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Selbstbestäubende Knollendrosera


Lutz

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HI,

beim rumsurfen bin ich gerade im Forum der Australasian Carnivorous plant society (vorher noch nie davon gehört) auf folgenden Satz in einem FAQ zur Kultivierung von Knollendrosera gestoßen:

"Species that will self pollinate (EASILY) are D. auriculata, D. bicolor, D. macrantha ssp. planchonii, D. peltata, D. ramellosa, D. salina, and D. stricticaulis. Some others will self but yield and viability is usually lower. With some species like D. bulbosa ssp major it depends on the clone as to whether it will self or not."

(Für nicht englischsprechende: dort wird gesagt, dass die oben aufgeführten Knollendroseraarten selbstbestäubend wären)

Bisher habe ich noch nie gehört, dass D. ramellosa, D. salina, D. bicolor und D. stricticaulis selbstbestäubend wären und das auch bis auf D. salina, die ich nicht habe, an meinen Pflanzen nicht bemerkt. Dann steht da auch noch "easily" dahinter, was ja nahelegt, dass das Ganze wohl eher Regel als Ausnahme ist, wie man es von einigen der anderen aufgeführten Knolledrosera kennt oder zumindest liest.

Hat da jemand dazu Informationen oder Erfahrungen?

Hier der Link zum Thema.

Grüße

Lutz

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Hallo Lutz,

zwei von Deiner Liste, d.h. D. ramellosa und D. stricticaulis, kann ich bestätigen. Mit D. salina habe ich noch keine Erfahrung, D. bicolor war bei mir bisher nicht selbstbestäubend, sondern brauchte jeweils einen zweiten Klon.

Allerdings hatte ich mich gerade letzte Woche in Bonn mit Andreas Fleischmann über meine D. bicolor unterhalten, die sich offensichtlich auch im Habitus etwas von der typischen Form unterscheidet. Es kann also durchaus sein, dass andere D. bicolor selbstbestäubend sind.

Viele Grüße

Dieter

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Hallo Dieter,

vielen Dank für die Infos. Ich habe günstigerweise, nachdem ich die Blüten jeweils einmal gesehen habe, selbige immer im Frühstadium abgeschnitten!

Sind das die einzigen Knollendrosera, die selbstbestäubend sind oder gibt es da noch andere oder vielleicht gar irgendwo eine Liste? Wenn nicht, dann könnte man doch vielleicht im Teamwork so eine Liste erstellen, vielleicht auch etwas ausladender als Liste aller Arten mit den jeweils gültigen, ungültigen und alternativen Artnamen, denn der Überblick ist nach der letzten Revision des Drosera peltata-Komplexes nicht gerade größer geworden.

Grüße

Lutz

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Hallo Lutz,

bei Deiner D. bicolor könnte es sein, dass sie letztlich von meiner abstammt, zumindest wenn Du sie aus Henrys Kultur bekommen hast. Das können wir aber auch offline klären.

Gregs Liste scheint mir recht komplett zu sein, wobei ich persönlich mit D. bulbosa ssp. major bisher keine Erfahrung habe. Greg hat aber deutlich mehr Erfahrung mit diesen Pflanzen und sie natürlich auch oft genug am Standort gesehen, so dass er sicher mit der Aussage richtig liegt.

Bei den "gelegentlichen" Selbstbestäubern vermute ich, dass dort ähnliche Effekte auftreten, wie ich sie bei meinen Hybridisierungsversuchen gelegentlich auch erreicht habe: Durch das Auftragen fremder Pollen wird die chemische Blockade aufgehoben, die eine Selbstbestäubung verhindert. Deshalb können auch eigene Pollen nun die Entwicklung von Samen bewirken. In manchen Fällen sind diese (selbstbestäubten) Samen keim- und lebensfähig, in anderen nicht. Auf diese Weise habe ich nun schon D. menziesii ssp. menziesii, D. menziesii ssp. basifolia und D. moorei ungewollt vermehrt (bei zweien warte ich noch auf die endgültige Bestätigung, aber es spricht alles dafür). Bei den nicht lebensfähigen Keimlingen kann ich leider nicht beurteilen, ob diese selbstbestäubt oder hybridisiert waren (in Zukunft müsste ich eine Selbstbestäugung verhindern, wenn dann immer noch keimfähige Samen gebildet werden, ist die Interpretation einfacher). Unter "nicht lebensfähig" verstehe ich diejenigen, die zwar offensichtlich keimen, aber dann als Keimling sterben. Da wäre die Liste der Beispiele aber deutlich länger.

Bei dem peltata-Komplex sind meine Erfahrungen wie folgt (immer mit der Einschränkung, dass meine Erfahrung für eine mehr oder weniger große Anzahl von Standortvarianten gilt, die ich in Kultur habe):

D. auriculata: selbstbestäubend

D. bicolor: s. oben

D. peltata: selbstbestäubend

D. lunata: selbstbestäubend

D. hookeri: selbstbestäubend

D. yilgarnensis: keine Erfahrung

Viele Grüße

Dieter

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Hallo,

D. yilgarnensis wie sie jetzt heißt ist ebenfalls selbstfertil; bei D. bicolor habe ich auch schon mit Andreas intensiv diskutiert. Fakt ist, dass es D. bicolor-Pflanzen gibt, die definitiv selbstfertil sind. Ich hatte vor Jahren nur eine Pflanze und diese hat (gar nicht mal so wenig!) Samen produziert. Ich habe die Samen iv ausgesät und die Nachkommen waren ebenfalls wieder D. bicolor, also hat keine offene über-die-Artgrenze-Fremdbestäubung stattgefunden. Samen dieses Klons sind bei mir vor wenigen Wochen wieder iv gekeimt, wenn alles gut geht, gibts kommende Saison wieder blühende Pflanzen.

Darüber hinaus kann es natürlich auch Klone geben, die Kreuzbestäubung benötigen, warum nicht!

Viele Grüße

Stefan

Hallo Lutz,

bei Deiner D. bicolor könnte es sein, dass sie letztlich von meiner abstammt, zumindest wenn Du sie aus Henrys Kultur bekommen hast. Das können wir aber auch offline klären.

Gregs Liste scheint mir recht komplett zu sein, wobei ich persönlich mit D. bulbosa ssp. major bisher keine Erfahrung habe. Greg hat aber deutlich mehr Erfahrung mit diesen Pflanzen und sie natürlich auch oft genug am Standort gesehen, so dass er sicher mit der Aussage richtig liegt.

Bei den "gelegentlichen" Selbstbestäubern vermute ich, dass dort ähnliche Effekte auftreten, wie ich sie bei meinen Hybridisierungsversuchen gelegentlich auch erreicht habe: Durch das Auftragen fremder Pollen wird die chemische Blockade aufgehoben, die eine Selbstbestäubung verhindert. Deshalb können auch eigene Pollen nun die Entwicklung von Samen bewirken. In manchen Fällen sind diese (selbstbestäubten) Samen keim- und lebensfähig, in anderen nicht. Auf diese Weise habe ich nun schon D. menziesii ssp. menziesii, D. menziesii ssp. basifolia und D. moorei ungewollt vermehrt (bei zweien warte ich noch auf die endgültige Bestätigung, aber es spricht alles dafür). Bei den nicht lebensfähigen Keimlingen kann ich leider nicht beurteilen, ob diese selbstbestäubt oder hybridisiert waren (in Zukunft müsste ich eine Selbstbestäugung verhindern, wenn dann immer noch keimfähige Samen gebildet werden, ist die Interpretation einfacher). Unter "nicht lebensfähig" verstehe ich diejenigen, die zwar offensichtlich keimen, aber dann als Keimling sterben. Da wäre die Liste der Beispiele aber deutlich länger.

Bei dem peltata-Komplex sind meine Erfahrungen wie folgt (immer mit der Einschränkung, dass meine Erfahrung für eine mehr oder weniger große Anzahl von Standortvarianten gilt, die ich in Kultur habe):

D. auriculata: selbstbestäubend

D. bicolor: s. oben

D. peltata: selbstbestäubend

D. lunata: selbstbestäubend

D. hookeri: selbstbestäubend

D. yilgarnensis: keine Erfahrung

Viele Grüße

Dieter

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Andreas Fleischmann

Hallo zusammen,

Bei D. bicolor habe ich Stefan nicht glauben können, dass seine Pflanze selbstfertil ist, da meine einzige Pflanze nach Selbstbestäubung noch nie Samen angesetzt hat (wie bei Dieter). Erst als ich Knollen von Stefans Pflanzen bekommen habe, klappt es nach Kreuzbestäubung mit den Samen. Ich habe noch nicht versucht, eine von Stefans Pflanzen zu selbsten, werde das aber gleich an den Osterfeiertagen ausprobieren.

Ich vermute, dass der Grund der Selbststerilität vs. Fertilität hier (ganz analog zu D. binata) an unterschiedlichen Ploidiestufen der Chromosomensätze liegt.

Bei D. ramellosa scheint es übrigens ähnlich zu sein: obwohl hier alle Pflanzen wohl selbstfertil sind, sind z.B. meine Exemplare auch noch autogam (selbstbestäubend), während Andere berichten, dass sie ohne Pinsel keine Samen erhalten.

Alles Gute,

Andreas

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