibt es nicht schon genug davon die Interessant sind?

Es gibt hunderte von Formen die wesentlich einfacher zu bekommen sind als diese eine.

Gruß Thomas

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Meine Erfahrungen mit solchen >Weißlingen< beschränkt sich auf Zitrus Pflanzen, bei welchen weiße Keimlinge verhältnismässig oft vorkommen. Ob es sich dabei um den identischen Gendefekt handelt wie bei dieser Dionaea wüsste ich nicht, allerdings ist mir auch niemand bekannt, der es jemals geschafft hätte, aus einem solchen Keimling eine erwachsene Pflanze zu ziehen. Sobald die Nährstoffe aus dem Kern aufgebraucht waren, gingen die Pflänzchen ausnahmslos ein.

Ich habe auch schon von weißen Nepenthes gehört, was mich, muß ich ehrlich zugeben, genauso reizt wie den Threadersteller diese Dionaea. Aber über Sinn und Unsinn solcher Pflanzen kann man natürlich lange streiten. Eigentlich ist es ja völliger Quatsch, von vornherein nicht lange überlebensfähige Pflanzen zu züchten. Aber hübsch sieht sie aus.

LG Janine

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Ich kenn es von meiner Nepenthes x ventrata, dass sie manchmal weiße Flecken hat, wenn die Triebe eine gewisse Länge erreicht haben.

Ich fand das schon ziemlich interessant und hab mich immer gefragt wie sowas Zustande kommt.

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Ja, habe mitlerweile ein wenig mehr herausgefunden. Diese Mutationen bezeichnet man tatsächlich als "Albinismus" oder auch (korrekter) als engl. "Chlorophyll-Deficient". Wie hier schon richtig geschrieben wachsen diese Pflanzen nur so lange, wie sie aus Rizom oder Samen etc. Nährstoffe bekommen und gehen dann ein. Versuche, den durch mangelnde/fehlende Photosynthese fehlenden Zucker durch Zugabe verschiedener Zuckerarten zum Gießwasser auszugleichen sind zumindest bei anderen Pflanzen (Senf, bei dem dieser Defekt durch Zugabe verschiedener Chemikalien phänotyisch erzeugt wurde ... eine Method die ich eventuell auch al probieren werde) mehr oder weniger gescheitert. Während Pflanzen ohne Zugabe des Zuckers jedoch unter dem Gewicht des Samens blieben (trockengewicht) haben die mit Zucker gegossenen Pflanzen das Gewicht zumindest erreicht und lebten auch teils über einen Monat länger. Ganz hoffnungslos ist diese Methode oder eine weiterenticklung davon also theoretisch nicht (allerdings waren diese Zuckerlösungen wohl höher konzentriert als man es zu Hause ohne weiteres hinbekommen würde). Mir kam der gedanke von Kandierten Fliegen ;).

Eine andere hier erwähnte Methode die ein Überleben der Pflanze begünstigen könnte wäre, wenn sie parasitär lebt. Es gibt einige Kieferarten (Redwood) wo Pflanzen mit dem defekt recht groß werden (29 bekannte Fälle weltweit) indem sie sich über einen gesunden Baum mit dem sie zumindest die Wurzeln teilen sich miternähren. Albinopflanzen auf gesunde Pflanzen der gleichen Art aufzupropfen könnte also unter Umständen funktionieren.

@LittleB: Das Phänomen das du beschreibst nennt man Variegation: http://de.wikipedia.org/wiki/Variegation

Auf Fragen zu Sinn oder Unsinn solcher Züchtungen gehe ich gar nicht erst ein. Ich empfinde die Pflanze als sehr schön und faszinierend, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. (Die meisten hier dürften FFP jeder Art vornehmlich aus dem gleichen Grund halten, ohne dass es jemandem aufstößt, warum auch?).

LG, Lars

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Hallo

Eine andere hier erwähnte Methode die ein Überleben der Pflanze begünstigen könnte wäre, wenn sie parasitär lebt. Es gibt einige Kieferarten (Redwood) wo Pflanzen mit dem defekt recht groß werden (29 bekannte Fälle weltweit) indem sie sich über einen gesunden Baum mit dem sie zumindest die Wurzeln teilen sich miternähren. Albinopflanzen auf gesunde Pflanzen der gleichen Art aufzupropfen könnte also unter Umständen funktionieren.

hast du dazu eine Quelle? Das Thema klingt recht interessant.

Kann es sein, dass du dich etwas verschrieben hast und die Pflanzen über das Mykorrhiza (statt den Wurzeln) verbunden sind und dadurch der Zuckeraustausch vonstatten geht? (Sowas gibt's anscheinend bei jungen Bäumen häufiger)

mfg Matthias

Edit: Hab gerade eine (vllt. deine Seite) gefunden: http://www.mdvaden.com/redwood_albino.shtml

In dem Text wird als Enstehungsform Sprossung genannt, somit hat das Mykorrhiza wirklich nichts damit zu tun

Edited by MatthiasF
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Verschrieben habe ich mich nicht, es war mehr eine Vermutung von mir aus mangelnder Fachkompetenz. Mit Mykorrhiza hat das, wie du ja schon herausgefunden hast, aber tatsächlich nichts zu tun. (Du dachtest vermutlich an Cephalanthera austiniae? In meinen Augen eine der schönsten Blumen, wenn nicht die schönste, die es überhaupt gibt. Ich steh auf weiß *g* aber auch ihre Form etc. ist atemberaubend und überirdisch. Ich weiß garnicht, ob man die kultivieren kann *notiz macht* muss ich mal prüfen).

Ich war auf mehreren Seiten bezüglich der Kiefer-Albinos, habe sie aber nur überflogen, glaube auf deiner verlinkten war ich nicht.

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Die Albinokiefer und die Cephalanthera austiniae schaut ja tolla us.

letzes Jahr fand ich eine weiß-cremfarbene Pflanze wusste zuert nicht was das für eine Pflanze ist, nun aber schon

Monotropa hypopitys nennt sich Fichtenspargel

die Verwandschaft schaut schöner(weißer) aus, die ist aber nicht in Europa heimisch

Monotropa uniflora Ghostplant also Geisterpflanze

Ich hoffe das es irgendwann eine Möglichkeit(außer Veredeln, wie es beim Erdbeerkaktus Gymnocalycium gemacht wird) gibt reinweiße Pflanzen zu halten

habe mal Bilder von einem weißen Amorphophallus gesehen, so einer steht auf meiner Wunschliste wenn es mal eine möglichkeit gibt diese chlorophylllose Pflanze am leben zu halten

auf der http://cpphotofinder. Seite steht "This aberration is not stable." diese Form ist nicht stabil, was man auch bei einen Foto dort gut sieht wo die pflanze zur hälfte weiß und zur anderen hälfte normalgefärbt ist

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