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Fragen bezüglich einheimischer Utricularias und deren Kultur


Jan

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Hallo,

ich habe mich in den letzten Tagen schon ziemlich eingelesen in das Thema, aber ein paar Fragen sind doch noch offen.

Ich möchte gerne auf kleinem Raum (Balkon) ein paar aquatische Utricularias halten. Kevin Tonnerre hat eindrucksvoll bewiesen, dass dies auch in abgeschnittenen PET Flaschen und ähnlichem geht.

Genau das habe ich vor, wegen dem aktuellen Platzproblem erstmal mit den kleinen (U.bremii + U.minor) und ggfs. den mittleren (U. intermedia, ochroleuca, stygia) Arten. Eventuell dann auch irgendwan mit größeren Gefäßen und U.australis und vulgaris.

1) Soweit ich das bisher verstanden habe, unterscheidet man die genannten 7 Utricularias vor allem an der Größe (eben in den 3 Kategorien klein mittel groß), anschließend an Details wie der Blüte (da gab es ja einen ganz tollen Thread zu von Andreas Fleischmann) allerdings habe ich da nicht so wirklich Grenzbereiche für ausgewachsene Pflanzen gefunden. Mal heißt es U.australis wird bis zu 1,5m, mal sind es bis zu 3m. Entsprechendes auch bei den kleinen, mal bis zu 25cm, mal 0,5m. Hat da jemand nähere Infos?

2) Leider habe ich keine Infos dazu gefunden, welche Utricularias am blühfreudigsten sind und welche in Kultur am leichtesten zu halten sind (ok, ich habe dazu was gefunden, aber da werden australis und vulgaris empfohlen, die bei mir aber am Anfang wegen dem Platz nicht zur Auswahl stehen)

3) Die nächste Frage geht schon Richtung Kultur: wegen Substrat und Wasserqualität habe ich schon einiges gelesen.

Ich werde wohl eine kleine Schicht Torf nehmen, evtl. leicht beschwert mit Kies/Sand. Darauf dann Regenwasser, dass mit Teichwasser angeimpft wird. Wegen des geringen Raums werde ich hier erstmal auf die Pflanzen zum Nährstoff entziehen verzichten, da diese soweit ich gelesen habe nur bei Aldrovanda essentiell sind.

Die eigentliche Frage hierzu: Welche Substrat und Wasserhöhe empfielt ihr?

Meine bishere Idee wäre soweit durchgängig für alle Arten etwa 3cm Torf und ~10cm Wasser, da der niedrige Wasserstand ja die Pflanzen anregen soll zu blühen. Teilt ihr die Meinung für die 5 kleinen-mittleren Arten? Oder gibt es Ausnahmen? Wie sieht es später bei den beiden Großen aus, dort habe ich gelesen, dass man mindestens 30cm Wasserstand braucht?

Bezüglich der Substrathöhe sei gesagt, dass ich mit mit der Empfehlung von ~3cm auf Becken ohne Nährstoffentzieher beziehe, deshalb an der Stelle weniger als teils in der Literatur für volle Aquarien / Teiche steht.

4) Habt ihr evtl. Erfahrung mit der Kultur von Utricularia auf kleinstem Raum? Tipps sind willkommen :) Kann es zu Mückenplagen für den Menschen kommen, wegen des stehenden Gewässers ohne Freßfeinde?

Falls jemand mir bei der einen oder anderen Frage helfen kann, würde ich mich sehr freuen :) Teils habe ich im Internet und Literatur schon Antworten gefunden, aber manchmal waren die auch widersprüchlich, daher würde ich mich besonders auch über Erfahrungen aus der Praxis freuen.

Viele Grüße,

Jan

Edited by jan
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Dirk Buechner

Hallo,

ich kultiviere schon seit Jahren Utricularia vulgaris auf meinem Balkon. Als Behältnis dient ein 80x50 Mörtelkübel, der im Sommer randvoll mit Wasser ist. Das sind locker 30cm Wasserstand. Als Bodengrund dient ganz normaler billiger Aquarienkies und alte Blähtonkügelchen. Eine Wasserlilie aus dem Baumarkt für 2,50€ leistet den vulgaris ein bischen gesellschaft und filtern ein paar Nährstoffe aus dem Wasser. Im Sommer ist das kleine Behältnis randvoll mit Schnecken und Wasserflöhen sowie Mückenlarven. Letztere allerdings nur, wenn ich den Wasserstrom des Filters runterstelle damit das Wasser weniger in Bewegung ist. Utricularia vulgaris vermehrt sich ohne Ende und bildet sehr schnell einen dichten Tepich der kein Licht mehr auf den Grund lässt. Die Turionen sind bereits ausgetrieben und die längsten vulgaris sind etwa 10cm lang. Der Kübel ist im Winter schon komplett bis unten durchgefroren und trotzdem haben jede Menge Turionen überlebt. In meinen Augen eine der dankbarsten Utricularien die ich je gezogen habe.

Das Becken wird im Sommer unregelmäßig entweder mit Regenwasser oder Leitungswasser aufgefüllt und bis jetzt habe ich nicht bemerkt das die Pflanzen damit Probleme gehabt hätten.

Allerdings sollte man beachten das stehendes Wasser sehr schnell umkippen kann und damit auch die Pflanzen schnell eingehen, gerade bei kleinen Behältern und großer Hitze im Sommer ist das schnell passiert. Fadenalgen sollten nach möglichkeit vermieden werden, weil das einen Wust aus Pflanzen und Algen gibt den kein Mensch mehr trennen kann. Außerdem stinken Algen wenn sie verrotten ganz erbärmlich.

Ich nehme mal an das man die meisten, wenn nicht sogar alle heimischen Utricularien auf diese Weise halten kann. Eventuell kann man ja die höhe des Wasserspiegels anpassen um die Pflanzen zum blühen zu bringen. Meine blühen ohne Probleme jedes Jahr auf's neue.

Dieses Jahr werde ich dasselbe Experiment mit Aldrovanda wagen, mal schauen was dabei rauskommt.

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Kevin Tonnerre

Probiers einfach aus, und du wirkst merken, dass die Pflanzen gar nicht so schwer zu halten sind. Empfehlen würde ich U. minor.

Und interessanterweise ist U. vulgaris die einzige die bei mir zickt.

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