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Moorbeet - Ablauf oder nicht?


Micha78

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Hallo zusammen!

Ich hatte vor mir ein kleines Moorbeet zu bauen. Einen Plastik-Fertigkeiteich habe ich schon, allerdings bin ich noch am Rätseln ob man einen Überlauf braucht oder nicht. Im Internet gibts da geteilte Meinungen zu, und ich habe auch nicht die geringste Ahnung, wie hoch der maximale Wasserstand denn sein sollte. Kann mir da vielleicht jemand einen Tipp geben?

Und auch wenn es nicht ganz zu meinem selbst gewählten Thema paßt - hat jemand Erfahrung damit, wie sich teilweise winterharten Utricularia dauerhaft im Moorbeet machen? Ich wollte eigentlich möglichst wenig Pflanzen in Töpfen lassen und überwintern...

Gruß

Michael

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Hallo Michael,

ein ablauf ist nicht nötig, weil das Moorbeet im Sommer sowieso ziemlich schnell austrocknet.

Kurze Überflutungen machen den meisten Pflanzen nichts aus.

Purpurea

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Danke für die fixe Antwort. Bevor ich das Ding kaputtsäge lasse ich den Ablauf dann erstmal weg.. Nachträglich kann man das Notfalls immer noch machen. Ich hatte halt nur bedenken, ob ich im Herbst dann ein Moorbad nehmen kann^^

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...wobei es der Thomas wohl auch wesentlich einfacher hat seine Kulturen - je nach Bedarf und Verträglichkeit - zu fluten, oder auch nicht.

Beispeilsweise habe ich in meinem Moorbeet, welches durch verschiedene Höhen gar nicht komplett flutbar ist, auch verschiedene Beipflanzungen (großflächig Cranberry, japanische Moornelke, Moororchidee, Tibetorchidee [versuchsweise], Binsen, Farne etc. pp) dort drinnen, welch mir ebenso wichtig sind.

Ich werde mir aber dieses Jahr selber mal ein Bild von winterlichen Flutungen von Mooren machen, wenn ich es zeitlich mal schaffe. So richtig gemachte Erfahrungswerte über Flutungen (mit Bildern) von Moorbeeten (nicht Einzelpflanzen / Spezies) sind wohl hier auch noch nicht niedergeschrieben worden.

-volker-

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Hallo, ich werfe mich auch mal wieder rein. Meine ersten Moorbeete waren zwei Fertigteichbecken, von denen eines (Nr2) inzwischen mein Moorteich im Überlauf des eigentlichen Beetes ist. Das erste Becken (Nr1) dient mir auch zukünftig als Reservemoorbeet.

Ich hatte beide nicht über den Rand mit Substrat gefüllt, um ein feuchteres Mikroklima zu schaffen. Die Fläche ist bei solchen Becken doch meist recht klein. Bei Nr1 hatte ich kleine Überlaufbohrungen angebracht, da anfangs starke Regenfälle für arges Hochwasser sorgte. Ergebnis: Mikroklima funktionierte, die Bohrungen waren bald durch Ausschwemmung verstopft. Als wesentlich effektiver erwies sich ein kleines Loch ins Substrat zu bohren und mit einem Schlauch das wertvolle saure Regenwasser abzusaugen und aufzubewahren. Die Becken hatte ich nur knapp zur Hälfte eingegraben (rundum abgestützt mit Holzrollzaun vom Bauhaus) und hatte so ein Gefälle zum Absaugen.

Beim Thema überfluten bin ich sehr skeptisch. Außer dem immer wieder zitierten Carow Bericht habe ich leider auch noch von keinen anderen Erfahrungen gelesen, lasse mich gerne belehren! Mein echtes Beet ragte ca 10 -20 cm über den umgebenden Rasen und ist deshalb nicht zu fluten. Und dabei sind mir seitdem keine nicht winterharten Sarracenien mehr über Winter eingegnagen. Im letzten Winter mit wochenlangen Barfrösten haben lediglich die Normalform Dionaeen gelitten, sind aber nicht ausgestorben! Die roten Sorten red sawtooth und akay Ryu haben sogar überhaupt keinen Schaden genommen.

Als "bedingt winterharte" Uri habe ich eine bisquamata eingesetzt, die sich bisher tapfer hielt, 2012 muss ich anzweifeln. Ich grabe jedoch immer im Spätherbst die nicht echt winterharten aus und topfe sie ein, z. B. capensis, Ping's, adelae. Auch einen Teil von bisquamata um ein Backup zu bewahren.

Du kannst also, meiner Erfahrung nach, problemlos im frostfreien Frühjahr direkt einpflanzen und im Herbst wieder eintopfen. Dabei spüle ich aber vor dem Eintopfen die Wurzeln gründlich aus, um die Verschleppung eventueller Würmer, Asseln etc. zu vermeiden.

Noch ein Tipp: falls möglich setze dein Becken so hoch wie es nur geht, das macht die künftige Wartung wesentlich bequemer. Toppbeispiel ist das Hochbeet von Brummbär.

Gruß Piesl

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Vollkornbrot

Hi,

Ich hab meinen kleinen 90l Kübel dieses Jahr geflutet bzw. die Natur hats gemacht und ihn mit einem Winterschutzvlies abgedeckt. Die Pflanzen sehen jetzt genau so aus wie vorm Winter, auch D.muscipula, S.minor und S. psittacina. Einen Überlauf würde ich nur machen, wenn man irgendwelche Pflanzen hätte, die Überflutung gar nicht vertragen würden. Ich weiß nicht ob es solche Moorpflanzen gibt, evtl. Orchideen, die nur im Torfmoos wachsen, bzw. Pflanzen die eigentlich keine richtigen Moorpflanzen sind.

Aber Überflutung wird ja durch die obengenannten Methoden meist eh verhindert.

Gruß,

Thomas

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Hi Andreas, dass das schon oft diskutiert wurde ist klar, aber so einen direkten Erfolgsbericht wie ihn "Vollkornbrot" Thomas gerade eingeklinkt hat und mit echtem Erfolgserlebnis, daran konnte ich mich bis dato nicht erinnern. (Meine ersten Versuche mit gefluteten Psittacinas endeten damals im Kompost)

Und dass Thomas Carow nicht aus der Luft greift, da bin ich mir auch sicher! Leider kann ich das natürlich bei meinem Beet nicht machen; da hat mir der nasse Herbst und schräge Winter fast den kompletten Orchibestand zu Humus verarbeitet. Bislang treibt nur D. sphagnicola stark aus; täte sie es nicht hätt's mich auch gewundert!

also sorry wegen meiner Ver-zweiflung. :thumbsup:

Grüße und euch ein hoffentlich schönes Wochenende

Piesl

Edited by Piesl
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Erstmal danke für die vielen Beiträge.

Leider ist das Becken schon fast ebenerdig eingegraben, nochmal rausholen hatte ich nicht vor. Aber einen kleinen Torfgrabhügel aufschütten ist kein Problem... Befüllung kommt sowieso erst am Wochenende rein^^

Was die teilweise winterharten Utricularia angeht habe ich mich an der Preisliste von Thomas Carow orientiert. Da stehen U. dichotoma, U. cornuta, U. novae-zealandiae und U. subulata als bedingt winterhart drin, ein oder zwei Sorten wollte ich mir davon zulegen. Bei einigen Sarracenia steht ja auch nur "bedingt winterhart" dabei. Meine VFF wollte ich auch nicht mehr ins Treppenhaus tragen sondern draußen lassen. Jede Pflanze, die keinen Überwinterungsplatz wegnimmt ist eine gute Pflanze^^ Ansonsten wollte ich noch die winterharten Drosera dazusetzen, da ist die einzige bedingt winterharte die ich ins Auge gefaßt habe D. binata dichotoma. Aber bei den meisten Pflanzen gab es hall positive Erfahrungsberichte zu lesen, nur über Utricularia habe ich nichts über eine dauerhafte Freilandkultivierung gefunden. Naja, und Darlingtonia laß ich erstmal weg, die scheint ja doch nicht ganz einfach in der Kultivierung zu sein.

Naja, und Begleitpflanzen... da wollte ich sowieso nichts besonders "empfindliches" nehmen.

Ach ja: Und das Hoch-Hochmoorbeet ist ja echt der Hammer. Mit den Steinen drumrum siehst das echt genial aus... da wird man echt neidisch!

Edited by Micha78
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Hi,

ich denke beim Thema überfluten muss man schon genau hinschauen was geht und was nicht. Die Habitate der einzelnen Karnivoren sind ja auch oft sehr unterschiedlich. Eine 45° alpine Feuchtwiese ist etwas anderes als ein durchflossenes Hochmoor. Von in der Senkrechten wachsenden Fettkräutern mal ganz zu schweigen und oft beheimaten Moorbeete eben die unterschiedlichsten Pflanzen (nicht nur Karnivoren).

Selbst wenn ich hier im grenznahen Hochmoor eine Flutung im Winter feststellen würde, ist die sofort naheliegende Frage: "Was wächst da denn überhaupt?" Außer der mittlere und rundblättrige Sonnentau wächst da sonnst überhaupt nichts an Karnivoren (Sphagnum-Moos mal ausgenommen).

Die restlichen Pflanzen sind ein paar Wasserlobelien, Fieberklee, Froschkraut, Moosbeere, Wollgras und verschiedene Binsen und Grassorten.

-volker-

Edited by Volker S
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